Mit ‘Denny Harris’ getaggte Beiträge

Die Studentin Scotty Parker (Rebecca Balding) kommt zu spät: Alle Wohnheimsplätze sind schon vergeben, also muss sie sich selbst auf die Suche nach einer Bleibe machen. Sie wird fündig in einem wunderschönen Haus direkt an der Küste, in dem der schüchterne Mason Engels (Brad Rearden) mit seiner Mutter (Yvonne DeCarlo) lebt und die Familienkasse durch Untervemietung der zahlreichen Zimmer an Studenten aufbessert. Scotty ist überglücklich und auch ihre studentischen Mitbewohner nehmen sie sofort gut auf. Doch bereits in der ersten Nacht fällt einer von ihnen einem Killer zum Opfer: Wohnt noch jemand im Haus?

THE SILENT SCREAM ist einer jener kleinen Schocker, die mein Leben sicherlich nicht mehr nachhaltig verändern werden, über die ich mich aber trotzdem immer wieder freue, wenn ein Wink des Schicksals – oder mein lieber Freund Robert – sie mir in die Hände spielen. Sauber inszeniert, mit auffallend gediegener Kameraarbeit und einem wunderbar altmodischen, an den richtigen Vorbildern orientierten Score, serviert Denny Harris keinesfalls spektakuläre, aber sehr solide Genrekost. Man muss ein bisschen Geduld mit dem Film haben: Mehr als ein hoher Bodycount oder zahlreiche Plottwists zeichnet den Film eine bestimmte Atmosphäre latenter Bedrohung aus. Die Kamera erkundet jeden verspinnwebten Winkel des alten Hauses und der orchestrale Score vibriert vor Herrmann’schen Spitzen.

THE SILENT SCREAM nimmt zwar einige Stichwörter vom damals gerade aufkeimenden Slasherfilm entgegen und fällt auch inhaltlich nicht so weit aus dem Rahmen, dass man ihn als „exzentrisch“ bezeichnen müsste, trotzdem geht er seinen eigenen Weg. Der zumindest rätselhafte, wenn nicht doch nur bescheuerte deutsche Titel PSYCHOCK weist die Richtung: Harris hat Hitchcocks bahnbrechenden Film bestimmt mehrfach gesehen und bemüht sich um einen ähnlich ruhigen Aufbau bis zur großen Enthüllung, die eine besonders dysfunktionale Familie präsentiert, aber durchaus Mitleid mit ihr evoziert, anstatt sie bloß als Butzemann für eine Pointe zu missbrauchen. Sie schockt zwar nicht mehr annähernd so schwer wie des Meisters finaler Twist das 20 Jahre zuvor vermutlich tat, trägt aber dennoch entscheidend zum Charme des zwischen den Stühlen Slasherfilm, Murder Mystery und Psychothriller sitzenden Films bei, der mich ein bisschen an THE UNSEEN erinnert hat, der allerdings etwas saftiger daherkommt. Die drei Stars des Films – Yonne DeCarlo als Mama, Cameron Mitchell als ermittelnder Polizist und Barbara Steele in von mir spoilervorbeugend nicht näher beschriebener Rolle – waren wahrscheinlich nur ein paar Tage am Set waren, wie es sich für einen echten Exploiter gehört: Doch gerade letztere wertet THE SILENT SCREAM immens auf. Genrefreunde sollten dem Film allein wegen ihr mal eine Chance geben.