Mit ‘Djimon Hounsou’ getaggte Beiträge

Mit ihren Reportagen über die Schandtaten des Taliban-Anführers Zaief (Raz Degan) zieht die französische Journalistin Elsa (Diane Kruger) dessen Zorn auf sich. Gemeinsam mit ihrem afghanischen Gehilfen Amin (Mehdi Nebbou) wird sie von ihm gekidnappt und nach Pakistan verschleppt. Die französische Regierung schickt ein sechsköpfiges Sondereinsatzkommando (u. a. Djimon Hounsou, Benoît Magimel und Denis Ménochet), das die Frau befreien soll. Zwar gelingt dies, doch werden die Soldaten dabei entdeckt und von den Taliban-Kriegern in die Berge gehetzt, weit weg von dem Ort, an dem sie eigentlich wieder abgeholt werden sollen. Ein aussichtsloser Kampf ums Überleben beginnt …

Diese einfältige Schmonzette im Gewand eines gesellschaftlich relevanten Actionfilms ist so ziemlich einer der schlimmsten Komplettausfälle, den ich seit langem ertragen musste, und er zeigt ziemlich deutlich, was passiert, wenn sich jemand des Genres annimmt, der nicht die geringste Ahnung davon hat, was es eigentlich in erster Linie auszeichnet. FORCES SPÉCIALES ist ein pathetisches Feierfilmchen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, ein Loblied auf das selbstlose Heldentum sowohl des Militärs als auch des Journalismus zu singen, verreckt dank seiner Klischeehaftigkeit und Melodramatik beim Versuch aber schon auf halber Strecke. Die Courage der tapferen Journalistin Elsa darf man auch als an Lebensmüdigkeit grenzenden Leichtsinn bezeichnen, der echtes Mitgefühl mit ihr nahezu unmöglich macht. Dass Diane Kruger ihre Journalistin mit der katholischen Leidensfähigkeit einer echten Märtyrerin versieht, hilft auch nicht gerade. Ihr gegenüber steht der gnadenlose familienglückzerstörende und Frauen ermordende Taliban Zaief als besonders eindrückliches Beispiel für Islamparanoia: Ich will nicht abstreiten, dass seine Figur durchaus ihre Entsprechungen in der Realität hat, aber die Einseitigkeit der Darstellung ist trotzdem kaum zu ertragen. Und dann sind da noch die französischen Soldaten, von denen kein einziger auch nur ansatzweise so etwas wie Persönlichkeit entwickelt. Keiner wächst auch nur annähernd über den Status einer austauschbaren Schießbudenfigur hinaus, keine Details, nichts. Der Todesstoß für den Film, der bei einer Laufzeit von 100 Minuten vor allem eines vollbringt: Seine Zuschauer königlich zu langweilen.

Was man Rybojads Film noch positiv anrechnen kann, ist die visuelle Gestaltung des Films. Andererseits wäre wohl auch ziemlich viel Unfähigkeit nötig, angesichts der imposanten Bergkulissen Tadschikistans andere als beeindruckende Bilder einzufangen. Auch die Actionszenen sind an und für sich genommen sehr ansehnlich, punkten mit einem unverstellten, harten Realismus, kranken aber eben daran, dass einem das Geschehen scheißegal ist. Gegen Ende, wenn die Überlebenden als lächerliche Punkte in der unwirtlichen Landschaft geradezu verschwinden, von Wind und Wetter gebeutelt, kommt mal kurz Stimmung auf, doch natürlich interessiert Rybojad sich nicht dafür, die Geschichte einer gescheiterten Rettungsaktion zum metaphysischen Drama zu überformen, was den Film vielleicht noch hätte retten können. Lieber dürfen sich die tapferen Recken für die noch tapferere Journalistin opfern, die dem hübschesten von ihnen zum Abschied noch einen leidenschaftlichen Kuss gibt, bevor sie sich ganz allein auf den langen Marsch in die Freiheit begibt. Bevor das alles zu dramatisch wird, wird sie aber von einem Hubschrabbschrabb aufgesammelt und zu den beiden Zurückgebliebenen geflogen, die freudig winkend ihrer unerwarteten Rettung entgegensehen. Die Widmung für alle in Afghanistan gefallenen französischen Soldaten und die für eine bessere Welt kämpfenden Journalisten vervollkommnet das filmische Brechmittel, das opportunistische Bedürfnisbefriedigung und reaktionärstes Gesinnungskino in Vollendung darstellt. Selten so gekotzt.

elephant white (prachya pinkaew, usa 2011)

Veröffentlicht: Oktober 23, 2011 in Film, Zum Lesen
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Prachya Pinkaew hat vor rund acht Jahren mit ONG-BAK ziemlichen Wirbel verursacht und dem thailändischen Actionkino kurzzeitig den Titel „Hongkong der 2000er“ verliehen. Es folgte noch TOM-YUM GOONG und dann verlief sich die Welle auch schon wieder im Sand, unter anderem, weil Filme wie ONG-BAK 2 und ONG-BAK 3 es versäumten mithilfe komplett wahnsinniger Actionszenen über die schon beim Erstling kaum übersehbaren Schwächen  hinwegzutäuschen. Prachya Pinkaew, der noch den ebenfalls recht erfolgreichen CHOCOLATE drehte, hat nun mit ELEPHANT WHITE seinen ersten US-Film vorgelegt. Normalerweise geht es für international renommierte Regisseure ja stets bergab, wenn sie nach Hollywood gehen. Pinkaew ist nun das Wunder gelungen: Sein Film ist genau so zwiespältig wie seine thailändischen Werke. Auf „Hard Sensations“ kann man meine Rezension lesen. Hier geht’s lang.