Mit ‘Anders Hove’ getaggte Beiträge

bloodlust-subspecies-iiiIch habe es im Eintrag zum Vorgänger schon angekündigt: Hier ist es leider vorbei mit der unerwarteten Herrlichkeit. Zeitgleich mit BLOODSTONE: SUBSPECIES II gedreht, krankt BLOODLUST: SUBSPECIES III daran, im Grunde dieselbe Geschichte noch einmal mit exakt denselben Mitteln zu erzählen. Der Film fühlt sich wie ein selbstgefälliges Auf-der-Stelle-Treten an und das ist er ja auch: Da sollte einfach schnellst- und günstigstmöglich der nächste Eintrag der Reihe rausgehauen werden und die ganzen wirklich geilen Ideen hatte man bereits in den zweiten Teil gepackt. Für den dritten blieb dann nur der Schnittmüll übrig, zumindest fühlt sich BLOODLUST über weite Strecken so an.

Ich habe irgendwann den Braten gerochen und bin sanft vor der Glotze entschlummert, um pünktlich zum Showdown wieder aufzuwachen. Das Bedürfnis, das Versäumte nachzuholen, hielt sich arg in Grenzen. Das ist ein deutliches Zeichen.

subspecies-2-variant-coverSUBSPECIES habe ich schon für einen mittelschweren Glücksfall gehalten, das Sequel setzt noch einen drauf: Visuell ist Nicolaous Film überaus beglückend, voller geheimnisvoller, mystischer Bilder, geprägt durch fantasievollen Lichteinsatz, famose Make-up-Effekte und ansprechende Bildkompositionen. Die Schattenspiele um den bösen Vampir Radu (Anders Hove) sind noch spektakulärer als zuvor, nicht zuletzt, weil ein Teil der Handlung nun in den historischen Straßen Bukarests angesiedelt ist, die optisch einen reizvollen Kontrapunkt zu den dunklen Wäldern und grauen Burgruinen setzen.

Das führt mich zum zweiten Pluspunkt von BLOODSTONE: SUBSPECIES II, denn nun wird auch inhaltlich etwas mehr geboten als im doch etwas eindimensionalen Vorgänger. Der Film ist abwechslungs- und wendungsreicher, hat mehr Tempo, einen interessanteren Plot und bessere Akteure. Man könnte sagen, dass Produzent Charles Band die mit dem ersten Teil eingefahrenen Gewinne sinnvoll reinvestiert hat. Das ist im Hinblick auf die kommende, Back-to-Back mit diesem zweiten Teil entstandene Installation der Reihe aber nur die halbe Wahrheit, denn die wird eine deutliche Ernüchterung bringen. Doch die triste Aussicht auf die Zukunft soll die Freude an diesem sehr schönen Vampirfilm nicht schmälern. Solche stimmungsvollen Produktionen waren im Horrorfilm der Neunzigerjahre rar gesät, vor allem im Bereich des DTV-Films. BLOODSTONE: SUBSPECIES II sticht nicht nur aus dem Gros dessen, was damals die Videotheken flutete, sondern auch aus dem Full-Moon-Oeuvre, weit heraus. Wer sich ein Stück kindlicher Begeisterungsfähigkeit bewahrt hat, sollte dem Film eine Chance geben.

main-subspecies_lrgDer erste Teil des Vampirfranchises von Full Moon, der auf kunterbunten, infantilen Videotheken-Horror spezialisierten Produktionsfirma um Charles Band, ist eine ganz angenehme Überraschung geworden: Der Film ist nämlich ausnahmsweise mal nicht einfach nur beknackt, sondern tatsächlich sehr schön und sogar atmosphärisch. Onkel Charles‘ Pfennigfuchserei hatte hier mal was Gutes: Die Geschichte um den bösen Vampirfürsten Radu (Anders Hove) an Originalschauplätzen in Rumänien zu realisieren, verschafft dem Film einen sense of place und ein märchenhaft-traumgleiches Ambiente, das sich im Studio oder an einem kalifornischen Plastikschlösschen eher nicht eingestellt hätte. Ted Nicolaou und der wahrscheinlich ortskundige Kameramann Vlad Paunescu fangen die urwüchsige Wald- und Berglandschaft, verwunschene Burgruinen und kleine Dörfer in schönen Einstellungen ein, das durch den Verzicht auf eine amerikanische Crew gesparte Geld wurde in sehr ansehnliche Make-up-Effekte gesteckt. Vor allem der ständig Blut geifernde Radu ist mit seinen Nosferatu-Fingern und den tief in dunklen Höhlen liegenden Augen überaus eindrucksvoll geraten, darf ganz nach dem berühmten Vorbild von Murnau immer wieder drohende Schatten an die Wände werfen.

Irrsinnig aufregend ist SUBSPECIES nicht, da sollte man nicht zu viel erwarten, aber mir hat gerade diese etwas verschlafene Art eigentlich ganz gut gefallen, weil sie den oben erwähnten Märchen- und Traumcharakter unterstreicht. Ein bisschen erinnert die Full-Moon-Produktion visuell und stimmungsmäßig an die Filme, die Lamberto Bava im Laufe der Achtzigerjahre drehte. Was nicht die schlechteste Referenz ist, die man machen kann.