Mit ‘Bruce D. Clark’ getaggte Beiträge

Als auf dem Planeten Xerxes ein Notsignal der Besatzung des aus ungeklärten Gründen auf dem Planeten Morganthus gelandeten Raumschiffs Remus eingeht, wird Commander Ilvar (Bernard Behrens) vom „Master“ beauftragt, eine Rettungsmission anzuführen. Auf Morganthus angekommen, muss die vom Master aus denkbar schwierigen Charakteren zusammengestellte Crew feststellen, dass alle Besatzungsmitglieder der Remus tot sind. Auf der Suche nach der Bedrohung findet einer nach dem anderen einen schrecklichen Tod durch Monstren, die offenbar dem Unbewussten ihres jeweiligen Opfers entsprungen sind …

Im inoffiziellen Double Feature Corman’scher ALIEN-Ripoffs ist GALAXY OF TERROR gegenüber dem schmierigen FORBIDDEN WORLD der deutlich aufwändigere und kreativere Film. Inhaltlich begibt man sich mit den Attacken fleischgewordener Phobien in die Nähe eines zumindest halbverstandenen Sigmund Freud und von Filmen wie FORBIDDEN PLANET oder auch Tarkovskys SOLARIS, optisch lässt der hauptverantwortlich von James Cameron gestaltete Film mit seiner tristen Planetenoberfläche und der organischen Architektur schon die desolaten Zukunftswelten von THE TERMINATOR oder ALIENS erahnen. Stimmungsmäßig ähneln sich beide Filme hingegen deutlich: Wie Holzmans Mutantenstadl so mutet auch Bruce D. Clarks Film reichlich expressiv, psychedelisch und wild an, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass das Drehbuch einen größeren Brocken abbeißt, als der Film dann zu schlucken vermag. Vieles wirkt nur angerissen, unvollständig, halb durchdacht und unterentwickelt. So z. B die Phobien der einzelnen Crewmitglieder – unter ihnen etwa der spätere Regisseur des Mickey-Rourke-Vehikels WILD ORCHID Zalman King als schießwütiger Baelon, Robert Englund als Mechaniker Ranger, Eddie Albert jr. als Cabren, Sid Haig als stummer Krieger Quuhod, Ray Walston als Schiffskoch Kore und Grace Zabriskie als psychotischer Captain Trantor – die entweder gar nicht eingeführt oder nur kurz in einem Nebensatz erwähnt werden. Erstaunlicherweise schadet das GALAXY OF TERROR aber nicht, sondern gereicht ihm gar zum Vorteil, weil es für den Zuschauer noch ein Geheimnis zu bergen gibt, ihm nicht alles bereits schön vorgekaut serviert wird, auf dass er es dann nur noch runterzuschlucken hat. Mal ganz davon abgesehen, dass der Verzicht auf lange Expositionen und Erklärungen den Film einfach immens kurzweilig macht. Nach der kurzen und ziemlich merkwürdigen Einleitung, bei der der „Master“, der statt eines Kopfes ein rotes Leuchten auf den Schultern trägt, mit einem zahnlosen Hutzleweib ein futuristisches Brettspiel spielt, geht es auch schon an Bord des Schiffes, wo Captain Trantor ihrer Besatzung nicht einmal genug Zeit gibt, Platz zu nehmen und sich anzuschnallen. Kaum gestartet wird der Hyperspace-Antrieb angeworfen und – schwupps! – befindet man sich auf Morganthus, wo es ohne Umschweife ans Eingemachte geht. Höhepunkt des Films ist neben den ziemlich beeindruckenden Bauten natürlich die berüchtigte Vergewaltigung der schönen Dameia (Taaffe O’Connell) durch eine gigantische Made, die man gesehen haben muss, um es zu glauben. Garantiert eine der abseitigeren Ideen der an solchen nun nicht gerade arm zu nennenden Exploitationfilm-Historie. Clark und Drehbuchautor Marc Siegler waren von diesem Einfall nur wenig begeistert, ließen sich von Corman aber eines besseren belehren, was wieder einmal beweist, dass man als junger Mensch auf die Weisheit des Alters hören sollte. Der Film endet kaum weniger bizarr, als er begonnen hat, und ich schätze, dass GALAXY OF TERROR den Hippothalamus ziemlich zum Glühen brächte, schaute man sich den Film mit einer richtig schönen Fiebererkrankung an. Danach fühlt man sich wahrscheinlich ähnlich gut durchgenudelt wie die schleimbedeckte Dameia nach ihrem multiplen Madenorgasmus.