„SCREWBALLS is utter lunacy – or keeping with the nature of the movie, ,udder lunacy‘. Opening with an actual image of the word ,coming‘, accompanied by orgasmic female squeals, the camera pulls back to reveal a pair of teenage nubiles hanging a ,COMING SOON‘ banner outside a hot-dog stand as a giant inflatable wiener pokes them repeatedly to-and-fro in their crotches and butts. Each bump is punctuated, of course, by Three Stooges-style sound effects. From there, the wit just keeps, like the sign says, coming.“

Ich habe mir die Beschreibung Mike „McBeardo“ McPaddens Buch „Teen Movie Hell“ ausgeborgt, weil ich besagtes Eröffnungstableau selbst nicht besser hätte in Worte fassen können, es gleichzeitig aber so wunderbar dazu geeignet ist, einen Eindruck vom Wahnsinn dieses Films zu vermitteln. Die Protagonisten von SCREWBALLS sind fünf Jungs der Taft and Adams High School – deren Cheerleader passenderweise Trikots mit der Aufschrift „T&A“ tragen -, und ihre Wege kreuzen sich schicksalhaft, als sie gemeinsam nachsitzen müssen. Der smarte Rick (Peter Keleghan) hatte sich als Doktor getarnt in eine schulärztliche Brustuntersuchung geschlichen, der bebrillte Nerd Howie (Alan Deveau) war dabei erwischt worden, wie er seinen MItschülerinnen mithilfe einer Spiegelkonstruktion unter die Röcke schauen wollte, der dicke Melvin Jerkovski (Jason Warren) war seinem Namen im Kühlraum der Schulcafeteria gerecht geworden, das Landei Tim (Jim Coburn) aus Versehen in die Mädchenumkleide gestolpert und der Preppie Brent van Dusen III (Kent Deuters) hatte ein Mädchen im Französischunterricht dazu gebracht, ein Modell des Eiffelturms zu fellationieren – die superheiße Lehrerin war bei der wiederholten Aussprache des Wortes „la bouche“ so heiß geworden, dass sie das Klassenzimmer verlassen musste. Alles klar?

Die fünf Jungs teilen eine Obsession: Sie wünschen sich nichts sehnlicher als einen Blick auf die Brüste der Schulkönigin Purity Busch (Linda Speciale) werfen zu können. Die weiß aber ganz genau um die Wirkung, die sie auf die im Hormonwirbel taumelnden Jungmänner ausübt – und wie wichtig es für diese Zuneigung ist, ihre beiden sekundären Geschlechtsorgane wie ein gutes Geheimnis zu hüten. SCREWBALLS ist nicht mehr als eine Aneinanderreihung der verschiedenen Versuche der Jungs, sich ihren Traum zu erfüllen, immer wieder unterbrochen von orgiastischen Szenen mit den weniger verkniffenen Cheerleadern um die geile Bootsy Goodhead (Linda Shayne): Eine Autokino-Sichtung des Films „Wild Women of Wango“ (hinter dem Titel verbirgt sich nicht etwa WILD WOMEN OF WONGO, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern das Pam-Grier-Vehikel THE ARENA) artet in eine Massenschlägerei aus, als Tim bemerkt, dass Brent es mit seiner Schwester treibt. Bei einer Runde Strip-Bowling bleibt Howie bestes Stück in einer Bowlingkugel stecken (fragt nicht …), schießt dann aber natürlich unter lüsterner Mithilfe der Cheerleader zum eruptiven Strike in die Pins. Der Schulball gerät zum Gelage, als die Jungs aus Versehen eine ganze Flasche Aphrodisiakum aus dem Sexshop in die Bowle kippen. Nur die heiligen Hügel von Purity bleiben verhüllt – bis zum großen Finale: Während die frisch gekürte Homecoming Queen die Nationalhymne singt, zeigt Howies neueste Erfindung ihre Wirkung und reißt der sonst so zugeknöpften Schönen die Kleider vom Leib. Während die Credits laufen, werden nun immer wieder die beiden überaus ansehnlichen Brüste eingeblendet, auf die man so lange warten musste. Ein wahrhaft sensationelles Ende.

SCREWBALLS hat alles, was das Genre der Teenie-Sexkomödie auszeichnet: Jede Menge selbstzweckhafte Zurschaustellung nackter Mädchenkörper, männliche Charaktere, die nur das eine im Kopf haben, laute Zoten, Kalauer, Wortwitze und Slapstickeinlagen, die mal mehr, mal weniger gut funktionieren, aber in einer solchen Vielzahl auf den Betrachter niedergehen, dass das irgendwann keine Rolle mehr spielt, und haufenweise abstruse Einfälle. Was den Film dabei besonders auszeichnet ist seine Direktheit – und die Gleichsetzung der Protagonisten mit der Zielgruppe, deren Motivation sie teilen: Sie wollen Titten sehen, nicht mehr, nicht weniger. Um es mit den Worten des Songs zu sagen, den die Cheerleader singen: „We must, We must, We must develop our bust. The bigger the better, the tighter the sweater, the boys depend on us.“

POLICE ACADEMY aus dem Jahr 1984 war ein überwältigender Überraschungshit: Mit einem Mini-Budget von 4 Millionen Dollar ausgestattet, avancierte die Komödie in den USA zum sechsterfolgreichen Film des Jahres, spielte dabei ungefähr das Zwanzigfache seiner Kosten ein und zog bis 1994 sechs Sequels nach sich. Dass sich in den folgenden Jahren außerdem zahlreiche Produzenten mit ihren „Akademien“ an den Erfolg anhängten, liegt in der Natur der Sache, aber außer Ramsch für die Grabbelkisten der Videotheken kam nichts dabei herum. Einer dieser Nachzieher ist STEWARDESS SCHOOL (der hierzulande dann auch DIE STEWARDESSEN ACADEMY hieß) und eigentlich ist damit auch schon alles gesagt. Um meiner märtyrerhaft eingehaltenen Chronistenpflicht gerecht zu werden, werde ich aber dennoch etwas mehr in die „Tiefe“ gehen.

Hauptfigur des Films ist der gutaussehende Philo Henderson (Brett Cullen), dessen Traum, Pilot zu werden, an seiner krassen Sehschwäche scheitert, denn seine Colabrillengläser täuschen niemanden über seine Behinderung hinweg. Beim Pilotentraining im Simulator, zu dem er mit Kontaktlinsen antritt, verursacht er leider einen 9/11-mäßigen Crash, weil sein trotteliger Kumpel George (Don Most) mit einem Rempler dafür sorgt, dass ihm die Sehhilfen rausfallen. Diese Beschreibung vermittelt schon einen ganz guten Eindruck von der intellektuellen Tiefe, die den Zuschauer von STEWARDESS SCHOOL erwartet. Aber das ist natürlich nur der Anfang. Um ihren gemeinsamen Traum von der Luftfahrt nicht ganz aufgeben zu müssen, schreiben sich Philo und George in der titelgebenden Schule ein – zusammen mit dem aus dem geistigen Vorbild bekannten Panoptikum greller Klischeefiguren: Es gibt die Punkette Cindy (Corinne Bohrer, u. a. JOYSTICKS), die tollpatschige Kelly (Mary Cadorette), das Busenwunder Sugar Dubois (Judy Landers), die „Dicke“ (Wendy Jo Sperber, Martys Schwester aus BACK TO THE FUTURE), die Schönheitskönigin Pimmy (Julia Montgomery), die rustikale Ringerin Wanda (Sandahl Bergman), den Quotenschwulen Larry (Rob Paulsen) und natürlich die gemeine Ausbilderin Miss Grummet (Vicki Frederick), die sich nichts sehnlicher wünscht, als dass diese Versager durchfallen. Hintergrund ihrer Missgunst: Sie hält nichts von der Verramschungstaktik ihres Chefs Weidermeyer (William Bogert), die dafür gesorgt hat, dass die Akademie von Trotteln und Sozialfällen überrannt wird. Aber wie es immer so ist in diesen Filmen, rafft sich der Haufen von Halbgebildeten zusammen und schafft es nicht trotz, sondern gerade wegen seiner Defizite zu triumphieren.

Man mag von POLICE ACADEMY halten, was man will: STEWARDESS SCHOOL jedenfalls zeigt sehr anschaulich, dass es noch deutlich schlechter geht und die Macher des Erfolgsfilmes durchaus das ein oder andere Mal richtig lagen. Hier funktioniert nur wenig, auch wenn das erprobte Rezept sklavisch reproduziert wird. Es fehlen die Details in der Charakterzeichnung, der Drive, das sommerliche Flair und die Gags, obwohl die Messlatte gerade in dieser Hinsicht wirklich nicht allzu hoch lag. Für Blancato ist der humoristische Gipfel offensichtlich erreicht, wenn Männer Frauen in den Hintern kneifen. Und für solche genialen Pointen leistet das Drehbuch mitunter unfassbare Aufbauarbeit: In einer Szene beklagt sich eine alte Dame bei dem Schwulen, dass sie ihren Anschnallgurt nicht anlegen könne. Er prüft die Situation, stellt fest, dass der Gurt verhakt ist und kriecht dann unter ihren Rock, um ihn zu lösen. Just in diesem Moment stolpert seine Kollegin und verliert den Servierwagen, der ihm daraufhin gegen das Hinterteil fährt: Natürlich wird das Resultat mit einem lustigen „Plopp“-Geräusch und dem Close-up auf das enthusiasmierte Gesicht der Oma quittiert. Jesus. Man muss aber einfach feststellen, dass das ganze Flugzeug-Sujet einfach nichts hergibt. Der Witz von POLICE ACADEMY besteht darin, dass Idioten das Gesetz und die öffentliche Ordnung aufrechterhalten sollen. Welche Aufgabe haben Flugbegleiter, an der man scheitern könnte? Und warum sollte dieses Scheiter witzig sein? Weil jemand Tomatensaft aufs Hemd bekommt? Es ist anzunehmen, dass man sich vor allem deshalb für Stewardessen entschied, weil sich damit die Gelegenheit bot, viele gutaussehende Frauen zu casten und in eindeutig zweideutigen Posen abzulichten, was ich begrüßenswert finde, der Film liefert einfach nicht. Die eine Duschraumszene, die er bietet, hätte ein findiger Exploitation-Mann auch in einem Biopic über Heinrich Böll untergebracht. Aber das Flugzeugsetting bietet nicht nur keinerlei erzählerisches Potenzial, es sieht noch dazu auch noch scheiße aus.

Drei Szenen fand ich einigermaßen witzig: Cindys fetter Bikerfreund Snake (Dennis Burkley) benimmt sich vor ihren reichen Eltern wie die Axt im Wald, rülpst und flucht und schnäuzt beherzt in eine Seidenserviette, begutachtet dann sein Werk und kommentiert es aus dem Off mit „Hm, big chunks.“ Witz Nummer zwei ist die Reaktion der dicken Jolean, als ihr ihre Fluggesellschaft zugeteilt wird: „Stromboli Airlines?“ Die dritte Szene ist weniger ein Gag als vielmehr eine radikale Geschmacksentgleisung, die aus der Tristesse der müden Flachwitze meilenweit heraussticht: Als einer der Passagiere einen durch unfreiwillige Drogeneinnahme induzierten Panikschub bekommt, den die Prüflinge auch mit vereinten Kräften nicht besänftigen können, opfert sich die scharfe Sugar, indem sie sich kurzerhand hinkniet, eine Decke über den Kopf zieht und dem in Spasmen kreischenden Mann einen Blowjob verabreicht. Ich weiß nicht, ob ich dem Film für diesen Einfall dankbar sein soll.

empfehlung vom drecksperten

Veröffentlicht: Juni 14, 2019 in Film
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Fernando di Leo hat viele hochklassige Filme gedreht: VACANZE PER UN MASSACRO gehört eher nicht dazu. Was natürlich nicht bedeutet, dass der hierzulande unter dem Titel  TOY erschienen Sleazehobel nicht Freude bereiten würde. Wer es derb und dreckig mag, wird hier amtlich bedient – und darf sich zudem darüber freuen, dass Joe Dallessandro den ganzen Film über mit demselben Unterhemd rumläuft. Andreas Bethmann hat dem Kammerspiel nun das HD-Treatment und den Titel MADNESS – ZUM TÖTEN GEZWUNGEN spendiert. Mit auf der Scheibe ist ein Audiokommentar, den ich mit Oberschmierlappen Pelle Felsch angesprochen habe. In einschlägigen Foren wurden wir bereits dafür kritisiert, uns in besagtem AK deutlich zur AfD geäußert zu haben. Diese Kritik ist berechtigt, denn eigentlich sollte man diese Fascho-Arschgeigen am besten ignorieren. Allen Gehirnamputierten da draußen rufen wir deshalb zu: Wir geloben Besserung! So und jetzt brav zur OFDb surfen und die Scheibe bestellen.

Schon mit FRIDAY THE 13TH hatte Cunningham bewiesen, dass er seinen Finger am Puls der Jugend hatte. Um auf die Idee zu kommen, dass die alljährlichen Spring-Break-Orgien an den Stränden Floridas einen guten Stoff für einen Teeniefilm hergeben würden, musste man hingegen kein Genie sein. SPRING BREAK war dann ach kein ganz so großes kommerzielles Phänomen wie die Campmetzeleien um Jason Voorhees, aber dennoch ein lukratives Geschäft: Bei einem Budget von knapp 6 Millionen Dollar spielte er an den Kassen satte 25 wieder ein. In Deutschland startete er unter dem putzigen Titel IM SAUSESCHRITTT INS DÜNENBETT im Sommer 1984 und dürfte hier all jene angesprochen haben, die sich auch die EIS AM STIEL– oder PORKY’S-Filme mit Begeisterung angeschaut hatten.

Der Reiz von SPRING BREAK erschöpft sich eigentlich darin, die titelgebenden Feierlichkeiten in epischer Breite auf die Leinwand zu hieven. Die Handlung kreist um die beiden braven Jungfrauen Nelson (David Knell) und Adam (Perry Lang), die in Fort Lauderdale angekommen sogleich Bekanntschaft mit den beiden erfahrenen Feierbiestern Stu (Paul Land) und O.T. (Steve Bassett) machen. Gemeinsam machen die vier die Nacht zum Tag, besuchen Wet-T-Shirt-Contests, treten bei Saufwettbewerben an, erobern diverse Frauen, verlieren im Falle von Nelson und Adam ihre Jungfräulicheit und retten am Ende gemeinsam das kleine Motel, in dem sie wohnen und auf das es Nelsons kapitalistischer, patriarchischer Stiefvater (Donald Symington) abgesehen hat: der Hauch von Drama, den sich SPRING BREAK gönnt.

Ich tue Cunningham sicherlich nicht Unrecht, wenn ich behaupte, dass er diesen Film nicht mit dem Vorhaben, große Kunst zu schaffen, inszenierte. Das Script dürfte in wenigen Stunden entstanden sein, seine Aufgabe als Regisseur bestand während großer Teile der Dreharbeiten darin, die Kamera in die tobenden Teeniemassen zu stellen und „Action!“ zu rufen.  (Spaß war das bestimmt trotzdem nicht.) Bis es endlich zum oben erwähnten dramatischen Konflikt kommt, ist SPRING BREAK fast vorbei und bis dahin besteht er aus einer einzigen Aneinanderreihung von Saufgelagen, Parties und nur mäßig witzigen Zoten. Wenn man Cunningham wirklich etwas zu Gute halten kann, dann dass er den Ausnahmezustand on location einfing, mit vielen authentischen Impressionen, anstatt ihn in einem anonymen Studio in Hollywood nachzustellten. Die Protagonisten – vor allem Nelson und Adam – sind nicht unsympathisch, aber sie bekommen, wen wundert’s?, nicht viel Gelegenheit für character development. Stu und O.T. entsprechen dem Typus der endlos selbstbewussten, völlig eindimensionalen Sex- und Alkoholsüchtigen und sind da schon fragwürdiger, erweisen sich letztlich aber, wie das meistens so ist, als Kerle mit dem Herz auf dem rechten Fleck.

Eine ernsthafte Empfehlung kann ich für diesen Quatsch naturgemäß nicht aussprechen, wer aber ein Faible für solche durch und durch atavistischen Triebbefriedigungsvehikel, Eighties-Zeitgeist und weibliche Brüste hat – eines der love interests ist das Penthouse „Pet of the Year“ Corinne Wahl – der liegt hier nicht daneben.

„Die Geschichte dieses Films beginnt im Jahr 1958 in der Nähe von Rom und endet … aber sehen sie selbst!“ – Mit diesen Worten beginnt die deutsche Fassung von Pietro Franciscis vorletztem Film: Der Veteran hatte in den knapp vier Jahrzehnten seines Schaffens zahlreiche Abenteuer- und Sandalenfilme gedreht und sich mit den beiden ersten ERCOLEFilmen um das italienische Kino verdient gemacht. Sein Ausflug ins Science-Fiction-Genre folgte dem in Italien u. a. von Antonio Margheriti befeuerten Trend und landete in Deutschland unter dem Titel RAUMKREUZER HYDRA – DUELL IM ALL im Kino, bevor er dann als RAUMSCHIFF TERRA ZUM PLANET DER AFFEN zweitverwertet und auf Video veröffentlicht wurde.

Mit diesem spektakulären zweiten Titel versuchte der Verleiher ein wenig am Erfolg von Schaffners PLANET OF THE APES zu partizipieren, der 1968 in die Kinos kam und im Verlauf der Siebziger mehrere Sequels nach sich zog. (In den USA war man sogar noch mutiger und taufte Franciscis preiswert runtergekurbeltes Filmchen in einem Anflug von Größenwahn STAR PILOT.) Der affige Titel verdankt seine Berechtigung in erster Linie einer kurzen, eigentlich sehr unwichtigen Szene auf einem fremden Planeten, während der die Protagonisten von einer Horde von Menschen in Zottelkostümen überfallen werden – fairerweise muss man aber sagen, dass der Finalgag von MISSIONE HYDRA ihn wirklich in die Nähe von Schaffners Klassiker rückt: sogar so sehr, dass man sich fragt, wie er ein Jahr vor diesem auf diese Idee kommen konnte. Anzunehmen, dass das Drehbuch zu PLANET OF THE APES in der Industrie bekannt und von den wieselflinken Italienern in Windeseile kopiert worden war. (Hingegen erscheint es ziemlich ausgeschlossen, dass sich Schaffner von Francisci inspirieren ließ, obwohl die Vorstellung sehr reizvoll ist.)

Es gibt aber noch einen Film, der als Inspirationsquelle gelten darf: Auch in THIS ISLAND EARTH werden menschliche Wissenschaftler wie hier von Außerirdischen zu dem Zweck entführt, den verwüsteten Heimatplaneten wieder bewohnbar zu machen bzw. ihnen ein neues Leben zu ermöglichen. In diesem Fall trifft es Professor Solmi (Roland Lesaffre), der bevorzugt über die Einstein’sche Relativitätstheorie und die Möglichkeit der Zeitreise doziert, immer mit dem Hinweis, das letztere wohl erst in tausenden von Jahren technisch machbar werde. Bei Untersuchungen eines seltsamen Phänomens, zu denen er auch seine geile Tochter Luisa (Leontine) mitbringt, entdecken er und seine Assistenten ein Raumschiff, das von der kühlen Kaena (Leonora Ruffo) und ihren beiden Schergen auf die Erde gesteuert wurde. Zwei Chinesen, die dem Prof die Anleitung für eine Atombombe abnehmen wollen, kommen auch noch dazu. Ab geht es ins All, zum Heimatplaneten Kaenas, doch auf der Reise gilt es dann, die unter den freiwilligen und unfreiwilligen Besatzungsmitgliedern schwelenden Konflikte zu überwinden, um am Ziel anzukommen.

MISSIONE HYDRA ist ein Monument der Unbedarftheit, aber auch des Heldenmutes, sich von den tristen Gegebenheiten nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Francisci hatte zwar nur ein Taschengeld zur Verfügung, trotzdem fliegt er ins All und landet auf fremden Planeten. Was man dort zu sehen bekommt, ist geradezu rührend naiv und billig, aber man kann dem Film für seine zahlreichen Verfehlungen einfach nicht böse sein. Da bauen die Wissenschaftler mittel in der Pampa eine Holzhütte auf, um darin ein „Labor“ unterzubringen und schaffen ein echtes Raumwunder, wenn sich das vielleicht 15 Quadratmeter große Häuschen in Innenaufnahmen als geräumiges Mehrzimmerhaus entpuppt. Für Stimmung sorgt neben einer kurzen Übersicht über die römischen Sehenswürdigkeiten immer wieder die als Eye Candy besetzte Leontine, offensichtlich eine Tänzerin oder ein Starlet, deren einzige Funktion darin besteht, hübsch in die Kamera zu lächeln oder ihre Traumfigur in höchst unnatürlich wirkenden Pose zu präsentieren. Einmal serviert sie den Forschern Kaffee, was diese zum Anlass nehmen, sofort vom Tisch aufzustehen und ins Bett zu gehen. Aber sie macht sich auch sonst nützlich, hält die Laune hoch und verguckt sich natürlich in den extraterrestrischen Hünen Belsy (Kirk Morris). Vorher machen sich die Aliens die Menschen mittels eines um den Hals getragenen Senders gefügig, über den sie jeden ihrer Schritte und jedes ihrer Worte mitverfolgen können, bis dann einer der Wissenschaftler den genialen Einfall hat, einfach seine Hand über die Linse/das Mikro zu halten und dann die Polizei anzurufen. Damit konnte die überlegene Rasse wirklich nicht rechnen! Derlei Wunder setzen sich dann beim Raumflug fort, etwa in der Sequenz, in der einer der Außerirdischen aussteigt, um eine krummgebogene Antenne an der Spitze des Gefährts auszutauschen. Fantastisch sind auch die heißen Fummel, in die Kaena und Luisa immer wieder gesteckt werden: Ganzkörpernylons, auf die alle Begriffe zutreffen, außer „praktisch“. Wunderschön eine bizarre Szene, in der mehrere Menschen in Forscherkitteln im Bildhintergrund im aufreizenden Schneckentempo die Treppen hochsteigen, die sich um zwei Silos winden, während vorn ein Dialog abgehalten wird. Und damit das Rumgesitze in dem karg eingerichteten Flugkörper nicht allzu dröge wird, gibt es immer mal wieder Anlass für eine hüftsteife Keilerei. Die Strategie geht nicht so ganz auf: MISSIONE HYDRA zieht sich im letzten Drittel wie Kaugummi. Man hat dann bereits alle geilen Kostüme der gut gebauten Darstellerinnen gesehen, man weiß, dass nach den Affen keine weiteren spektakulären Attraktionen mehr zu erwarten sind und sehnt das Ende herbei, das dann aber noch einmal aufmerken lässt: Ein Blick in die Vergangenheit der Erde zeigt, dass diese von der nuklearen Katastrophe zerstört wurde, doch auch Kaenas Heimat (die ihren phallischen Türmen nach zu urteilen „Dildonien“ heißt) liegt in Trümmern. Jetzt gilt es, eine neue Zivilisation zu gründen. Bei zwei Frauen und fünf Männern dürfte das ein konfliktreiches Unterfangen werden, das leider noch nicht auf Zelluloid gebannt wurde.

 

George Herman Ruth, genannt „Babe“, ist wahrscheinlich der legendärste und ikonischste des an Legenden und Ikonen nicht gerade armen Baseballsports. Er war einer der ersten fünf Spieler, die im Gründungsjahr 1936 in die „Hall of Fame“ berufen wurden, stellte in seiner 21 Jahre währenden Karriere zahlreiche Rekorde auf – u. a. die meisten Homeruns (714), RBIs (2.213) und Walks (2.062) -, die teilweise über Jahrzehnte Bestand hatten oder noch heute haben, veränderte die Art und Weise, wie das Spiel gespielt wurde und verschaffte dem Sport einen erheblichen Popularitätsschub. Um seine Figur ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden, dadurch begünstigt, dass es nur wenige Originalaufnahmen von ihm gibt und viele Anekdoten durch mündliche Überlieferung stark verzerrt wurden. Aber er lud durch seine Biografie, seine Gestalt und seine Errungenschaften auch dazu ein, ihn zu einer real existierenden Märchengestalt zu machen. Für einen Sport, der seit jeher von einem Drang zur Mythologisierung lebt, war er gewissermaßen wie geschaffen: Hätte es ihn nicht gegeben, man hätte ihn erfinden müssen. Und das Ergebnis hätte sich vom „echten“ Biopic, den Arthur Hille 1992 inszenierte, wahrscheinlich nicht wesentlich unterschieden. Was auch verdeutlicht, was das Problem von THE BABE ist: Für eine ernstzunehmende „Biografie“ nimmt er sich ein paar Freiheiten zu viel, verkürzt einen komplexen Charakter zu sehr auf küchenpsychologische Binsenweisheiten und übertreibt es mit der Überhöhung seiner unzweifelhaft großen sportlichen Leistungen, als auf wahren Begebenheiten basierendes Märchen geht er wiederum nicht weit genug, bleibt zu sehr den vermeintlichen Fakten verpflichtet und gaukelt Faktizität vor, wo er tatsächlich reines Seemannsgarn spinnt. Barry Levinsons fantastischer THE NATURAL, der eine sehr ähnliche Geschichte erzählt, ist da viel befriedigender und erhabener, weil er sich eben gar nicht erst mit der Realität aufhalten muss.

Hiller erzählt seine Geschichte entlang der wichtigsten Lebens- und Karrierestationen seines Helden und befeuert dabei das Bild des unkontrollierbaren Kindmannes mit dem überirdischen Talent: Ruths Vater liefert den Jungen mit den Worten, er sei „incorrigible“ in der St. Mary’s Industrial School for Boys ab, einem Bostoner Erziehungsheim und Waisenhaus. Hier wird er vom Geistlichen Bruder Matthias (James Cromwell) entdeckt und an die Baltimore Orioles abgegeben, die ihn schließlich an die Boston Red Sox verkaufen, wo die fulminante Karriere beginnt. Die Ablehnung durch den Vater und der Vorwurf der Unkorrigierbarkeit schweben während des Films als eine Art Prophezeiung über dem Protagonisten: Babe Ruth ist unfähig, seinen mitunter selbstzerstörerischen Impulsen Einhalt zu gebieten, ob das nun sein maßloser Appetit nach Essen, Alkohol oder Partys oder seine Vielweiberei ist, gleichzeitig ist er angewiesen auf die Zuneigung und Liebe der Menschen um ihn herum. Das Publikum verzeiht ihm seine Eskapaden, weil er sie auf dem Sportplatz begeistert und nebenbei ein Wohltäter mit einem großen Herz für Kinder ist, die schwindende Geduld seiner ersten Gattin Helen (Trini Alvarado) versucht er sich durch teure Geschenke zurückzukaufen – mit abnehmendem Erfolg. Die Trauer über die Scheidung und den wenig später erfolgenden Unfalltod Helens stürzen den Mann in eine Krise, aus der er sich nicht mehr wirklich befreien kann. Hinzu kommt der Preis, den er für seinen ausschweifenden Lebensstil unweigerlich bezahlen muss. THE BABE endet mit dem freiwilligen Abgang Ruths nach einem Spiel, in dem er drei Homeruns geschlagen (und – als Vorbote der Krankheit, die ihm zehn Jahre später das Leben kosten wird – Blut gespuckt) hat.

Hillers Film ist – das schicke ich jetzt vorweg, damit ich es nicht vergesse – ganz amüsant, auch wenn seine Formelhaftigkeit (typisches Merkmal von Biopics, einem der wohl konservativsten und unflexibelsten Genres überhaupt) heute noch mehr ins Auge springt als vor gut 25 Jahren: THE BABE ist geradezu schmerzhaft melodramatisch und fühlt sich nie wirklich echt an. Das beginnt schon bei Goodmans Perücke und den rot geschminkten Wangen, die den damals Vierzigjährigen (der für die Rolle abnehmen musste) beim besten Willen nicht zum jungen Mann machen. Hinzu kommen die zahlreichen Ungenauigkeiten und dichterischen Freiheiten, deren Sinn und Zweck sich nicht immer erschließt, die in ihrer Formelhaftigkeit manchmal regelrecht lieblos wirken – das bei einem Film, der doch eine einzige Liebeserklärung sein will. Dabei war Ruths Karriere so reich an Rekorden, Anekdoten und Ereignissen, dass es einer solchen Überhöhung eigentlich gar nicht bedurft hätte: Der Mann war ein erfolgreicher Pitcher (was der Film fast gänzlich ausblendet), bevor er dann zu einem der besten Batter der Geschichte wurde, über seine 20-jährige Karriere Rekord und Rekord aufstellte und selbst überbot. Richtig ärgerlich wird es, wenn da Regeln erfunden werden, die es nicht gab, nur um die eigene Interpretation der Figur zu stützen. Wie gesagt, sind solche Kniffe für das Genre nicht ungewöhnlich, aber THE BABE ist vollkommen überfrachtet mit solchen Momenten. So wird dem Mann u. a. der erste Homerun-in-the-park angedichtet (das ist ein Homerun, der nicht aus dem Feld geschlagen, sondern nur „erlaufen“ wird): Im Film sieht das so aus, dass Ruth den Ball so hoch schlägt, dass die Feldspieler ihn nicht mehr sehen können und er erst zu Boden fällt, als der Spieler die Bases schon umrundet hat. Nicht nur gab es diesen Schlag in Ruths Karriere nie, tatsächlich ist es auch so, dass in den Anfangstagen des Baseballsports nahezu alle Homeruns „in the Field“ erzielt wurden, da die Feldabmessungen noch deutlich größer waren. Einem todkranken Jungen verspricht er nicht nur – wie historisch verbrieft – einen Homerun, sondern gleich zwei. Ebenfalls völlig überzogen sind die Körpermaße des Sportlers, der hier von Anfang an als unsportlicher Dickwanst gezeichnet wird, obwohl er zu seinen Hochzeiten über eine recht normale Figur verfügte. Und natürlich beendete er seine Karriere auch nicht nach einem Spiel mit drei Homeruns. Alle diese Freiheiten, die sich der Film mit dem Ziel erlaubt, die Überlebensgröße seines Protagonisten darzustellen, erreichen eher die gegenteilige Wirkung: Weil Hiller alles dem größtmöglichen dramaturgischen Effekt unterwirft, wirkt sein Film selbst auf Menschen, die sich nur am Rande mit Babe Ruth beschäftigt haben, daherfabuliert, durchschaubar in seinen Tricks und schlicht gelogen.

Dabei findet THE BABE nie zu einer echten Haltung zu seinem Helden. Betrachtet er ihn als begnadeten Ausnahmesportler, der erst durch seine psychische Disposition zu dem werden konnte, der er war? Hält er ihn für ein Frankenstein’sches Monster, mit dem man eigentlich Mitleid haben musste? Waren seine Entgleisung vielleicht doch einfach unverzeihlich? Man muss gewiss nicht unbedingt zu einem eindeutigen Fazit kommen: Ein Mensch ist keine mathematisch Gleichung. Aber man sollte doch versuchen, die einzelnen Facetten dieser Persönlichkeit mit einer gewissen Objektivität beleuchten. Die seltsame Schizophrenie des Filmes, der sich zwar nie ganz dazu durchringen kann, einfach nur schönfärberisches Heldenepos zu sein, aber sich seine tolle Geschichte auch nicht durch die oft bitteren Fakten kaputtmachen lassen will, kommt am besten in einer Szene zum Ausdruck, in der sich Babe Ruth zum ersten Mal bei seiner verprellten Gattin entschuldigen will. Sie hat ihn nach seinem Wechsel nach New York verlassen, weil er die gemeinsame Wohnung in einen Nachtclub verwandelt hat, und er will sie mal wieder mit einem teuren Geschenk zurückholen. Aber diesmal kauft er ihr keine Geschmeide und auch keinen Bauernhof: Nein, er hat ein Baby für sie adoptiert. Die Szene offenbart das zerrüttete Seelenleben Ruths, für den ein kleiner Mensch nicht mehr ist als ein teures Geschenk, mit dem glaubt, seine. Verfehlungen vergessen machen zu können, und zunächst inszeniert Hiller diese Szene auch so: als grausam fehlgeleitet, als Zeugnis seiner emotionalen Verarmung. Aber dann weicht die Entgeisterung Helens doch der tränenreichen Freude über das Geschenk und der bittere Beigeschmack wird mit zentimeterdicker Schmiere und dysfunktionalem Familienglück übertüncht. Die Szene ist so verstörend in ihrer Verleugnung, dass sie den Film als Ganzes überschattet.

 

Es war eine schöne Überraschung als dieser Film im Streaming-Angebot des Universal Channel von Amazon Prime auftauchte. MR. BASEBALL lag nach seinem Erscheinen in den frühen Neunzigern auch in deutschen Videotheken aus und wurde von der Baseball-Community überaus wohlwollend aufgenommen. Es war zwar kein MAJOR LEAGUE und auch kein THE NATURAL oder FIELD OF DREAMS, aber das war damals nicht so wichtig: Hauptsache, es gab einen neuen Baseball-Film. Und Schepisis Fish-out-of-Water-Komödie war dann durchaus gefällig genug, dass man ihn sich nicht erst schönsaufen musste.

Tom Selleck, immer noch mit dem Schnäuzer, den man in MAGNUM P. I. lieben gelernt hat, spielt den Baseball-Profi Jack Elliott, der sich bei den New York Yankees auf vergangenen Lorbeeren ausruht. Seine Auszeichnung als „Spieler des Jahres“ liegt schon einige Jahre zurück, aber immerhin reichte es in der Vorsaison noch zum „Spieler des Monats August“, wie er vor seinem Coach betont, als der ihm offenbart, dass er ihn verkauft habe (sein Ersatz wird in einem Cameo gespielt vom jungen Frank Thomas, der sich mit seinen Homeruns in die Hall of Fame bombte). Alles, bloß nicht Cleveland, stöhnt Elliott, nur um dann erfahren zu müssen, dass er künftig in Japan spielen wird. Jack hält das für unter seiner Würde, muss aber klein beigeben: Aufgrund diverser Skandälchen und mangelnder Leistung gibt es keinen amerikanischen Proficlub, der ihn haben will. Also tritt er die Reise nach Japan an, natürlich mit der felsenfesten Überzeugung, dass das nur eine kurze Etappe auf dem Weg zurück in die Major League ist, die ohne einen Spieler seines Rangs gar nicht dauerhaft auskommen kann. Aus seinem mangelnden Respekt für die japanische Liga und ihre Eigenheiten macht er erst gar keinen Hehl, seine Unlust stellt er offen zur Schau, die ihm vertraglich aufgebrummten Werbemaßnahmen absolviert er mit der Aufmüpfigkeit eines verwöhnten Kindes ohne jeden Sinn für Anstand. Und natürlich kommt er mit dieser Einstellung nicht weit, stößt im Gegenteil allen vor den Kopf.

Fred Schepisi inszeniert diese erprobte Geschichte ohne große künstlerische Ambitionen, aber mit der Souveränität eines Regisseurs, der sein Handwerk noch klassisch gelernt hat. Er verzichtet auf effekthascherischen Schnickschnack, konzentriert sich ganz auf den Plot und seine Charaktere. Besonders schön sind natürlich die Eindrücke aus den japanischen Stadien, denen der Pomp ihrer amerikanischen Gegenstücke weitestgehend abgeht, die stattdessen ein wenig runtergerockt aussehen. Abstriche muss man bei der Inszenierung der Spielszenen machen und ich bin geneigt, den Grund dafür in der Tatsache zu suchen, dass Schepisi Australier ist: Man sieht, dass da jemand am Werk war, der das Spiel nicht so wirklich verstanden hat: Die Akteure schleichen träge übers Feld, mit seiner Schlagtechnik hätte Elliot niemals einen Homerun-Rekord aufgestellt und wirklich spektakuläre Spielszenen sind Mangelware – oder werden von der Kamera nicht richtig eingefangen.

Aber MR. BASEBALL interessiert sich sowieso mehr für die interpersonellen Konflikte, bei denen die gängigen Klischees mehr als ausreichend bedient werden: Der amerikanische Star hält sich für einen überlegenen Supermann, der aufgrund seines gottgegebenen Talents keine Rücksicht zu nehmen braucht. Für seine Lage trägt nicht er selbst die Verantwortung, sondern ausschließlich die anderen, die entweder zu dumm sind oder aber ihm Böses wollen. Seine bloße Präsenz allein sollte ausreichen, um alle anderen in Ehrfurcht erstarren zu lassen, die auf einem japanischen Baseballfeld geltenden Bräuche sind für ihn nichts weiter als Unsinn, vom Baseballsport haben die Japaner einfach keine Ahnung. Die Japaner wiederum sind je nach gesellschaftlicher Rolle wahlweise streng oder devot, legen größten Wert auf Disziplin und Respekt und reagieren beleidigt auf die joviale Art des Fremden, der das Dugout und die Umkleidekabine mit seinen Fratboy-Späßen überzieht. Sie beten in Tempeln und sind spirituell veranlagt, aber das Rindfleisch, das man in ihren Restaurants zu essen bekommt, ist wider Erwarten sogar besser als die Steaks in Kansas City. Es ist selbstverständlich die Zuneigung der attraktiven Japanerin Hiroko (Aya Takanashi), der Marketingverantwortlichen seines neuen Arbeitgebers, die den guten Kern sieht, der in ihm schlummert, die einen Gesinnungswandel in ihm einleitet. Dass sie außerdem die Tochter seines Trainers ist, bringt zusätzliches Konfliktpotenzial. Ebenfalls nicht fehlen dürfen die ebenfalls ausgemusterten amerikanischen Profis, die einst mit denselben Vorbehalten nach Japan kamen, aber mittlerweile wenn schon nicht geläutert, so doch zumindest besänftigt sind. Sie treffen sich in ihren amerikanischen Bars, wo sie wässriges Bier aus Pitchern saufen, rüde Witzchen reißen und der guten alten Zeit in der besten Liga der Welt nachhängen. Ihnen voran geht Max „Hammer“ Dubois (Dennis Haysbert), der sich auch des Helden annimmt und seine Anpassungsschwierigkeiten mit einem wissenden Lächeln verfolgt. Erst als Elliot alle verprellt hat, beginnt er unter dem Einfluss seines Trainers umzudenken.

Aber so eine Geschichte von kultureller Verständigung ist ja keine Einbahnstraße und so dürfen auch die Japaner etwas vom Amerikaner lernen, etwa dass Baseball ein Spiel ist, das Spaß machen soll. Dass Scherze und Neckereien in der Kabine dazugehören und Fehler auf dem Feld nicht zur Demission, sondern zur Aufmunterung führen sollten. Während Elliot Demut, Respekt und Teamgeist lernt, macht sich der strenge Trainer unter dem Einfluss des Amis endlich mal locker – auch gegenüber seiner Tochter. Das ist alles nicht wirklich überraschend und dass Elliot am Ende dann den ersehnten Vertrag in der Major League bekommt, schwächt die Message schon ein wenig ab. Japan war mit seiner Gurkenliga dann doch eher eine Durchgangsstation, in der der Profi zwar zum besseren Menschen werden konnte, sportlich war dort aber selbstverständlich nix für ihn zu holen. Immerhin nimmt er die schöne Hiroko mit nach Hause, die dann während des Trainings zwischen den schönen Spielerfrauen auf der Tribüne sitzt und den Göttergatten bewundert, der nun selbst Trainer ist und sein Wissen weitergibt. (Ein Anruf mit ihrem riesigen Mobiltelefon macht klar, dass sie auch noch eine eigene erfolgreiche Karriere verfolgt.) Ihr merkt schon: MR. BASEBALL ist durch und durch formelhaft und fest im Mittelmaß zu verorten, aber dabei nicht gänzlich unsympathisch. Es muss nicht immer Kaviar, oder, in diesem Fall, Sushi sein.