Mit ‘Antonio Bido’ getaggte Beiträge

Stefano (Lino Capolicchio), ein Wissenschaftler, besucht seinen älteren Bruder, den Priester Don Paolo (Craig Hill), der auf einer Insel in der Lagune von Venedig lebt, um sich dort zu entspannen. Doch aus diesem Plan wird nichts, weil es schon kurz nach Stefanos Ankunft einen Mord zu beklagen gibt. Mit dem weiblichen Opfer, einem im Ort bekannten Medium, lag der Geistliche ebenso im Clinch wie mit den in den nächsten Tagen folgenden Toten: Wer verfasst also die Morddrohungen, die der nun regelmäßig erhält? Stefano versucht den Fall aufzuklären und seinem Bruder so zu helfen. Ob die Morde etwas mit den Erinnerungsfetzen zu tun haben, die ihn seit kurzem anfallartig heimsuchen?

SOLAMENTE NERO fungiert als  weiterer Beleg für die von mir vertretene These, dass man keinen schlechten Film in Venedig machen kann. Zwar lässt sich vor allem nach den zuletzt bestaunten  IL PROFUMO DELLA SIGNORA IN NERO und SEI DONNE PER L’ASSASINO kaum verhehlen, dass es sich bei Antonio Bidos Giallo nur um spannende Unterhaltung handelt, die zudem etwas fahrlässig gescriptet ist. Doch die herbstlich-winterliche Tristesse seines Handlungsortes mit seinen heruntergekommenen, halb verfallenen Häusern, in denen die Bewohner sich wahrscheinlich florierende Schimmelpilzkolonien halten und bei deren Betrachtung es einem auch vor dem Bildschirm feuchtkalt in den Nacken zieht, lässt das sehr gut verkraften, wenn nicht gar vergessen. Ebenfalls zu seinem Vorteil gereicht es Bidos Film, dass er die prallen Geschmacklosigkeiten und den saftigen Sleaze, die das Gros der Gialli auszeichnen, vermeidet und für seine Auflösung gar das selten vergebene Prädikat „Glaubwürdig“ einheimsen kann. So hat man es bei SOLAMENTE NERO also mit einem eher seriösen, ruhigeren, ernsten und vor allem stimmungsvollen Film zu tun, der zwar – abgesehen vielleicht von Stelvio Ciprianis ohrenbetäubendem und Nackenhaare aufstellendem Score – keine Bäume versetzt, aber durchaus zu den positiven Erscheinungen eines qualitativ doch sehr heterogenen Genres gezählt werden darf.