Mit ‘Cannon’ getaggte Beiträge

Wenn selbst ein vermeintliches Liebhaberprojekt wie ELECTRIC BOOGALOO: THE WILD, UNTOLD STORY OF CANNON FILMS lediglich die tausendfach gehörte (und also keinesfalls „unerzählte“) Geschichte von den israelischen Bonzen mit dem miesen Geschmack erzählt, dann muss man sich wohl keine Illusionen darüber machen, dass die Produktionsfrma Cannon irgendwann einmal die Rehabilitation erfährt, die sie verdient hat. Möglicherweise ist das einfach zuviel verlangt: Dass eine Welt, die ein schnödes Langweilerprdoukt wie THE SHAWASHANK REDEMPTION ernsthaft für den besten Film aller Zeiten hält, die Schönheit eines TOUGH GUYS DON’T DANCE nicht erkennt, ist kaum verwunderlich. THE AMBASSADOR, Rock Hudsons letzter Film, bevor er an Aids starb, dauert noch keine zehn Minuten, da steht schon zum ersten Mal der Mund offen. Mal ganz von der unglaublichen Besetzung abgesehen: Welches große Studio hätte im Jahr 1984 sonst die Traute gehabt, eine Sexszene mit der barbusigen, damals bereits 52-jährigen Ellen Burstyn in die ersten zehn Minuten ihres Eventfilms zu packen?

Leider gibt es über THE AMBASSADOR sonst nicht viel Positives zu berichten. Zugegeben, das Ende ist schon ziemlich unglaublich, aber leider nicht auf die gute Art. Der Film setzt sich mit dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern bzw. der PLO auseinander, erläutert seine Hintergründe zu Beginn in einem ausladenden Text und widmet sich den Bemühungen des amerikanischen Botschafters Peter Hacker (Robert Mitchum) als diplomatischer Vermittler zwischen den verfeindeten Parteien und als Friedensstifter zu fungieren. Seine Bemühungen kulminierem in einem übersteuerten Finale, in dem er israelische Studenten und Vertreter der PLO zusammenbringt und sie miteinander diskutieren lässt. Doch kaum hat eine Annäherung stattgefunden, skandieren die jungen Leute gemeinsam „Peace“, kommen auch schon die Terroristen mit den rotweißen Schals und ballern alle über den Haufen. Das Blutbad ist schockierend, doch die gelegte Saat geht dennoch auf. Nur wenige Stunden später gibt es vor dem Haus des Botschafter eine große Kundgebung und die mit Kerzen ausgestatteten Teilnehmer fordern erneut lautstark „Peace“. Hacker steht gerührt auf seinem Balkon: Sein Werk ist getan, er kann jetzt abreisen.

Das mag gut gemeint sein, aber mal davon abgesehen, dass die Darstellung unangenehm kitschig und naiv ist, stößt es schon etwas sauer auf, dass es lediglich die warmen Worte eines gütigen Amerikaners bedarf, um einen seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zu beenden. Es ist der größte, wenn auch nicht der einzige Fehltritt von Thompsons Film, der mit seiner Starbesetzung, den Originalschauplätzen und seinem aktuellen Thema den Eindruck großen Kinos erwecken möchte, aber nur eine ziemlich lahmarschige, durch krude Details zudem reichlich holprige Politschmonzette auf den Weg bringt. So hat Hackers Gattin Alex (Ellen Burstyn), die sich von ihrem Gatten vernachlässigt fühlt, eine Affäre mit dem Antiquitätenhändler Hashimi (Fabio Testi), der sich dann als wichtiger PLO-Mann entpuppt. Das gemeinsame Schäferstündchen wird von den Terroristen aufgezeichnet und Hacker damit erpresst, dass man den Film an die internationale Presse weitergeben will. Rock Hudson gibt Hackers Berater und Leibwächter Frank Stevenson, dessen Aufgabe es ist, seinen Chef zur Vorsicht zu mahnen oder Maulschellen an Finsterlinge zu verteilen. Aber richtig aus den Pötten kommt der Film nicht: Die Geschichte entwickelt sich zu einer Suche nach dem kompromittierenden Filmmaterial, aber ein nahe des Wachkomas agierender Mitchum erstickt mit seiner Indifferenz jedes Aufkommen von Spannung im Keim. Hier und da gibt es mal etwas, was über das bloß routinierte Formelkino hinausgeht, etwa die Dialoge zwischen Hacker und seiner Ehefrau, die die jahrzehntelange Vertrautheit der beiden Partner sehr schön einfängt, aber insgesamt ist THE AMBASSADOR vor allem betulich und öde. Schade, denn der Anfang lässt durchaus noch auf einen spannenden Politthriller mit aktuellem Bezug hoffen. So bleibt es nur ein weiterer der vielen irgendwie fehlgeleiteten Filme der Cannon, den zu verteidigen eine Aufgabe ist, der ich mich jetzt nicht stellen möchte. Für Trivialisten: Donald Pleasence wirkt als israelischer Minister Eretz mit, unter den Einheimische befinden sich unter anderem Zachi Noy und Jesse Katzur. Außerdem meine ich, Spiros Focás, bekannt als Rambos afghanischer Sidekick in RAMBO III, entdeckt zu haben, aber die IMDb möchte das nicht verifizieren.

 

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sam firstenberg: stories from the trenches

Veröffentlicht: April 10, 2017 in Zum Lesen
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Marco Siedelmann hat mit Editions Moustache nicht nur das „Sauft Benzin, ihr Himmelhunde„-Buch herausgegeben, sondern einige weitere zum Thema „Pornofilm“ und natürlich das Referenzwerk zur Filmschmiede von Shapiro-Glickenhaus. Nun versucht er, sein neuestes Werk über eine Kickstarter-Kampagne zu finanzieren: „Stories from the Trenches“ widmet sich Leben und Werk von Sam Firstenberg, der der Cannon mit Filmen wie REVENGE OF THE NINJA, NINJA III: THE DOMINATION, BREAKIN‘ 2: ELECTRIC BOOGALOO sowie AMERICAN NINJA, AMERICAN NINJA II: THE CONFRONTATION und AVENGING FORCE veritable Hits bescherte und die Fantasie pubertierender Videothekenkunden in den Achtziger- und frühen Neunzigerjahren beflügelte.

Auf der Kickstarter-Seite der Kampagne gibt es neben der genauen Beschreibung des Projektes auch ein exklusives Grußwort von Sam als Video. Macht mit und helft dabei, das Buch Realität werden zu lassen!

the_wicked_lady_filmposterTHE WICKED LADY war nach DEATH WISH II der zweite Film, den Michael Winner für die damals aufstrebende Produktionsfirma Cannon inszenierte und es genügt ein Blick auf die Besetzungs- und Stabliste, um zu wissen, dass es sich um ein absolutes Prestigeprojekt gehandelt haben muss. Faye Dunaway galt damals schon als Hollywood Royalty, Sir John Gielgud, Denholm Elliott und Alan Bates sind Namen, die jeden Freund des britischen Kinos mit der Zunge schnalzen lassen. Hinter der Kamera stand mit Jack Cardiff einer der ganz Großen des europäischen Kinos und den Score komponierte kein Geringerer als Tony Banks, seines Zeichens Gründungsmitglied der legendären Prog Rocker von Genesis. An Originalschauplätzen in England mit einem Budget von 8 Millionen Dollar gedreht, steht THE WICKED LADY ausstattungstechnisch und tonal durchaus in der Tradition des von Richard Lesters THE THREE MUSKETEERS losgetretenen Mantel-und-Degen-Revivals: Auch Poster und Tagline versprechen eine turbulente Kostüm-Komödie und eine solche ist der Film auch. Irgendwie. Zum Lachen ist THE WICKED LADY aber trotzdem nicht und die mageren 3,8 Sternchen, die er auf der IMDb eingeheimst hat, geben Zeugnis ab von der Irritation, die er bei seinen Zuschauern ausgelöst hat.

Zur Handlung: Die hübsche Kammerzofe Caroline (Glynis Barber) wird nach Jahren treuer Arbeit ihren Herrn, Sir Ralph Skelton (Denholm Elliott), ehelichen. Doch als ihre Cousine Barbara (Faye Dunaway) zu den Feierlichkeiten eintrifft und sofort beginnt, Skelton den Kopf zu verdrehen, ist es vorbei mit diesen Plänen. Skelton heiratet kurzerhand Barbara, die aber schon bei der Hochzeitsfeier anfängt, dem Edelmann Kit (Oliver Tobias) schöne Augen zu machen. Das Leben auf dem Land geht der rastlosen Frau schnell auf die Nerven und als sie von dem Räuber Jerry Jackson (Alan Bates) hört, der die Wälder der Gegend unsicher macht, schlägt kurzerhand selbst eine erfolgreiche Karriere als Wegelagerin ein. Nach einem Zusammentreffen mit ihrem großen Vorbild wird sie zu seiner Partnerin und Geliebten. Ein Mord und ein achtlos bei der Leiche zurückgelassenens Taschentuch gefährden aber ihr Geheimnis …

Möglicherweise steckt in der Geschichte der Lady Skelton (basierend auf dem 1945er Roman „The Life and Death of the wicked Lady Skelton“ von Magdalen King-Hall, der damals bereits schon einmal verfilmt worden war) tatsächlich eine Komödie. Aber wenn, dann ist es eine ziemlich finstere, und ein Film müsste zum Funktionieren zu allererst ein Bewusstsein von und ein Verhältnis zu dieser Finsternis entwickeln. Die Titelheldin ist nämlich absolut keine Identifikationsfigur und noch weniger sympathisch. Man mag ihr zugutehalten, dass sie in einer Gesellschaft aufwächst, die für eine selbstbewusste, ambitionierte Frau nicht gerade viele attraktive Optionen zur Selbstverwirklichung bietet: Mit der Heirat, am besten in eine höhere Schicht, ist das Lebenswerk einer Frau eigentlich getan, danach sind für sie nur noch häusliche Pflichten und repräsentative Aufgaben zu erfüllen. Aber selbst wenn man anerkennt, dass eine Frau sich damit nicht zufriedengeben mag, erteilt man ihr damit ja noch keinen Persilschein zum skrupellos durchgesetzten Egoismus. Faye Dunaways Lady Skelton handelt aber derart rücksichts- und empathielos, dass es einem die Sprache verschlägt. Sie spannt ihrer Cousine innerhalb eines Tages den Ehemann aus, der bei ihr aber schon kurz nach der Eroberung wieder auf dem Abstellgleis landet, ermordet dann später heimtückisch und brutal den Hausdiener Hogarth (John Gielgud), als der ihr auf die Schliche kommt, und verrät schließlich ihren Geliebten, um ihn an den Galgen zu bringen, als sie ihn mit einer anderen im Bett erwischt. Und wenn ihr doch einmal Konsequenzen drohen, dann winselt sie und fleht um Verschonung. Eine tolle Person.

Das piéce de resistance des Films, auf das das obige Plakat in Text und Grafik hindeutet, ist eine ausdauernde, anscheinend komisch gemeinte Szene, in der Lady Skelton die Geliebte (Marina Sirtis) ihres partners in crime Jerry angestachelt durch das anwesende Volk minutenlang quer durch die Pampa peitscht, woraufhin die Gepeinigte schnell ihre Oberbekleidung einbüßt und ihren schlackernden Busen offenbart. Die Szene verschaffte dem Film damals einige Probleme mit der Zensur. Winner schildert in seiner Autobiografie „Winner takes all“ sein Unverständnis, erklärt dass die Peitschenszene „comedic“ gewesen sei und erzält weiter, wie seine Lobbyarbeit die Zensurbenühungen schließlich zerschlug. Aber das Unbehagen des unbekannten Zensors ist trotzdem voll und ganz nachvollziehbar: Man spürt in dieser dramaturgisch ganz und gar unnötigen Szene das sadistische Vergnügen nicht so sehr der Protagonistin als vielmehr des Regisseurs, der eine eher unbedeutende Nebenfigur zum Opfer einer sexuellen Demütigung macht, die er offensichtlich für komisch hält. Solche geschmacklichen Fehlgriffe sind charakteristisch für THE WICKED LADY, der mit einer bitteren, ja grausamen Schlussnote endet, die dem Betrachter noch einmal vor den Kopf stößt: Das für alle Charaktere in Aussicht stehende Happy End wird von Lady Skelton unwissentlich torpediert, der Film schließt mit der (wahrscheinlich) sterbenden Protagonistin, die im Todeskampf von der letzten Person verlassen wird, die noch zu ihr stand.

THE WICKED LADY ist kein schlechter Film: Ich mag bekanntlich solch atonalen Unfug, bei dem man vermuten muss, dass alle Beteiligten unter kollektiver Unzurechnungsfähigkeit litten. Aber er wirft doch einige Fragen hinsichtlich Winners Menschenbild auf, das schon vorher nicht das allerbeste war, worüber man in Filmen wie THE SYSTEM, THE JOKERS oder I’LL NEVER FORGET WHAT’S ‚ISNAME, die ja als Provokation, als  gesellschaftlicher Weckruf gedacht waren, hinwegsehen konnte. Hier, in diesem durch und durch trivialen Unterhaltungsfilmchen, gilt diese „Ausrede“ nicht mehr. Es gibt mehrere Zeitzeuginnen, die Winner als Frauenhasser beschreiben. THE WICKED LADY wirkt wie ein belastendes Indiz.

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HOSPITAL MASSACRE habe ich aus meiner Sturm-und-Drang-Phase als einen der schönsten Slasherfilme in Erinnerung behalten und war dementsprechend gespannt, wie sich das Wiedersehen nach rund 20 Jahren gestalten würde. Um das Resultat vorwegzunehmen: Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ttatsächlich erweist sich Davidsons Film als hoch origineller und eigenständiger Vertreter eines im Schnitt doch eher homogenen und oftmals tristen Subegenres, der akute Ermüdungserscheinungen im Schlussdrittel allerdings kaum verhehlen kann. Aber zurück zum Anfang.

HOSPITAL MASSACRE (bzw. X-RAY, in der deutschen Version zudem mit dem wunderbar schwülstigen Untertitel „Der erste Mord geschah am Valentinstag“ versehen, der die Erwartungen ins Unermessliche ansteigen lässt) beginnt handelsüblich mit einer Rückblende, die die Genese des Killers schildert. Als kleiner Junge musste er mitansehen, wie die von ihm verfasste Valentinstagskarte an die angebetete blonde Susan (Elizabeth Hoy) von dieser verlacht und zerknüllt wird. Der Schmerz sitzt so tief, dass sogleich Susans missgünstiger Bruder dran glauben muss. Von dieser Rückblende geht es 19 Jahre in die Zukunft bzw. in die Gegenwart: Susan (Barbi Benton) ist von der zierlichen Blondine zur Brünetten mit Playmate-Maßen gereift und besucht zum Valentinstag ein Krankenhaus, um nur kurz die Ergebnisse einer Routineuntersuchung abzuholen. Doch der Killer, der so lange auf seine Rache warten musste (?) hat andere Pläne mit ihr: Er tauscht die harmlosen Untersuchungsergebnisse gegen ein gesundheitliches Todesurteil aus, räumt alle, die ihm in die Quere kommen, beiseite und schickt Susan so in eine wahre Albtraumnacht.

HOSPITAL MASSACRE zeigt eindeutig die Handschrift der Produktionsfirma Cannon: Das US-Poster rückt die Tatsache, dass „sensational centrefold sex symbol“ Barbi Benton mitwirkt, in den Fokus des Interesses, stellt sie als halbnacktes, auf einem Untersuchungstisch festgeschnalltes Opfer in High Heels dar und weckt in Verbindung mit der Tagline „The check-up that became a nightmare“ sogleich Hoffnungen auf zärtliche Abtastungen primärer und sekundärer Geschlechtsorgane, vielleicht gar auf einen gepflegten Einlauf. Der Film ist tatsächlich von einer unangenehm zudringlichen Grundschmierigkeit, die aber nie ganz explizit wird, sondern vielmehr im Dienste einer geschickten Affektstrategie steht. Der Horror von HOSPITAL MASSACRE fußt auf dem allgemeinen Unbehagen, das Krankenhäuser, Ärzte und Untersuchungszimmer auslösen, bedient die Angst, einer Situation ausgeliefert zu sein, in der man seinen Körper einem völlig Fremden überantworten muss. Da werfen sich Ärzte über den Röntgenbildern und Befunden vielsagende Blicke zu, beäugen sie die Protagonistin mit einer Mischung aus Mitleid und Unverständnis, geben ihr gegenüber nur hohle Beschwichtigungen ab. Da wird eine Lampe genau so hinter einem Paravan platziert, dass sich die Gardemaße der Patientin als gestochen scharfe Silhouette auf dem weißen Stoff abzeichnen, verwendet der Doktor ein bisschen zu viel Zeit und Zärtlichkeit auf das Abtasten des üppigen Busens. Auf den Gängen wird Susan von senilen Alkoholikern oder verstörten Omas bedrängt, in den Zimmern schlafen Gipsmumien einen unruhigen Schlaf. Und die Kamera umgarnt Benton mit lüsternem Blick, ergötzt sich an ihrer Angst, begleitet sie auf ihrem Weg durch das geradezu kafkaeske Szenario. Passend dazu ist der Killer keine entmenschlichte Dampfwalze der Marke Jason, sondern ein heißblütiger Derwisch, den lateinische Choräle bei seinen hysterischen Metzelattacken begleiten und dessen Auftritte expressive Beleuchtungseffekte zur Performance-Art stilisieren. HOSPITAL MASSACRE etabliert eine unwirkliche, albtraumhafte Atmosphäre, die dann auch manch eher bescheuerten Einfall rechtfertigt (Susan Freund bleibt wirklich über Stunden bereitwillig wartend im Auto) und auch dem breiten, geschmacklosen Humor zum Erfolg gereicht, der in einem anders strukturierten Film jeden Anflug von Horror zunichte gemacht hätte, hier aber wahre Wunder wirkt.

Trotzdem kann Davidson der Dominanz des Schemas nicht über 90 Minuten entfliehen und deshalb versandet HOSPITAL MASSACRE genau ab jenem Moment, in dem die Fronten geklärt sind und sich das Final Girl einen Zweikampf mit dem Killer liefern muss. Dieser Konflikt ist leider der so ziemlich uninteressanteste Aspekt des ganzen Films, wohl auch, weil ja von Anfang an klar ist, wer sich hinter der Chirurgenmaske verbirgt. Trotzdem möchte ich HOSPITAL MASSACRE einen verdienten Sonderplatz in der Slasher Hall of Fame zuweisen: Nicht nur, weil er sich die Mühe macht, einen interessante, tatsächlich unangenehm berührende Geschichte zu erzählen und diese formal entsprechend affektiv umzusetzen, sondern weil er dem sonst so vordergründig-präpubertären Titten- und Arschgewackel eine schmierige, schmerzhafte, beunruhigende Seite der Sexualität entgegensetzt, der sich auch der solchermaßen befleckte Zuschauer nicht entziehen kann. HOSPITAL MASSACRE ist der D’Amato unter den Slashern.

 

theappleGood things come to those who wait: Das vom von mir so verehrten Cannon-Mogul Menahem Golan inszenierte und von Atze Brauner mitproduzierte, sagenumwobene Musical THE APPLE befand sich zwar schon seit einigen Jahren in meinem Besitz, die Sichtung hatte ich aber ohne besondere Gründe immer wieder aufgeschoben. Ein Glück, denn so konnte ich meine Entjungferung mit diesem Wahnsinnsteil an diesem seligen Wochenende angemessen feiern: in einem altehrwürdigen Kino auf schön großer Leinwand, umgeben von lieben und begeisterungsfähigen Menschen, in einer zwar nur spanischen, aber dafür farblich keinerlei Wünsche offen lassenden 35-mm-Kopie.

THE APPLE wird auf all diesen schrecklichen Nerd-Filmwebsites, die sich vordergründig als aufgeschlossen, humorvoll und Anti-Mainstream präsentieren, sich dann aber doch immer wieder als ätzend dogmatisch und engstirnig erweisen, als – Megagähn – einer der schlechtesten Filme aller Zeiten bezeichnet. Das ist natürlich für jeden, der sich übers bloße Geil- oder eben Bescheuertfinden hinaus mit Film befasst, darüber hinaus vielleicht sogar schon einmal ein Musical und einen wirklich schlechten Film gesehen hat, sofort als kompletter Blödsinn zu enttarnen, ist aber – da ja kaum jemand THE APPLE kennt – gleichzeitig auch ein sicherer Weg, sich selbst als Oberchecker zu inszenieren- zumal auch die Profikritiker damals ins selbe Horn gestoßen hatten. Ist eben viel leichter, etwas auszulachen und runterzumachen, was man nicht versteht, als sich wirklich damit zu befassen und sich zu öffnen. Golan wusste natürlich genau, was er tat, und verballerte für dieses Herzensprojekt einen Riesenbatzen Kohle, was man THE APPLE auch zu jeder Sekunde ansieht: Wer der Meinung ist, dieses Musical sei „billig“, bloß weil der finale Spezialeffekt nicht so hundertpozentig gelungen ist, wer den immensen Aufwand, der hier betrieben wurde, und die handwerkliche Geschliffenheit nicht sieht, ist, sorry, ein Idiot. Was einen Uneingeweihten oder Unvorbereiteten sicherlich auf dem falschen Fuß erwischen kann, ist Golans unverstellter Offensivgeist. Der Mann war offenkundig nicht in der Lage, nüchtern, sachlich oder mit gedrosseltem Tempo zu inszenieren: Er gibt zu jeder Sekunde alles und davon dann noch besonders viel. Aber ehrlich: Das ist für ein Musical, das einen dystopischen Zukunftsstaat zeichnet, in dem ein diabolischer Musikproduzent namens Mr. Boogaloo (Vladek Sheybal) mittels seiner Musik die Macht ergriffen hat, ein braves Singer-Songwriterpärchen namens Bibi und Alphie (Catherine Mary Stewart und George Gilmour) von ihm auseinandergerissen wird und wieder zusammenfindet und schließlich der liebe Gott (Joss Ackland) mit seiner Limousine auf die Erde herabfährt, um die widerständigen Blumenkinder mit in den Himmel zu nehmen, doch der einzig denkbare Modus.

THE APPLE ist bunt, grell, übersteuert, campy und ultrakitschig, aber durchaus mit Humor inszeniert. Sicher, diese Dystopie ist in der Art und Weise, wie sie gezeichnet wird, reichlich naiv (was am wahren Kern nichts ändert), genauso wie Golans utopischer Gegenentwurf, eine Kommune friedlich und einträchtig herumsitzender Blumenkinder, im Jahr 1980 mehr als nur etwas überkommen wirkt (ebenfalls eines seiner Trademarks). Aber von einem Musical über die Kraft der Liebe und der Musik erwarte ich auch nicht unbedingt messerscharfe Analysen zur Gesellschaftspolitik, sondern in erster Linie knallige Bilder, schillernde Kostüme und bunte Lichter, knackige Songs, gutaussehende Helden und böse Schurken. In dieser Hinsicht landet THE APPLE weit im Plus: Der Film versetzt einen in einen wahren Rauschzustand und das einzige, das ich an ihm bemängeln würde, ist die Tatsache, dass er mit 90 Minuten für das, was er erzählen will, eigentlich zu kurz ist. Da wäre sicherlich noch mehr Raum gewesen, Bibis Aufstieg zum BIM-Star Nummer 1 zu zeigen, demgegenüber Alphie noch tiefer in die Gosse zu schicken. Golan packt so viel in seine 90 Minuten, dass gerade die Charaktermotivationen etwas leiden, aber das immense Tempo unterstreicht ja nur die koksgeschwängerte Atmosphäre des Ganzen. Für Eighties-Aficionados ist THE APPLE dann auch obligatorischer Stoff: Sehr viel greller und poppiger ist Kino auch in den zehn folgenden Jahren nicht mehr geworden. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Golans Film damals auf so unfruchtbaren Boden fiel, mit der Bezeichnung „Flop“ fast noch zu gut wegkommt: Er war seiner Zeit schon irgendwie voraus. Das sehen wir heute, wo uns die Idee von Wirtschaftsunternehmen, die ihre Kunden zwecks politischem Machterwerb quasiabhängig machen, längst nicht mehr so fremd vorkommt wie noch vor 35 Jahren. Golan selbst begab sich mit der Cannon ja selbst auf die Spuren von BIM: Seiner Idee zufolge sollten über die ganze Welt verteilte Cannon-Kinos nichts anderes als Cannonfilme zeigen. War es am Ende vielleicht gar göttliche Intervention, dass daraus nichts wurde?

 

affiche-mayo-boleroBOLERO ist einer dieser unglücksseligen Filme, über dessen Entstehung, Vermarktung und Rezeption mehr geschrieben wurde, als über das Werk selbst. Er fungierte in verschiedener Hinsicht als Sargnagel: Er beendete sowohl die Karrieren von Regisseur John Derek und seiner Gattin Bo (fünf Jahre später versuchten sie es noch einmal mit GHOSTS CAN’T DO IT, allerdings mit ähnlich wenig Erfolg) als auch die Zusammenarbeit der Cannon mit Vertriebspartner MGM. Schon während der Dreharbeiten kündigte sich das drohende Fiasko an, forderte Produzent Menahem Golan mehr Sexszenen von seinem Regisseur, der sich diesen Forderungen beharrlich widersetzte, ahnte MGM-Chef Yablans schon bald, dass nichts, aber auch gar nichts BOLERO jemals retten könnte. Auch das schadenfrohe Interesse der Presse oder die Tatsache, dass der Film unrated erschien, um das für Pornografie vorbehaltene X-Rating zu vermeiden, mithin viel nackte Haut versprach – es wurde gar lanciert, die finale Sexszene zweischen Bo Derek und Andrea Occhipinti sei nicht simuliert worden -, änderten etwas daran, dass BOLERO unterging wie ein Stein. Was blieb, waren böses Blut, sowohl aufseiten der Cannon und MGM, die sich vom Ehepaar Derek um einen potenziellen Hit betrogen sahen, als auch aufseiten der Dereks, die entsetzt feststellen mussten, dass ihre Produzenten privates Fotomaterial zur Verwendung für Promozwecke entwendet hatten. Erfolgreich war BOLERO nur, als es darum ging Häme und Spott einzuheimsen: Von neun „Goldenen Himbeeren“ gewann er satte sechs.

Oft zeigt solche Einhelligkeit ja nur, wie wenig die Gilde der Kritiker und natürlich die Zuschauer dazu bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen und sich mit Filmen auseinanderzusetzen, die sich den gängigen Konventionen verweigern (man denke an den meisterlichen SHOWGIRLS). Wie man aber einen rammdösig-selbstbesoffenen Stinker der Marke BOLERO retten könnte, fällt mir leider auch nicht ein, denn – mal abgesehen vom makellosen Körper seines weiblichen Stars – ist an diesem in den 1920er-Jahren angesiedelten Film wirklich alles falsch. Es geht um Lida McGilivery (Bo Derek), die nach ihrem Abschluss auf einem vornehmen britischen Mädcheninternat mit ihrer Freundin Catalina (Ana Obregón) in die Welt reisen und einen wohlhabenden, gutaussehenden Mann finden will, der ihr die Unschuld nimmt, sie an die Grenzen der Ekstase führt und sie am besten auch noch heiratet. Den Abschied von ihrem Mädchendasein feiert sie mit Stil, Dezenz und dem Beweis der erworbenen Reife: Indem sie nämlich vor den Augen der anwesenden Schülerinnen- und Lehrerschaft blankzieht und ein barbusiges Tänzchen (in Zeitlupe) aufführt. Nur die Intervention ihres peinlich berührten Chauffeurs Cotton (George Kennedy) verhindert schlimmere Ausfälle. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt ist Lida als Identifikations- und Sympathiefigur für den Zuschauer verloren: Sie ist ein verwöhntes, eindimensionales und naives Gör ohne jede Intelligenz oder Charme, dafür aber mit unerschöpflichem Vertrauen in die Anziehungskraft ihres von Gott gegebenen Körpers, der ihr alle Türen öffnen soll. Tatsächlich nennt sie zwei spektakuläre, natürlich gewachsene Brüste ihr eigen, die sie sich in einer unangenehm aufdringlichen Szene von einem Scheich in Marokko mit Honig übergießen und abschlecken lässt (in Zeitlupe). Bevor der Muselmane aber Vollzug melden kann, fällt er in tiefen Schlaf und Lida muss weiter nach ihrem Traummann suchen. Fündig wird sie in Spanien, wo sie dem ölig-südländischen Charme von Matador und Pferdezüchter Angel (Andrea Occhipinti) verfällt. Es beginnt ein nicht enden wollendes Hin-und-Her zwischen den beiden, bis sie sich endlich ineinander verkeilen. Doch das Glück wird auf eine harte Probe gestellt, als Angel beim Stierkampf einen Bullen in die Nüsse bekommt und mit ungewissem Ausgang für seine Potenz darniederliegt. BOLERO findet nach schier endlos erscheinenden 105 Minuten sein Ende in einer Hochzeit, aber natürlich nicht, ohne dass die beiden Liebenden, umwabert vom Rauch des Mythos (oder der Reibungshitze natürlich), noch einmal die Matratzenpolka tanzen.

Man muss wahrlich großen Respekt vor den Dereks haben, die mit BOLERO einen Film drehten, der wahrscheinlich wirklich niemandem außer ihnen selbst gefallen konnte. BOLERO existiert in seiner eigenen Paralledimension, in der Bo Derek die begehrenswerteste Frau der Welt ist, deren bloßer Anblick schon ausreicht, um in Menschen den Wunsch zu wecken, ihren Obolus an der Kinokasse entrichten und sich zwei Stunden lang zu Fuße ihres überlebensgroßen Leinwandabbilds sonnen zu können. Der in diesem Film zum Vorschein kommende Glaube an die Zugkraft des weiblichen Stars übersteigt jede Vernunft – und vor allem die Einsicht in die Notwendigkeit, irgendetwas anderes zu bieten als eine Bühne, auf der er den darbenden Massen dargeboten werden kann. Einen reinen Striptease-Film wollte John Derek aber auch wieder nicht drehen und so ist BOLERO ein einziger sadistischer und zielloser Tease. Die drei Sexszenen, die strategisch platziert am Anfang, in der Mitte und am Ende auf den Zuschauer warten, werden durch eine vollkommen hirnrissige, theatralische und konstruierte Groschenroman-Geschichte herausgezögert, deren einziger Zweck es eben ist, einen Anlass für diese drei Szenen zu schaffen. Es handelt sich bei BOLERO um eine pervertierte Form des Reißers, in dem selbstzweckhafte Sexszenen das Publikum bei Laune halten. Bei Laune hält hier aber gar nichts und wenn sich die beiden Protagonisten dann endlich zu ihrem quasireligiösen Betterlebnis herablassen, fühlt man sich als Zuschauer geradezu verhöhnt von ihnen. In Bos entrücktes Gesicht möchte man am liebsten reinschlagen, ein zünftiger Scheidenkrampf respektive erektile Dysfunktion ist eigentlich die Mindeststrafe, die die Dereks dafür verdient haben, den Zuschauer in dieser Art und Weise an ihren körperlichen Bedürfnissen teilhaben zu lassen. Ich hoffe, dass sich John nach seiner Scheidung von Bo noch ab und zu dazu herabließ, sich auf eine aus diesem überlangen Haufen filmgewordener Zeitverschwendung kompilierte Least-worst-of-Kompilation einen runterzuholen, denn das war wahrscheinlich von Anfang an der einzige Grund für BOLERO. Für Youporn ist er leider zu früh verstorben.

51cpse3nfzlAls erster Film außerhalb des offiziellen Programms landete in der ersten Kongressnacht zu meiner überaus großen Freude dieser berüchtigte Film im Player, der sich sofort meiner vollen Aufmerksamkeit gewiss sein konnte. Die Geschichte zu LAMBADA geht so, zumindest in Kurzfassung: Ende der Achtzigerjahre war die Cannon dank ihrer über die Jahre betriebenen aggressiven Produktionsweise und zunehmend ausbleibender Erfolge pleite, eine der spannendsten Hollywoodgeschichten zu Ende. Zu Ende war aber auch die Freundschaft zwischen den Cannon-Chefs Menahem Golan und Yoram Globus, die sich beide nicht nur einzeln wieder aufrappelten, sondern sofort den anderen als größten auszuschaltenden Konkurrenten wahrnahmen. Globus, der sich den Namen „Cannon“ gesichert hatte, glaubte als erster das kommerzielle Potenzial des neuesten Modetanzes zu erkennen und forcierte die Produktion von LAMBADA, damit er schnellstmöglich in die Kinos kam, um noch vom vermeintlichen Craze zu profitieren. Golan wollte an diesem lukrativen Geschäft auch teilhaben und tat es ihm gleich. In nur wenigen Wochen trieb er sein Konkurrenzprojekt THE FORBIDDEN DANCE – den Namen „Lambada“ durfte er nicht verwenden, wohl aber hatte er Globus den gleichnamigen Song weggeschnappt, der den kurzlebigen Lambada-Trend initiiert hatte – innerhalb weniger Wochen vom Drehbuchentwurf bis hin zur Fertigstellung und brachte es tatsächlich am selben Tag in die Kinos. Ein wahrer Geniestreich: Denn so nahmen sich die beiden Produzenten auch noch gegenseitig potenzielle Zuschauer weg. Beide Filme floppten massiv und verschwanden genauso schnell wie die Lambada-Welle.

Globus engagierte für seinen LAMBADA Regisseur Joel Silberg, der der Cannon mit dem Breakdancefilm BREAKIN‘ einst einen Riesenhit beschert hatte und somit für die Umsetzung prädestiniert war. Technisch gibt es an dem rasant geschnittenen und daäquat fotografierten Film wenig zu meckern, inhaltlich nimmt er aber so ziemlich jedes Fettnäpfchen mit, in das man treten kann. Hauptfigur des Filmes ist der süße Mathelehrer Kevin Laird (J. Eddie Peck), der „der Neue“ an einer High School ist, deren Direktor überaus rigide Moralvorstellungen vertritt. Mit seinem Softielächeln und den halblangen blonden Haaren erobert er sofort das Herz der frechen Sandy (Melora Hardin), die ihrem Freund Dean (Ricky Paull Goldin) eben erst wegen ständiger Flirtereien mit anderen Mädchen den Laufpass gegeben hat. Als sie mit ihren Freundinnen eines Nachts in einer Underground-Disco im hispanischen barrio einläuft, in der sich Latino-Kids zu heißen Rhythmen heftig schwitzend aneinander reiben, traut sie ihren Augen kaum. Und als sie dann noch ihren Mathelehrer im geilen Lederoutfit zwischen ihnen entdeckt, ist es ganz um sie geschehen. Es stellt sich heraus, dass Laird – eigentlich ein gebürtiger Mexikaner, der von amerikanischen Eltern adoptiert wurde – seine angeborenen Tanzkünste nutzt, um das Vertrauen der Einwandererkinder zu gewinnen und ihnen in nächtlichen Unterrichtsstunden zu einem Schulabschluss zu verhelfen. Die Avancen Sandys passen ihm da gar nicht in den Kram: Nicht nur, weil Laird verheiratet ist, sondern auch, weil der spießige Direktor auf keinen Fall etwas von seinem Nebenjob erfahren darf.

LAMBADA ist zu allererst einmal ein wahres Inferno grausiger Frühneunziger-Scheußlichkeit, voller beanstandenswerter Frisuren und Mode, aber auch einer höchst fragwürdigen Auffassung davon, was so als „cool“ oder „sexy“ gelten darf. Kevin Laird, der als begehrenswerter Supertyp und second coming of Christ gefeiert wird, sich in seiner Geheimidentität als „Blades“ Nacht für Nacht mit Lederjacke, Bandana, Ohrring und heißem Ofen als Rebell verkleidet, während Frau und Kind ohne ihn zu Hause rumhängen müssen, würde von Frauen heute wahrscheinlich eher mit Fackeln und Mistgabeln anstatt mit entfesseltem Lustkreischen und entblößte Brüsten gejagt werden. Aber Hauptanlass für Gelächter und ungläubige Blicke sind die komplett irren Handlungsdetails: Die unablässigen Exkurse in die euklidische Geometrie, die der Film in den Unterrichtsszenen auf Dialogebene vollzieht, sind vollkommen hirnrissig und unverständlich, der sozialkritische Subplot um die Überbrückung der Kluft zwischen Arm und Reich, Amerikanern und Migranten wirkt hoffnungslos aufgesetzt in seinem klebrigen Pathos. Versuche in Humor scheitern kläglich, Statt Erotik gibt es entweder aalglatte Schmierigkeit oder hyperaktives Gerödel. Die unangenehm übermotivierten Jungdarsteller, wahrscheinlich koffein- und anerkennungssüchtige Tanzakademieabsolventen, lösen mit ihrem affektierten Gehabe vor allem Aggressionen aus, während man sich angesichts der butterweichen Makellosigkeit des Helden schnell nach einer Schlammpackung sehnt. Wenn er am Ende den Latinokids zum Abi verholfen hat – sogar der minderbemittelte Ramone (Adolfo Quinones) hat die Mathematik begriffen – und eine flammende Rede über Toleranz und Völkerverständigung, hält im gerührten Auditorium die Augen feucht werden und sich haarsträubend eindimensionale Nebenfiguren in den Armen liegen, ist das nur der Gipfel eines Films, der mich in seiner Penetranz ein wenig an einen kleinen Hund erinnert hat, der sich einem unablässig am Bein reiben will. Großartig, unverzichtbar und, wie ich eben erst mitgeschnitten habe, tatsächlich auf Blu-ray verfügbar. Die Welt ist gut.