Mit ‘Fabrice Lambot’ getaggte Beiträge

Ein Indianerjunge wetzt durch den Wald, eine Horde bewaffneter Meuchelmörder im Nacken. Bevor sie ihm den Garaus machen können, nimmt sich ein freundlicher Jeepfahrer seiner an – gut, dass der Junge nie was von bösen Onkels gehört hat. Schnitt. In einer amerikanischen Großstadt (Buenos Aires) kommt der abgerissene Cop Fallon (James Horan) am Schauplatz eines grausamen Verbrechens an: Ein Unbekannter hat eine Prostituierte nicht nur vergewaltigt, sondern ihr dabei auch Uterus und Bauchdecke perforiert. Fallon begibt sich auf Tätersuche und kommt dabei einer indianischen Gottheit auf die Spur, die sich vor ihrem Krebstod (!) noch einmal paaren möchte, jedoch mit einem für menschliche Verhältnisse zu groß geratenen Geschlechtsteil geschlagen ist …

„Wer lang hat, lässt lang hängen“, so könnte die Quintessenz von DYING GOD lauten. Zu Beginn hatte ich trotz der ätzenden Digivideo-Optik noch die Hoffnung, dass das ein zumindest angenehm „anderer“ Horrorfilm werden könnte. Buenos Aires bietet eine noch nicht abgenutzte Kulisse, Hauptdarsteller Horan versieht den versifften Bullen mit der Extraportion Sleaze und agiert dabei so haarscharf an der Grenze zur Peinlichkeit, dass es schon fast wieder gut ist. Doch leider werden die Hoffnungen auf abseitigen Schund zu keiner Sekunde eingelöst. DYING GOD versandet in den seichten Gewässern von Sat.1-Mysterythrillern und selbst die viel zu selten eingestreuten Geschmacklosigkeiten wirken lustlos. Dass die argentinische Hauptstadt dann auch noch beharrlich als US-Metropole ausgegeben wird, obwohl sie nun überhaupt nicht danach aussieht, ist ein guter Beleg dafür, wie sehr dieser Film auf Nummer sicher gebürstet ist. Doch wenn man sich so wenig traut, warum strickt man dann einen Film um eine Gottheit mit Riesenpimmel? Zumal, wenn man mit solcher Prämisse doch jedweden Anspruch an irgendwie „gute“ und ernstzunehmende Unterhaltung im Ansatz unterminiert. DYING GOD ist einfach nur öde und dazu auch noch potthässlich anzuschauen. Der titelgebende Gott ist dann vielleicht doch nur vor Scham gestorben. Ein Schicksal, dass auch Lance Henriksen droht: Wie der vom ausgezeichneten und stets verlässlichen Nebendarsteller bei Cameron, Woo und Raimi und Serienstar zum Popanz in minderbemitteltem Videotheken-Schrott absteigen konnte, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Hier setzt er zwar das schauspielerische Glanzlicht, insgesamt kann man sein Mitwirken aber nicht anders als als Demütigung begreifen.

PS Auf IMDB ist der Film bei 347 Votings auf eine Hammerwertung von 2,5 gekommen. Manchmal ist die silent majority doch zu was gut.