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puppet master ll (dave allen, usa 1991)

Veröffentlicht: Oktober 19, 2012 in Film
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Ein paranormales Forschungsteam zieht im leerstehenden Hotel in der Bodega Bay ein, um die Ursache für die mysteriösen Ereignisse aus dem ersten Teil zu finden. Bald gibt es jedoch die ersten Toten. Als nächstes stellt sich ein mumienhaft vermummter Herr als rechtmäßiger Besitzer des Hotels vor und weicht Carolyn (Elizabeth Maclellan), der Leiterin des Teams, nicht mehr von der Seite. Es handelt sich um den Puppenmeister Toulon, der von seinen Schöpfungen zu neuem Leben erweckt wurde …

Manchmal frage ich mich schon, warum ich mir Quark wie diesen überhaupt und dann auch noch gern ansehe. PUPPET MASTER II unterhält leidlich gut, versumpft nach der spaßig-dummen Exposition mehr und mehr und findet dann erst zum Finale wieder einigermaßen in die Spur. Er ist nicht irrsinnig komisch, weder freiwillig noch unfreiwillig, kein Stück spannend oder gar unheimlich und außerdem alles andere als spektakulär. Filme wie diesen konnte man anno 1991 zu Dutzenden in jeder Videothek ausleihen und die immerhin ganz hübsch designten Püppchen sollten eigentlich auch nicht als alleiniger Schauwert bestehen können. Vielleicht ist es aber gerade diese umfassende Mittelmäßigkeit, die Filme wie diesen zu dankbarem Programm für den verdienten Feierabend macht. Man muss sich nicht besonders konzentrieren, man verpasst nicht wirklich etwas, wenn man mal kurz in Sekundenschlaf fällt, und man fügt dem Film auch kein himmelschreiendes Unrecht zu mit dieser bequemen Rezeptionshaltung. Ab und zu gibt es mal was zu schmunzeln, eine doofe Dialogzeile oder einen putzigen Effekt, zum Schluss splattert es ein wenig und wenn der Spuk nach 85 Minuten vorbei ist, kann man die DVD wieder wegpacken, ohne enttäuscht worden zu sein.

PUPPET MASTER II beginnt mit den „Untersuchungen“ der inkompetenten Forscher. Weil ausgerechnet Chefin Carolyn den Möglichkeiten der Wissenschaft nicht so recht traut, hat sie auch noch eine zickige, selbstgerechte und ständig mit altklugen, lebensweisen Sprüchen um sich werfende Esoteriktante mitgebracht. Es gibt die üblichen Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern des idealtypisch besetzten Teams: Carolyn ist die spröde Tante, im Temperament irgendwo zwischen gelangweilt, lethargisch und humorlos angesiedelt. Ihr Bruder Patrick ist wohl als Sozialmaßnahme mitgenommen worden, jedenfalls säuft er sich gleich am ersten Abend zu, wird ausfallend gegenüber der Esoteriktrulla und blamiert so seine Schwester. Als er ins Gras beißt, scheinen alle erleichtert zu sein. Noch nicht einmal die Polizei wird benachrichtigt! Dann gibt es noch den stets gut gelaunten bärenhaften Lance, der für die Stimmung zuständig ist und mit Mitglied Nr. 4, der dickbehupten Wanda, liiert, damit es wenigstens eine Nacktszene gibt. Später gesellt sich noch der Langweiler Michael hinzu, der Bruder eines der im ersten Teil dezimierten, um mit Mauerblümchen Carolyn ein denkbar pragmatisches Liebespaar zu bilden. Weil den Drehbuchschreibern wohl irgendwann aufgefallen ist, dass das Opferrepertoire viel zu schmal ist, dichteten sie noch ein altes Hillbilly-Pärchen hinzu, deren Scheune dann auch mal von den Puppen attackiert wird – aus welchem Grund auch immer.

Die Puppen selbst haben Zuwachs durch „Torch“ erhalten, einen naziesken Darth-Vader-Verschnitt mit Patronenzähnen und Flammenwerfer-Hand. Am Schluss löst sich alles durch eine unerklärliche Wendung des Schicksals (oder des Drehbuchs) im Wohlgefallen auf: Die Puppen wenden sich gegen ihren Herrn, auch wenn es dafür gar keinen Grund gibt. Die Verzweiflung über derlei Ungereimtheiten hält sich aber in Grenzen, wohl auch, weil PUPPET MASTER II dann noch mit einem wirklich unheimlichen Puppenmensch-Make-up aufwartet, das in einem richtigen Horrorfilm verheerende Wirkung gehabt hätte, hier aber lediglich überrascht zur Kenntnis genommen wird. Und die fatale Hoffnung weckt, Teil 3 könnte vielleicht mit ein bisschen mehr Engagement zusammengebaut worden sein.