Mit ‘Guy Maria’ getaggte Beiträge

Eine putzige Rarität, die da aus dem Hut gezaubert wurde, wenngleich gewiss kein Film, ohne den man nicht mehr leben möchte, wenn man ihn gesehen hat. Guy Maria, der überwiegend Pornos drehte, unternahm für MÄDCHEN FÜR VERBOTENE SPIELE eine Spritztour ins Gefilde des erotischen Mystery- respektive Horrorfilms, wie er sich in Frankreich in den frühen Siebzigerjahren einiger Beliebtheit erfreute. Die rätselhaften Vorgänge auf dem südfranzösischen Schloss, in dem ein alter Graf seinen Tod fürchtet und deshalb eine gut gebaute Studentin als Krankenschwester engagiert, umfassen einen an Gunther Sachs erinnernden Hypnotiseur, eine des nachts im rosa Seidennichts über die Burgmauern schlafwandelnde Blondine mit großen Brüsten sowie ein ständig kichernde Hexe, die regelmäßig auftaucht, um die Protagonistin zu erschrecken.

Machen wir uns nichts vor: DES FILLES EXPERTES EN JEUX CLANDESTINS ist ein großes, hohles, hoffnungslos redundantes, allerdings auch irgendwie ganz liebenswürdiges Nichts, das in erster Linie dazu gedreht wurde, müde Mantelmänner wieder munter zu machen oder Leute unter Vorspielung falscher Tatsachen zum Erlös einer Karte zu bringen. Wobei: Wenn ich mir das Poster so ansehe, spielte Maria schon mit ziemlich offenen Karten. Der ganze, gnadenlos breitgetretene Spuk führt dann auch erst ganz lang zu nichts und entpuppt sich dann am Ende als schnödes Kostümspielchen vor dem ganz materiellen Bedürfnis, dem Grafen an die Juwelen, und zwar jene im Safe, zu gehen. Maria inszeniert eigentlich ganz munter, die Darsteller sind brauchbar, visuell ist der Film ganz hübsch, aber dann tritt er eine gute Stunde lang auf der Stelle: Es geht einfach keinen Meter vorwärts, und wenn doch, landet man garantiert mit einer der beiden Damen im Bett. Ich hatte irgendwann aufgegeben, dass sich das alles noch irgendwie auflöst und war demnach richtiggehend überrascht, als der Film tatsächlich noch ein Ende fand. Er hätte auch einfach aufhören können, es hätte kaum einen Unterschied gemacht.