Mit ‘Andrew Dice Clay’ getaggte Beiträge

Den Bahnhofskino-Podcast mit Patrick Lohmeier aufzunehmen, ist eine der größten Freuden meiner Bloggertätigkeit. Diesmal habe ich Patrick zwei Teeniekomödien aus den Achtzigerjahren vorgeschlagen bzw. aufgedrängt: Greydon Clarks jede nach unten offene Niveauskala sprengenden JOYSTICKS sowie MAKING THE GRADE, einen in Deutschland nur wenig bekannten Genrebeitrag der seligen Cannon mit dem wenig später zur Bratpack-Ikone aufgestiegenen Judd Nelson. Patrick war gerade von JOYSTICKS nicht ganz so überzeugt wie ich, aber dennoch habe ich nicht locker gelassen, ihn vom schmuddeligen Charme des Films zu überzeugen. Wer 90 Minuten Zeit und Lust hat, unsbeim Plaudern zuzuhören ist hiermit herzlich eingeladen. Hier geht’s zum Podcast: https://www.bahnhofskino.com/2019/04/vidioten-zoff-hoover-academy-podcast.html

Vor 13 Jahren, kurz vor der Halloween Prom Night, wurde Marys (Julia Duffy) ältere Schwester von einem Rasenmäher-Mörder mit Kürbismaske ermordet. Dieses Verbrechen hat jedoch nicht nur Mary traumatisiert, sondern auch den damaligen Rookie-Cop Harbinger (Joe Don Baker), der seit jener Nacht keine Stunde geschlafen hat. Mit Recht, denn der Killer wurde nie gefasst und treibt nun erneut sein Unwesen …

WACKO ist der grob misslungene Versuch einer Horrorfilm-Parodie nach dem Vorbild der Zucker/Abrahams/Zucker-Filme, der jedoch ziemlich eindrucksvoll deutlich macht, dass es längst nicht ausreicht, in jeder Minute einen Gag auf Kosten berühmter Filme in der Hoffnung abzufeuern, dass irgendeiner davon schon kleben bleiben wird. Eigentlich ist WACKO noch nicht einmal eine Parodie, weil sich sein Witz darauf beschränkt, Horrorfilme wie HALLOWEEN, PROM NIGHT, THE EXORCIST, THE OMEN oder PSYCHO in plumpen Kalauern zu referenzieren, ohne dass diese jedoch auf einem tieferen Verständnis der Originale beruhen würden. Während etwa der ZAZ-Film AIRPLANE! die Struktur des Katastrophenfilms perfekt emuliert, hat WACKO mit den Filmen, die er auf die Schippe nimmt, nichts weiter zu tun, als dass er inhaltliche Versatzstücke aufgreift und ohne Sinn für eine übergeordnete Dramaturgie aneinander reiht. Es gibt durchaus ein paar brauchbare Gags, doch auch diese verpuffen meist, weil sie von Clark ohne Sinn für Timing inszeniert wurden. Ein Witz ist nunmal nicht per se witzig, sein Erfolg hängt davon ab, wie er erzählt wird und hier versagt Clark völlig. Während die ZAZ-Filme von Beginn an einen Ton und eine Logik etablieren, innerhalb derer auch völlig schwachsinnige Ideen zünden, hat man bei WACKO stets das Gefühl, bevormundet zu werden. Jeder Witz wird in einer Art und Weise eingefangen, die dem Zuschauer ganz unmissverständlich klarmacht, dass er jetzt gefälligst zu lachen hat. Und das funktioniert einfach nicht.

Wenn man dann doch mal schmunzelt, dann ist das den Schauspielveteranen George Kennedy – der sein komisches Talent ja später im ZAZ-Film THE NAKED GUN unter Beweis stellen durfte – und Joe Don Baker zu verdanken, die ihre Rollen mit einer Verve angehen, die der Film eigentlich nicht verdient hat. Allein wie Baker hier aussieht ist schon aller Ehren wert, und wenn der beim Bespannen seiner minderjährigen Töchter erwischte Doctor Graves (Kennedy) die Standardausrede, er mähe den Rasen, auch dann noch bringt, wenn er auf einer Leiter stehend durch ein Fenster im ersten Stock glotzt, ist das ein Beispiel für eben jene Absurdität, die die ZAZ-Filme so brillant zu etablieren wussten. Leider beackert Clark – es verwundert nicht wirklich – eher das Terrain des tumben Herrenwitzes, bleibt dabei aber auf einem solch jämmerlichen Niveau, dass noch nicht einmal Andrew Dice Clay als – festhalten – Tony Schlongini damit etwas anfangen kann. Mein „Lieblingsgag“ ist die Antwort von Doctor Graves auf die Frage seiner Ehefrau (Stella Stevens), wie er denn eigentlich mit Vornamen heiße. „Doctor“ sagt er. Das sei tatsächlich nur ein Vorname, er habe nie ein Medizinstudium abgeschlossen. Und wie war der Name seines Vaters, will die Frau wissen? „Der hieß ,Nurse‘.“ – Ich habe durchaus ein Faible für Zoten und Albernheiten, aber wenn das der größte Lacher ist, den man vorzuweisen hat, sollte man von Komödien vielleicht besser Abstand nehmen.

Andrew Dice Clay, geboren Andrew Clay Silverstein, stieg Mitte der Achtzigerjahre in den Olymp amerikanischer Stand-up-Comedy auf. Von dort aus eroberte er den Mainstream, spielte nach mehreren Hollywood-Gastauftritten (u. a. in MAKING THE GRADE und PRETTY IN PINK) 1990 endlich die Hautrolle in „seinem“ THE ADVENTURES OF FORD FAIRLANE, bevor ihm die Vielzahl von Skandalen und die Übersättigung seiner Fanbase das Genick brachen. Clay verkörperte auf der Bühne einen ungebildeten, reaktionären, rassistischen, sexistischen und homophoben Proleten aus Brooklyn mit den delusions of grandeur, die solche Personen erst so richtig widerwärtig machen. Als selbstverliebter Geck in Marlon Brando’scher Ganzkörperledermontur, eigenem T-Shirt-Design („DICE“), radkappengroßer Gürtelschnalle, fingerlosen Lederhandschuhen, Elvis-Pomadenfrisur, fettem Brooklynite-Akzent und geradezu lächerlich übertriebenen Manierismen wie seiner Zippo-Zeremonie zog er über Frauen her, die seiner Meinung nach vor allem dazu da sind, großzügig Blowjobs zu geben oder wenigstens sauberzumachen, über Ausländer, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, beleidigte und verspottete sein Publikum oder dichtete Kinderlieder zu Herrenwitzen um. Eine Mischung, die nicht lange darauf warten musste, zur Zielscheibe der Political Correctness zu werden: Von MTV wurde er 1989 lebenslang „verbannt“ und diverse Talkshow-Gäste – darunter etwa Sinead O’Connor – weigerten sich, mit ihm gemeinsam aufzutreten. Dass er mit seiner Figur den Nerv des Publikums traf, lässt sich nicht nur daran ablesen, dass er 1990 als erster und bislang einziger Comedian den Madison Square Garden an gleich zwei Abenden hintereinander ausverkaufte, sondern auch an den Reaktionen des Publikums auf seinem Live-Album „The Day the Laughter died“, das nahelegt, dass nur ein Bruchteil der Menschen verstanden hatte, worum es bei ihm eigentlich ging.

Auf das Album bin ich über diesen Text auf einer meiner Lieblingsseiten gestoßen und es waren Sätze wie die folgenden, die mich neugierig machten: „[Andrew Dice Clay] got a full club audience into Dangerfield’s in NYC expecting a comedy show and somehow kept the diehard few laughing even as others called him a jerk and stormed out of the club so he could make fun of them even more behind their backs. Because he just didn’t give a fuck. I’m not sure exactly what drove Mr. Clay to perform this act and release it as an album, but man is it something else.“ Tatsächlich gibt es nichts von dem, was das Programm von Stand-Up-Comedians üblicherweise auszeichnet: keine lustigen Anekdoten, keine elaborierten Gags, nichts, womit man sich als Zuschauer (und -hörer) auch nur annähernd identifizieren könnte. Stattdessen hagelt es brutal anstößige Tiraden über Frauen (die er mit Vorliebe als „dunces“ bezeichnet), Schilderungen über sexuelle Vorlieben wie „ass-eating“ komplett mit entsprechenden Soundimitationen, ein superoffensives Vokabular, das die Frage aufwirft, wie diese Platte jemals unzensiert veröffentlicht werden konnte, und natürlich die kaum noch zu zählenden Zuschauerbeleidigungen. Letzteres ist das, was „The Day the Laughter died“ zu einem so spannenden Erlebnis macht. Von Anfang an hört man Clay die Angepisstheit förmlich an. Seine Stimme zittert leicht, als stünde er unter massivem Adrenalinschub und manchmal beginnt er in sich hineinzumurmeln, als könne er seinen Zorn kaum noch bremsen. Was seine Zuschauer – offensichtlich ein sehr durchschnittliches Publikum – bekommen, hat nichts mehr mit der „sicheren“ Comedy zu tun, die sie von anderen Entertainern gewohnt sind. Das hier ist der freie Fall und jeder Platz verwandelt sich in einen Schleudersitz. Die Stimmung wird zusehends feindseliger und es wird klar, dass Clay hier ziemlich viel aufs Spiels setzt: neben der Unversehrtheit des Publikums auch seine eigene. Nicht alle halten das aus: Immer wieder verlassen Leute den Saal, denen Clay dann entweder hinterherruft oder aber mit ihren Sitznachbarn über sie lästert. Frauen werden plump angebaggert, Männer zum Ehebruch überredet. Den einsamen Höhepunkt dieser Psychospielchen bildet das Gespräch mit einem Familienvater, den Clay in Anwesenheit seiner beiden Töchter der Pädophilie bezichtigt.

Man mag die knapp 90-minütige Live-Aufzeichnung mit gutem Recht als unwitzig und geschmacklos bezeichnen (wobei das auch bedeutet, auf die Kunstfigur Andrew Dice Clay hereinzufallen bzw. sie mit ihrem Erfinder gleichzusetzen): Nach klassischem Verständnis gibt es hier keinen Humor, lediglich Wut, Hass, Niedertracht, Dummheit und Herablassung. Aber die Art, wie Clay seinen Plan umsetzt, wie er ihn bis zum bitteren Ende durchzieht, ohne selbst genau zu wissen, worauf er sich da eingelassen hat und wo das alles hinführen wird, ist nicht weniger als beeindruckend. Wenn er zwischendurch mit sich selbst redet, andeutet, dass es heute abend nichts zu lachen, sondern nur Stille geben werde, dann weiß man nicht genau, ob das mit zum Programm gehört oder ob Andrew Dice Clay freiwillig auf jede Absicherung verzichtet, sich sehenden Auges in die Gefahr begeben hat. Fest steht nur, dass an diesem Abend niemand unbeschädigt das Auditorium verlassen haben dürfte.  Und die Gestalten, denen bei all dem nicht für eine Sekunde das dummdreiste LAchen vergangen ist, denen war wahrscheinlich vorher schon nicht mehr zu helfen. Es gibt einen Film von Oliver STone, TALK RADIO, der erzählt, wie ein misanthropischer Radiomoderator sein Publikum solange provoziert, bis irgendwann ein Mörder bei ihm anklopft. Ganz so weit geht es bei „The Day the Laughter died“ nicht, aber vor diesem Hintergrund ahnt man, was an diesem Abend auf dem Spiel stand. Wahnsinn.

Palmer Woodrow (Dana Olsen), nichtsnutziger Sohn neureicher Eltern, hat deren Geduld endgültig überstrapaziert: Damit er nach etlichen fehlgeschlagenen Versuchen endlich einen Abschluss vorweisen kann, hat ihn der Vater auf der Hoover Academy eingeschrieben, die zwar keinen besonders guten Ruf genießt, Palmer aber immerhin angenommen hat. Der will den Sommer jedoch viel lieber in Europa verbummeln und so kommt es ihm sehr gelegen, als das Schicksal ihn mit Eddie Keaton (Debütant Judd Nelson) zusammenführt, einem kleinkriminellen Taugenichts, der so viele Schulden bei seinem Buchmacher Dice (Andrew Dice Clay) angehäuft hat, dass dieser ihm an den Kragen will. Für ein stattliches Sümmchen erklärt sich Eddie bereit, statt Palmer die Hoover-Academy zu besuchen und dort für ihn den Abschluss zu machen. Doch natürlich geht das nicht ohne diverse Probleme vonstatten …

Mit MAKING THE GRADE versuchte sich die Cannon auch im damals immens populären Teenie- respektive Collegefilm und orientierte sich dazu am CITIZEN KANE des Genres, John Landis‘ NATIONAL LAMPOON’S ANIMAL HOUSE. Das Ergebnis ist – wie so viele Cannon-Filme außerhalb des fleißig und erfolgreich beackterten Actiongenres – nur mittelmäßig befriedigend, weil Regisseur Walker über das Malen nach Zahlen nicht so rechthinauskommt und sein Film demzufolge die Lebendigkeit und Seele vermissen lässt, die das Vorbild auszeichnet. Auch wenn die einzelnen Zutaten stimmen – es gibt mit Eddie und Palmer zwei nonkonforme Identifkationsfiguren, einen hilflosen Rektor, einen schleimig-intriganten Streber, einen trotteligen Fettklops, ein attraktives Love Interest und einen versoffenen, sprücheklopfenden Sportlehrer sowie etliche der schon obligatorischen Szenen, etwa die Ballnacht, die Wohnheimsparty, die Sportstunde oder die festliche Gala im Haus des Akademiebesitzers –, so fehlen der Sinn fürs Detail, das die Geschichte und ihre Figuren erst so richtig interessant und glaubwürdig machen würde, der Wortwitz und das Gespür für die wirklich zündenden Pointen sowie ein insgesamt besser strukturiertes Drehbuch, dem es besser gelängen, die vielen Plotideen zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen: Vieles wird nur kurz angerissen und dann schon wieder abgehakt, mit anderem hält sich Walker hingegen auf Kosten interessanterer Subplots länger auf, als es nötig wäre. Meine Leena sagte während der Sichtung, der Film sei merkbar bemüht und das wirkt sich kontraproduktiv aus, denn je mehr MAKING THE GRADE auf die Tube drückt, umso mehr treten seine Defizite hervor.

Nach der vielen Kritik – ich hatte aufgrund einer Empfehlung recht hohe Erwartungen, die vielleicht auch Schuld daran sind, dass der Film nicht so recht zünden wollte – möchte ich aber versöhnlich enden, denn ich habe mich mit MAKING THE GRADE durchaus amüsiert: Der Auftakt mit dem chaotischen Palmer trifft voll ins Schwarze, Andrew Dice Clay (der zufälligerweise auch im zuletzt gesehenen PRETTY IN PINK eine kleine Rolle hat) ist ebenso perfekt besetzt wie Walter Olkewicz als versoffener, notgeiler Sportlehrer (man kennt ihn am ehesten aus TWIN PEAKS), dem der Film die witzigsten Szenen zu verdanken hat, und natürlich atmet MAKING THE GRADE jede Menge Achtzigerjahre-Zeitgeist. Die richtig guten Momente lassen dann auch das Potenzial erkennen, das ein etwas ambitionierter Regisseur ohne Zweifel abgerufen hätte. Und mit einem solchen wäre es dann vielleicht auch zum Sequel TOURISTAS gekommen, das in den Abschlusscredits angekündigt wird, aus dem aber nie etwas wurde.

Ford Fairlane (Andrew Dice Clay), selbsternannter „Rock’n’Roll Detective“, ermittelt in Fällen in der Musikbranche und hat selbst Rockstar-Status – nur macht sich das nicht auf seinem Konto bemerkbar. Kurz nachdem Bobby Black (Mötley-Crüe-Sänger Vince Neil), Frontmann der Hardrock-Gruppe „The Black Plague“, auf der Bühne tot zusammenbricht, wird Ford von seinem alten Kumpel, dem Radio-DJ Johnny Crunch (Gilbert Gottfried) beauftragt, seine verschollene Tochter Zuzu Petals zu finden. Die Suche führt Ford Fairlane zum Plattenmogul Julian Grendel (Wanye Newton) und dessen Geliebter Colleen Sutton (Priscilla Presley), konfrontiert ihn mit einem sadomasochistischen Killer (Robert Englund), vielen hübschen Frauen und hochexplosiven Sprengsätzen …

Hätte ich THE ADVENTURES OF FORD FAIRLANE zum Zeitpunkt seines Erscheinens gesehen, ich wäre ihm wahrscheinlich mit Haut und Haaren verfallen und heute völlig unfähig, ihn auch nur halbwegs objektiv zu beurteilen. Davon bin ich felsenfest überzeugt, weil ich mich noch lebhaft an seinen Trailer erinnere, der mich mit seinem eigentlich recht doofen Morgenständer-Kalauer sehr zum Lachen brachte. So aber habe ich Renny Harlins dritten großen US-Film nach NIGHTMARE ON ELM STREET 4 und DIE HARDER erst jetzt gesehen, in einem Alter, in dem man für Zoten und vermeintlich coole Sprüche nicht mehr ganz so empfänglich ist, und das Urteil fällt dann auch drei Nummern nüchterner aus, als es aus dem Munde eines Vierzehnjährigen geklungen hätte: THE ADVENTURES OF FORD FAIRLANE ist eine ziemlich harmlose Krimikomödie, der mit ihrem Star – einem für seine Vulgarismen und Publikumsbeschimpfungen berühmt-berüchtigten Stand-Up-Comedian – ein anstößiger Anstrich verpasst und die mit dicken Production Values auf Großereignis getrimmt wurde. Der Film erinnert nicht wenig an den fünf Jahre zuvor entstandenen, allerdings deutlich besseren FLETCH mit Chevy Chase als dreistem Journalist-Schrägstrich-Detektiv und gehört wie dieser einem Genre an, dessen damalige Popularität man sich heute nicht mehr recht erklären kann: Die nur nachlässig erzählte Krimihandlung bietet kaum mehr als einen oberflächlichen Anlass für die One-Man-Show ihrer meist überdrehten Protagonisten, die via Voice-over eine geistige Verwandtschaft zu den großen Private Eyes des Film Noir suggerieren, die in Anbetracht der Leichtigkeit ihrer Geschichten aber reichlich weit hergeholt und lediglich behauptet scheint. In diesem Fall ist das eben der unerträglich selbstverliebte Ford Fairlane, der mit breitestem New-York-Akzent spricht und jeden Satz mit einem meist schlüpfrigen Oneliner beendet, dessen Schlagfertigkeit er dann auch gleich selbst beklatscht und kommentiert, Katz-und-Maus mit seiner heißen Sekretärin spielt, die unterkühlt tut, ihrem Arbeitgeber aber in Wahrheit mit Haut und Haaren verfallen ist und dessen Eskapaden eifersüchtig verfolgt. Fords/Clays Manierismen und seine grenzenlose Selbstverliebheit, die in keinerlei Verhältnis zur Klasse des von ihm Gebotenen steht, sind dann auch eine Hürde, die zum Genuss des Films erst einmal genommen werden will. Bei mir hat das gut 20 Minuten gedauert, danach hat dann auch der Humor funktioniert. Aber wie gesagt: Um den Film wirklich toll zu finden, hätte ich ihn früher sehen müssen. So rettet ihn wenigstens noch die Nostalgie, die mich mit seiner Entstehungszeit verbindet und sich in Besetzung mit fast vergessenen Musikern wie eben Vince Neil, Tone Loc oder Morris Day und damals allgegenwärtigen Nebendarstellern wie David Patrick Kelly niederschlägt. Die schönste Rolle hat m. E. aber Ed „Al Bundy“ O’Neil abbekommen, dessen schlecht gelaunter, beschnurrbarteter Polizist auf eine gescheiterte Karriere als Discosänger und den einen großen Hit namens „Booty Time“ zurückblickt.