Mit ‘Dan O’Herlihy’ getaggte Beiträge

In einem Trailerpark lebt der Jugendliche Alex Rogan (Lance Guest) und träumt davon, dem tristen sozialen Umfeld irgendwann zu entrinnen. Als er eine Absage von der Wunsch-Uni erhält, scheinen diese Träume endgültig zu platzen. Doch dann ist es seine Meisterschaft im Videospiel „Starfighter“, die ihm neue Perspektiven eröffnet: Bei dem „Spiel“ handelt es sich nämlich um ein Rekrutierungs-programm, das eine im Krieg befindliche außerirdische Rasse überall in der Galaxie installiert hat, um talentierte Piloten zu finden. Und so zieht Alex schließlich als „Last Starfighter“ in einen intergalaktischen Krieg, während ein Roboterdouble auf der Erde versuchen muss, seine Freundin Maggie (Mary Elizabeth Stewart) bei Laune zu halten …

THE LAST STARFIGHTER, der typische Teeniefilm-Motive mit STAR WARS-ähnlicher Fantasy-Science-Fiction verbindet und damit für naiv-sympathische Unterhaltung sorgt, wie sie seit gut 25 Jahren aus der Mode gekommen ist, hat seinen Platz in der Filmgeschichte vor allem deshalb sicher, weil für die Raumschlacht-Szenen zum ersten Mal in großem Stil auf Computereffekte statt auf die damals noch gängigen Modelle zurückgegriffen wurde. Und das Erstaunliche: Diese Effekte funktionieren auch heute noch, trotz offensichtlicher technischer Defizite, ziemlich gut. Zwar limitiert, was Oberflächentexturen und Vielseitigkeit angeht, kann man dennoch erahnen, welche immense Rechnerpower anno 1984 für die sauberen Grafiken zum Einsatz gekommen sein muss. Seine etwas klinische Plastikhaftigkeit könn diese Effekte aber nicht verhindern: Die Weltraumschlachten erinnern eben in erster Linie an ein Computerspiel, lassen die Dynamik seines großen Vorbilds, aber auch anderer, kleinerer Science-Fiction-Opern aus jender Zeit vermissen. Das tut dem unschuldigen Vergnügen aber keinen Abbruch: Es ist einfach liebenswürdig, wenn ausgerechnet der Highscore in einem Videospiel den Protagonisten dazu befähigt, die Geschicke eines ganzen Planeten positiv zu beeinflussen, wenn man bedenkt, welchen Unrat Gamer heute über sich auskübeln lassen müssen. Die utopische Technikbegeisterung, die THE LAST STARFIGHTER sowohl formal wie auch inhaltlich verkörpert, ist ja längst einem oft reaktionären Technikpessimismus gewichen. Wer heute einen Highscore knackt, braucht längst nicht mehr auf den Applaus der Massen zu hoffen, er kann schon froh sein, wenn er nicht zum potenziellen Massenmörder gestempelt wird. Die Technik, sie ist in Castles Film im besten Sinne demokratisch, in dem Sinne, dass sie ohne Ansehen von Herkunft und sozialem Standing Optionen eröffnet. Alex ist ein gutes Mitglied der Gesellschaft: Er ist in seinem Trailerpark das Mädchen für alles, kümmert sich bereitwillig und unentgeltlich um die Instandhaltung der technischen Grundversorgung, während sich seine Freunde im Müßiggang üben, doch gedankt wird ihm das nicht. Das System sieht für ihn keinen Auftsieg aus seinen Verhältnissen vor. THE LAST STARFIGHTER ist denkbar radikal in seinem Lösungsangebot für diese verfahrene Situation: Wenn auf der Erde kein sinnvolles Leben möglich ist, muss man in anderen Welten danach suchen.

Man könnte sich eine filmische Umsetzung desselben Stoffes denken, in der diese Lösung weitaus weniger sympathisch wäre. Ein junger Erdenmensch, der sein Talent in einem Krieg unter Beweis stellt und zum Retter und Helden einer außeriridischen Rasse wird: Man sieht den pathetisch-imperialistisch-kriegstreiberischen US-Hetzfilm förmlich vor sich. Doch THE LAST STARFIGHTER nimmt diese Hürde, weil das alles denkbar unphysisch erzählt ist. Der Krieg ist hier eben nur ein Videospiel, in dem auf virtuelle Gegner geschossen wird. Das ideologische Problem im Zentrum dieses Films lässt sich nicht wegdiskutieren und vielleicht ist es deshalb auch unangebracht, ihn als „unschuldig“ zu bezeichnen. Trotzdem ist es genau dieses Attribut, dass mir immer wieder in den Sinn kommt. THE LAST STARFIGHTER ist ein Märchen, eine Jungsfantasie. Er handelt von einer Welt, die kompliziert, ungerecht und, ja, auch böse ist, und dem Traum, dass sie stattdessen, klar und fair sein möge und die Möglichkeit zum Guten beinhalte. Und wenn auch nur „A long time ago, in a Galaxy far, far away …“