Mit ‘David Oliver’ getaggte Beiträge

Nerd Rex (Daniel Roebuck) macht an seiner Schule täglich einen wahren Spießrutenlauf durch, wird von Jungs und Mädels gleichermaßen gedemütigt und verarscht. Als er bei einem Klassenausflug in die Wüste mitten in ein (mysteriös bleibendes) Militärexperiment gerät, landet er plötzlich in der Steinzeit und trifft dort auf die knackige Eba (Cynthia Thompson), die er sogleich versucht, zum Beischlaf zu überreden. Doch ihre Steinzeitkollegen sabotieren seine Pläne beharrlich …

Zugegeben, aus dem im Text zu MY TUTOR geäußerten Vorhaben, mal wieder einen guten Film zu schauen, ist offenkundig nix geworden, aber CAVEGIRL hat trotzdem mehr Spaß gemacht als die beiden vorangegangenen Teeniegurken. Ich würde sogar so weit gehen, ihn als einen der hirnverbranntesten, debilsten, idiotischsten und infantilsten Filme zu bezeichnen, die ich je gesehen habe. Das macht ihn zwar nicht per se zum Pflichtprogramm für Cineasten, aber doch zu einem Film, den man als Freund des Beknackten mal gesehen haben sollte. Die Prämisse, eine Höhlenfrau als Sexualpartner herbeizufantasieren, fußt noch irgendwie auf der literarischen Tradition des edlen Wilden, aber was in CAVEGIRL daraus gemacht wird, lässt einen beide Hände über dem Kopf zusammenschlagen und um Vergebung für alle Beteiligten flehen.

Kaum trifft Rex die mit Traummaßen und Wildlederbikini, aber leider nicht mit Intelligenz ausgestattete Eba, da versucht er ihr schon, den Satz „I want to sit on your face“ beizubringen. Ihre ersten Worte sollen nach seinem Wunsch „face“, „hair“ und „boobs“ sein, aber ein unerklärlicher selektiver Prozess verhindert stets, dass auch nur ein unzüchtiges Wort über die Lippen der unschuldigen Steinzeitschönheit kommt. Unterbrochen werden diese überaus aufdringlichen Versuche, in ihren Pelztanga zu gelangen, von den kaum weniger hohlen Slapstickspäßen um die anderen Höhlenmenschen, die Rex‘ Rasierschaum fressen und Steine auf den Kopf bekommen. Und damit die Wartezeit bis zum erwartbaren Erfolg Rex‘ nicht zu trocken wird, gibt es noch eine andere, weniger attraktive Steinzeitfrau, die bei jeder Gelegenheit ihre Oberweite zeigt, die man aber eigentlich gar nicht sehen will.

Für Ideologiekritik ist dieser Film erwartungsgemäß eine wahre Fundgrube: Wenn man als Mann bei richtigen Frauen keinen Erfolg hat, sucht man sich eben eine geistig Minderbemittelte, die gar nicht bemerkt, dass sie vergewaltigt wird. Das ist zwar etwas überspitzt formuliert, trifft den Kern des Films aber dennoch ganz gut: Schließlich baut Rex gar ein Bett mit einem Mechanismus, der es zusammenbrechen lassen soll, damit er dann ganz „zufällig“ auf ihr landet. Was ja auch einiges darüber aussagt, wie sich Mann hier Sex vorstellt: als mechanisches Pimmelreinhalten. Für Rex (und Eba) geht dennoch alles gut aus: Am Ende entschließt er sich gar, zu ihr zurückzukehren, weil er in der Gegenwart nur ein Depp ist. Na dann. Bleibt letztlich noch die Frage, was es mit Regisseur David Oliver auf sich hat: Der hat diesen unfassbaren Film fast im Alleingang fertiggestellt, fungierte auch als Drehbuchautor, Kameramann und Produzent und hat danach – wen wundert’s? – gar nichts mehr gemacht. CAVEGIRL darf also mit Fug und Recht als sein Lebenswerk bezeichnet werden: Er wird ihn bis an sein Lebensende begleiten wie das Cavegirl den Rex. Ich ahne, dass ihm das nicht einmal peinlich ist.