Mit ‘Adrian Hoven’ getaggte Beiträge

Comfort Food für Geschmacksverirrte und Nostalgiekeule für Menschen, die diesen Film 1970 zum Kassenschlager machten (unter anderen auch mein werter Herr Papa). Warum es in den späten Sechzigern einen kurzen, aber heftigen Boom von Hexenfolterfilmen gab – Michael Reeves‘ WITCHFINDER GENERAL machte den Anfang, seinem Beispiel folgten dann unter anderem Franco mit DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR und eben Adrian Hoven, der auch noch eine Fortsetzung nachlegte -, dürfte schwer zu erklären sein, genauso wie man sich kaum vorstellen kann, dass ein Kracher solchen Titels damals Scharen deutscher Schaulustiger in die Kinos trieb. Schon die Tatsache, dass HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT über 20 Jahre später, bei seiner Videoveröffentlichung, eine Beschlagnahme einheimste, lässt erahnen, wie sich die Zeiten geändert haben und hatten und dass ein Phänomen wie dieses heute nicht mehr wiederholbar scheint.

Damals aber dachte Adrian Hoven, ehemaliger Frauenschwarm und Star des deutschen Heimatfilms, dass es eine Superidee sei, die historische Realität der Hexenverfolgung, -folterung und -verbrennung als Thema für einen Film zu wählen, der es mit der protokollarischen Schilderung jener vergangenen Zustände etwas weniger ernst nahm als mit der lüsternen Zurschaustellung weiblicher Pein – und er hatte ja Recht mit seiner Vermutung, wie oben erwähnt. HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT ist ein bizarrer Mischling: Der Film ist durchaus aufwändig gemacht, hochkarätig besetzt und sauber inszeniert, kein Vergleich mit dem Billigschrott, den findige Produzenten sonst so auf den Markt warfen und denen es  damit mitunter gelang, ein Mainstreampublikum zu ködern (sofern dieser Begriff vor 40, 50 Jahren überhaupt Sinn machte). Und zwischen all dem geilen Mummenschanz legt er auch die Inquisition als Werkzeug von Willkür, Machthunger und Misogynie unmissverständlich bloß. Wenn das letztlich auch bloß die gute alte Exploitationschule ist:Der gemeine (männliche) Kinogänger konnte damals in geiler Erwartung von nacktem Fleisch und Sadomasochismus in HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT stürzen und dann nach dem Besuch erzählen, er habe einen kritischen Film über die Leichen im Keller der katholischen Kirche gesehen. (Wobei ich bezweifle, dass jemand diese Ausrede wirklich anwendete: Die Menschen dürften damals deutlich weniger blöd und naiv gewesen sein als wir es ihnen zugutehalten.)

Der heutigen Freude tut das alles aber keinen Abbruch. Hovens Film ist einfach zum Liebhaben, eines nicht allzu vieler Beispiele wirklich perfekter deutscher Exploitation, krass, unverschämt, perfide, blutig, sexy, schmuddelig, aber auch wirklich schön anzuschauen. Der ganze Film ist einziger Schauwert, ob das nun die unverwechselbaren Antlitze der Herren Lom, Nalder, Fux und Kier sind, die üppigen Formen der weiblichen Protagonistin Vanessa (Christina Vuco), die fadenscheinigen, aber liebevollen Effekte oder die schönen österreichischen Kulissen. Am tollsten ist Herbert Fux als gut gelaunter Folterknecht, so toll, dass man sich ein Spin-off wünscht, das ihn durch den Arbeitsalltag begleitet. Wunderbar auch die Szene mit der Wasserfolter, bei der Adrian Hoven höchstselbst dem Wahnsinn anheimfällt. Steter Tropfen höhlt den Stein, sagt man, außer bei mir, denn ich fand HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT auch beim ersten Mal schon super und daran hat sich auch diesmal nichts geändert. Das Titelthema erinnert übrigens frappierend an jenes aus Deodatos CANNIBAL HOLOCAUST. Ob sich der gute Riz Ortolani hier inspirieren ließ?

Für die tolle Reihe „Papas Kino“ auf critic.de, die die diesjährige Berlinale-Retro zum Anlass nimmt, sich mit dem deutschen Kino auseinanderzusetzen, so wie es vor 50 Jahren abseits des realitätsfernen Kanons tatsächlich aussah, habe ich etwas über Adrian Hovens fantastisches Regiedebüt geschrieben. Der Text, den ihr hier findet, ist eine erweiterte und überarbeitete Version meines alten Blogtextes. Es lohnt sich, die Reihe weiter im Auge zu behalten, denn es wird viele Texte geschätzter Kollegen über spannende und weitestgehend vergessene oder verdrängte deutsche Filme geben, die 1966 den bundesrepublikanischen Status quo repräsentierten.

Bei der Projektion von Joseph W. Sarnos THE LOVE REBELLION wurde mir schlagartig klar, was diese „Sittenfilme“, aus denen das Kongress-Programm zum Großteil besteht, so einzigartig macht, was ihnen ihren doch sehr speziellen Charme verleiht – und was es eigentlich mit diesem viel zitierten „Verzichtkult“ auf sich hat. Alle diesen Filmen, vor allem jene aus der Zeit vor den 1980er-Jahren, ist gemeinsam, dass sie ihrem Publikum stets ein Alibi zum reuelosen Genuss nackter Körper und verbotener sexueller Praktiken mitliefern müssen. Es geht nie nur um Sex, meist nicht einmal in erster Linie, sondern zuerst immer um das Erfahren sozialer Demarkationslinien und dann schließlich, in einem Akt schmerzhafter Selbsterfahrung, die Überwindung herrschender Moral. Oft zeichnen die Filme diese Überwindung selbst wieder als lasterhaft oder zumindest als Quell potenzieller sittlicher Zerrüttung. So verorten sich diese Filme immer zwischen zwei Extremen, schleudern ihre Protagonisten – und mit diesen auch den Zuschauer, den der Filmemacher für ähnlich unaufgeklärt hält, halten muss – in ein Dilemma, das sie vor eine harte Zerreißprobe stellt. Die Wahl zwischen Sex oder Nicht-Sex, und damit verbunden möglicherweise zwischen lustvoller Hölle oder entbehrungsreichem Paradies, ist die Wahl zwischen Skylla und Charybdis. Mehr als alle explizit sexuellen Verheißungen, die – machen wir uns nichts vor – in diesen Filmen zeitbedingt meist sehr züchtig ausfallen, ist es gerade das damit einhergehende Sich-Winden in Leid und Seelenpein und die Zeichnung transzendentaler Obdachlosigkeit (wie das Christian Kessler einst ausdrückte), die den Filmen einen beträchtlichen Teil ihrer Schmierigkeit verleiht. Anders als bei aktuelleren Werken, in denen etwa ein gewisses Maß an Nacktheit längst Standard ist, ist die Fallhöhe hier ungleich größer. Eine zur falschen Zeit am falschen Ort entblößte Brust kann schon das gesellschaftliche Aus bedeuten, Familien zerstören. Aber natürlich funktioniert das Ganze auch andersherum: Die sexuelle „Entladung“ nimmt nicht selten quasireligiösen Charakter an. Was es mit dem Terminus der „sexuellen Befreiung“ tatsächlich auf sich hat, sieht man in entgleisenden Gesichtszügen, selig-entrücktem Grinsen und körperlichem Kontrollverlust. In diesen Filmen werden Grenzerfahrungen gemacht und wiederum filmisch weitervermittelt.

SÜNDE MIT RABATT ist ein Paradebeispiel für den deutschen Sexfilm zwischen ekstatischem Rausch und katholischer Scham. Sein Regisseur Rudolf Lubowski verstand sich selbst wohl als Mahner und bewegt sich damit genau auf dem oben skizzierten schmalen Grad zwischen Exploitation und Aufklärung (von dem er, wahrscheinlich ohne es wirklich bemerkt zu haben, allerdings schon recht schnell abgekommen ist): Einerseits handelt sein Film von den Gefahren, denen sich Frauen, die ihren Körper anbieten, unweigerlich aussetzen, andererseits sieht er ihnen sehr, sehr gern bei der Arbeit zu und genießt es, sie ihrer „verdienten“ Strafe zuzuführen. Die weiblichen Angestellten eines Nachtclubs mit Bordellanschluss, klinischer Festtagsbeleuchtung und stimmungsfördernd durchfallfarbener Bühne werden von einem unbekannten Killer umgebracht. Der ermittelnde Kommissar stößt auf Schweigen: Die Clubbetreiberin, eine ältere Dame, hat Angst ums Geschäft, und die Mädels rücken auch nicht recht mit der Sprache raus. Und im Zuschauerraum findet sich eine hübsche Ansammlung von Spießbürgern, die natürlich niemals offen zugeben würden, wie ihre Abendgestaltung aussieht. Am Ende erweist sich nicht etwa ein geiler Kunde als Killer, sondern einer der Bediensteten, der gegängelte, alternde Liebhaber einer Tänzerin.

Der Krimiplot wird von Lubowski sehr fahrlässig und lose entwickelt. Es gibt den Aufmarsch der üblichen Verdächtigen, darunter etwa der sadistische Zuhälter, der ein Kind mit dem ersten Opfer hat. Die ständige Anwesenheit dieses kleinen, vielleicht einjährigen Geschöpfes ist das schmerzhafteste am ganzen Film: Der Regisseur weiß ganz genau, wie er die Affekte des Publikums zu seinen Gunsten steuert. Den Großteil des Films verbringt er aber damit, die zahlreichen (braven) Bühnennummern des Clubs abzulichten, sowie die Interaktionen der käuflichen Damen untereinander oder mit den Kunden. In einer ultimativ verstörenden Szene wacht eine der Dirnen aus dem Drogenrausch und einem Traum auf, in dem sie von mehreren muskelbepackten männlichen Schönheiten buchstäblich auf Händen getragen wird. Doch als sie ihre Augen aufschlägt, taumelt ihr stattdessen ein skelettaler Greis in kochfester Unterhose entgegen, die Hand nach ihr ausstreckend, sein Gesicht eine Fratze des Begehrens. Der Alltag im Puff mag für die durchschnittliche Prostituierte tatsächlich nicht besonders erbaulich sein, doch Lubowski verzerrt ihn im Stile eines dem Realismus zugewandten Hieronymus Bosch zum höllischen Albtraum. Die Moral ist so verrückt, dass eines der Mädchen dem Lustmörder ein Liedchen widmet, das sie aus der Perspektive eines seiner Opfer vorträgt. Hier liegt einiges im Argen und das macht auch den Film so faszinierend.

Nach den Ereignissen von LIANE, DAS MÄDCHEN AUS DEM URWALD hat sich die Titelheldin (Marion Michael) gegen einen Verbleib in Deutschland und für die Rückkehr zu ihrem afrikanischen Stamm entschieden. Ihr Freund Thoren ist nicht weit weg in seinem Forschercamp und alles könnte so schön sein, wenn Liane nicht durch eine Verkettung von Zufällen und Missgeschicken in den Händen arabischer Sklavenhändler landete. Nun ist es an Frank (Adrian Hoven), dem Neuen im Forscherlager, sie zu befreien …

Dass nach dem immensen Erfolg des Vorgängers ein weiterer Film um die blonde Wilde mit dem reinen Herzen folgen würde, war auch in den Fünfzigerjahren keine Frage. Doch von der Titelheldin abgesehen hat die Fortsetzung mit dem Original nicht mehr viel gemeinsam. Statt einer betulich-moralisierenden Verquickung von mildem Abenteuerfilm und herzerwärmendem Melodram serviert Regisseur Leitner einen actionlastigen Reißer, der nun ausschließlich in Afrika angesiedelt ist. (Bevor meinen Lesern angesichts dieser Worte der Sabber aus dem Mund läuft: Als actionlastiger Reißer darf der Film nach Kriterien der Fünfzigerjahre, nicht nach heutigen gelten.) Erstaunlicherweise legte man es nicht auf einen weiteren Skandal an, nachdem LIANE, DAS MÄDCHEN AUS DEM URWALD von der hitzigen Diskussion um die nackten Tatsachen der minderjährigen Hauptdarstellerin sicherlich nicht wenig profitiert hatte. Vielleicht wollte man das Glück nicht überstrapazieren, und so zeigt sich Marion Michael hier über weite Strecken wenn nicht gerade züchtig verhüllt, so doch immerhin soweit bekleidet, dass man sich die Augäpfel nach ihren ans Tageslicht strebenden Nippeln umsonst verdreht. Sie bleiben auch dann noch auffällig sicher unter ihrer üppigen Muschelkette verborgen, wenn sie sich während eines rituellen Tanzes zu Beginn des Films lustvoll windet, wiegt und das Becken in eindeutiger Zweideutigkeit im Rhythmus der Trommeln nach vorn schiebt. Trotz Nippellosigkeit ist LIANE, DIE WEISSE SKLAVIN wesentlich expliziter als Borsodys Vorgänger: Das liegt zum einen daran, dass die mittlerweile an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehende Hauptdarstellerin deutlich fraulichere Züge trägt, zum anderen an der Präsenz Hovens, der Hardy Krügers treudoofe Gutmütigkeit durch seinen gewohnt öligen Charme ersetzt. Sein lüsterner Blick lässt keinen Zweifel an seinen Gedanken, wohingegen man Krüger jederzeit abnahm, den Implikationen des Films gegenüber vollkommen bind zu sein.

Schon in seiner ersten Szene entledigt sich Hoven seines bis zwischen die Knie aufgeknöpften Hemds und der Abenteurerhose, um eine Dusche zu nehmen, entblößt dabei neben seinem nicht ganz so prächtigen, aber immerhin schön behaarten und gut gebräunten Torso auch der Welt scheußlichste Unterhose. In ihr zeichnet sich nicht nur für alle gut sichtbar ein kapitales Gemächt und ein eindrucksvolles Gehänge ab, mit hoch ausgeschnittenem Bein ermöglicht sie auch den freien Blick auf käsige Arschbacken. Danach fällt es ganz, ganz schwer, ihn als Helden zu akzeptieren, auch wenn er sich redlich bemüht. Aus der heißen Affäre mit Liane wird zwar nichts, aber immerhin lacht er sich in einem Krankenhaus den Sohn eines orientalischen Potentaten an, dessen Papa dann auch bei der Befreiung Lianes tatkräftige Hilfe leistet. Die ist eigentlich an ihrem Schicksal selbst Schuld, hätte für die bodenlose Dummheit, mit der sie sich und zahllose weitere Menschen in Gefahr bringt, nicht die Rettung, sondern eine ordentliche Tracht Prügel verdient: Einem verhafteten Menschenhändler steckt sie an Bord eines von Frank gesteuerten Flugzeugs aus Mitleid ein Messer zu, hat so den Tod eines Polizisten, einen Flugzeugabsturz, die Verwundung Franks und schließlich ihre eigene Gefangenschaft ganz allein zu veantworten. Aber damit ist es noch nicht getan: Als ihr eine schwarze Leidensgenossin mit einem erotischen Tanz, der die Sklavetreiber ablenkt, die Flucht ermöglicht, zögert Liane zögert keine Sekunde und lässt ihre Freundin ohne mit der Wimper zu zucken zurück. Ganz ehrlich: Das Mitleid mit ihr hält sich in engen Grenzen und sie kommt viel zu glimpflich davon. Ein Date Rape von Frank wäre das Mindeste, was sie zum Karmaausgleich über sich ergehen lassen müsste. Der wird dem Zuschauer aber leider vorenthalten. Und so ist der kurzweilige, aber recht egale Spuk nach noch nicht einmal 80 Minuten (gekürzte Fassung) auch schon wieder vorbei, ohne nennenswerte Spuren hinterlassen zu haben.

2005102388788_artikel[1]Ich habe NECRONOMICON – GETRÄUMTE SÜNDEN nicht verstanden. Einigermaßen erleichtert nahm ich daher zur Kenntnis, dass der unvergleichliche Jess Franco selbst keine Ahnung hatte, wovon sein Film eigentlich handelte, sich eher von spontanen Eingebungen und visuellen Einfällen treiben ließ. Der große weltweite Erfolg, den er mit dem Film landete, überzeugte ihn davon, dass ein Publikum einen Film nicht kognitiv erfassen können muss, um ihn zu mögen. Er muss sie visuell fesseln, sich mit Bildern bei ihnen einbrennen. Und eindrucksvolle Bilder hat NECRONOMICON – GETRÄUMTE SÜNDEN tatsächlich reichlich, sodass an seiner von Godard entlehnten Behauptung durchaus etwas dran sein könnte. Andererseits liegt der Verdacht nahe, dass die Kinogänger von der nackte Tatsachen und scharfe Sexpraktiken verheißenden Werbung in seinen Film gelockt wurden und ihn nach knapp 80 Minuten reichlich verdattert wieder verließen.

Versuch einer Zusammenfassung: Lorna Green (Janine Reynaud) arbeitet als Künstlerin in einem Berliner Nachtklub, wo sie auf der Bühne in bizarren SM-Inszenierungen als dominante Bestraferin auftritt. Ein Mann namens Pierce (Michel Lemoine) behauptet, sie „geschaffen“ und zu einer perfekten Verkörperung des Bösen gemacht zu haben. Ein anderer Mann (Jack Taylor) hat sie in Lissabon kennengelernt und ist mit ihr zusammen. In wilden Träumen unterhält sie sich mit ihrem Psychiater (Adrian Hoven) und sucht ein Schloss auf, in dem sie einem Admiral (Howard Vernon) begegnet und mit ihm seltsame Assoziatonsspiele spielt. Wenig später sieht sie bei einer öffentlichen Aufbahrung seinen übel zugerichteten Leichnam. Auf einer Party wird ihr und den anderen Gästen von einem Zwerg LSD verabreicht, woraufhin man über sie herfällt. Eine blonde Frau wird von Lorna in das Schloss gelockt, dort in eine Schaufensterpuppe verwandelt und schließlich ebenso von ihr ermordet. Ihr Geliebter plant schließlich mit Pierce, die unkontrollierbar gewordene Lorna aus dem Weg zu räumen, doch seltsamerweise überlebt sie das Attentat und bringt dann ihrerseits ihren untreu gewordenen Partner um.

I’m at a complete loss: Ja, einige Handlungsfragmente deuten darauf hin, dass der Film eine Reise in das Unbewusste einer schizophrenen oder paranoiden Frau darstellt. Der Hinweis auf eine erfolglos verlaufene Therapie, das Verschwimmen von Traum und Realität, das Einbrechen realer Ereignisse in die Sphäre des Traums sind nur die markantesten Anhaltspunkte für diese Annahme. Doch selbst wenn man sich an diese naheliegende Interpretation klammert, bleibt NECRONOMICON – GETRÄUMTE SÜNDEN kryptisch, wenn nicht gar hermetisch, läuft nicht auf einen narrativen Endpunkt zu, sondern versandet irgendwie in einem nicht näher definierten Nichts. Die sinnliche Fotografie von Franz X. Lederle, der alles mit einem gleißenden Schleier aus mediterranem Licht umhüllt und die Farben förmlich explodieren lässt (das kann natürlich auch der der mir vorliegenden DVD von Blue Underground liegen), ist sicherlich das prägnanteste formale Charakteristikum des Films und wesentlich für dessen entrückte, schlafwandlerische Atmosphäre verantwortlich. Zusammen mit der Musik von Friedrich Gulda und den gespreizten, artifiziellen Dialogen, die eher an moderne Lyrik als an gesprochene Worte erinnern, verhindern sie aber auch ein echtes Eintauchen in und die Anteilnahme am Film. NECRONOMICON – GETRÄUMTE SÜNDEN ist wohl auch ein Produkt der zur damaligen Zeit kursierenden Hippie-Ideale (siehe die LSD-Party), das die Identifikation für den heutigen Zuschauer massiv erschwert, ja ihn geradezu ausschließt, wenn er mit der damaligen Rhetorik nicht vertraut ist. Mir liegt der böse Vorwurf der Prätentiosität auf der Zunge, die Einschätzung des Films als artsy-fartsy, als schön und rauschhaft zwar, aber auch als unangenehm solipsistisch und verblendet. „Nehmt den Hippies die Kamera weg!“, sagte Lukas Foerster dazu treffend anlässlich der Sichtung des ähnlich gelagerten LA PHILOSOPHIE DANS LE BOUDOIR beim Hofbauer-Kongress im Januar. Dass Franco – gern mal etwas überschwänglich – im Interview anführt, sein Film sei kurz nach Veröffentlichung in Psychologievorlesungen deutschen Universitäten als Anschauungsmaterial vorgeführt und für die präzise Darstellung paranoider Wahnvorstellungen gelobt worden, passt zur von mir kritisierten self-importance des Films, der Wahrheitsgehalt seiner Aussagen scheint mir aber, ehrlich gesagt, dennoch eher unwahrscheinlich. Vielleicht bin ich angesichts der Vorstellung, dass in den Sechzigerjahren Franco-Filme an der Uni gezeigt wurden, aber auch nur neidisch.

Fazit: Nicht ohne ästhetischen Reiz, aber für Franco-Verhältnisse erstaunlich verkopft und anstrengend. Zum jetzigen Zeitpunkt not quite my cup of tea.  Für Franco-Aficionados und solche, die es werden wollen, ist der Film aber dennoch bedeutsam: Es war der erste Film, den der Spanier komplett außerhalb seiner Heimat drehte, und er stellte die erste Zusammenarbeit mit Jack Taylor und Janine Reynaud dar.

 

Exif JPEGWien. Kurz bevor ihre Mutter, die Nachtclubsängerin Prisca (Helga Liné) ermordet wird, kann die kleine Claudia (Susanne Uhlen) einen Blick auf den Täter erhaschen. Es ist der Ganove Boris Garrett (Carl Möhner), der in der Folge nichts unversucht lässt, die Kleine in seine Hände zu bekommen. Polizeirat Erwin Moll (Folco Lulli) und Oberinspektor Charly Fischer (Harald Juhnke) versuchen ihrerseits alles, der Kleinen habhaft zu werden, während sie weiter nach dem Motiv hinter der Tat suchen. Bewegung kommt in die Ermittlungen als sie den Falsch- und Glücksspieler Waldemar Fürst (Adrian Hoven), genannt „der sanfte Waldemar“, befragen …

Als „Wilhelm Arpad Hofkirchner“ 1922 in Österreich geboren, kam Hoven in den Vierzigerjahren zum Film und entwickelte sich auch dank seines guten Aussehens zum gefragten Darsteller in Liebes-, Heimat-, Kriegs- und Kriminalfilmen. Will Tremper, berühmter stern-Journalist und Regisseur von etwa DIE ENDLOSE NACHT oder PLAYGIRL, erinnert sich in seiner lesenswerten Autobiografie „Meine wilden Jahre“ an Hofkirchner, dessen Umbenennung er mitinitiiert haben weil, weil er „gar nicht wie so’n Tiroler Lackl“ ausgesehen habe:

„Als Adrian Hoven hat der Peter Hofkirchner noch 1949 in dem Zirkusfilm ,Tromba‘ von Helmut Weiß seinen Durchbruch erlebt, im Jahr darauf in ,Föhn‘ dem Hans Albers schon die Lilo Pulver ausgespannt, und danach war seine Karriere nicht mehr aufzuhalten. In großen Filmen, wie ,Canaris‘ und ,Wien, du Stadt meiner Träume‘, und sogar bei Faßbinder hat er mitgemischt, gut und gern fünfzigmal. Und natürlich ist er völlig durchgeknallt, der ,Sepp‘, behauptete plötzlich, sein wirklicher Vorname sei ,Arpad‘ und Weiß habe ihn als ,Werkspilot von Messerschmitt‘ für den Film entdeckt. Und dann führte er unter dem Namen Percy Parker auch noch selbst Regie und ruinierte sich als Produzent mit heillosen sado-masochistischen Horrorfilmen, die er selbst schrieb und ,Im Schloß der blutigen Begierden‘ [sic!] und ,Hexen – geschändet und zu Tode gequält‘ titelte. Im Wartezimmer unseres gemeinsamen Zahnarztes in Grünwald habe ich ihn kurz vor seinem Herztod, 58 Jahre alt, noch einmal getroffen und zum erstenmal erkannt: Mit seinen Mißerfolgen wird fast jeder fertig, mit Erfolg nur die wenigsten.“

Hovens eigentliches Regiedebüt, eben diesen DER MÖRDER MIT DEM SEIDENSCHAL, lässt Tremper aus, wahrscheinlich, weil er ihn vergessen oder auch nie gesehen hat, möglicherweise aber auch einfach, weil er nicht so recht reinpassen will in die von Tremper erdachte Dramaturgie vom schönen Glückspilz, der auf seinen eigenen Erfolg hereinfällt und größenwahnsinnig wird. Laut eigenen Aussagen drehte Hoven den Film, weil er genug hatte von der betulichen Schönfärberei der Heimatschnulzen und Liebesfilme, die er bis dahin in Reihe gemacht hatte, und ein anderes Wien zeigen wollte: das Wien der Nachtclubs, der kleinen schmierigen Ganoven, der dunklen Gassen, der Halblichtgestalten. Und das ist ihm mit DER MÖRDER MIT DEM SEIDENSCHAL ausgezeichnet gelungen. Sein Thriller ist klassischer Suspense-Stoff, getragen von der stimmungsvollen Fotografie an Originalschauplätzen, der authentisch wirkenden Milieuzeichnung und den ausgezeichneten, unverbraucht und frisch agierenden Darstellern (allen voran Folco Lulli und Hoven selbst, der als „sanfter Waldemar“ eine Glanzleistung abliefert). In der Verbindung dieser Elemente entwickelt der Film einen unnachahmlichen sense of place, der mich tief in seinen Bann zog und erst im etwas zu sehr in die Länge gezogenen Finale wieder losließ.

Es sind immer wieder die kleinen Momente, die einen förmlich aufschrecken lassen und die Konventionen eines gleichmäßig fließenden „Spannungsfilms“ aufbrechen. Die Ohrfeige, die eine Prostituierte von ihrem Zuhälter verpasst bekommt schallt so heftig, schüttelt sie so ordentlich durch, dass selbst die Darstellerin davon überrascht scheint. So kann man das unmöglich spielen: Ich vermute, die Schauspielerin wusste gar nicht, dass sie eine gelangt bekommen würde. Die Dialoge zwischen den halbseidenen Charakteren sind direkt auf der Straße aufgeschnappt worden, ermöglichen einen Blick in eine fremde Welt, die nach ganz eigenen Gesetzen funktioniert.  Von der ganzen Dimension dieser Welt vermittel der Film nur eine leise Ahnung, was ihn umso größer erscheinen lässt. Außergewöhnlich auch Folco Lullis Polizeirat, ein gemütlicher dicker Familienvater, dem wir einmal beim ausgelassenen Spiel mit seinen Kindern beiwohnen. Seine absolut glaubwürdige Sorge um Claudias Sicherheit bestimmt alle seine Handlungen und hebt ihn deutlich ab von anderen Ermittlerfiguren, die gerade im Kriminalfilm ja nur zu gern jede Vorsicht vermissen lassen und oft genug sogar absolut fahrlässig handeln. Hier zeigt der Film ein menschliches Herz, das ihn über das bloße Reißertum hebt.

So steht am Ende ein fesselnder, aufregender Thriller, der – wie Hoven das intendiert hatte – einen Blick auf ein anderes Wien ermöglicht, eines abseits der bekannten Touristenströme und -attraktionen. Leider wusste das damals niemand zu schätzen: Urteile wie jenes aus dem Evangelischen Film-Beobachter, der DER MÖRDER MIT DEM SEIDENSCHAL in völliger Verkennung seiner Qualitäten als „unglückliche Mischung aus hartem Kriminalreißer und rührseliger Schnulze“ bezeichnet, zudem als „unbeholfen und auch in den halbdokumentarischen Polizeiteilen wenig glaubwürdig“, und zu dem harten, apodiktischen Schluss gelangt: „Für Erwachsene ohne jede Empfehlung“, trugen ihren Teil dazu bei, dass der Film an der Kasse durchfiel. Wahrscheinlich war es diese Enttäuschung darüber, mit einer Herzensangelegenheit gescheitert zu sein, statt eines von Tremper diagnostizierten, diffusen Größenwahns, der Hoven dazu bewegte, es mit sensationalistischen Horrorfilmen zu versuchen. Wenn er schon für einen hervorragenden Milieuthriller wie DER MÖRDER MIT DEM SEIDENSCHAL unverdientermaßen Schläge einstecken musste, dann konnte er auch gleich mit beiden Händen aus dem Vollen schöpfen. Zwei Jahre später entstand dann also IM SCHLOSS DER BLUTIGEN BEGIERDE, der Hovens Abstieg in den Exploitationsumpf besiegelte. Und siehe da: Er hatte damit Erfolg. Wer wollte ihn dafür verurteilen, der Meute das gegeben zu haben, was sie offensichtlich verlangte?

Der Chicagoer Gangsterboss Kerkie Minelli (Eric Pohlmann) wird wegen Steuerhinterziehung aus den USA ausgewiesen: Die Hinrichtung der Konkurrenzbande von O’Connor konnte man ihm nicht nachweisen. Er lässt sich in London nieder, wo auch „der schöne Steve“ (Klaus Kinski), O’Connors einstige rechte Hand, eine neue Heimat gefunden hat. Bald liegen die Organisationen der beiden erneut im Clinch: Sie versenden Erpresserschreiben an die wohlhabenden Bürger Londons und ermorden jeden, der auf ihre Forderungen nicht eingeht. Scotland-Yard-Inspector Weston (Adrian Hoven) zieht angesichts der sich häufenden Todesfälle den FBI-Mann Allerman (Christopher Lee) hinzu. Während ihrer Ermittlungen machen sie Bekanntschaft mit der schönen Lilian Ranger (Marisa Mell), die als Sekretärin in den Diensten des ermordeten Tanners (Fritz Rasp) stand und erfährt, dass er sie seinem Neffen, dem Orchideenforscher Edwin (Pinkas Braun), als Erbe vorzieht. Damit ist die Schöne natürlich selbst ein potenzieller Erpressungskandidat …

Um an dieser Stelle mit einem kurzen Zwischenfazit einzusteigen: Ich bin überrascht, wie divers die Edgar-Wallace-Filme der Rialto bislang sind, ganz entgegen der landläufigen Meinung, sie seien allesamt nach demselben steifen Schema gestrickt. Doch von einer lückenlos perfektionierten Schablone ist wenigstens bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viel zu merken, wenn man einmal von einigen Details absieht: Meistens gibt es einen Scotland-Yard-Protagonisten und ein weibliches Opfer, das es zu beschützen gilt, meist ist Eddie Arent als Comic Relief anwesend, sind die Kriminalfälle verschlungen und ist die Lösung erst nach zahlreichen Todesfällen in Sicht. Vor allem tonal decken die Filme eine große Bandbreite ab, reichen von straighten Gangster- und Quasi-Actionfilmen wie DER FROSCH MIT DER MASKE über Mystery-Krimis wie DER GRÜNE BOGENSCHÜTZE, DIE BANDE DES SCHRECKENS und DIE SELTSAME GRÄFIN bis hin zum Proto-Giallo DAS GEHEIMNIS DER GELBEN NARZISSEN, dem Pulp-Horror von DIE TOTEN AUGEN VON LONDON oder dem gediegenen Whodunit der Marke DER FÄLSCHER VON LONDON. DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE knüpft mit seiner Geschichte um zwei verfeindete Syndikate an Reinls ruppigen Einstand mit DER FROSCH MIT DER MASKE an, verquickt den Gangsterfilm-Stoff jedoch mit den komischen, selbstreflexiven Elementen, die vor allem Jürgen Roland in die Reihe einführte. Ashleys Gangsterfilm ist der bislang temporeichste und humorvollste Film der Reihe, funktioniert bisweilen fast als Persiflage und steckt voller schöner Regieeinfälle, die ihn zur kleinen Pulp-Perle machen.

Eddi Arent hat seine bislang witzigste Rolle als „Todesbutler“, der seinen Namen der Tatsache verdankt, dass seine Arbeitgeber stets kurz nach seiner Einstellung den Anschlägen der Erpresser zum Opfer fallen. Anstatt sich aufgrund dieser Schicksalsschläge jedoch selbst als verflucht oder zumindest vom Pech verfolgt zu begreifen und die Todesfälle bei seinen Bewerbungen geheim zu halten, begreift er sie gerade als seine besondere Qualifikation. Und alle lassen sie sich von ihm überzeugen, nur um kurze Zeit später dann doch ins Gras zu beißen. Seine Bemühungen, seine Arbeitgeber in Sicherheit zu bringen, nehmen teilweise bizarre Formen an: Die alte Mrs. Moore (Sigrid von Richthofen) schickt er mitten in einer Regennacht mit dem Auto nach Schottland, wo ihr nichts passieren könne, den Abenteurer und Soldaten Oberst Drood (Herbert A. E. Böhme) unterstützt er mit Stahlhelm und Gewehr bei der Verteidigung seines Schlosses vor heranrauschenden Flugzeugen. Aber er ist nur das herausstechendste komische Merkmal in einem Film, der enorm viel Witz schon durch sein Erzähltempo und seinen Schnitt erzeugt. Als plötzlich ein und dieselbe Person zwei verschiedene Erpresserbriefe – jeweils eines von jeder Bande – erhält, kommentiert Weston dieses Vorkommnis mit der Vermutung, dass sich nun beide Banden an einen Tisch begeben und eine Abmachung über eine künftige Zusammenarbeit treffen müssen. Nach einem Schnitt passiert genau das: Die beiden Gruppen sitzen an einem langen Tisch und palavern über ihre künftige Partnerschaft und die Aufteilung ihres Vermögens. London wird mittels einer vertikalen Linie auf dem Stadtplan kurzerhand in zwei Reviere geteilt, so einfach kann das gehen. Urkomisch ist auch die Szene, in der der greisenhafte Tanner seine Sekretärin Ms. Ranger zu sich ruft: Er gesteht ihr, dass er sich um ihre Zukunft sorge und sicherstellen wolle, dass es ihr an nichts im Leben fehle. Und dann kulminieren seine Worte in dem alles andere als zärtlich herausgebellten Satz: „Wollen Sie mich heiraten?“, der weniger eine Frage als vielmehr eine Aufforderung darstellt und das ganze Unbehagen des alten Mannes zum Ausdruck bringt.

Man kann sich darüber streiten, ob Adrian Hoven ein guter Ersatz für Joachim Fuchsberger ist: Ich finde den Österreicher etwas zu glatt, zu schmierig, zu selbstzufrieden und vor allem zu unbeweglich, um als Actionheld zu funktionieren. Er ist annehmbar in seiner Rolle, scheint sich aber selbst nicht richtig wohl zu fühlen und bleibt somit der einsame Schwachpunkt einer sonst kongenialen Besetzungsliste: Christopher Lee ist gewohnt ehrfurchtgebietend (er spricht sich auch in der deutschen Fassung selbst), Marisa Mell umwerfend und deutlich weniger hilflos als ihre Vorgängerinnen, Pinkas Braun angemessen diabolisch, ohne allzu offensichtlich böse zu sein. Die besten Rollen haben aber Klaus Kinski und Eric Pohlmann abbekommen; gerade letzterer überzeugt mit herrlichem Ösi-Akzent als italoamerikanischer Gangster, der nur halb so gewissenlos ist, wie er tut. Es ist nicht so leicht, die Qualitäten von DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE auf den Punkt zu bringen: Ich würde sagen, er überzeugt, weil er großes Gewicht auf stimmige Details legt, weil er randvoll und dicht ist und somit auch dann glaubwürdig und echt wirkt, wenn er den größten Blödsinn veranstaltet. Relativ zu Beginn wohnt man einem Einsatz der Polizeibeamten auf einer Großbaustelle bei: Sowohl Allerman als auch Weston sind wie ihre Kollegen als Bauarbeiter verkleidet, treiben sich auf dem Gelände herum, bis es schließlich zur Sache geht: Da fühlt man sich fast in ein Roland’sches Police Procedural versetzt, scheint Ashleys Film plötzlich deutlich realistischer und moderner als alle anderen Wallace-Filme vor ihm, nur um den Realismus im Anschluss dann gleich wieder zu unterlaufen. Es passiert einfach unglaublich viel in DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE, es kommt niemals Langweile auf. Vielleicht bietet er als erster Film der Reihe einen Ausblick darauf, wie sich die Wallace-Reihe im Speziellen und das Exploitationkino im Allgemeinen in den kommenden Jahren verändern sollten. Aber auch wenn man lieber vorsichtig sein möchte mit allzu vollmundigen Zuschreibungen: Dieser Film hat eine ganze Menge zu bieten. Und – das sollte auch mal erwähnt werden – er macht saumäßig Spaß.

Die Edgar-Wallace-Checkliste:

Personal: Eddi Arent (8. Wallace-Film),  Fritz Rasp (5.), Klaus Kinski und Ernst Fritz Fürbringer (4.), Sigrid von Richthofen (3.), Christopher Lee, Hans Paetsch, Horst Breitkreuz, Peter Frank, Benno Gellenbeck, Kurt A. Jung, Charles Palent und Friedrich G. Beckhaus (2.), Pinkas Braun und Frank Straass (1.). Regie: Helmut Ashley, Drehbuch: Egon Eis (als Trygve Larsen) (5.), Kamera: Franz X. Lederle, Musik: Peter Thomas (3.), Schnitt: Herbert Taschner (2.), Produktion: Horst Wendlandt (5.). 
Schauplatz: Chicago, London, Scotland Yard, diverse Büros und Wohnsitze, eine Bank, ein Tabaklädchen. London, Hamburg und Cuxhaven.
Titel: Bezieht sich auf die Identität des Erpressers. Im Grunde genommen ist der Titel ein Spoiler, weil erst er überhaupt suggeriert, dass an dem Orchideenforscher Edwin etwas „rätselhaft“ ist. Zum vierten Mal ist ein Farbwort enthalten (zum zweiten Mal „rot“), zum zweiten Mal eine Blume.
Protagonisten: Scotland-Yard-Inspektor Weston, FBI-Mann Captain Allerman und Damsel in Distress Lilian Ranger.
Schurke: Die Gangsterbosse Kerkie Minelli und „der schöne Steve“, diverse ihrer Killer und ein mysteriöse Mann im Hintergrund.
Gewalt: Diverse Erschießungen und Erstechungen, ein Rasiermessermord, Tod durch einen auf der Landstraße aufgestellten Spiegel und durch Autobombe.
Selbstreflexion: Cora Minelli liest das Goldmann-Taschenbuch von Wallace‘ „Die toten Augen von London“, Eddie Arent wendet sich direkt ans Publikum.