Mit ‘Harry Bromley Davenport’ getaggte Beiträge

Papa Sam (Philip Sayer) und Sohnemann Tony (Simon Nash) spielen vergnügt im Garten, als sich die Sonne verdunkelt und ein geheimnisvolles Licht auftaucht. Wenig später ist der Vater verschwunden, Tony bleibt schwer traumatisiert zurück und Mutter Rachel (Bernice Stegers) muss den Sohn künftig ohne Ehemann großziehen. Drei Jahre später – Rachel lebt mittlerweile mit dem Fotografen Joe (Danny Brainin) und dem Au-Pair-Mädchen Analise (Maryam D’Abo – olé, olé!) zusammen – steht Sam plötzlich wieder vor der Tür und will seinen Platz als Vater und Ehemann zurück. Und weitere merkwürdige Dinge geschehen …

Der düstere und trotz manch unbeholfener Szene irgendwie unangenehme XTRO ist ein unverkennbarer Nachzieher der Welle, die Scott mit seinem ALIEN fünf Jahre zuvor losgetreten hatte, auch wenn er sich in seiner Tagline – „Some extra-terrestrials aren’t friendly“ – eher als Gegenentwurf zum damaligen Erfolgsfilm E.T. positioniert. Die Invasion von Außerirdischen bietet hier nicht mehr wie noch in den Fünfzigerjahren Ventil für weltpolitische Ängste, sondern ist unverkennbar sexuell konnotiert. Seinen „Ruf“ verdankt XTRO nicht zuletzt den glitschig-schleimigen Effektszenen, in denen Alienembryos ausgetragen und menschliche Wirtskörper von glibbrigen Tentakeln oral befruchtet werden und die ihn zu einem Verwandten von etwa Norman J. Warrens INSEMINOID, ebenfalls ein britischer ALIEN-Ripoff, machen. Der zwischen nervtötend-inkompetent und effektiv-enervierend schwankende Synthiescore (vom Regisseur höchstselbst „komponiert“) und die Reminiszenzen an POLTERGEIST – der Sohn unterhält aus mysteriösen Gründen eine telepathische Verbindung zum Papa, die in seltsamen Visionen umhertanzender Zwerge und lebendig werdenden Spielzeugen resultiert – verpassen dem ohnehin schon kruden Film eine fast psychedelische Note. Weil XTRO trotz seiner offenkundigen Schundigkeit aber nie in die Ferkelsfreude des Exploitationkino abgleitet, sondern über eine kaum zu leugnende Atmosphäre verfügt, Davenport seine abstruse Mär tatsächlich Ernst zu meinen scheint, fällt es schwer, den Film so einfach abzutun. Richtig gut ist er zwar nicht, aber eben anders. Das reicht manchmal. Hier auch.