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v1.bTsxMTQyMDkxNDtqOzE3MDU2OzIwNDg7MTAwMDsxNDgwDie neueste Folge der beliebten Reihe „Ich verstehe die Welt nicht mehr“. DEADPOOL hat auf IMdb eine vollkommen absurde Wertung von sage und schreibe 8,2 Punkten  und genoss bei seinem immens erfolgreichen Kinoeinsatz die Fürsprache von Leuten, die es eigentlich besser wissen sollten. Da war davon die Rede, wie provokant der Film sei, wie angeblich progressiv hinsichtlich seiner Gender Politics, wie anarchisch, respektlos und mutig. Die Tatsache, dass DEADPOOL trotz R-Rating  mächtig Kasse machte, ließ manchen gar von einem Paradigmenwechsel in Hollwood träumen, wo man nun ganz sicher erkennen würde, dass auch mit solchen Filmen, die nicht die ganze Familie ansprechen, Profit zu machen sei. Wenn man die im Ringen um Clicks oftmals einsetzende Superlativinflation als strafmildernden Umstand berücksichtigt und DEADPOOL mit einigem zeitlichen Abstand sowie der damit einhergehenden Gelassenheit betrachtet, bleibt von dem vermeintlichen Revoluzzerstreifen allerdings kaum mehr übrig als jede Menge heißer Furzluft, schriller Hysterie, hohler Zoten und einer ironischen Uneigentlichkeit, die man seit mindestens 15 Jahren überwunden glaubte.

DEADPOOL unterscheidet sich wirklich nur vordergründig von anderen Marvelfilmen (was zugegebenermaßen immerhin etwas ist): Ja, er strebt anders als diese nicht das große Epos an, tritt weniger öde ausufernde Exposition breit, ist wilder, blutiger, versauter, greller, episodischer, voller wissender Selbstironie und -reflexion, weniger auf großes Familienentertainment hin konzipiert, sondern auf die Geeks, Nerds und Splatterfreunde ausgerichtet. Doch am Ende kommt das auf dasselbe heraus: So wie das Gros der Marvelfilme sich eben dadurch auszeichnet, niemanden zu vergrätzen und es im Rennen um den großen Reibach allen Recht zu machen, sucht DEADPOOL umgekehrt sein Heil darin, wirklich jeden pubertären Witz, jede Geschmacklosigkeit, jede augenzwinkernde Selbstkasteiung mitzunehmen, um sich bei seinem vergnügungssüchtig-infantilen Publikum einzuschleimen und auf politisch unkorrekt zu machen. Noch nicht einmal die Title-Sequenz, in der statt der Namen der Akteure und kreativ Verantwortlichen so Sachen stehen wie „Hot Chick“, „Gratuitous Cameo“ und „Overpaid Tool“, kommt ohne Witzchen aus und so geht es in den folgenden 108 Minuten höchst angestrengt weiter. Da witzelt der Protagonist auch inmitten großer Explosionen und Gemetzel noch selbstverliebt vor sich hin, wendet sich mehrfach direkt ans Publikum – und macht dann auch noch einmal explizit darauf aufmerksam, dass er sich ans Publikum wendet -, kommentiert sarkastisch die Klischees und Mechanismen des Superheldenfilms, die er natürlich trotzdem selbst anwendet, und weist auf das ach so bescheidene Budget hin, als seien 58 Millionen nichts und DEADPOOL ein Werk künstlerischer Askese. Dazu endet nahezu jede Szene in einer anzüglichen Bemerkung über Geschlechtsteile, Körperausscheidungen oder Sexualpraktiken. Man fühlt sich als erwachsener Mensch, als säße man im Bus inmitten einer Traube pubertierender, hyperventilierender 16-Jähriger auf dem Weg ins Wochenende.

Da versteht man dann auch, warum sich die Macher des unterirdischen X-MEN ORIGINS: WOLVERINE, in dem Deadpool seinerzeit sein Leinwand-Debüt absolvierte, damals dazu entschlossen hatten, den Charakter seiner herausragendsten Eigenschaft, nämlich des losen, niemals stillstehenden Mundwerks, zu berauben und ihm kurzerhand den Schnabel zuzunähen (was die Comicfans geradezu schäumen ließ): Es ist einfach nicht möglich, um diese Figur eine „normale“ Geschichte zu stricken, weil ihr unerträgliches Geschwätz jeden Anflug von Drama oder gar Realismus bereits im Ansatz zerstört. Was in einem Comic, in dem man jedem Panel seine eigenen, abgeschlossenen Rahmenbedingungen zuweisen kann, vielleicht funktioniert (ich schätze, ich würde die Heftchen genauso nervtötend finden wie den Film), führt auf Spielfilmlänge schon nach kürzester Zeit zu akuten Ermüdungs- und Abnutzungserscheinungen, zumal weder Regisseur Tim Miller noch der übermotivierte Ryan Reynolds auch nur die geringste Zurückhaltung kennen. Schon in der ersten Szene wirbelt der Held in spektakulären Salti durch die Luft (seine bevorzugte Fortbewegungsart) und richtet die Schurken gleich reihenweise blutigst hin, während Reynolds, dem die Realisierung eines DEADPOOL-Films nach dem Megaflop von GREEN LANTERN wohl eine besondere Herzensangelegenheit war, quasselt, bis der Arzt kommt. Auch dank der grenzenlosen Regenerationsfähigeit des Helden, dem abgehackte Gliedmaßen einfach nachwachsen, gibt es weder Fallhöhe noch einen funktionierenden Spannungsbogen, lediglich die immer selben müden Witzchen, die wohl nur der verklemmteste Bterachter wirklich anstößig findet, und eine Abfolge mangels Involvierung meilenweit am Arsch vorbeigehender Massaker. Und die Arschfick-Szene, die viele dazu veranlasste, davon zu schwafeln, wie gewagt DEADPOOL doch sei, bedient wie tausend anderer lahmer Spießerkomödien auch nur die latente Homophobie seines Publikums. Wie merkbefreit der Film ist, wird spätestens dann klar, wenn der Held sich aufgrund seiner mutationsbedingten Entstellung nicht mehr traut, seiner Geliebten gegenüberzutreten, obwohl er kaum schlimmer aussieht als ein von Akne geplagter Jugendlicher, und fortan ständig von Selbstbefriedigung redet. Hmm, wenn ich’s mir recht überlege, ist das vielleicht auch nur ein Zeichen der Identifikation der Macher mit ihrer Zielgruppe, die mutmaßlich ähnlich verpickelt ist und auch nix anderes als Wichsen im Sinn hat. Die Zeichnung von Deadpools Freundin Vanessa (Morena Baccarin) als geile, sexhungrige, experimentierfreudige, aber natürlich zuckersüße und immertreue Prinzessin mit Mangaaugen ist vor diesem Hintergrund ziemlich vielsagend.

spl-2-movie-poster-gsc-malaysiaErinnert ihr euch auch noch an den Adrenalinschub, den damals, Anfang bis Mitte der Neunzigerjahre, die Erstbegegnung mit den Meisterwerken des Hongkong-chinesischen Heroic-Bloodshed-Kino verursachte? Wie die Actionszenen in den Filmen von John Woo, Tsui Hark, Ringo Lam oder anderen einen förmlich aus den Schuhen wuchteten, einem das Gefühl gaben, etwas ganz Neues zu sehen, etwas, was man in dieser Intensität noch nie zuvor gesehen hatte? An die wallenden Emotionen, die da plötzlich freigesetzt wurden, an die ungebremste Theatralik und Dramatik von Filmen wie DIP HUET SEUNG HUNG oder DIP HUET GAAI TAU, die mit dem unterkühlten Machismo des US-Actionkinos so rein gar nichts gemein hatten? An die Aufregung, die mit der plötzlichen Erkenntnis einherging, dass da draußen eine riesige Filmwelt voller unbekannter Juwelen nur darauf wartete, erkundet zu werden? An das Fieber, das einen bei der Lektüre der Asien-Rubrik der Splatting Image und anderer plötzlich aus dem Boden schießender Publikation erfasste? Wenn ja, dann habt ihr in den vergangenen 20 Jahren, als man dabei zusehen musste, wie die großen Helden des Hongkong-Kinos nach Hollywood abwanderten, um dort selten mehr als einen faden Abglanz der einstigen Großtaten zu produzieren, als der Hollywood-Bullshit im selben Maße ins Hongkong-Kino Einzug hielt wie Hollywood Wire-Fu und tänzerisch choreografierte Shoot-outs für sich entdeckte, genauso gelitten wie ich. Und irgendwann hatte man sich mit der traurigen Situation ganz einfach abgefunden. Die Dinge kommen und gehen, das ist im Filmgeschäft genauso wie überall sonst auch.

Aber gestern habe ich mir SAAT PO LONG 2 (es besteht keinerlei inhaltliche Verbindung zu Wilson Yips zehn Jahre altem Vorgänger) angeschaut und plötzlich war es wieder da, dieses Gefühl. Auf einmal war ich wieder der neugierige, offene, beeinflussbare Teenie, dem die Schädeldecke weggepustet und die ganze filmische Power direkt und ungefiltert ins Hirn gegossen wird. Der einfach nur gefesselt und mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzt und hofft, es gehe nie zu Ende. Der lacht, jauchzt, stöhnt und heult und einfach nur glücklich ist über das Spektakel vor ihm. Wasist dieser Film für ein Fest! Nach all dem nervtötenden Format-und Franchise-Scheißdreck, den man sich heute viel zu oft reinzieht und dann auch noch schönredet, weil es eben kaum noch was anderes gibt und das Leben eh schon deprimierend genug ist, zeigt einem SAAT PO LONG 2 wieder, was auch heute noch, wo man doch meint, alles schon einmal gesehen zu haben, tatsächlich noch drin ist. Dass es falsch ist, sich mit fadem, einfallslosen Durchschnitt zufriedenzugeben, dass man sich dagegen wehren sollte, von Hollywood zum bloßen Konsumenten degradiert zu werden. Dass man sich mit nicht weniger zufrieden geben sollte, als mit Filmen, die einen bei den Eiern packen und allerhöchstens mal locker lassen, damit man mal Luft holen kann. In SAAT PO LONG 2 gibt es Action, die einen mit schierer Kinetik plattwalzt, vor allem aber, weil sie an eine gnadenlose emotionale Breitseite gekoppelt ist. Oft wird in Zusammenhang mit Actionfilmen der Begriff der „Gewaltoper“ verwendet, der nur selten zutreffend ist und meist nichts anderes besagt, als dass es wenig mehr als elaboriertes Gemetzel zu sehen gibt. Bei SAAT PO LONG 2 ist das anders: Tatsächlich mutet der Film musikalisch darin an, wie er auf sich wiederholende Themen und Symmetrie setzt, sich langsam und geduldig dem totalen Crescendo entgegenschraubt, wie er die einzelnen Elemente erst langsam in Position bringt und sie dann immer schneller bewegt. Wie jedes Bild, jeder Schnitt, jede Szene keine andere Funktion hat, als den Zuschauer noch stärker zu binden, bis er für das große Finale bereit und nicht mehr in der Lage ist, sich zu entziehen.

Schon die Story-Konstruktion ist für die Ewigkeit und fordert eigentlich den Vergleich mit großen Epen wie C’ERA UNA VOLTA IL WEST oder THE DEER HUNTER heraus, mehr als mit irgendwelchen Genrekloppern. Im Zentrum stehen der kleine Gefängniswärter Chatchai (Tony Jaa), der verzweifelt auf der Suche ist nach dem Mann, der seiner Tochter  die lebensrettende Knochenmarksspende geben kann. Bei diesem Mann handelt es sich um den nichts ahnenden Chan Chi-Kit (Jing Wu), einen drogenabhängigen Undercover-Cop, der von seinem Vorgesetzten und Onkel (Simon Yam) in die Organisation von Hung Mun-Gong (Louis Koo) eingeschleust wurde, hinter dem man einen Organhändler-Ring vermutet. Der wiederum benötigt dringend ein neues Herz, doch der einzige, der als Spender in Frage kommt, ist sein eigener Bruder. Es entspinnt sich ein wendungsreiches Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Konfliktparteien, das auch deshalb so nervenzerfetzend spannend ist, weil die Protagonisten deutlich weniger über ihre Beziehungen zueinander wissen als der Zuschauer. Jeder hat seine eigenen Ziele und Pläne, und es ist eine Freude dabei zuzusehen, wie kunstvoll und elegant Pou-soi Cheang (nach einem Drehbuch von Lai-yin Leung) alle Stränge zusammenführt, die ganze Geschichte immer wieder in perfekt getimten und brillant choreografierten Actionszenen kulminieren lässt und dabei auch noch die Muße hat, Bilder für die Ewigkeit zu malen.

Allein wie kreativ hier das sonst meist als Krückstock für denkfaule Drehbuchautoren dienende Smartphone eingesetzt wird, wäre schon einen lobende Erwähnung wert, aber man täte SAAT PO LONG 2 damit Unrecht, ihn auf solche Details zu reduzieren. Dieser Film ist nichts anderes als ein Meisterwerk und ich würde ihn sofort als ein Meilenstein des Actionkinos bezeichnen, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass diese Schublade viel zu klein ist für dieses Juwel. Pou-soi Cheang hat ganz einfach einen der tollsten, bewegendsten, schönsten, rasantesten und spannendsten Filme der letzten Jahre gedreht. Und jetzt holt euch das Teil schon endlich!

 

 

white ghost (b.j. davis, usa 1988)

Veröffentlicht: April 24, 2016 in Film
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oxk9ahhba01z4mzwn3lpwbax6lvErstaunlich: Da meint man sich auszukennen auf dem Gebiet US-amerikanischer Actonfilme aus den Achtzigerjahren und dann stolpert man trotzdem immer wieder über Titel, die einem entweder völlig unbekannt sind oder die man total vergessen hatte. WHITE GHOST ist einer dieser Filme, ein durchaus mit einigem Aufwand gefertigter Back-to-Vietnam-Film, der auf der US-Bluray in schönster Farbenpacht erstrahlt – und dem Liebhaber darüber hinaus auch sonst einiges zu bieten hat.

Zum Beispiel eine unorthodoxe Besetzung: William Katt, der blondgelockte Schönling aus Brian De Palmas CARRIE (oder auch aus Steve Miners HOUSE), gibt den Titelhelden, einen Vietnamveteranen, der damals nicht mit nach Hause geflogen ist, sondern für tot gehalten wurde und daher zurückblieb. In der Gegenwart streift er im Lendenschurz durch den vietnamesischen Urwald, um die Hundemarken der Gefallenen einzusammeln, die wie er nie die Heimreise antraten, und so ihre Seelen zu befreien. Die einheimischen Soldaten, die ihm dabei über den Weg laufen, lehrt er Mores und hat sich so einen legendären Ruf als „weißer Geist“ erarbeitet, der ihn freilich nicht daran hindert, ein höchst irdisches Dasein mit einer vietnamesischen Geliebten (Rosalind Chao) in einer selbst gebauten Urwaldhütte zu führen. Interessant wird es, als die US Army, vertreten durch Major Cross (Reb Brown), von der Existenz des Mannes, den sie einst Steve Shepard nannten, erfahren und einen Söldnertrupp damit beauftragen, ihn zurückzuholen: Da er das Gebiet so gut kennt wie kein anderer, erhofft man sich wichtige Erkenntnisse von ihm. Dummerweise ist der Anführer besagter Söldner, der fiese Walker (Wayne Crawford), Shepards Erzfeind aus alten Vietnamtagen, der gar kein Interesse daran hat, ihn lebend nach Hause zu bringen.

WHITE GHOST beginnt wie eine Mischung aus Tarzanfilmen und RAMBO: FIRST BLOOD PART 2, deren Hauptattraktion die bizarre Minipli/Vokuhila-Frisur von Hauptdarsteller William Katt ist. Zum Glück wird er nach nicht allzu langer Zeit frisiert und so kann der Zuschauer seine Aufmerksamkeit auf anderes lenken, zum Beispiel auf die tolle Fotografie, die die satten Grüntöne des Urwalds sehr effektiv und schmuckvoll ins Bild setzt. (Gedreht wurde der Film in Zimbabwe, das ein gutes Vietnam-Stand-in darstellt.) Dieser tolle Look und die höchst professionelle Machart von WHITE GHOST stoßen sich zwar immer ein wenig mit dem etwas hölzernen Spiel der Darsteller und ihren steif deklamierten Dialogen, aber was B.J. LASER MISSION Davis‘ Film in dieser Hinsicht vermissen lässt, macht er durch extreme Ruppigkeit wieder wett. WHITE GHOST braucht eine Weile, um im Fahrt zu kommen, aber am Ende ist man ob der zur Schau gestellten Kaltschnäuzigkeit, mit der da am laufenden Meter Menschen in die Luft gesprengt oder exekutiert, Kniescheiben, Bäuche und Gesichter durchlöchert werden, mehr als erstaunt. Auch Reb Brown, der einen zunächst sehr undankbaren Part als Vorgesetzter am Telefon hat, läuft in den letzten Minuten des Films zu gewohnter Hochform auf und darf sein Protegé mit zwei Maschinengewehren unter den schwitzigen Achseln und vom Kriegsgebrüll verzerrten Gesicht höchstselbst raushauen.

Sicherlich keiner der ganz großen, aber doch ein sehr sehenswerter Vertreter seiner Zunft, an dem Liebhaber auf gar keinen Fall vorbeigehen sollten. Wer Dschungelaction mit Vietnambezug liebt, kommt an WHITE GHOST nicht vorbei und ordert sich jetzt schleunigst die Blu-ray aus den Staaten.

 

 

orderblackeagleEin bondesker Agent mit einem frechen Pavian als Sidekick, Nazis, die in einer Pyramide in Südamerika hocken, von dort aus die Welt erobern wollen und außerdem den eingefrorenen Adolf Hitler aufbewahren, eine Gruppe schlagkräftiger Söldner, von denen jeder einzelne ein ganz bestimmtes Talent mitbringt, jede Menger smarter Sprüche, Keilereien, Schießereien, Explosionen, Verfolgungsjagden durch den Dschungel und putziger Gimmicks: Das sind die Zutaten zu ORDER OF THE BLACK EAGLE, einem der spaßigsten und buntesten Filme, die ich in letzter Zeit zu Gesicht bekommen habe.

Abseits der Empfehlung an vergnügungssüchtige Eighties-Aficionados, sich dieses wirklich umwerfende Teil zu Gemüte zu führen, ist kaum noch etwas zu sagen, was die Freude der eigenen Entdeckung nicht erheblich schmälern würde: Ian Hunter ist Duncan Jax, Superagent, und das darf man durchaus wörtlich verstehen, denn in seiner kurzen, nur zwei Filme umfassenen Laufbahn spielte er Jax gleich zweimal, eben hier und im mir leider noch unbekannten Prequel DUNCAN JAX AND MISTER BOON. Bei eben jenem Mister Boon handelt es sich um den erwähnten Pavian, der von Jax liebevoll herumgetragen wird, Kritikern seines etwas blasierten Chefs mit Vorliebe den Stinkefinger zeigt, aber auch sehr nützliche Sachen macht, wie etwa den Rettungshelikopter einfliegen oder mit einem raktenewerfergespickten Kampfpanzer herumfahren. Inszenierung und Ausstattung des Films sind sehr kompetent und liebevoll, ohne jedoch die Wurzeln im infantilen Pulp mit langweiliger Perfektion zu überdecken: Warum Jax am Ende erst umständlich auf den futuristisch anmutenden Turm mit dem Protonenstrahler klettern und dort eine Sprengladung anbringen muss, warum Boon das Teil nicht einfach mit seinem Panzer von außen kaputtballern kann, bleibt das Geheimnis des Drehbuchs, aber es sind eben solche haarsträubenden Ungereimtheiten, die den Film als so authentische Fortsetzung alter Serials erscheinen lassen. Wenn dann noch der schwarze Kraftprotz durch die Heerscharen der Nazis läuft, sie mit weit ausholenden Schwingern unangespitzt in den Boden rammt oder einfach wegwirft, Bösewichter von den Druckwellen der unzähligen Explosionen in wunderschönen Flugbahnen durchs Bild sausen, bis sie am Ende der Parabel unsanft im Dreck aufschlagen, ist das Vergnügen perfekt.

Ich weiß, ich langweile einen Teil meiner Leser wahrscheinlich mit diesem Thema, aber ich muss es an dieser Stelle einfach ansprechen: Es ist genau diese Art von überdrehtem Fun, blühendem, selbstbewusst ausgestelltem Unfug, funkensprühender Naivität, dem Verzicht auf jegliche Bedeutungshuberei und dem unübersehbaren Augenzwinkern, das aber verbunden ist mit der ehrlichen Freude, das alles trotzdem und mit voller Überzeugung zu tun, die ORDER OF THE BLACK EAGLE so auszeichnet und die ich an den sich genau dies auch auf die Fahnen schreibenden, jedoch meist meilenweit an diesem Anspruch vorbeisegelnden Comicverfilmungen der Gegenwart so überaus schmerzlich vermisse. Bei mir gewinnt ORDER OF THE BLACK EAGLE den direkten Vergleich mit Leichtigkeit. Ein tolles Ding, dieses Ding.

john-wick-poster1So weit ich das mitbekommen habe, hat niemand viel erwartet von JOHN WICK. Ein weiterer, wie man heute sagt, „stylischer“ Actionfilm mit einem Darsteller, den man gern verlacht. Jetzt steht das Sequel in den Startlöchern. So kann’s gehen. Keanu Reeves ist einen ähnlichen Karriereweg gegangen wie Nicolas Cage, hat seinen steilen Aufstieg in den Neunzigern mit einigen Flops ausgebremst und sein etwas hölzernes Spiel, das man zuvor sympathisch gefunden hatte, war plötzlich Zielscheibe endloser Witze. Irgendwann nahm Reeves, kaum merklich, eine Kurve zum Actiondarsteller, und damit begann eine Art zweiter Frühling, einer, der sich nicht unbedingt nur in Box-Office-Ergebnissen und Kinochart-Platzierungen bemisst. Klar, schon zu seiner ersten Hochphase hatte er mit POINT BREAK und SPEED in zwei Genreklassikern aus den Neunzigern mitgewirkt, dann später mit THE MATRIX ganz wesentlich dafür gesorgt, dass fernöstliche Kampf- und Inszenierungskunst Einzug in Hollywood hielt. Aber offensichtlich hat diese Erfahrung ihn mehr geprägt, als man das gemeinhin erwartet hätte: Vor knapp drei Jahren inszenierte Reeves mit MAN OF TAI CHI seinen eigenen Kung-Fu-Film mit ausschließlich asiatischen Darstellern in China, der dem Vernehmen nach sehr respektabel ausgefallen sein soll. Und in JOHN WICK agiert er im Regiedebüt eines ehemaligen Stuntman an der Seite von zahlreichen Darstellern mit entsprechendem Background und bekommt erneut Gelegenheit, seine Fighting Skills zum Einsatz zu bringen. In der wohl spektakulärsten Sequenz des Films kämpft er sich durch eine Discothek voller bad guys, die er durch präzise, aus nächster Nähe abgefeuerten Kopfschüssen exekutiert, im Notfall mit Griffen zu Boden zwingt, beiseite schleudert, wegtritt oder -boxt. Die Sequenz ist für gute Übersichtlichkeit in Totalen und Halbtotalen aufgelöst, ganz ohne Shakycam und Schnittgewitter, aber trotzdem liegt sie voll auf der Linie moderner, von Computerspielen und Comicheften beeinflusster Actioner. Die Gewalt ist so over the top brutal, der Body Count so absurd hoch, dass das alles überhaupt nicht mehr zählt. Es geht an einem vorbei.

Das ist ein bisschen schade, denn bevor sich JOHN WICK in diese vollends überdrehte Gewaltoper verwandelt, knüpft er sehr schön an die eher düsteren, lakonischen sad sack-Killerfilme der Siebzigerjahre an, als wortkarge Außenseiter wie Charles Bronson, Lee Marvin oder Steve McQueen die Branche repräsentierten. Es war wohl Quentin Tarantino, der den Auftragsmörder in PULP FICTION mit Sexappeal und Humor ausstattete und zu einer der wichtigsten popkulturellen Figuren der Neunzigerjahre machte: Plötzlich waren Killer nicht mehr einsame Soziopathen ohne Hoffnung, sondern gut gekleidete, schlagfertige bzw. geschwätzige und intelligente Navigatoren der Moderne. JOHN WICK kann sich nicht so ganz für eine der beiden Charakterisierungen entscheiden, erinnerte mich stilistisch und tonal sehr an Bekmambetovs WANTED, eine Comicverfilmung um fast übermenschlich begabte Auftragsmörder. JOHN WICK beginnt mit einigen elliptischen Flashbacks, die klar machen, dass der ehemalige Profikiller John Wick soeben seine Ehefrau an eine tödliche Krankheit verloren hat. Den Beruf hatte er ihr zuliebe an den Nagel gehängt, die Verbindungen zu der Branche, die ihm einst eine Heimat gewesen war, abgebrochen. Das einzige, was ihm nun noch bleibt, ist ein kleiner frecher Hund, der am Abend nach der Beerdigung seiner Frau an seiner Haustür abgeliefert wird. Es ist das Abschiedsgeschenk der Gattin, die ihrem Mann einen Vertrauten hinterlassen möchte. Nur wenig später ist der Hund schon wieder tot, getötet vom Russengangster Iosef (Alfie Allen), der sich mit seinen droogs Zugang zu Wicks Haus verschafft hat, um dessen 69er Mustang zu stehlen. Damit nicht genug, ist Iosef auch noch der Sohn von Wicks ehemaligem Auftraggeber Viggo (Michael Nyquist), bei dem Wick seinen Ausstieg mit einem hochprofiligen Auftrag erkaufte, der Viggo prompt an die Spitze der Unterwelt katapultierte. Wick ist verständlicherweise mehr als angepisst und sinnt auf Rache. Eine Rache, von der selbst Viggo weiß, dass er ihr nichts entgegenzusetzen hat …

Die Prämisse ist grandios, die Tötung von Wicks Hund emotional geradezu niederschmetternd, gerade weil sie – gegenüber anderen Rachemotiven – vergleichsweise banal und willkürlich erscheint. Dass gerade diese Tat seinen Rachemotor anwirft, vermenschlicht den Protagonisten, der in diesem Film sonst nur wenig Menschlichkeit zeigen darf, und ich hätte mir gewünscht, dass Stahelski diesen melodramatischen Aspekt gnadenlos weiter ausreizt. Leider ist jedoch eher das Gegenteil der Fall: Er ergeht sich im weiteren Verlauf in einem eher stumpfen Style-Overkill, der kaum noch zulässt, dass man darauf emotional agiert. Vielleicht war das sogar Absicht: Es ist schon offensichtlich, dass der einzige Tod, der hier irgendwie registriert, der des kleinen Wauwaus ist, die gesichtslosen Schergen, die Wick im Anschluss in großer Zahl und mit einer an Steven Seagal erinnernden Effizienz und Unbarmherzigkeit niedermetzelt, hingegen nie ins Gewicht fallen, lediglich Pappfiguren sind, die umgeschubst werden. Auch die Idee, eine Art Profikiller-Unterwelt zu kreieren – Wick steigt in einem Hotel ab, in dem ausschließlich Killer wohnen und durch einen geheimen Kodex davon abgehalten werden, innerhalb von dessen Räumlichkeiten ihrem Job nachzugehen -, führte mir zu weit vom simplen Kern der Geschichte weg, roch mir zu sehr nach Franchisebuilding und Superheldenkino. Aber JOHN WICK hat dennoch seine Momente. Am liebsten mochte ich diese geradezu klassische Szene, in der der Protagonist durch die Türklingel gestört wird, nachdem er gerade mehrere Eindringlinge beseitigt hat. Flackerndes Rotlicht macht klar, dass die Polizei von den Kampfgeräuschen angelockt wurde und nun eine Erklärung verlangt, die angesichts der sich innen türmenden Leichenberge nur schwierig abzugeben sein dürfte. Wie wird Wick reagieren? Wie kommt er aus dieser Nummer wieder heraus? Von der nonchalanten Cleverness, mit der diese anscheinend ausweglose Situation aufgelöst wird, hätte JOHN WICK mehr vertragen können.

thunderboltWenn ich spontan zwei Filme nennen müsste, die mich in diesem noch jungen Jahr am meisten gekickt haben, dann wären das MENG LONG ZHENG DONG und eben NINJA THUNDERBOLT, beide gesehen als wunderschöne 35-mm-Kopien in Düsseldorf, beide Hongkong-Martial-Arts-Actioner vom eher unteren Ende des Preisspektrums, beide komplett wahnsinnig, Actionkino in Hyperspeed, ohne Airbag und Seitenaufprallschutz, beide von einer räudigen Power, die man wohl nur im Kino so richtig mitbekommt.

NINJA THUNDERBOLT (die IMDb gibt als O-Titel ZI ZHUN SHEN TOU an, aber ihre Inhaltsangabe stimmt nicht mit dem Film überein, den ich gesehen habe, deshalb halte ich mich an die OFDb) so gesehen zu haben, ist zudem ein besonderer Glücksfall, denn der Film ist in Deutschland eigentlich nie gelaufen, sondern – wie alle Ninja-Klopper von Godfrey Ho – direkt auf Video ausgewertet worden, wo sein prachtvolles Scopeformat auf ein karges 4:3 beschnitten wurde, das die Protagonisten schon einmal hinter dem rechten und linken Bildrand verschwinden ließ. Die vorliegende, synchronisierte Kopie war also nicht für den Kinoverleih bestimmt, sondern nur das Master, von dem dann das Video gezogen wurde. Und da stellt sich dann schon die Frage, warum man diese Blendgranate nicht einfach auf die Leinwände gebracht hat, wenn sie schon in dieser herrlichen Fassung vorlag. Hatte man vielleicht Angst vor der zersetzerischen Kraft, die dieses Werk entfachen würde, vor durch die Großstädte tobenden Jugendlichen, die alles in Schutt und Asche legen? Vor dem Dawn of the German Ninja? Wer wollte es den Verleihern in Zeiten von PAPA, MAMA, ZOMBIE verdenken?

DER NINJA, wie er bei uns hieß, ist der erste von rund 20 Ninjafilmen Godfrey Hos (die Angaben variieren), in denen Richard Harrison auftrat. Und wenn man Harrison Glauben schenken mag, war es auch der einzige, den er mit ihm zusammen drehte und für den er bezahlt wurde. Dummerweise hatte Harrison keine Ahnung, mit wem er es zu tun hatte: Ho wurde berühmt-berüchtigt für seine Cut&Paste-Technik, die es ihm erlaubte, selbst gedrehtes Material immer wieder neu (und oft ziemlich geschickt) mit anderswo geklautem Material zu kombinieren und so Dutzende von Filmen in kürzester Zeit auf den Markt zu schmeißen. Das Ninagenre, das für einige wenige Jahre in den Achtzigern die Videotheken einnahm, bestritt er zu wahrscheinlich weit mehr als 90 % selbst und in etlichen seiner Vertreter tauchte eben Harrison auf, der heute noch klagt, Ho habe ihm mit dieser dubiosen Methode die Karriere ruiniert (worüber man streiten kann). Sicherlich unstrittig ist hingegen, dass Ho aufgrund seiner Masche selbst keinen guten Ruf genießt, vielmehr bis heute als zynischer Ramschfilmer verschrien ist. Dass er neben dem ausgebufften Geschäftsmann tatsächlich ein verdammt guter Handwerker war, sieht man daran, dass er heute als Dozent an der Filmhochschule von Hongkong tätig ist, aber auch an NINJA THUNDERBOLT, der mit ziemlich geringen Mitteln ein rasendes Actionfeuerwerk entfacht. Die Fights sind hyperkinetisch und ultradynamisch, wahnwitzig schnell und überdies brillant geschnitten, gleiches gilt für die diversen Verfolgungsjagden. Selbst, wenn es mal ruhiger zueght, sprich: nicht geschossen oder gefightet wird, wird man da in einem Tempo mit Attraktionen beworfen, dass man kaum Zeit hat, in Deckung zu gehen. Von der fastpornösen Sexszene mit sichtbarem Sackansatz im Tittenzelt bis zur Synchronschwimmeinlage reicht das vielseitige Spektrum und fliegt teilweise so schnell an einem vorbei, dass man sich nur noch verwundert die Augen reiben kann.

NINJA THUNDERBOLT dürfte tatsächlich ganz „traditionell“ gedreht worden sein: Zwar stand Harrison wohl nur für wenige Drehtage zur Verfügung  – mit einigen seiner Kollegen ist er nie gemeinsam zu sehen, der Großteil des Films muss ohne ihn auskommen, Auftakt und Finale mit ihm wirken wie angeklebt und passen inhaltlich kaum zum Rest -, aber immerhin wurden nicht fremde, ganz anders aussehende Filme geplündert und mit Selbstgedrehtem verschnitten, vielmehr zeichnete Ho recht offenkundig komplett selbst für sein Werk verantwortlich. So sucht man zwar auch diese höchst faszinierenden Momente vergebens, in denen da zwei völlig verschiedene Filme und die in ihnen beheimateten Figuren miteinander in Kontakt treten, aber dafür wirkt NINJA THUNDERBOLT wie aus einem Guss (plus Harrison). Der ellenlange, sich in eine wahre Prügelorgie hineinsteigernde Finalkampf raubte mir fast den Atem und hätte von mir aus ewig weitergehen dürfen, der bizarre Schluss lässt einen von einem Universum träumen, in dem Ho ein großes, krawalliges Harrison-Ninja-Franchise begründet und so Aberhunderte von japanischen Mittelklassewagen auf fantasievolle Art und Weise geschrottet hätte, die Fotografie fängt herrlich abgerissene Ecken Hongkongs in spannungsreichen Kompositionen ein und findet immer den perfekten Background für die nächste Keilerei. Geiler geht es nicht. DER NINJA? Die Offenbarung.

stray_cat_rock_female_boss2028197029Die Motorradfahrerin Ako (Akiko Wada) macht Bekanntschaft mit Mei (Meiko Kaji), der Anführerin einer Girl-Gang und kommt dieser zu Hilfe im Kampf gegen eine rivalisierende Bande, woraufhin sie zur neuen Anführerin avanciert. Zeitgleich versucht Meis Freund Michio (Kôji Wada) sich Zugang zur rechtsnationalen Seiyu Group zu verschaffen, indem er ihnen verspricht, seinen Kumpel, den Boxer Kelly (Ken Sanders), dazu zu überreden, einen Kampf zu schmeißen. Als Ako an Kellys Ehre appelliert, fasst er sich ein Herz und besiegt seinen Kontrahenten. Michio muss nun um sein Leben fürchten und die Mädels um Mei und Ako sich gegen die Gangster der Seiyu Group zur Wehr setzen.

NORA-NEKO ROKKU: ONNA BANCHô ist der Auftakt zu einer fünfteiligen Filmserie, die das Studio Nikkatsu als Konkurrenzprodukt zu Toeis ganz ähnlich gelagerter Reihe ZUBEKÔ BANCHÔ konzipierte, welche wiederum wesentlich von Roger Cormans THE WILD ANGELS inspiriert war. Biker- und Juvenile-Delinquents-Filme waren seit den Fünfzigerjahren ein Riesenthema in den USA, erlebten in der Zeit von Hippies, freier Liebe und Flower Power aber einen zweiten Frühling, an dem man sich auch in Fernost erfreuen wollte. Der Nikkatsu-Nachzieher erwies sich am Ende gar als erfolgreicher: Zwischen 1970 und 1972 entstanden fünf Filme um die weibliche Rockergang, von denen Yasuharu Hasebe die ersten drei inszenierte, bevor er von Toshiya Fujita abgelöst wurde, bei Toei war hingegen schon nach vier Filmen und ein Jahr früher Schluss. Wer die Filme unter ihrem internationalen Verleihtitel sucht, unterliegt akuter Verwechslunsgefahr: Der erste Teil von Toeis Reihe firmiert als DELINQUENT GIRL BOSS: BLOSSOMING NIGHT DREAMS, das Pendant von Nikkatsu, um das es hier geht, hingegen unter STRAY CAT ROCK: DELINQUENT GIRL BOSS, ALLEYCAT ROCK: FEMALE BOSS oder auch FEMALE JUVENILE DELINQUENT LEADER: STRAY CAT ROCK. Puh. (Die Existenz der SUKEBAN-Filme, die international GIRL BOSS heißen, verkompliziert die Sache noch weiter.)

Ich wollte ONNA BANCHÛ wirklich gern mögen, muss aber doch eingestehen, am Ende ziemlich enttäuscht gewesen zu sein. Man merkt dem Film deutlich an, dass er ein eilig rausgehauenes Kommerzprodukt ist, mit dem Hasebe – der sich einige Jahre später mit drei berüchtgten Pinkus einen ebensolchen Namen machte – offenkundig nicht so viel anzufangen wusste. Alles beginnt recht schwungvoll, mit tollen Impressionen aus den weniger glitzerigen Vierteln Tokyos und geilen Inszenierungsideen des Regisseurs. Meiko Kaji ist ein echter Hingucker mit ihren langen schwarzen Haaren, der Sonnenbrille und dem Wildleder-Outfit, Popstar Akiko Wada überrascht mit ihrer tiefen Stimme und darf im Verlauf des Films auch ein paar melancholische Lieder singen. Aber irgendwann versumpft die Geschichte bald im nur wenig involvierenden Gerangel und es scheint, als habe auch Hasebe recht schnell das Interesse verloren. ONNA BANCHÔ schleppt sich seinem Finale entgegen, Ako steigt wieder auf ihren heißen Ofen und fährt davon. Eigentlich sollte sie der Star der Serie werden, doch das Publikum machte da nicht mit und erkor stattdessen die scharfe Mei zu seinem Liebling. Die hatte am Ende von ONNA BANCHÔ zwar ihr Leben lassen müssen, durfte für die Sequels demnach aber die Wiederauferstehung von den Toten feiern. Mal sehen, wann ich die nachschiebe.