Mit ‘Cary Guffey’ getaggte Beiträge

Seit Sheriff Hall (Bud Spencer) den kleinen Außerirdischen H7-25 (Cary Guffey) bei sich aufgenommen hat, befindet er sich auf der Flucht vor dem Militär, das den Kleinen für Experimente haben will. Auf ihrer Reise durch die USA gelangen die beiden ungleichen Flüchtlinge schließlich in das Städtchen Monroe, das dringend einen neuen Sheriff braucht, um dem grassierenden Verbrechen Einhalt zu gebieten. Hall ist genau der Richtige für den Job, doch die Probleme werden größer, als feindliche Außerirdische landen …

Das Sequel zu DER GROSSE MIT SEINEM AUSSERIRDISCHEN KLEINEN stellt zwar inhaltlich eine logische Fortführung der begonnenen Geschichte dar, kann qualitativ aber nicht an den Vorgänger anschließen. Die Geschichte schleppt sich müde und nur wenig zielstrebig voran und der Niedlichkeitsbonus, den man Lupos erstem Teil noch zugestehen musste, ist verbraucht, ohne dass der Verlust adäquat ausgeglichen würde. Ein paar Details sind dennoch nett und seien hier erwähnt, um meinen Text auf eine einem Spencer-Fan angemessene Länge zu bringen (ich könnte wohl selbst zu SUPERFANTAGENIO seitenweise schwafeln).

Besonders beeindruckt hat mich ein weiteres Beispiel für die infantile Logik, der so viele Filme um Bud Spencer und/oder Terence Hill folgen. Als der kleine H7-25 mit seiner Basketball-Schulmannschaft gegen die Konkurrenz antritt, wird aus dem Nachbarschaftsduell via Tonspur – der Radiomoderator des Monroer Radiosenders kommentiert das Spiel aus dem Off – just in dem Moment das entscheidende Spiel um die Meisterschaft, als der Außeriridsche – obwohl eben erst in der Stadt angekommen bereits Kapitän seines Teams – den Siegpunkt erzielt. Ungereimtheiten wie diese lassen für mich den geradezu selbstvergessenen Enthusiasmus erkennen, mit dem diese Filme gemacht wurden: Was gefällt, wird ins Drehbuch aufgenommen, egal, ob es dem bis zu diesem Zeitpunkt bereits Geschriebenen widerspricht. Man sieht die Autoren beim Brainstormen förmlich vor sich: „Ja, und dann gibt es da ein Basketballspiel …“ „Ja, genau und H7-25 verhindert mit seinen Kräften einen Korb der Gegner!“ „Sehr gut, sehr gut, das gefällt mir. Und dann nimmt er den Ball …“ „Er sollte außerdem Kapitän der Mannschaft sein!“ „Jajaja, exakt, aber warte … Er nimmt also den Ball und dribbelt … Es sind nur noch ein paar Sekunden zu spielen … Und er macht den Siegpunkt!“ „Volltreffer! Aber weißt du was: Damit wird die Mannschaft Meister!“ „Du bist ein Genie! Wo nimmst du nur diese Ideen her? Hast du alles aufgeschrieben?“ „Na klar!“ „OK, weiter im Text!“ Genau so spielen Kinder. 

Hübsch ist auch das Ende, natürlich eine Keilerei: Hall gerät scheinbar in den Bann der Außerirdischen, wird von diesen ferngesteuert und in ihr Raumschiff geführt, wo sich aber herausstellt, dass er sie nur getäuscht hat. Seine Hiebe auf die armen außeriridischen Leiber – die interessanterweise mit Elektronik vollgestopft und also eigentlich genau genommen Cyborgs oder Roboter sind – lösen bei diesen pittoreske Fehlfunktionen und Störungen aus, sodass die Szenerie am Schluss von tanzenden, stotternden und sogar auf den Händen laufenden Schurken bestimmt wird. Die letzte Einstellung, die zeigt, wie Hall und H7-25 in einem kleinen Raumschiff durchs unbewegliche Weltall schweben, ist einfach nur herrlich in ihrer Fadenscheinigkeit und macht es mir schwer zu sagen, dass man diesen Film eigentlich nur als Komplettist sehen muss. Aber auch aus der Perspektive des Liebenden: eher schwach.

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Sheriff Hall (Bud Spencer) plagt sich in seiner kleinen Gemeinde Newnan in Georgia mit einer regelrechten UFO-Hysterie herum, bei der sogar die Army unter der Leitung des verbissenen Captain Briggs (Raimund Harmstorf) mitmischt. Als sich Hall ein kleiner Junge (Cary Guffey) als H7-25 von einem fremden Planeten vorstellt, hält der das in seiner geduldigen Art für einen Scherz. Die Beweise, die der Junge ihm liefert, sind jedoch eindeutig und rufen schließlich auch Briggs auf den Plan, der jedoch nichts Gutes im Schilde führt …

Wieder einmal so ein Stück filmgewordene Kindheit DER GROSSE MIT SEINEM AUSSERIRDISCHEN KLEINEN habe ich bestimmt seit rund 25 Jahren nicht mehr gesehen, damals aber heiß und innig geliebt. Ohne Zweifel von Spielbergs Erfolg mit ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND beeinflusst, was sich schon in der Besetzung Guffeys zeigt, hat Lupo aber auch einen nahezu perfekten Film für präpubertierende Jungs gedreht, die sich nichts Schöneres vorstellen können, als Bud Spencer zum Kumpel und Beschützer zu haben. Spencers Filme zielten ja nicht selten auf diese Zielgruppe ab und wussten dem gutmütigen Brummbären immer wieder einen kleinen naseweisen Jungen zur Seite zu stellen, der ihn aus der Defensive lockte: Man denke an PIEDONE A HONGKONG, PIEDONE L’AFRICANO, PIEDONE D’EGITTO, BANANA JOE oder Spätfilme wie SUPERFANTAGENIO. In UNO SCERIFFO EXTRATERRESTRE gelingt die Verbindung vielleicht am besten, was letztlich bedeutet, dass man es mit einem lupenreinen Kinderfilm zu tun hat, der vom einen Spielberg-Film klaut, dafür aber den nächsten – E.T., THE EXTRA-TERRESTRIAL – andeutend vorwegnimmt. Mit erwachsenen Augen betrachtet, erschließt sich Lupos Film dann auch nicht mehr ganz so unmittelbar: Ich vermisste etwas den grellen Humor anderer Spencer/Hill-Filme und die Handlung ist dann doch recht vorhersehbar, der Spannungspegel auf nur mittlerem Erregungsniveau. Aber das heißt nicht, der Film habe mir nicht gefallen, im Gegenteil. Die geradezu rührend naiven Spezialeefekte, etwa das Vor- und Zurückspulen des Films, das mehrfach zum Einsatz kommt, öffnen einem schier das Herz und Lupo gelingen auch einige tatsächlich magische Momente: so etwa, wenn Hall H7-25 zum ersten Mal in einem nächtlichen Vergnügungspark begegnet, und letzterer mit seinem Photonenstrahl die leuchtenden Karusselle zum Laufen bringt, oder im letzten Drittel, wenn Hall erst in einer langen Zeitlupensequenz von Briggs mit einem Pfeil gelähmt wird und mit schwindenden Kräften versucht, die Schurken abzuwehren, sein Schützling dann aber schließlich doch entführt und in einem dunklen Schießstand verhört wird. Da geht einem das harmlose Filmchen plötzlich richtig nahe. Die Keilereien verkommen bei so viel Gefühl unverkennbar zur Nebensache, daran ändert auch Backpfeifengesicht Joe Bugner nichts, der hier einen reuigen Ganoven spielt, der dem Sheriff im Kampf gegen Briggs zur Seite steht. Ansonsten: Toller Song wieder mal von Maurizio und Guido De Angelis und viel, viel Nostalgie, für den, der’s braucht. Einfach schön.