Mit ‘David Bradley’ getaggte Beiträge

Als Sean (David Bradley) noch ein kleiner Junge war, wurde sein Papa, ein Karatekämpfer, umgebracht und Sean fortan von Izumo (Calvin Young) in der Kunst des Ninjitsu unterwiesen. In der Gegenwart reist er in den fiktiven Staat Triana, um an einem Karateturnier teilzunehmen. Als er dort seinem alten Meister begegnet und dieser kurz darauf entführt wird, macht er sich mit Jackson (Steve James) und Dexter (Evan J. Klisser) auf die Suche nach ihm. Die führt ihn zu „The Cobra“ (Marjoe Gortner), der für General Andreas (Yehuda Efroni) eine Rasse von Supersoldaten kreieren soll und nur auf Sean gewartet hat …

Aller Guten Dinge sind zwar nach Volksmund drei, doch AMERICAN NINJA 3: BLOOD HUNT ist wohl die berühmte Ausnahme von der Regel. Alle Jubeljahre wird er von mir in der Hoffnung eingeworfen, dass er mir vielleicht endlich seine mir bislang verborgen gebliebenen Qualitäten offenbart, aber auch bei dieser Sichtung steht am Ende nur die Erkenntnis, dass der dritte Eintrag der Erfolgsserie eine reichlich freudlose Angelegenheit ist. Selbst wenn man die Ansprüche ganz weit runterschraubt und AMERICAN NINJA 3 lediglich als hohlen Trashfilm betrachtet, gibt es hier rein gar nichts zu holen. Wirklich alle Beteiligten haben ihr Schlechtestes gegeben – oder aber sie haben in dem Bemühen, auch noch den letzten Funken Spaß aus dem Film zu saugen, Überstunden gemacht. Die Story ist selbst dann noch unfassbar dämlich, wenn man sie nur als Wegbereiter für die Actionszenen begreift, die Inszenierung hausbacken und angestrengt, die Kampfchoreografien unter aller Sau und – der Todesstoß für den Film – David Bradley ein so dermaßen unsympathischer Protagonist, dass das Unterfangen eigentlich von vornherein hoffnungslos ist. Die Cannon wollte den einstigen Karatechampion wohl zum neuen Actionstar aufbauen, doch das ist gründlich in die Hose gegangen und vielleicht das beste Beispiel dafür, wie Golan und Globus in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre von ihrem Urteilsvermögen verlassen worden sind. Bradley lässt sich in eigentlich allen seinen Filmen nur ertragen, wenn es einem gelingt, sich an seiner prollig-machohaften Art hochzuziehen. Klar, auch Dudikoff war kein guter Schauspieler, aber er war als Handkanten-James-Dean gut besetzt und vor allem sympathisch. Wenn David Bradley mit Leichenbittermiene die Muckis anspannt, denkt man hingegen an Steroidmissbrauch, Date Rape und Demütigungen in der Jungsumkleide beim Sportunterricht. Im Vergleich mit dem sonnigen Fun-Actioner AMERICAN NINJA 2: THE CONFRONTATION wirkt Teil 3 unfreundlich, düster und misanthropisch. Das ist nicht per se schlecht, nur gibt der Stoff das gar nicht her. Sundstroms Film ist albern, ohne dabei Spaß zu machen. Eigentlich das vernichtendste Urteil, das man über einen Film verkünden kann. Bis zum nächsten Mal.

Oh nein! Was ist nur aus der AMERICAN NINJA-Reihe geworden, die doch zum Schönsten zählte, was die Cannon präpubertierenden Jungs in den Achtzigern geschenkt hatte? Na gut, nach Teil 2 ging es schon ein bisschen bergab, aber wenn man seine Action blöd und bunt mag, dann gehören auch die Teile 3 und 4 noch zum Allerbesten, was der Ninjafilm zu bieten hat. „Blöd“ und „Bunt“ ist auch Teil 5 noch und von beidem nicht zu knapp, aber leider eher auf die unangenehme Art und Weise. Wer auch immer es für eine gute Idee gehalten hat, mit dem neusten (und dann auch endgültig letzten) Sequel den Kinderfilmmarkt zu erobern, der wird mit dem Blick auf die IMDb-Seite seines Films bis in die Ewigkeit daran erinnert werden, was für ein Idiot er gewesen ist. Dort ist das Scheitern nämlich in greifbare Zahlen gegossen, an denen es nur wenig zu rütteln gibt: Mit einem sensationellen Durchschnittswert von 2,2 Punkten hat sich AMERICAN NINJA 5  den hochverdienten Titel des vierundsiebzigstschlechtesten Filmes aller Zeiten erarbeitet.

Wie lässt sich diese Platzierung aufschlüsseln? Ein Versuch:

  1. David Bradley ist David Bradley ist Joe Kastle. Er trägt mit Vorliebe hässliche Fitnessklamotten und lässige Kapuzenblousons, tritt hier viel zu wenig Ärsche und bringt kaum jemanden um, entschärft zur Wiedergutmachung aber eine Bombe, indem er Wasser drübergießt.
  2. Er verliebt sich außerdem in eine dummdreiste Ische, und, noch viel unglaublicher: diese sich in ihn! (Natürlich wird sie sofort entführt.)
  3. Weil das noch nicht reicht, freundet sich Joe auch noch mit einem Jungen an. Es folgen die üblichen unerträglichen Neckereien und klugen Sprüche, bevor er
  4. dem Jungen innerhalb von lausigen 5 Filmminuten Ninjitsu beibringt. Es sei ergänzt, dass 3 von diesen 5 Minuten mit Meditieren vergeudet werden und die restlichen 2 im Posen bei Sonnenuntergang bestehen. Was soll das für eine Kampfkunst sein? Ach ja, ich vergaß. Eine, die auch Michael Dudikoff beherrschen können muss.
  5. Der Junge: Er rennt den ganzen Film über mit augenbetäubendem Miami-Dolphins-Merchandising herum und leidet unter dem Syndrom das pubertierende Jungs ereilt, die zu schnell wachsen: Er hat seinen Körper und seine Gesichtszüge einfach nicht unter Kontrolle, sieht aus wie ein menschgewordener Morphingeffekt. Und nervt, nervt, nervt!
  6. Der Onkel des Jungen ist der Meister von Joe. Gespielt wird er von Pat Morita, der wohl sehr genau weiß, was es mit positivem Rassismus auf sich hat.
  7. Der Böse hat einen Wissenschaftler gekidnappt, der für ihn ein unschädliches Pestizid entwickeln soll. Das gelingt, aber nur, sofern es in der richtigen Dosierung verwendet wird. Nimmt man zuviel davon, tötet es alles. Das muss wahrlich der dümmste Wissenschaftler der Welt sein.
  8. Apropos: In solchen Filme heißt es immer nur „Scientist“. Ist eh alles das Gleiche.
  9. Die Henchmen des Bösen sind ein effeminierter Glatzkopf mit Schnäuz und ein tuckiger Langhaar-Japaner mit Cape namens Viper. Bevorzugte Fortbewegungsart des Letzteren: In Rauchwolken erscheinen bzw. verpuffen. Blähungen?
  10. Als Leibgarde hält der Oberböse sich ein Armee von muskulösen Bademeistern. Jedenfalls lassen die weißen T-Shirts, Shorts, Sneakers und Kniestrümpfe (!) auf eine solche Berufung schließen.
  11. Die Ninjas sind hier schwarz, grün, blau und violett. Im Teil davor gab es noch gelbe und rote. Sind das unterschiedliche Moden? Hierarchien? Vielleicht treffen sich die Ninja abends und singen: „Viele, viele bunte Ninjas/So rot, so grün, so blau/sind Ninjas eine Schau/der Spaß wird riesengroß/denn mit Ninjas ist was los“.
  12. Der Film dauert rund 100 überambitionierte Minuten, die sich genauso anfühlen.

Die beiden Cops des DEA Jack (David Bradley) und Philip (Todd Jensen) – ersterer ein ewig verschwitzt glänzender Vollprolet, der mit Jeans, Cowboystiefel, Lederjacke und Muskelshirt auf die Welt gekommen zu sein scheint, letzterer der bepopperscheitelte Bruder Jacks, Typ: „Im Windschatten meines stärkeren Bruders kann ich mir alles erlauben.“ – werden aufgrund ihrer ruppigen Arbeitsweise die „Double-Trouble-Cops“ genannt. Vielleicht aber auch nur, weil sie beide zusammen mit ihren aus dem Spielzeugladen geklauten Schirmkäppis so aussehen, als könnten sie jede Schwulenbar zum Überkochen bringen. Jedenfalls erledigen beide gemeinsam in den ersten drei Minuten gleich mal einen Psychopathen, der sich jedoch als Sohn einer berühmten Publizistin entpuppt, was den beiden ungeliebten Cops die sofortige Suspendierung einbringt. Und einer blonden Journalistin, die mit ihrem gesamten Fernsehteam noch vor dem Rettungswagen am Tatort ist, eine fette Story. Wir werden ihr später wiederbegegnen: Das ist kein Versprechen, sondern eine Drohung.

Weil Jack aber einen schicken ledernen Bauchbeutel hat, den er nie ablegt, und Philip ein grienendes Balg, macht ihnen die Arbeitslosigkeit nichts weiter aus. Lieber erstmal Billard spielen gehen, wie Kerls das nunmal machen, wenn sich ein stressiger Tag dem Ende zuneigt. Um sich selbst geil zu finden, braucht man eben keinen Job. Zumal Zappel-Philip, ewig auf der Suche nach Action, gleich das nächste heiße Eisen im Feuer hat (niemand verlangt schließlich so sehr nach sofortiger Wiedereinstellung wie ein Cop, der wegen ständiger Disziplinlosigkeit gefeuert worden ist): Auf irgendeiner mittelamerikanischen Insel sitzt der Drogenzar Kessel (John Rhys-Davies), der förmlich danach schreit, von einer Eliteeinheit voller nach Gewalt lechzender Herrenmenschen den Arsch versohlt zu bekommen. Jack hat aber leider erstmal keine Lust mehr, Menschen umzubringen, und sagt Philip ab. Der ist allein natürlich nur die Hälfte wert und fällt dann vor Ort auch Kessels neuer Erfindung zum Opfer: einem Cyborg.

Weil Philip aber ein schlaues Kerlchen ist, hat er – wissend, dass er in einem Film wie CYBORG COP neben dem feschen David Bradley dazu verdammt ist, nur die zweite Geige zu spielen – seinem Bruder schon vorab eine Nachricht hinterlegt, in der er ihn zu Hilfe ruft. Mangelndes Selbstvertrauen ist Philip anscheinend weniger fremd als ein guter Friseur. Jack macht sich sogleich auf den Weg in die Bananenrepublik, wo er – ebenfalls ein Plotstandard – schon am Flughafen der zickigen Reporterin vom Beginn des Films wiederbegegnet und fortan mit ihr verbale Nettigkeiten austauscht, die an misslungene Kindergeburtstage erinnern. Der geübte Seher solcher C-Actioner weiß jedoch: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das blonde Dummchen der todsicheren Mischung aus öligen Muckis, nichtvorhandenem Charme und fehlender sozialer Kompetenz erliegt und sich zu luriger Saxophonmusik auf den Rücken dreht. Und weil CYBORG COP nicht gerade ein Film ist, der mit der Erwartungshaltung seiner Zuschauer zu spielen wüsste, passiert genau das. Endlich nackte Brüste, mag der Leser sagen, aber leider trübt die Anwesenheit Bradleys das potenzielle Vergnügen ganz erheblich. Nein, es macht definitiv keinen Spaß, ihm beim Liebesspiel zuzusehen, man fühlt sich schmutzig, benutzt und möchte ein Frauenhaus gründen. Der zickigen Reporterin gönnt man zwar so Einiges, aber das geht dann doch zu weit.

Weil Firstenbergs Film nur knappe 90 Minuten lang ist, aber schon 50 Minuten für Exposition und das merkwürdige Balzverhalten minderbemittelter Actionfilmprotagonisten draufgegangen sind, geht am Ende alles ganz schnell. Für den Showdown schnappt sich Jack eine dicke Wumme und Granaten, klemmt sich ein Motorrad zwischen die aufgepumpten Schenkel und fährt los, dem Kessel den Dampf abzulassen. Der wohnt in einem Camp das draußen wie Ewok-Village aussieht und drinnen so, wie Labors, in denen Actionschurken mit ihren weißbekittelten Wissenschaftlerschergen Cyborgs bauen, nun einmal aussehen. Überall kleben sinnlose Bildschirme an der Wand, irgendwo steht eine gläserne Litfasssäule mit Cyborg drin herum und selbstverständlich gibt es auch Stahltreppen und -balustraden, von denen Bösewichter herunterfallen können.

Philip, mittlerweile auch ein Cyborg, erkennt natürlich seinen Bruder Jack und weigert sich, den tödlichen Befehl auszuführen, wendet sich statddessen gegen seinen Schöpfer und stirbt im Kampf gegen den Obercyborgmops. Kurz zuvor hatte Jack dieses Wunderwerk überlegener Technik – Preis zzgl. Mehrwertsteuer: 10 Millionen Dollar – noch mit einem popeligen Kurzschluss zerstören können, was Kessels Wissenschaftlern eine stressige Nachtschicht eingebracht hatte. Gut Ding will Weile haben, einen Cyborg kloppt man aber schonmal schneller zusammen, wenn sich David Bradley zum Kuchenessen angekündigt hat. Es ist also nur konsequent, dass Jack dem Cyborg-Provisorium zur Strafe mit seinem Mokick den Kopf abfährt, in einem Finalkampf, der mit das traurigste ist, was ich je in einem Actionfilm zu sehen bekommen habe. Die letzte Einstellung zeigt, wie Jack mit seiner Reporterfreundin das Balg vom Philip abholt. Zur Feier des Tages hat sich Jack dafür extra aus seinen verschwitzten Rockerklamotten gepellt und ein todschickes weißes Sakko übergeworfen, in dessen Kragen ihn bestimmt noch das Preisschild kratzt. Aber das wirft einen Kerl wie Jack natürlich nicht aus der Bahn.