Mit ‘Howard Hesseman’ getaggte Beiträge

police-academy-2-their-first-assignment-30426Über POLICE ACADEMY schrieb ich, dass er vor allem durch die Besetzung von George Gaynes als Commandant Lassard und G. W. Bailey als Lieutenant Harris über das Niveau einer bloßen Blödelkomödie gehoben wird. Was heißt es also für POLICE ACADEMY 2: THEIR FIRST ASSIGNMENT, dass die Präsenz des ersten auf eine Gastrolle reduziert wird und letzterer gar ganz abwesend ist? Die Antwort: nichts Gutes. Trotzdem ist das Sequel noch einigermaßen amüsant.

In L.A. steht Captain Pete Lassard (Howard Hesseman), der Bruder des Akademieleiters, kurz vor dem Rausschmiss als Chef seines Precincts, das von einer steigenden Anzahl von Verbrechen heimgesucht wird, derer der gutmütige Staatsbeamte einfach nicht Herr wird. Der hinterhältige Lieutenant Mauser (Art Metrano) steht schon in Lauerstellung, um seinen Vorgesetzten abzulösen, seinen dämlichen, stiefelleckerischen Adjutanten Proctor (Lance Kinsey) immer im Anschlag. Lassard fragt schließlich seinen Bruder um Hilfe und lässt sich von diesem die frisch gebackenen Absolventen der Polizeiakademie als Problemlöser andrehen, was die zu erwartenden Albernheiten und Turbulenzen, schließlich aber auch ein Happy End nach sich zieht.

Echte Höhepunkte sind rar gesät in POLICE ACADEMY 2: Was wirklich schön ist, sind die kleinen Signale, die einen daran erinnern, welch beschissenen Ruf US-amerikanische Großstädte in den Achtzigerjahren hatten. Richtige Gewalt gibt es hier natürlich nicht, aber wenn ein verhuscht-panischer Geschäftsmann sein Ladenlokal nach Feierabend eilig mit einem elektrifizierten Stacheldraht-Rolltor verbarrikadiert und sich dann gehetzt über die Schultern blickend auf den Heimweg durch ausgestorbene und heruntergekommene Straßen macht, dabei von ein paar fantasievoll gekleideten Punks heimgesucht wird, kommen einem unweigerlich all die DEATH WISHs und ROBOCOPs in den Sinn, die maßgeblich dazu beitrugen, die USA als Land am zivilisatorischen ABgrund zu zeichnen. Ob sich POLICE ACADEMY 2 vielleicht sogar ein wenig lustig macht über die Endzeitstimmung, die die Law & Order-Apologeten damals beschworen? Die Rowdys um den Anführer Zed (Bobcat Goldthwait) muten jedenfalls nicht so sehr wie gefährliche Gewaltverbrecher, sondern eher wie gelangweilte und vernachlässigte Lausebengel an, die nicht wissen, wo sie mit ihrer Energie hin sollen. Dass Zed im kommenden Teil in den Kreis der Polizei aufgenommen wird, spricht jedenfalls Bände hinsichtlich der humanistischen Gesinnung der Reihe: Gebe den größten Versagern eine Aufgabe (und eine Uniform) und sie werden zu nützlichen Dienern der Gesellschaft. Dass das umgekehrt natürlich wenig schmeichelhaft für die staatliche Organisation der Polizei ist, macht die schöne Ambivalenz der Reihe aus. Bobcat Goldthwait ist vor allem in der deutschen Synchro eine Schau und wird leider mit viel zu wenig Screentime bedacht. Sein postverbales Gekreisch und Gejammer ist eine Schau. Im Mittelpunkt steht der Zickenkrieg zwischen den neuen Cops und ihrem Fürsprecher auf der einen Seite und dem blöden Mauser auf der anderen. Das ist meist nicht so aufregend, zumal Mauser ein denkbar einfaches Ziel abgibt, aber das helmartige Toupet, dass er nach einer Spezial-Haarbehandlung mit Epoxitharz tragen muss, ist dann doch ziemlich toll. Waffennarr Tackleberry (David Graf) bekommt mit der nicht minder schießwütigen Kirkland (Colleen Camp) eine Freundin (und zum Abschuss dann sogar Ehepartnerin) zur Seite gestellt und mit dem schmuddeligen Hundepolizisten Schtulman (Peter van Norden) gibt es noch eine weitere neue Figur, die u. a. mit klebenden Stinkesocken um sich wirft.

Wie gesagt: Der Film bleibt deutlich unter dem Niveau des Vorgängers, aktiviert aber noch  ausreichend Goodwill im Zuschauer, um als „liebenswert“ eingestuft zu werden.

Der 15-jährige Philipp Fillmore (Eric Brown), Sohn eines reichen Geschäftsmannes, ist verknallt in die Haushälterin Miss Mallow (Sylvia Kristel). Als sein Vater auf Geschäftsreise geht, erfüllen sich seine kühnsten Wünsche: Die attraktive junge Europäerin weiht den Ahnungslosen in die Kunst des Liebesspiels ein. Doch sie tut dies nicht ohne Eigeninteressen: Mit dem hinterlistigen Chauffeuer Lester (Howard Hesseman) plant sie über den Jungen an das Vermögen des Vaters zu kommen …

Hatte ich bei CLASS noch „bemängelt“, dass der für sein Thema verhältnismäßig zugeknöpft ist, bleiben bei PRIVATE LESSONS keine Wünsche offen: Die Grenze zum Softsexfilm wird mehr als einmal lustvoll überschritten und die Inszenierung von Myerson kommt teilweise gar pornös daher. Die Szenen, in denen der junge Philly zu schmalzigem Frühachtziger-Poprock gelangweilt durch das Riesenhaus seines Vaters stromert, sind kaum zu zählen. Der ganze Film wirkt seltsam leer und unlebendig, was nicht mal unpassend ist: PRIVATE LESSONS ist der filmgewordene Traum des Pubertierenden samt Riesenanwesen, Dienstpersonal und lüsternem Hausmädchen und bedient sich dabei durch und durch der Weltsicht des Fünfzehnjährigen. Wer sich damit nicht identifizieren kann, für den ist allerhöchstens jene Szene interessant, in der Phillys Tennislehrer (Ed Begley jr.) sich als tougher Cop ausgibt, um Lester auf den Zahn zu fühlen. Hier kommt ein gewisser Witz zum Vorschein, während sich der Film doch sonst vor allem in Vordergründigkeiten suhlt. Aber immerhin ist er dabei sehr ehrlich und behandelt sein Thema mit der Konsequenz, die es braucht: Phillys Darsteller Eric Brown träumt wahrscheinlich heute noch davon, wie er der Sylvia Kristel damals an den Brüsten rumschrauben durfte. Und der erwachsene Zuschauer beneidet und respektiert ihn für diese Erfahrung.