Mit ‘Action’ getaggte Beiträge

437988Um die Bedeutung der Copserie von Anthony Yerkovich und Michael Mann zu beurteilen, bin ich auf Quellen angewiesen, die diese belegen. Zwar erinnere ich mich noch daran, einige Episoden mit meinen Eltern gesehen zu haben, aber weder habe ich damals verstanden, was da eigentlich passierte (Colt Seavers, der mit seinem Geländewagen über irgendwas drüber sprang, während Jody mit ihrem bezaubernden Hintern wackelte und Howie doof guckte, war eher meine Kragenweite), noch wäre ich dazu in der Lage gewesen, die Serie in den Kontext zeitgenössischer Fernsehunterhaltung einzuordnen. Heute gilt MIAMI VICE gemeinhin als Auftakt für jene Form der seriellen Erzählung, die heute bestaunt und als Neuerfindung des Rades gefeiert wird: Geduldig aufgespannte dramaturgische Bögen und komplexe Charaktere und Storys statt nach immergleichem Schema erzählte Kurzgeschichten mit eindimensionalen Figuren, aufwändige formale Umsetzung und ein klar erkennbarer audiovisueller Stil statt Pragmatismus und Schmalhans als Küchenmeister. MIAMI VICE war die erste Serie, die in Stereo ausgestrahlt wurde, der Einsatz von Popsongs und visuellen Effekten galt damals als bahnbrechend, Soundtrackalben und Singleauskopplungen – z. B. Jan Hammers “Crockett’s Theme” – verkauften sich wie geschnitten Brot, der persönliche Style besonders von Johnsons Sonny Crockett wurde zum Modetrend. HILL STREET BLUES-Autor Yerkovich hatte den Auftrag, eine “Copserie fürs MTV-Publikum” zu erfinden und offensichtlich war ihm das gelungen, wenngleich MIAMI VICE nur wenig mit der Glätte und Banalität zu tun hat, die man mit Musikfernsehen gemeinhin verbindet.

Der Pilotfilm BROTHER’S KEEPER dient dazu, die Hauptfiguren und die wichtigsten Elemente, seien sie erzählerischer oder stilistischer Art, einzuführen und macht sofort Lust auf mehr. Die fast wortlose Auftaktsequenz, in der der New Yorker Cop Ricardo Tubbs (Philip Michael Thomas) versucht, den Drogenboss Calderone (Miguel Piñero) in einer Diskothek zu stellen, ist reines Kino, bildgewaltig und spannend, die anschließende Ermordung eines Kleindealers und eines Undercover-Cops (Jimmy Smits) durch eine Autobombe, macht  unmissverständlich klar, was hier auf dem Spiel steht. Es sind aber nicht lediglich Suspense oder Action, die einnehmen, sondern die schon zu diesem frühen Zeitpunkt unterschwellig spürbare Tragik und Ausweglosigkeit. Gleich nachdem Crocketts (Don Johnson) Partner umgebracht worden ist, schneidet Carter zum Kindergeburtstag von Crocketts Sohn, wo die Mutter (Belinda Montgomery) die üblichen Klagen über den Polizistengatten anstimmt, der nie da ist. Als Crockett eintritt und den Grund für das Zuspätkommen nennt, entgleisen alle Gesichtszüge und die Szene kulminiert in der unfassbaren Idee, dass der Vater seinem Sohn ein Spielzeug-Polizeiauto schenkt. Wenn er den dankbaren Jungen in die Arme schließt, ist in seinem Gesichtsausdruck die ganze emotionale Komplexität der Serie ablesbar. Ein wichtiges Gestaltungsmerkmal sind auch die nächtlichen Autofahrten, die eine Art Schwebezustand zwischen Leben und Tod symbolisieren. Während die Welt an ihnen vorbeirast, sind Tubbs und Crockett in ihrer Hochgeschwindigkeits-Blechblase vollkommen unbewegt, ganz im Moment eingefroren. Im Pilotfilm wird diese Nachtfahrt durch den Einsatz von Phil Collins’ “In the Air tonight” endgültig zum ikonischen Bild erhöht.

Vielleicht sind diese Tiefen tatsächlich erst mit dem Abstand der Jahre wirklich spürbar. Wenn ich mich daran erinnere, wie MIAMI VICE seinerzeit im medialen Mainstream rezipiert wurde, stand da immer die angebliche Coolness Crocketts im Vordergrund. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man eigentlich einen tief verunsicherten Polizisten, der sich hinter einer Fassade pastellfarbener Shirts und Anzüge versteckt. Verglichen mit anderen Cop-Helden ist Crockett fast ein Softie, der an seinem Job zu zerbrechen droht, von den zum Berufsalltag gehörenden Rückschlägen tief getroffen wird und krampfhaft versucht, die Widersprüche seines Jobs unter einen Hut zu bringen. In der dritten Episode geht er einen Kollegen an, der einen Tatverdächtigen misshandelt hat, weil er damit die Anklage in Gefahr gebracht hat: Man vergleiche das nur mit den sonstigen Fernseh- und Filmbullen, die stets gern für eine härtere Gangart plädieren. Und in Episode 2 bringt sich ein Undercover-Cop (Ed O’Neill) um, nachdem er sich für seine Regelüberschreitungen rechtfertigen musste: Wenn Crockett die traurige Nachricht mit steinernem Gesichtsausdruck entgegennimmt, erkennt man darin nicht bloß Mitgefühl, sondern vor allem schockierte Selbsterkenntnis. Es könnte ihm ganz ähnlich ergehen. Crockett ringt damit, die Kontrolle über sein Leben zu behalten.

Es ist wirklich erstaunlich, wie eng sich Michael Mann mit seiner Filmadaption von 2006 an all diese Themen gehalten, sie lediglich noch einmal konzentriert auf den Punkt gebracht hat. Das Unverständnis, das diese Verfilmung in weiten Teilen der Presse erntete, lässt darauf schließen, dass man die Serie einst gar nicht in ihrer Tiefe erfasst, sich tatsächlich an eher oberflächliche Reize geklammert hatte. Was aber auch verständlich ist, schließlich stach MIAMI VICE in dieser Hinsicht am deutlichsten aus dem doch eher staubigen Serien-Einerlei hervor. Formal gibt es wirklich viel zu entdecken, die Fotografie ist einzigartig, das Zusammenspiel von Bild und Soundtrack wegweisend – hinter den viel gerühmten modernen Serien braucht sich MIAMI VICE nicht zu verstecken. Im Gegenteil: Hinsichtlich atmosphärischer Dichte und Emotionalität kann sich da manche überhypte HBO-Show noch ein Scheibchen abschneiden. Ich bin gespannt, wie’s weitergeht.

 

 

air mail (john ford, usa 1932)

Veröffentlicht: Januar 29, 2016 in Film
Schlagwörter:, , , , ,

air_mail_movie_1932Ein wunderbarer Film!

John Ford bleibt einem seiner Lieblingsthemen, den unbesungenen Heldentaten des Alltags, mit diesem Film über eine unverdrossene Crew von Postpiloten treu. Zusammen hocken sie in ihrem “Desert Airport” genannten Hangar irgendwo im nirgendwo, trotzen in ihren zerbrechlichen Doppeldeckern Wind und Wetter, um den Menschen ihre Post zu bringen, müssen sich aber immer wieder den Naturgewalten beugen, meist mit tragischem Ausgang. Mike Miller (Ralph Bellamy) ist wegen starker Kurzsichtigkeit nur noch eingeschränkt einsatzfähig, kann seinen Kollegen, den es bei der Landung in starkem Nebel zerlegt und für den er nichts weiter tun kann, als seinen grausamen Flammentod mit einem Schuss aus der Dienstwaffe zu verkürzen, nicht ersetzen. Also wird ihm ein neuer Pilot zugeteilt, sein alter Rivale Duke Talbot (Pat O’Brien), ein selbstverliebter Draufgänger, der sich gleich an Irene (Lilian Bond) ranmacht, die unglücklich mit Mikes Kumpel Dizzy (Russell Hopton) verheiratet ist. Als auch Dizzy verunglückt und Duke nach eine Streit die Segel streicht, steigt Mike wieder in die Maschine. Es kommt, wie es kommen muss: Er stürzt über den Bergen ab, eine Rettung scheint ob des zerklüfteten Terrains unmöglich. Bis Duke von der misslichen Lage seines Kontrahenten erfährt …

John Fords Abenteuerfilm stimmt den heutigen Betrachter wunderbar nostalgisch: Kaum vorstellbar, dass man heute einen Film über das aufregende Leben eines DHL-Mannes drehen würde. Warum auch: Sein Leben muss der nicht riskieren und er trägt auch keine Waffe, um die Post der Bürger vor Strauchdieben zu bewachen. Damals war das anders, da bedurfte es noch echter Kerle und unverdrossener Draufgänger, um Weihnachtskarten von A nach B zu transportieren. Ein nur wenig glamouröser Job zwar, aber einer von unschätzbarer Bedeutung. Ford zeichnet die Postflieger als verschworenen Haufen, der unter schwierigen Bedingungen seinem gefährlichen Job nachgeht, ohne dass davon wirklich jemand Notiz nähme. Alle sind sie sich der Bedeutung ihrer Aufgabe bewusst, erfüllt von einem Pflichtbewsstsein, das an Selbstverleugnung grenzt. Bei Wetterverhältnissen, bei denen unsereins nicht einmal zu Fuß das Haus verließe, schwingen sie sich in ihrer Maschinen, wissend, das jeder Flug ihr letzter sein kann. Das Miteinander der unterschiedlichen Charaktere nimmt großen Raum ein: Da sind Mike, ein Typ von Schrot und Korn, aber auch ein väterlicher Freund und sanftmütiger Liebhaber, der gekränkte Dizzy, der seine untreue Irene damit bestraft, dass er sich nicht von ihr trennt, der gutmütige Mechaniker “Pop” (David Landau) und der junge Tommy (Frank Albertson), der ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt. Ihr Zusammenleben im Hangar wird von Ford wieder einmal sehr spannungsreich und unter geschickter Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Settings inszeniert. Und so sehr die Feindschaft zwischen Mike und Duke auch brodelt: Am Ende sind sie in unerschrockenem Draufgänger- und Heldentum vereint, darf der vom rechten Pfad Abgekommene seine Wiederaufnahme in die Gemeinschaft feiern. Aufgelockert wird AIR MAIL durch bisweilen spektakuläre Flugszenen – etwa die halsbrecherische Durchquerung eines geöffneten Hangars mit einem Doppeldecker – sowie im Finale einige wunderschöne und herrlich naive Modelleffekte.

Der Fliegerfilm ist ja vollkommen aus der Mode geraten, nachdem der Erfolg von TOP GUN in den Achtzigerjahren eine kleine Renaissance eingeleitet hatte. Der letzte Versuch, Rob Cohens STEALTH, war ein krachender Flop gewesen. Es scheint schwierig, den Charme eines AIR MAIL in die heutige Zeit zu retten, wo Flugzeuge Supercomputer mit Flügeln sind und Piloten hochausgebildete Spezialisten, die die kernige Bodenständigkeit von Mike und seinen Kumpels, die sich vor einem schwierigen Start einen kräftigen Schluck aus dem Flachmann gönnen, vermutlich eher vermissen lassen. AIR MAIL ist einerseits ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit, andererseits etabliert er narrative Konventionen, die noch heute Gültigkeit besitzen. Und das alles wird veredelt durch die einmalige Beobachtungsgabe von Ford, dem Kamera-As Karl Freund sein allsehendes Auge lieh.

no-retreat-no-surrender-movie-poster-1986-1020247752Habe ich den jetzt wirklich zum ersten Mal gesehen? Ich glaube ja, aber verbürgen will ich mich nicht dafür. JCVDs Debüt als Schauspieler (er war vorher lediglich als Statist zu sehen gewesen) war auch der Auftakt für ein putziges Sequelphänomen, das sich in den USA und Deutschland über mehrere Reihen aufsplittete. Unter dem Originaltitel NO RETREAT, NO SURRENDER kam die Reihe zwischen 1986 und 1992 in den USA auf immerhin fünf Teile, die in Deutschland aber unter unterschiedlichsten, jede Verbindung vermissen lassenden Titeln herauskamen. KARATE TIGER, wie NO RETREAT, NO SURRENDER indessen bei uns hieß, zog selbst diverse Sequels nach sich, die wiederum nichts miteinander zu tun hatten und auf großzügigen Umbenennungen des deutschen Verleihs basierten. So hielten u. a. Teile aus den KICKBOXER- und BEST OF THE BEST-Serien Einzug in das KARATE TIGER-Franchise, für das in Deutschland 1998 erst mit Teil 10 Schluss war. Lediglich ein weiteres “echtes” Originalsequel wurde einverleibt: NO RETREAT, NO SURRENDER 4 wurde zu KARATE TIGER 5. Wer Lust auf einen amtlichen Knoten im Hirn hat, kann sich ja mal der deutschen Wikipedia-Seite von KARATE TIGER widmen, die die bizarren Verschlingungen haarklein aufdröselt.

Hier soll es aber nun ausschließlich um das Original gehen, das schon erklärungsbedürftig genug ist. Corey Yuens Film verquickt auf engstem Raum jugendliches Außenseiterdrama und Coming-of-Age- sowie Karate-Trainings- und -Turnierfilm mit zahlreichen Tanz- und Klamaukeinlagen, dem klassischen Kung-Fu-Plot um konkurrierende Dojos und dem Motiv eines prominenten Mentors, der dem Protagonisten als geisterhafte Erscheinung den Weg weist. Der ca. 95 Minuten lange Film ist vollgestopft mit Subplots und Figuren, vereint zudem einander eher widerstrebende Elemente der Hongkong-Komödie und des typisch amerikanischen Teeniefilms. Der Humor ist reichlich debil und grell, und das Spiel der eh nicht gerade brillanten Akteure wirkt dadurch, dass sie Stoff umsetzen sollen, der eher auf das deutlich exaltiertere, burleske Spiel chinesischer Darsteller ausgerichtet ist, gleich doppelt so steif und unnatürlich. Aber diese Theatralik, die totale Übersteuerung aller Emotionen, die dem in den USA vorherrschenden Coolness-Paradigma so krass widerstrebt, macht auch den Reiz von NO RETREAT, NO SURRENDER aus. Abgesehen vom Erscheinen Bruce Lees als geisterhaftem Lehrer des Protagonisten und natürlich der Idee, dass ein Gangsterboss völlig unbedeutende Karateschulen in seine Gewalt bringen will, ist Corey Yuens Film eigentlich eher “realistisch”, aber durch die genannten Eigenheiten wirkt er selbst in seinen banalsten Szenen noch wie ein bizarres Märchen aus einer rätselhaften Paralleldimension.

Schon seltsam, dass ausgerechnet dieser Film zu einem solchen popkulturellen Phänomen heranreifte. Andererseits macht er ziemlich viel Spaß und das ist ja letztlich entscheidend. Nur als Actionfilm ist er jetzt nicht unbedingt der Bringer und dass die muscles from Brussels (hier noch mit ein bisschen Babyspeck) gegen diesen ätzenden Jammerlappen verlieren ist im Grunde genommen natürlich ein Skandal.

 

 

 

 

bruce_lee_against_supermen_poster_01“Wer lang hat, lässt lang hängen”, lautet der Originaltitel übersetzt, ein altes chinesisches Sprichwort, das hier natürlich vor allem auf Bruce Li zutrifft, einen der besseren Bruce-Lee-Imitatoren die in den Bruceploitation-Filmen aufliefen, welche nach dem frühen Tod des Kultstars in geschäftiger Eile aus dem Boden gestampft wurden. BRUCE LEE GEGEN DIE SUPERMÄNNER, wie der Film in Deutschland heißt, passt zugegebenermaßen aber auch sehr gut. Ich muss ja zu meiner Schande einräumen, mich mit Eastern so gut wie gar nicht auszukennen: Diese ganzen superrohen Klopper, die in Deutschland mit markigen Coverartworks und knalligen Titeln à la “Tigerpranke: Sein Schlag bricht 1000 Knochen” herauskamen, haben mich nie so wirklich erreicht (bei aller grundsätzlichen Sympathie für das Genre), die etwas filigraneren, aufwändigeren Vertreter der Shaw Brothers habe ich mir vor Jahren in einem mehrwöchigen Bingewatching leider irgendwie kaputtgeschaut. Vielleicht war BRUCE LEE GEGEN DIE SUPERMÄNNER gestern der Auftakt einer neuen Liebe, who knows? Eins kann ich indes jetzt schon mit Gewissheit sagen: Der Film hat mich bei der gestrigen Kinoaufführungen massiv geflasht, meine Erwartungen turmhoch übertroffen und stellt – so am heutigen, letzten Tag des Mondo-Bizarr-Weekenders nichts völlig Unvorhergesehenes passiert – für mich schon jetzt das Highlight der Veranstaltung dar. (Mit der kleinen Einschränkung, dass dies wahrscheinlich nicht der Fall wäre, hätte ich Shermans DEATH LINE und Fulcis L’ALDILA nicht schon zuvor gesehen, letzteren darüber hinaus etliche Male.) Warum dieser Film, den einige Stimmen nach der Vorführung – mir vollkommen unerklärlich – als “totalen Schrott” bezeichneten?

Ich kann mich jetzt spontan nicht daran erinnern, jemals einen Film gesehen zu haben, der ein dermaßen entfesseltes, an die Raserei eines cholerischen, unter LSD-Flashbacks leidenden koffein- und speedsüchtigen Epileptikers gemahnendes Tempo geht. Es gibt einen einzigen ruhigen Moment, bezeichnenderweise auch eine Montagesequenz, die den Helden beim romantischen Sightseeing-Spaziergang mit seinem love interest zeigt und mit einem Fototapeten-Standbild der beiden (bzw. offensichtlich gerade nicht der beiden, sondern irgendeines Paares, das eben auf dem verwendeten Foto drauf war) im Sonnenuntergang am Strand endet. Ansonsten reiht Regisseur Chia Chun Wu in nicht abreißender Folge wüste Keilereien und irrwitzige Verfolgungsjagden aneinander, dass man schon beim bloßen Zuschauen Herzrasen bekommt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Film das Ergebnis eines besonnenen, entspannten, konzentrierten Drehs war. Wahrscheinlicher scheint es mir, dass Chia Chun Wu wie ein Derwisch spontan jedem Impuls folgte, sein Team planlos von einem Drehort zum nächsten hetzte, Drehbuch und -plan jeden Tag komplett und willkürlich umstrukturierte, wilde, unverständliche und völlig widersprüchliche Regieanweisungen in sein Megafon bellte und alle Crewmitglieder so in einen permanenten, auszehrenden Stresszustand versetzte. Und ganz bestimmt ließ er die Schlafgemächer seiner Angestellten des nachts auch noch mit dem Emerson-Lake-and-Palmer-Score beschallen, den er für BRUCE LEE GEGEN DIE SUPERMÄNNER zweckentfremdete (bzw. seiner wahren Bestimmung zuführte) – und zwar natürlich in ohrenbetäubender Lautstärke, damit sich bloß nicht dieses kreativitätsabtötende Stadium der Entspannung und Erholung einstellt. Jeder weiß, dass Schlafentzug und Erschöpfung der Nährboden sind, auf dem wahre Kunst einzig und allein gedeihen kann.

BRUCE LEE GEGEN DIE SUPERMÄNNER handelt von … ja, gute Frage. Es ist aber auch vollkommen egal, weil die nur rudimentär entwickelte Prämisse – irgendwas mit einem Wissenschaftler, der für die Erfindung einer Superformel von Bösewichten gekidnappt wird – eh nur dazu dient, möglichst viel Krawall in möglichst kurzer Zeit unterzubringen. Diese Mission erfüllt der Film mit Bravour und überholt sich dabei selbst – und zwar mehrfach. Das ganze Teil ist so dermaßen durchgeknallt und außer Kontrolle, dass es mir kaum möglich erscheint, das hier auch nur annähernd adäquat wiederzugeben. Ich versuche es mit einer kurzen Aufzählung, die ihr am besten lest, nachdem ihr zwei Kannen starken Kaffee (SCHWARZ!!!) getrunken und drei runden um den Block gelaufen seid: Bruce Li gehört zum Team des “Roten Drachen” und trägt als solcher ein rotes Superheldenkostüm mit einer Comicbiene vorne drauf, manchmal aber auch Bruce Lees Kostüm aus THE GREEN HORNET. Mithilfe der Formel des kranken Wissenschaftlers kann man aus Erdöl Lebensmittel herstellen. Ein Teil des Films spielt in Nahost, das so aussieht wie eine Kiesgrube in Hongkong und von Scheichs mit (sorry) Schlitzaugen bewohnt wird. Zur Titlesequenz läuft ein Musikstück, das klingt wie die Verpoppung eines Weihnachtsliedes, bevor es sich in fünf parallel laufende andere Songs verwandelt. Die “Supermänner” sind herumhüpfende Killer und sehen aus wie Kellner oder Zirkusartisten, ihr Chef hat eine große Serviette als Cape um den Hals gebunden. Als Belohnung werden ihm 10.000 Dollar und “eine Wagenladung voller Bräute” angeboten. (Er nimmt natürlich an.) Bruce Li verfolgt einmal ein Auto mit einer Rikscha, dafür wird der Film dann schneller laufen gelassen. Ein anderes Mal reißt er in einer Kneipe eine Ische auf, die sich dann einen Bitchfight mit seinem Love Interest liefert, der die beiden bis in die Badewanne führt. Der Showdown besteht aus ca. 87 verschiedenen Keilereien, die alle keine Entscheidung bringen. Dann heißt es nur, dass die Bösen über die “Grenze” fliehen wollen: Schnitt auf einen Wegweiser mit den Worten “Border 10 miles”, dann Schnitt auf zwei Rostlauben, die zusammen mit ein paar “Soldaten” mitten in der Pampa rumstehen. Ich schätze, das ist die Grenze, die der Film selbst erfinden musste, weil er alle anderen schon überschritten hatte. Am Ende sind alle happy, die Bitchfight-Ische aus der Kneipe entpuppt sich als Geheimagentin und der Bienenkostüm-Kollege von Bruce taucht auf, nachdem man ihn 85 Minuten nicht mehr gesehen hat, und lässt sich feiern, als sei er der eigentliche Held des Films. Dann ist Feierabend und man hat das Gefühl, zum ersten Mal wieder tief Luft holen zu können. Ein Wahnsinn. Filmgucken als Hochleistungssport.

Ich weiß, dass ich mich gleich fürchterlich ärgern werde, weil mir garantiert etliche Sachen einfallen werden, die ich noch unbedingt hätte erwähnen müssen, aber es ist eh unmöglich, all den funkensprühenden Irrsinn von BRUCE LEE GEGEN DIE SUPERMÄNNER in einem Text unterzubringen, der für Menschen les- und nachvollziehbar bleiben soll. Nur noch so viel: Ihr MÜSST diesen Film sehen. Aber wenn ihr es tut, nehmt um Himmels willen keine Drogen dazu.

human_tornado_poster_01THE HUMAN TORNADO, die Fortsetzung von DOLEMITE, ist nach dem Erfolg des Vorgängers erwartungsgemäß größer, weniger billig und ranzig und damit, soweit man das so sagen kann, auch “besser” im Sinne von “sauberer” und “wohlgeformter”. Weil Rudy Ray Moore aber immer noch kein begnadeter Schauspieler und schon gar kein Martial Artist ist, und man diese Tatsache auch nicht mit einem höheren Budget aus der Welt schaffen konnte, bedient sich der Film außerdem einer offen zur Schau getragenen Selbstironie. Das alles macht THE HUMAN TORNADO zu einem unterhaltsameren, aber auch zu einem etwas stromlinienförmigeren Film, dem der rohe, ungeleckte Charme des Vorgängers weitestgehend abhanden gekommen ist – was aber nicht bedeutet, es hier nun plötzlich mit glatt gebügelter Mainstreamware zu tun zu haben.

Die Story ist fast identisch mit der im ersten Teil: Während Dolemite unterwegs ist (er absolviert eine Comedy-Tour und Impressionen seiner Darbietung markieren den Beginn des Films) und er es mit einem rassistischen Redneck-Sheriff zu tun bekommt, dessen Gattin er flachgelegt hat, nimmt der Mafioso Cavaletti (Herb Graham) ihm in der Heimat den Nachtklub samt Belegschaft ab. Um sich abzusichern, hat er zudem zwei von Dolemites Mädchen als Geiseln genommen. Zurück in Los Angeles trommelt der Pimp seine Leute zusammen, um den Kampf aufzunehmen und seinen Besitz zurückzugewinnen, doch inzwischen ist auch der rachsüchtige Redneck eingetroffen und hat schon die örtliche Polizei auf seine Seite gezogen …

Es kommt zur wilden Karatekeilerei, für die wieder einmal Howard Jackson herangezogen wurde, der diesmal auch eine größere Rolle innehat (neben dem mittelamerikanischen Nunchaku-Meister und Ghostbuster Ernie Hudson – no shit!). Die Fights sind um Längen besser als zuvor, was aber keinesfalls daran liegt, dass Moore in der Zwischenzeit zum Karateka gereift wäre, sondern daran, dass die Lahmarschigkeit seiner Moves durch den Einsatz von Zeitlupe abgefangen wird und er sich mehr auf ein mit lustigen Geräuschen und Grimassen untermaltes Posing verlegt. Diese Form des Augenzwinkerns ist hier ausnahmsweise durchaus angebracht: Wirklich ernstzunehmen war Moore in der Rolle des fightenden Superpimps mit der großen Klappe ja schon in DOLEMITE nicht, und die beharrliche Weigerung, seine inhärente Lächerlichkeit mitzuinszenieren, machte den Film zwar irgendwie charmant, aufgrund der zahlreichen Unzulänglichkeiten aber eben auch ein bisschen dröge. Im Sequel ist nun alles geradezu cartoonesk aufgeblasen, der Superpimp wird endgültig zum absurden Superheld, auch wenn er nicht, wie auf dem Poster, als menschlicher Wirbelsturm durch die gegnerischen Armeen rast. Sein Gegner steht ihm in nichts nach und lässt seine Geiseln im Keller eines verfallenen Hauses von einer alten Vettel mit zotteliger Turmfrisur foltern. Besonders perfide: Sie klemmt einer der Damen eine entsicherte Handgranate zwischen die Beine und lässt sie auf einem wackligen Holzstamm stehen. Und in einer weiteren denkwürdigen Szene besorgt Dolemite es einer ausgehungerten Dame so gut, dass um sie herum das ganze Haus zusammenbricht.

Dem Vernehmen nach steht die deutsche Synchro – hierzulande heißt der Film schlicht DER BASTARD – dem Vergnügen in nichts nach, was ich mir lebhaft vorstellen kann: Ich musste “leider” mit dem O-Ton vorlieb nehmen, der aber von Moores kraftvoller Stimme und der Inbrunst, mit der er seine zahllosen “motherfuckers” ausspuckt, getragen wird. Mir hat THE HUMAN TORNADO schon eine Ecke besser gefallen als der Vorgänger, der aber dafür aber eigener und ungeschliffener ist.

 

 

dolemite_poster_01Um DOLEMITE, einen zwar einfluss- und erfolgreichen, aber auch ungeheuer schmuddeligen und unbeholfen inszenierten Blaxploiter, angemessen würdigen zu können, muss ich erst ein paar Takte zu seinem Erfinder, Rudy Ray Moore, sagen. Moore ging Mitte der Siebzigerjahre schon mit großen Schritten auf die 50 zu und hatte bereits eine erfolgreiche Showbiz-Karriere als Stand-up-Comedian hinter sich. Seine Schallplatten, auf denen er schmutzige Witze oder gereimte Geschichten aus dem Ghetto erzählte, waren besonders in den sozial schwachen Schichten ein Renner. Sein “Handwerk” hatte er zunächst als Prediger und dann als R’n’N-Sänger beim Militär gelernt, wo er die Kameraden während seiner Stationierung in Deutschland mit schwarzen Interpretationen von Hillbilly- und Countrysongs bei Laune hielt. Seine ersten Comedy-Alben erschienen schon Ende der Fünfziger-/Anfang der Sechzigerjahre, doch die Idee für DOLEMITE entstand zu Beginn der Siebziger, als Moore Geschichten über eine Figur dieses Namens auf der Straße aufschnappte. Nachdem er den selbstbewussten, scharfzüngigen, Kung-Fu-kämpfenden Superpimp auf der Bühne verkörpert hatte, entstand der Spielfilm, für den Moore als Hauptdarsteller, Produzent und Drehbuchautor fungierte. Der Film war angeblich ein großer Erfolg, in nehme an vor allem in urbanen Grindhouses, zog mehrere Fortsetzungen nach sich und war der Startschuss für Moores (kurze) Filmkarriere. Größer ist aber sein ideeller Wert: So gilt Dolemites/Moores Wortwitz als maßgeblicher Einfluss auf zahlreiche Rapper, die sich selbst gern als Pimps inszenierten. Snoop Dogg etwa, auf dessen vierten Album “No Limit Top Dogg” Moore als Dolemite zu hören ist, ließ verlauten, dass es ihn ohne den Comedian wahrscheinlich nie gegeben hätte.

Von der Vorstellung, mit DOLEMITE einen konventionellen Blaxploiter vor sich zu haben, muss man sich weitestgehend verabschieden. Zwar werden alle Zutaten, die ein solcher aufzuweisen hatte, hier verbraten – vom toughen Superheld, dessen sexueller Power die Chicks reihenweise erlegen sind und der schon allein deshalb zum Schreckgespenst für die “honkies” und “crackers” wird, über die Scharen mehr oder weniger schöner Frauen und eine Figurenriege, die alle Ghetto-Klischees vom Heroinjunkie bis zum Prediger, der eigentlich ein militanter Schwarzenführer ist, inkorporiert, bis hin zum pumpenden Soul-Soundtrack und den Martial-Arts-Einlagen -, aber am auffälligsten sind die Unbedarftheit, mit der das alles inszeniert ist, und das offensichtlich mangelnde Budget, das der Geschichte vom Ghetto-Superstar an allen Ecken und Enden im Wege steht. Der höchst einfache Plot – Dolemite, der von seinem Konkurrenten Willie Green (D’Urville Martin) geframed wurde, wird aus dem Knast entlassen, um im Ghetto für Ordnung zu sorgen und seinem Rivalen, der unter anderem mit dem schmierigen Bürgermeister unter einer Decke steckt, das Handwerk zu legen – wird superstatisch und ohne jedes Gespür für Rythmus oder Timing erzählt, Framing (als Kameramann fungierte Josef von Sternbergs Sohn Nicholas Josef!) und Schnitt sind stümperhaft, von der Straße aufgelesene Darsteller stehen hilflos im Bild rum. Richtig erbärmlich sind die Kung-Fu-Einlagen, auf die man sich doch einiges einzubilden schien: In den Credits wird die Mitarbeit von Howard Jackson als “Martial Arts Instructor” verkündet, einem renommierten Schwarzgurt und engen Vertrauten von Chuck Norris, doch auch der war offensichtlich reichlich überfordert damit, ein paar aufgeregten Schrapnellen und einem hüftsteifen Comedian auf die Schnelle Karate beizubringen. Da werden Arschtritte und Schläge verteilt, die blutige Folgen nach sich ziehen, in Wirklichkeit aber noch nicht einmal meinen eineinhalbjährigen Sohn erschrecken würden.

Aber diese Unbeholfenheit nimmt empathische Menschen wie mich ja eher für einen Film ein, als dass ich mich darüber kaputtlachen könnte, wie das herzlose SchleFaZ-Konsumenten und ähnlicher Pöbel tun. DOLEMITE ist das Produkt einer Zeit, in der jemand mit einer Idee einfach einen Film machen, ihn in die Kinos bringen und auch noch einen veritablen Hit damit landen konnte. Heute ist ein Film wie DOLEMITE selbst als Direct-to-DVD-Produkt nahezu undenkbar, viel zu verwöhnt ist man, was Production Values und vordergründige Perfektion selbst noch des hinterletzten Ramschfilms angeht. In der schmierig-löchrigen Form von DOLEMITE steckt dann auch ein gutes Stück Authentizität und Ehrlichkeit. Nicht, dass der Film uns zeigen würde, wie es damals wirklich war, Gott bewahre, aber das Wissen um seinen Erfolg lässt doch auf die Bedürfnisse seines Publikums schließen. Eines Publikums, dass sich von den damaligen Hollywood-Kassenschlagern eben weniger repräsentiert sah als von den Abenteuern eines großmäuligen Superpimps, der den “rat-soup eating motherfuckers” zeigt, wo der Frosch die Locken hat und zwischendurch innehält, um kalauernde Reimgeschichten über den Untergang der Titanic oder die Rivalität zwischen einem Löwen und einem Affen zu erzählen. Und die Bilder, die der Film von der Straße einfängt, die sind tatsächlich ungeschönt und (wahrscheinlich) höchst realistisch. DOLEMITE ist nichts weniger als afroamerikanische Folklore und als solche wahrscheinlich wahrer als all die SHAFTs, FOXY BROWNs, COFFYs oder SLAUGHTERs, die von weißen Produzenten erdacht worden waren.

 

 

king-arthurWährend ihres Eroberungszugs durch Europa und Vorderasien unterwerfen die Römer auch das kampfeslustige Volk der Sarmaten, von deren Kraft und Durchhaltevermögen sie so begeistert sind, dass sie einige von ihnen gleich in die eigene Armee integrieren. Darunter befindet sich auch der junge Lancelot (Ioan Gruffudd), der mit einigen seiner Landsleute unter dem römischen General Artorius Castus (Clive Owen) – Sohn einer Britin – am Hadrianswall stationiert wird, um die Grenzen des römischen Reichs vor den von Norden herandrängenden Woads zu beschützen. Nach vielen Jahren im Dienste Roms erhalten sie schließlich die Erlaubnis, in die Heimat zurückzukehren. Doch vorher wartet eine letzte Mission: Sie sollen ins Gebiet der Woads eindringen, um den dort lebenden Patensohn des Papstes vor den einfallenden Sachsen zu retten.

KING ARTHUR hat es sich zum Ziel gesetzt, die Artussage auf ein historisches Fundament zu stellen, entzieht dem Mythos damit aber leider jeden Zauber und verstrickt sich darüber hinaus auch noch in zahlreichen Ungereimtheiten. Zwar wurde vonseiten der Macher nie geleugnet, dass es sich bei ihrer Interpretation der Geschichte um reine Spekulation handelte, trotzdem geht hier so viel drunter und drüber, dass Sinn und Zweck der ganzen Übung reichlich fragwürdig erscheinen. Vor allem, weil man letztlich wieder einmal nichts anderes zu erzählen weiß, als die sattsam bekannte und reichlich pathosgetränkte Geschichte um Patriotismus, Freiheitsdrang und die “wahre Bestimmung”. Da muss der ständig dumpf-brüterisch in die Gegend blickende Artus in endlosen bedeutungsschwangeren, dazu noch furchtbar gespreizt klingenden Dialogen zu der banalen Erkenntnis geführt werden, dass er Britannien eigentlich ganz gern hat und Rom doch nicht sooo geil ist, wie er es in Erinnerung hat. Die Entscheidungsfindung wird zum Glück dadurch erleichtert, dass die Römer ein verlogenes Volk grausamer Potentaten sind, die von Norden kommenden Sachsen zottelige Barbaren, die zudem Till “Drei Ausrufezeichen!!!” Schweiger in ihren Reihen haben, die Briten aber eine Lady Guinevere (Keira Knightley) vorweisen können, die es genauso gut versteht, schutzbedürftig und begehrenswert in Walle-walle-Kleidern durch den winterlichen Wald zu schweben wie auch als kampfeslustige Amazone in geilem Fetisch-Ledergeschirr und Corpsepaint mit der Armbrust herumzuballern. Die Männer von Artus’ Tafelrunde sind die üblichen groben, aber ehrlichen Haudraufs, auf die immer Verlass ist und unter denen der feingeistige Lancelot als Eye Candy und Orlando-Bloom-Ersatz hervorsticht. Am Ende wird in einer elend lang ausgedehnten Schlacht klar Schiff gemacht, gemetzelt und gestorben, bis alle das geeinte Britannien feiern und sich darüber freuen können, dass die Freunde für den “common cause” ins Gras gebissen haben.

KING ARTHUR ist schrecklich dröge und unelegant als Puzzle aus den Einflüssen zahlreicher vorangegangener und auch schon öder Filme wie BRAVEHEART, GLADIATOR, LORD OF THE RINGS, PEARL HARBOR oder PIRATES OF THE CARIBBEAN erzählt, mit den üblichen Mitteln der Postproduction visuell aufgepimpt und bar jeder Subtilität. Passend dazu dröhnt, wimmert, posaunt und trötet Hans Zimmers Default-Score, dass einem die Ohren bluten und man die lebenslange Verpflichtung bei der Bundeswehr erwägt. Das Ganze dauert dann zu allem Übel auch noch sage und schreibe 140 bleischwere Minuten – zumindest im Director’s Cut (Bruckheimer, der an den Erfolg seines Piratenfilms anknüpfen wollte, ließ den Film zum Kinostart massiv herunterkürzen und nachbearbeiten). Klar, es fallen ein paar nette Szenen und Bilder ab, etwa die Befreiung der Lady Guinevere aus einem schimmligen Kellerverlies oder der Kampf auf einem zugefrorenen See, aber bei dem hier betriebenen Aufwand (Budget: 120 Millionen Dollar) fällt es mir schwer, das positiv anzurechnen. KING ARTHUR ist nur ein besonders eklatantes Beispiel für die furchtbar uninspirierten, geistlosen, stumpfen und immer gleich aussehenden Schlachtengemälde, die Hollywood seit gut 20 Jahren in einer Tour raushaut und damit einem absolut ekelhaften Militarismus das Wort redet. Dass Fuqua danach mit SHOOTER, BROOKLYN’S FINEST und THE EQUALIZER drei Knaller erster Güte abgeliefert hat, darf man angesichts dieses Rohrkrepieres als mittelschweres Wunder bezeichnen.