Mit ‘Action’ getaggte Beiträge

Zuerst: Ich habe keinen einzigen Roman aus Lee Childs Reihe um den Titelhelden aus McQuarres Film gelesen, kann also wenig dazu sagen, inwiefern der Figur da Recht oder Unrecht widerfahren ist. Der Film hat mir ganz gut gefallen, aber er hat auch seine Probleme, die man auch ohne Kenntnis der literarischen Vorlage bemerkt.

Wie eigentlich immer, wenn eine beliebte Romanfigur den Weg auf die Leinwand findet, waren die Liebhaber auch im Falle von JACK REACHER damals enttäuscht. Die Besetzung mit Superstar Tom Cruise wurde durchaus kontrovers diskutiert, zumal mit ihm in der Haupt- und Titelrolle auch klar war, dass die Härten der Romane zugunsten der Massenverträglichkeit weichen mussten. Reacher ist ein mit allen Abwassern gewaschener Superprofi, Ex-Militärpolizist mit undurchsichtiger Vergangenheit, ein Loner, der, wenn er will, jahrelang von der Bildfläche verschwindet, Menschen mit einem gezielten Schlag zum Krüppel machen kann, zudem über das Denkvermögen eines avancierten Schachcomputers, ein fotografisches Gedächtnis und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfügt. Die Figur ist, wie man dieser Beschreibung entnehmen kann, ein echter Supermann, für den Cruise, dessen MISSION:IMPOSSIBLE-Held Ethan Hunt ähnlich übermachtig, aber deutlich comichafter angelegt ist, in vielerlei Hinsicht die Idealbesetzung darstellt. Es gibt wahrscheinlich niemanden, der eine solch übertriebene Figur auf der Leinwand glaubwürdig verkörpern kann, ohne dafür auf entwaffnende Selbstironie zurückgreifen zu müssen. Cruise ist selbst eigentlich kaum noch ein Mensch, sondern eine Entertainment-Maschine, die in ihrem eigenen Kosmos schwebt, bevor sie sich wie einst Zarathustra dazu herbalässt, wieder einmal zu den Sterblichen hinabzusteigen. Er ist wahrscheinlich der größte Actionstar der Welt, aber er hat sich diesen Ruf nicht unbedingt mit Filmen unbarmherziger Härte erkämpft, wie seine Kollegen. Für JACK REACHER ist das schon auch ein Problem, wenngleich nicht das größte.

Der Film, der auf dem Roman „Sniper“ basiert, beginnt mit dem Attentat eines Scharfschützen (Jai Courtney), der anscheinend wahllos fünf Passanten am Ufer des Ohio Rivers erschießt. Alle Beweise führen zu einem ehemaligen Scharfschützen aus dem Irak-Krieg, der aber keine Stellung zu seiner Involvierung nehmen will (der Zuschauer weiß, dass er es nicht war). Das einzige, was er sagt, ist ein Name: Jack Reacher. Der taucht wenig später in Pittsburgh auf: Er hatte den Verdächtigen, der in Bagdad mehrere US-Soldaten erschossen hatte, damals festgesetzt, musste dann aber mitansehen, wie er freigelassen wurde, weil seine Opfer ordentlich Dreck am Stecken hatten und das Militär keinen Staub aufwirbeln wollte. Nun hofft Reacher, den Mann endlich zur Strecke zu bringen, doch je mehr er sich mit dem Fall beschäftigt, umso mehr wachsen die Zweifel an seiner Schuld. Die Staatsanwältin Helen Rodin (Rosamund Pike) steht ihm bei seinen Ermittlungen zur Seite.

JACK REACHER profitiert zum einen von der immensen Coolness seines Stars, der die allumfassende Souveränität und Abgezocktheit Reachers glaubwürdig verkörpert, und dem Drehbuch McQuarries, der offensichtlich große Freude daran hat, ihm eine geeignete Plattform für seine Show zu liefern. Das Timing stimmt, die Dialoge sind pointiert und erinnern auch sehr schön an die Hard-Boiled-Tradition der Romanvorlage, der der Film in den mit angezogener Handbremse inszenieren Gewaltszene nicht immer gerecht wird. Ein paar mehr Härten hätten JACK REACHER nicht geschadet, wie er aller guten Ansätze zum Trotz und sehr im Kontrast zu seiner subject matter überhaupt etwas bieder und leblos geraten ist. Das zeigt sich etwa in der ausgedehnten Sequenz, in der uns alle Opfer des Amokschützen als unbescholtene Tugendbolzen präsentiert werden, samt pathetischem Musik- und Zeitlupeneinsatz, wenn sie dann noch einmal effektreich ins Gras beißen dürfen. Nach der sehr gelungenen Einführung – der Auftritt Reachers etwa ist wunderbar – wird der Film zusehends stromlinienförmiger, bis er nach viel zu langen zwei Stunden in sein austauschbares Finale mündet, bei dem mich die Hintergründe des Falls schon kaum noch interessierten. Schade ist es vor allem um Werner Herzog, der hier eine sehr schöne Darbietung als diabolischer Schurke abliefert, aber trotzdem wie ein zusätzlich aufgepfropftes Gimmick wirkt: Wie er sich in die verschwurbelte Geschichte einfügt, habe ich dann auch nicht so ganz geblickt.

Unterm Strich dennoch ein ganz hübscher Film, für mich als Cruise-Apologeten und Rosamund-Pike-Schwärmer sowieso, und für Freunde des Hard-Boiled-Thrillers auch. Ist doch schön, dass es solche ernsten Thriller ohne irgendwelchen Schnickschnack noch gibt. Das kann man, bei allen kleineren Fehlern, gar nicht ausreichend loben.

 

Joseph (Jeff Risk), seines Zeichens Vietnamveteran und Inhaber eines erfolgreichen Elektronikgeschäfts (!) sowie seine ätzende Gattin werden eines schöne Abends von dem üblen Verbrecher Dutch (Cameron Mitchell) und seinen Männern überfallen. Joseph landet darauf hin im als Krüppel im Rollstuhl, seine Ehefrau unter der Erde. Larry (Jean Glaudé), Josephs Geschäftspartner und bester Freund aus glücklichen Vietnamkriegstagen, trommelt daraufhin die gesamte alte „Einheit“ zusammen, die keine Sekunde zögert, ihrem einstigen Kumpel und Lebensretter zu Hilfe zu eilen. Auf der Suche nach dem bösen Dutch lässt einer nach dem anderen sein Leben, bis Larry am Ende eine böse Überraschung erlebt.

KILL SQUAD stammt aus der schönen Zeit, in der sich ein echter Kerl noch dadurch auszeichnete, in Vietnam gewesen zu sein, und eine Drei-Dollar-fünfzig-Produktion mit lauter Hackfressen, Frisurmutanten und Cameron Mitchell dank geilem Coverartwork zur Must-Ausleihe im Video Center avancieren konnte. In Deutschland genießt KILL SQUAD unter dem alten VHS-Titel DAS SÖLDNERKOMMANDO Kultstatus, der vor allem auf seine höchst asoziale Synchro zurückzuführen ist und kürzlich mit einer Luxusveröffentlichung als schickes Mediabook belohnt wurde. Den Figuren ist es in dieser deutschen Vertonung nahezu unmöglich, auch nur einen Satz zu äußern, ohne dabei in eine blumig-kreative Metapher oder eine derbe Beleidigung auszubrechen. Ihr Aggressionspotenzial ist beträchtlich und so zeichnet dieser Film, dessen Handlung von Freund- und Hilfsbereitschaft kündet, auf seiner Dialogebene das Bild von Kriegsversehrten, die nicht an appem Bein oder Granatsplitter im Kopp leiden, sondern an der Unfähigkeit zur verbalen Konfliktvermeidung. Mit dem kommunikativen Feingefühl und dem diplomatischen Geschick eines Berserkers auf Koks schalten die Figuren schon bei der Begrüßung des Gegenübers in den Beleidigungsmodus, als sehnten sie sich geradezu danach, endlich wieder jemandem die Fresse polieren zu können. Immerhin legen sie bei diesen Beleidigungen einige Kreativität an den Tag: Seit der Sichtung des Films warte ich förmlich darauf, endlich jemanden fragen zu können, ob er mir einen gebrauchten Lutscher ans Hemd kleben wolle.

KILL SQUAD darf in mancherlei Hinsicht als der perfekte Heimkinofilm gelten: Er hat diesen unnachahmlichen Charme, den nur diese räudigen Ramschproduktionen mit Zielpublikum „Vollasis und Kickboxer“ verströmen, glänzt darüber hinaus mit eimerweise unfreiwilliger Komik, ohne sich jedoch ganz und gar der Lächerlichkeit preiszugeben. Nein, man kann und darf den Film noch einigermaßen ernst nehmen, auch wenn es schwer fällt. Ich liebe diese „Alte Vietnambuddies raufen sich für ihren Kumpel zusammen“-Filme, in denen einer nach dem anderen sein Leben mit größter Selbstverständlichkeit über den Haufen wird, um für einen alten Kameraden von anno dunnemals wieder Ärsche zu treten. (Der kürzlich begutachtete THE ANNIHILATORS ist das etwas professionellere Ebenbild dieses Filmes.) So laufen sie dann am hellichten Tag in schnieker Tarnfleck-Klamotte rum, wie es in der Realität nur absolute Soziopathen tun, die in Filmen wie KILL SQUAD, die die Welt in zauberhaftester Märchenmanier auf den Kopf stellen, auf einmal die wahren Helden sein dürfen. Wenn einer nach dem anderen von den Schüssen eines Unbekannten niedergestreckt wird, der aber immer so lange wartet, bis die nötige Information aus den Bösewichten herausgedroschen wurde, seine Kumpels in stiller Andacht, aber ohne den ganz großen Schmerz dessen Hundemarken abreißen, weiß man demnach: Ein Idiot weniger. Die große Überraschung am Ende überrascht dank eines gnadenlos duchsichtigen Verhüllungsmanövers garantiert niemanden, dafür aber die Szene um den bärtigen Pete (Francisco Ramirez), der von zwei Kollegen vom Dach eines Hauses geworfen wird, weil er sie schlecht aussehen lässt, sie dann aber unten ohne jeden Kratzer erwartet, um ihnen die verdiente Abreibung zu verpassen. Das ist ein passendes Bild für diesen Film, der wirklich in jede nur erdenkliche Stolperfalle latscht, aber am Ende trotzdem unverletzt daraus hervorgeht. Ein Meisterwerk der Selbsthauptung. Ich Söldnerkommando, also Kill Squad.

 

Zum Abschluss gab es beim Mondo Bizarr Weekender wieder mit der groben Kelle, genauer gesagt, mit der verhornten Faust von Jimmy Wang Yu. DUELL DER GIGANTEN ist die Fortsetzung seines ONE-ARMED BOXER, der seinerseits eine Art Zusammenführung seiner beiden großen Shaw-Brothers-Rollen darstellte: ONE-ARMED SWORDSMAN und THE CHINESE BOXER. Mit ersterem erfand Wang Yu zusammen mit Chang Cheh den Eastern-Antihelden, mit letzterem begründete er die Popularität des Kung-Fu-Films, der den Wuxia in der Gunst des Publikums ablöste, und fungierte somit auch als Wegbereiter für den Superstar Bruce Lee. Der Ruhm stieg Wang Yu schnell zu Kopf und so kam es 1970 auf dem Gipfel seines Erfolgs zum Bruch mit den Shaws, der auch zur Folge hatte, dass Wang Yu nur noch in Taiwan arbeiten konnte. Er machte das beste daraus, betätigte sich selbst als Regisseur und wurde so zu seiner eigenen Marke, die auch im fernen Deutschland ihre Verehrer fand.

DUELL DER GIGANTEN ist aber nicht einfach nur eine Fortsetzung um den einarmigen Boxer Liu Ti Lung, der Film greift auch auf die ein Jahr zuvor in THE FLYING GUILLOTINE der Shaws zu Ehren gekommene Enthauptungswaffe auf und bindet ein herrlich rasantes Martial-Arts-Turnier in seine von einer Sensation zur nächsten hetzenden Handlung ein. Der Film beginnt schon markig mit der Guillotinen-Demonstration eines blinden Shaolinmönches vor einer karstigen Felskulisse, wechselt nach den mit fetzigem Krautrock unterlegten Credits zu einer von Wang Yu gegebenen Trainingseinheit, bei der er unter anderem seine Skills im An-der Decke-Laufen vorführt, und mündet dann recht schnell in besagtes Turnier, bei dem ein Kampf an den nächsten gereiht wird und etliche unterschiedliche Fighter gegeneinander in kurzen Duellen antreten, die ein blutiges Ende finden, bevor sich auch nur der Hauch von Langeweile einstellt. Im Grunde könnte das ewig so weitergehen, stattdessen rekrutiert der blinde Guillotinenmönch die besten Kämpfer des Turniers, um sich an Wang Yu zu rächen, mit dem er noch eine Rechnung aus dem Vorgänger offen hat.

Der Film ist einfach nur eine Schau und was ihm vielleicht an den Production Values und der Farbbrillanz der Werke aus dem Hause Shaw fehlt, macht er mit Attitude, Rasanz und brachialer Rohheit wett. Wer bei Eastern angesichts komplexer Figurenkonstellationen und mangels historischen Hintergrundwissens egelmäßig den Überblick verliert, wird die Geradlinigkeit von DUELL DER GIGANTEN lieben: Diesem Film kann man auch mit vier Promille noch problemlos folgen, die Figuren sind klar unterscheidbar, die Kämpfe kurz und knackig, der Gesamteindruck weniger fernöstlich-philosophisch als vielmehr räudig, asozial und stumpf. Der schönste Einfall ist sicher der Yogi mit den verlängerbaren Armen, aber auch der Japaner, der angeblich ohne Messer kämpft, ist eine coole Socke. Und dann Wang Yu selbst, gegen den sich Eastwood ausnimmt wie ein hysterischer Possenreißer. Die fliegende Guillotine selbst gibt es noch als Bonus oben drauf, und Wang Yu tut gut daran, ihren Einsatz nicht auszureizen. Der Finalkampf setzt dem Ganzen so tatsächlich noch die Krone auf und nachdem der Held den Schurken mit einem beherzten Punch durchs Dach seines Hauses und geradewegs in einen bereitstehenden Sarg prügelt, geht man breitbeinig aus dem Kino, bereit, die Ehre der begleitenden Dame mit trockenen Schlägen zu verteidigen. Oder auch einfach einen gepflegten Streit anzufangen. Viel geiler kann ein Festival nicht enden.

Ich muss an dieser Stelle ja eigentlich nicht mehr viel über MACHO MAN sagen. Der Film genießt nicht nur in seiner Heimatstadt Nürnberg – wo er Jahr für Jahr im Open-Air-Kino aufgeführt wird und für eine volle Hütte sorgt – Kultstatus, sondern längst bei Freunden des abseitigen Films in ganz Deutschland. Wenn man will, kann man MACHO MAN, den man noch vor 20 Jahren mit viel Glück von den Grabbeltischen der Videotheken bergen musste, heute als Bootleg-DVD kaufen und vor zwei Jahren erschien sogar eine Fortsetzung. Der Platz in den Geschichtsbüchern ist MACHO MAN sicher, wenn auch nicht so, wie sich seine Hauptfiguren das vielleicht gedacht hatten. Mit einem bundesdeutschen Actionfilm hätte Regisseur Benda anno 1985, als der Film seinen deutschen Kinostart (!) erlebte, echte Pionierarbeit leisten können, doch leider scheiterte das Unterfangen an Inkompetenz und Eitelkeit. So ist MACHO MAN vor allem das Zeugnis einer – allerdings ziemlich tristen – Wahnvorstellung und der ehrfurchtgebietenden Mode der damaligen Zeit. Aber was für eines!

Die Lehre, die man aus MACHO MAN ziehen muss, ist entgegen den Intentionen des Drehbuchs nicht so sehr, dass ein gut trainierter Körper einen gesunden Geist beherbergt oder es tapferer junger Männer bedarf, um der Probleme unserer Zeit Herr zu werden, sondern dass Eitelkeit ein sehr, sehr schlechter Ratgeber ist, wenn man einen Film dreht. Weller und Althof nutzen die sich ihnen gebotene Gelegenheit, um sich in die Brust zu werfen und kommen dabei wahlweise rüber wie ein zugekokster Kleinwüchsiger, der seine Minderwertigkeitskomplexe hinter absurden Klamotten versteckt (Weller) oder wie der sportliche Zwilling von Spongebobs Kumpel Patrick (Althof). Ich mache den beiden keinen Vorwurf: Natürlich fanden sie es geil, die harten Kerls in einem harten Actioner zu geben und nebenbei auch noch an Bea Fiedler respektiv Jacqueline Elber rumschrauben zu dürfen, natürlich ergriffen sie die sich bietende Gelegenheit und natürlich hatten sie keine Ahnung, dass sie dabei nicht wie die obercoolen Dudes, sondern wie zwei peinliche Trottel rüberkommen mussten. Der Film profitiert immens von der Unbedarftheit seiner Hauptdarsteller, ihrer Bereitschaft, sich ins Zeug zu legen und mitzumachen bei der infantilen Zelebrierung eines Männerbildes, das in dieser reinen, unverschnittenen Form wohl nur unter besonders minderbemittelten Türstehern zu finden ist.

So grobschlächtig MACHO MAN auch ist – Drogen böse, René geil, Peter geil, Sport geil, Brüste geil, Klamotten geil -, so sehr ist es doch ein Film, bei dem es sich lohnt, auf die kleinen Details zu schauen: Darauf etwa, wie Dr. Fischer das Medikament für die Mittelohrentzündung seiner Patientin direkt aus der mit bunten Arzneipäckchen vollgestopften Schrankwand seines Behandlungszimmers nimmt und ihr in die Hand drückt. Wie er den verletzten Andreas (Peter Althof) danach von Sanitätern auf einen Schemel setzen lässt und als erstes den Reflexhammer rausholt. Auf den Deppen-Apostroph auf dem Schild des Gebrauchtwagenhändlers, der, man ahnt es bereits, „Auto’s“ verkauft. Auf das selbstgemalte Ankündigungsplakat für den Freundschaftskampf zwischen Dany (René Weller) und Andreas. Auf die Korea-Flagge über Andreas‘ Bett und das Glas Schwartau-Marmelade auf Danys Frühstückstisch. Auf die geilen „Grafittis“, die die Wände der Wohnung der Drogendealer zieren (Totenkopf, Sex Pistols, Herz mit Pfeil, Penis, „Gift“). Bemerkenswert sind unerklärliche Handlungsdetails wie die drogentote Schwester Sandras (Bea Fiedler), die diese schon wenige Minuten später vollkommen vergessen hat, um mit Andreas und Dr. Fischer zu einem Boxkampf von Dany zu gehen. Oder die Tatsache, dass zum Personal Training in Andreas‘ offensichtlich bundesweit bekannter Karateschule die persönliche Abholung am Flughafen, die anschließende Stadtrundfahrt vorbei an Nürnbergs Sehenswürdigkeiten und die körperliche Zuwendung des Lehrers gehört. Wunderbar außerdem der obligatorische Uhrenvergleich der Helden, bevor diese die komplett holzvertäfelte Stammkneipe der Drogenhändler stürmen. Meine liebste Dialogzeile hat die Arzthelferin Sandra, die auf die Frage Andreas‘, warum sie sich einen Boxkampf ansehe, antwortet: „Man muss doch wissen, was alles passieren kann, und warum.“ Ansonsten besteht ein Großteil der verbalen Austäusche aus der gegenseitigen Versicherung, wie geil der jeweilige Gegenüber doch ist. Die sportlichen Leistungen, die zur Schau gestellt werden, rufen geradezu lüstern klingende Bewunderung hervor: Jimmy, der Dunkelhäutige mit den hässlichen Füßen, ist in den „langsamen Techniken“ einmalig (nein, dabei geht es nicht um Sex), die Breakdancer haben eine „unglaubliche Körperbeherrschung“, Boxweltmeister Dany ist ein Wahnsinnsboxer (der allerdings eine unangenehme Affinität für angeberische Kirmesboxertricks hat) und Andreas ein „Pfundskerl“. Als solcher hat er natürlich einen ihm treu ergebenen Lakaien namens Markus (Michael Messing), der für ihn die Drecksarbeit erledigt und auch schon einmal vorgeschickt wird, um Botschaften zu überbringen, für die sich der Chef selbst zu schade ist.

Am Ende ist MACHO MAN aber natürlich auch der Film, der dem Begriff der Ballonseide eine ganz neue Bedeutung verleiht. Weller, ein ohne Zweifel gut durchtrainierter, aber doch eher schmächtiger Typ, stakst hier in Klamotten herum, die ihn aussehen lassen wie eine transsexuelle Prostituierte: Stiefeletten mit Absatz, um die geringe Körpergröße zu kaschieren, enge, arschbetonte Jeans, dazu auf Hüfte geschnittene, aufgepumpte Blousons. Oder, wenn es in die Disco geht, der metallic-taubengraue Overall im Michelin-Männchen-Style (gibt es auch in Zitronengelb, fürs Schlussbild). Nicht ohne ist auch die zeitlos schöne Kombi aus eng geschnittener Wildlederjacke mit überdimensionalem Pelzkragen und weißem Seidenschal. Die Frauen geben sich alle Mühe, da mitzuhalten, haben aber erwartungsgemäß keine Chance. Bea kommt René mit ihrem goldenen Glitzerabendkleid, mit dem sie die wenig bevölkerte Tanzfläche des „Superfly“ entert und sich dort wiegt und windet, als tanze sie im Spotlight des Studio 54, immerhin recht nahe, Althof und Messing sind mit Leder in verschiedensten Kombinationen mal besser (Althof), mal schlechter (Messing) beraten.

Ich könnte hier jetzt noch eine Weile so weitermachen, aber am Ende ersetzt das die eigene Sichtung natürlich nicht. MACHO MAN ist ein Monument des schlechten Geschmacks und der Verblendung, ein einzigartiger Actionbaddie und natürlich ein eminent bedeutender Beitrag zur deutschen Filmgeschichte. Fahrt im Sommer nach Nürnberg, macht euch ein paar schöne, von köstlichen Landbieren und fränkischer Küche bereicherte Tage, und schaut den Film vor einem euphorisierten Publikum im Freilichtkino. Danach könnt ihr dann beruhigt sterben.

 

Zwei Indianer im Zweikampf, hinter ihnen felsige Wüstenkulisse. Sie stürzen sich aufeinander, vielleicht im Kampf um eine Frau oder um den nächsten Häuptling zu ermitteln. Schließlich lassen sie auf einen Ruf voneinander ab. Sie stehen nebeneinander, jemand hat etwa gesehen. Die Kamera fährt an ihren Gesichtern entlang. Einer von ihnen trägt eine Sonnenbrille. Er nimmt sie ab und zeigt blaue Augen hinter den dunklen Gläsern. Ihr Blick geht zur Landstraße, auf der sich eine Kolonne von Bikern nähert.

Der Anfang von Richard Rushs THE SAVAGE SEVEN, einem Beitrag zum Bikerfilm-Genre, dass sich in der zweiten Hälfte der Sechziger großer Beliebtheit erfreute, zeigt, dass sich der Regisseur des konzeptionellen Kniffs seines Films sehr bewusst war: Die Verbindung von Bikern und Indianern erlaubt nicht nur eine Modernisierung klassischer Westernmotive inklusive der gesellschaftskritischen Implikationen, die damit einhergehen, sie ermöglicht auch den Blick auf ein im Kino abseits der Pferdeopern völlig marginalisiertes Volk. THE SAVAGE SEVEN bezieht seinen größten Reiz aus der Zeichnung einer indianischen Enklave im Nirgendwo, eine Ansammlung von behelfsmäßigen Wellblechhütten, Holzverschlägen und maroden Wohnwagen, die um eine Kneipe und einen kleinen Gemischtwarenladen gruppiert sind. Das Setting des Indianerdorfes ist faszinierend und niederschmetternd zugleich und Rush, der den Film als Quasi-Sequel zu seinem erfolgreichen HELLS ANGELS ON WHEELS inszenierte, um dafür im Gegenzug den LSD-Film PSYCH-OUT machen zu dürfen, gelingt es, das alles sehr authentisch wirken zu lassen. Was durchaus beachtlich ist für einen Low-Budget-Film, der innerhalb von knapp 14 Tagen abgedreht werden musste.

THE SAVAGE SEVEN zeigt, wie die Indianer von dem fetten Geschäftsmann Fillmore (Mel Berger), der auch als ihr Arbeitgeber fungiert, und seinen Lakaien ausgebeutet und unterdrückt werden. Die Biker bringen mit ihrer Ankunft alles durcheinander und obwohl ihr Anführer Kisum (Adam Roarke) mit den unterdrückten Indianern sympathisiert, lässt er sich von Fillmore schließlich mit dem Scheckbuch ködern. Den Bikern fehlt ein klarer Wertekodex: Sie lassen sich von ihren Trieben bestimmen  oder gehen da, wo es Geld und Freibier gibt. Kisum, der sich in die Indianerin Marcia (Joanna Frank) verliebt, die Schwester des heißblütigen Johnnie (Robert Walker Jr.), der sich als einziger gegen Fillmore auflehnt, damit aber auf verlorenem Posten kämpft, kommen Zweifel, doch er kommt zu keiner echten Entscheidung. Schließlich lassen sich die erhitzten Gemüter allesamt ins Bockshorn jagen: Fillmore hetzt die Parteien aufeinander. Der Showdown, in dem das Dorf dem Erdboden gleich gemacht wird, ist unglaublich, voller halsbrecherischer Stunts, Flammen und durch die Luft fliegender Motorräder, völliger Irrsinn. Und leider merken die Kämpfenden viel zu spät, dass man sie manipuliert hat.

THE SAVAGE SEVEN zeigt immer wieder sein immenses Potenzial, aber er hat auch kaum zu übersehende Mängel, die bei einem Projekt wie diesem wohl unvermeidlich sind: Dass die Biker die nominellen Hauptfiguren sind, führt vor allem im Mittelteil, in dem Kisum sich nicht entscheiden kann, auf welcher Seite er nun eigentlich steht, zu erheblichem ideologischen Magendrücken. Es ist aus heutiger Perspektive einfach unmöglich, die Sympathien für die Motorradgang aufrecht zu erhalten, wenn sie Frauen vergewaltigen und die Indianer demütigen. Dazu kommt ist das emotionale Hin-und-Her zwischen Kisum und seinem Love Interest, das auch für den Betrachter anstrengend ist: Warum eine Frau einem solchen Arschloch erliegen sollte, ist nur schwer nachzuvollziehen. Der oben bereits gelobte Showdown bleibt von all dem nicht unangetastet: Was hat etwa ein lustiger Toilettengag inmitten eines Gemetzels, das wir als unfassbar tragisch betrachten müssen, zu suchen? Und dass der eigentliche Bösewicht am Ende sein Fett weg bekommt, ist angesichts der vielen, vielen unschuldigen Toten ein schwacher Trost. THE SAVAGE SEVEN findet nie so recht die Balance zwischen anspruchslosem Actionspektakel fürs Drive-in-Publikum und seinem gesellschaftskritischen Impetus und hat mit enormen tonalen Schwankungen zu kämpfen, die den ganz großen Erfolg verhindern.

Trotzdem: Seine positiven Eigenschaften reichen aus, um ihn aus der Flut meist unambitionierter Bikerflicks hervorstechen zu lassen. Der Verdienst von Richard Rush, einem Regisseur, dem mal eine große Karriere vorausgesagt wurde, der dann aber zwischen die Zahnräder des Business geriet: erst, als man ihn zehn Jahre warten ließ, um ihn sein Traumprojekt THE STUNT MAN ins Kino zu bringen, nur um dem Film dann jegliche Unterstützung zu versagen, später, als man ihm AIR AMERICA wegnahm, dann schließlich, als man seinen Erotikthriller COLOR OF NIGHT fürs Kino verstümmelte. Es bleiben ein paar sehenswerte Exploiter aus den Sechzigerjahren, GETTING STRAIGHT, FREEBIE AND THE BEAN und eben THE STUNT MAN. Rush wird in diesem Jahr 91.

In Mersabad, einer asiatischen Stadt im römischen Reich, plant der böse Oniris (Erno Crisa) einen Putsch gegen die gutmütige Königin Thalima (Scilla Gabel): Mithilfe der sieben schlagkräftigen Gladiatoren des Geschäftsmannes Rufo (Vittorio Sanipoli) will er sie vom Thron stürzen und ihre verräterische Schwester Resia (José Greci), mit der er ein Verhältnis hat, an ihre Stelle setzen. Doch der tapfere Maciste bzw. Marcellus (Mark Forest) kommt den Bösewichten auf die Schliche.

Michele Lupos erster Spielfilm lief, wie man am Titel meines Eintrags unschwer erkennen kann, in Italien als Beitrag der im Zuge des Peplum-Booms der späten Fünfziger- und frühen Sechzigerjahre neue Popularität erlangten Maciste-Reihe im Kino. Der Held einer populären Romanreihe war ursprünglich keinesfalls ein antiker Heros, vielmehr konnte er in ganz unterschiedlicher Gestalt und verschiedenen historischen Kontexten auftreten und hatte das bereits zur Stummfilmzeit in diversen Filmen getan. In MACISTE, IL GLADIATORE PIÙ FORTE DEL MONDO wird er nun aber, der Mode der Zeit folgend, vom italoamerikanischen Muskelprotz Mark Forest in Sandalen und schickem Minirock verkörpert und muss es mit einer ganzen Horde von Schurken aufnehmen, um eine auf der Seite der armen Leute stehende Herrscherin zu verteidigen. Der Film liefert die genreüblichen Kostüme und Settings, finstere Bösewichter, die man schon an ihrem verschlagenen Gesichtsausdruck erkennt, eine wunderschöne, brave Königin, finstere Kerker, offene Arenen und einen wortkargen Helden, der aus purem Altruismus und Edelmut sein Leben für das Gute riskiert, ist aber ein gutes Stück schwungvoller, frischer und moderner als seine Zeitgenossen.

Man erkennt sehr deutlich die Handschrift Lupos, der 1962 gerade 30 Jahre alt war und eine eigene Vorstellung vom Kino mitbrachte. (Zum Vergleich: Pietro Francisci, der die Peplum-Welle vier Jahre zuvor mit seinem LE FATICHE DI ERCOLE losgetreten hatte, war 26 Jahre älter als Lupo, hatte sein Debüt bereits in den Dreißigerjahren absolviert und stand Ende der Fünfziger schon kurz vor seinem Karriereende.) In MACISTE, IL GLADIATORE PIÙ FORTE DEL MONDO gibt es gleich zu Beginn eine ausufernde Keilerei, bei der die sieben schurkischen Gladiatoren eine Taverne in Schutt und Asche legen und dabei jene Tricks und Scherze zeigen, die Lupo später in einer ganz ähnlichen Sequenz in seinem großartigen LO CHIAMAVANO BULLDOZER erneut zum Einsatz bringen sollte. Die bei Spencer so wichtige Komik, geht hier allerdings noch ziemlich ins Leere: Da es die Bösen sind, die die Dresche verteilen und dabei völlig Unschuldige in Mitleidenschaft ziehen, mutet die Freude, mit der Lupo die Zerstörungsorgie inszeniert, ziemlich deplatziert an. Generell ist der Witz des Films problematisch, um es mal freundlich auszudrücken, und Kind seiner Zeit: Es gibt einen schwarzen Sidekick namens Wambo (Jon Chevron), der mit leicht tuntiger Hilflosigkeit als Comic Relief fungiert und zu allem Überfluss auch noch einen putzigen Schimpansen im Schlepptau hat, der immer wieder für „Späße“ sorgt. Ich stehe auf solche Albernheiten, vor allem, wenn sie mit diesem Drive und Tempo dargeboten werden. Ein echter Schwachpunkt ist aber ganz eindeutig der Hauptdarsteller Mark Forest: Große mimische Fähigkeiten sollte man eh nicht erwarten, aber der gute kommt gänzlich charmefrei daher, jede Leichtigkeit geht ihm ab und er wirkt furchtbar angestrengt. Da war Steve Reeves schon ein anderes Kaliber.

Hatte irgendjemand auf dieses Sequel gewartet? Ich gebe ja zu, dass mir der erste Teil damals durchaus Spaß gemacht hat, aber nachhaltig war auch der nicht: Ich kann mich an nichts mehr aus Del Toros Kampfroboter-treffen-auf-Riesenmonster-Spektakel erinnern, außer daran, dass es da ordentlich Rabatz mit guten CGI-Effekten gab. Soweit ich weiß, blieb der Film auch kommerziell weit unter den Erwartungen, aber wahrscheinlich fiel dann doch noch genug Gewinn ab, um ein Sequel verantworten zu können. Für dieses zeichnete der mexikanische Regisseur, der mit THE SHAPE OF WATER nach Jahren der Enttäuschungen endlich seinen großen Triumph feiern durfte, nur noch als „Visual consultant“ verantwortlich, als ob die Stabsliste mit ihren gefühlten viereinhalbtausend Computereffektmenschen noch nicht überladen genug wäre. Sein Humanismus hatte es schon im Vorgänger schwer, aber im Sequel, dem Spielfilmdebüt von DeKnight, fehlt er an allen Ecken und Enden. PACIFIC RIM: UPRISING ist eine reine virtuelle Hightech-Materialschlacht, die zwar beeindruckend aussieht (wenn man sich damit arrangieren mag, dass er im Grunde genommen ein Trickfilm ist, in dem auch ein paar Schauspieler rumstehen), aber mit ihrem für Kinder aufbereiteten Militär-, Heldentod- und Waffenfetischismus einen ziemlich bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Der Film ist wie STARSHIP TROOPERS ohne die ätzende Satire und den kritischen Impetus.

Nach den Ereignissen aus Teil 1 räumt die Menschheit immer noch die Trümmer der geschlagenen Roboterschlacht weg und wappnet sich für eine Rückkehr der aus einer anderen Dimension stammenden Kaijus. Auf einer Militärbasis in China werden Jugendliche zu Piloten der wolkenkratzergroßen Jaeger ausgebildet. Dahin verschlägt es auch Jake Pentecost (John Boyega), Sohn eines gefallenen Kriegshelden, und die junge Amara (Cailee Spaeny), die ihre Eltern bei einem Monsterangriff verlor und aus Schrott selbst einen voll funktionstüchtigen Jaeger konstruierte. Der chinesische Waffenkonzern ist außerdem dabei, eine ferngesteuerte Variante der Riesenroboter zu entwickeln. Doch die Prototypen laufen Amok und leiten die Rückkehr der Riesenmonster ein. Pentecost muss mit den jungen Rekruten in die Schlacht ziehen, um das Ende der Welt zu verhindern.

Riesenroboter vs. Riesenmonster, das versteht man oder man versteht es nicht. Der Appeal ist entweder da oder nicht. Der Bezug zu den japanischen Vorbildern um Godzilla wird ganz offen im Begriff „Kaiju“ für die Monster herumgetragen, aber von deren Herz, Unschuld und Naivität könnte sich PACIFIC RIM: UPRISING eine dicke Scheibe abschneiden. Nicht nur, dass die Monstren hier vollkommen gesichts- und identitätslose Wesen sind, die ausgerottet werden müssen, als Soldaten für die weltrettende Schlacht werden Jugendliche und Kinder herangezogen, denen nicht nur das Know-how für die waffenstarrende Technologie, sondern gleich auch noch die nötige Opferbereitschaft angedrillt werden. Die Szenen, in denen sie sich in ihrer fensterlosen Baracke nach den typischen Beleidigungen gegenseitig an die Kehle gehen und Respekt für sich einfordern, bevor sie von den strengen Ausbildern zu Disziplin und Loyalität vor dem großen Ziel ermahnt werden, sind schmerzhaft. Was ist das für ein Unterhaltungskino, in dem der Vernichtungskrieg mit möglichem Heldentod als erstrebenswertes Ziel für Menschen gezeichnet wird, die noch nicht einmal Sex hatten? Das Gehorsam und die Aufgabe der eigenen Identität als Zeichen von Stärke entwirft? Und dabei noch so unehrlich ist, das Gegenteil zu behaupten? Natürlich soll Amara immer die bleiben, die sie ist, wie ihr ihr pseudorebellischer Ausbilder einflüstert. Es ist ein krasse Lüge, denn natürlich sind solche Eigenschaften genau so lange gewünscht, wie sie dem großen Ziel nicht im Weg stehen. Pentecost selbst ist ja das beste Beispiel: Am Anfang noch das aufmüpfige Großmaul mit Straßenattitüde, legt er seine Respektlosigkeit, die der Film als Hindernis auf dem Weg zum Kriegshelden zeichnet, schnell ab, um vor der Schlacht auf Leben und Tod große Motivationsreden zu halten, von Familie und Selbstverwirklichung zu schwafeln. Er gibt am Ende sogar zu, nur Phrasen gedroschen zu haben, aber der Zweck heiligt die Mittel.

Wenn die Effekte von PACIFIC RIM: UPRISING State of the Art sind, sind die Dramaturgie und die Tricks, die das Drehbuch wie Kaninchen aus dem Hut zaubert, sobald es nicht mehr weiter geht, von vorgestern. Neben seiner kriegstreiberischen Attitüde krankt der Film auch daran, dass er die innerhalb seiner Welt gültigen Regeln auf dem Weg verwirft oder neu erfindet – darin erinnert er tatsächlich an Achtzigerjahre-Cartoons um GI Joes, Transformers oder M.A.S.Ks, die auch immer ein neue Wunderwaffe aus dem Hut zauberten, wenn sie sich in eine Ecke geschrieben hatten. Was die Roboter oder die Monster können und nicht können, wird nie wirklich etabliert, ständig ist alles möglich. Spannung ist hier nur ein vorauseilend gehorsamer Reflex auf Oberflächenreize. Das ist dann auch das einzige, woran ich halbwegs Spaß hatte: Großen Viechern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig zu Klump hauen und dabei eine ganze Stadt dem Erdboden gleichmachen. Mit Film hat das aber kaum noch was zu tun. PACIFIC RIM: UPRISING ist Mobilmachung vor Greenscreen.