Mit ‘Hy Pyke’ getaggte Beiträge

kp6765pkDas nebenstehende geile Covermotiv, veredelt durch den silbernen Prägedruck des Titelschriftzugs, veranlasste einen Freund und mich vor ca. 25 Jahren dazu, diesen Film in einer Krefelder Videothek auszuleihen. Wir hatten keine Ahnung, aber viel Zeit und eben Bock auf einen Horrorfilm. Nach dem Einlegen des Tapes dauerte es aber nicht lang, bis sich Ernüchterung bzw. großes Gelächter einstellte: HALLOWEEN NIGHT ist nicht nur gnadenlos billig und schundig, er verfügt auch über zahlreiche Zeitgeist-Elemente, die schon kurz nach Erscheinen des Films gnadenlos überkommen waren. Und natürlich ist er, wie es sich für einen solchen Hobel gehört – einen Slasherfilm der vierten Generation -, strunzlangweilig.

HALLOWEEN NIGHT beginnt mit einer Rückblende: Der kleine Tommy bekommt von seinem etwas seltsamen Opa (Hy Pyke) einen Kürbis fürs bevorstehende Halloween geschenkt. Seine Mama ist davon ganz und gar nicht begeistert, möchte die gute Beziehung zwischen ihrem Sohn und dem unerwünschten Großvater unterbinden. Das sieht auch ihr Ehemann so, der den Opa zur Rede stellen will, ihn aber bei einer seiner satanistischen Zeremonien überrascht und umgebracht wird. Jahre später ist Tommy (Gregory Scott Cummins) mittlerweile zum hünenhaften Grübler herangewachsen, der voll unter dem Einfluss des Satansopas steht, der anscheinend einen Plan mit seinem Enkel hat. Während sich alle in der Kleinstadt für eine Halloween-Party vorbereiten, geht ein Killer in Teufelsmaske um …

Was sich nach einem 08/15-Slasher mit Okkultismus-Schlagseite und Potenzial für mildes Entertainment anhört, verkommt und Mundhras uninspirierter Regie leider zu einem unentschlossen mäandernden Schnarchfest, dass immerhin mit der ein oder anderen Idiotie punkten kann. Die beste Szene gibt es schon nach ca. 20 Minuten, als Tommy einen Albtraum hat, in dem er Gitarrist einer grauenvollen Hardrock-Kapelle ist, die während ihrer Darbietung des Songs „Devil’s Son“ von einer schwarzen Tänzerin mit rot glühenden Laseraugen weggezappt wird. Auch später, im Verlauf der traurigen Halloween-Party, sind die Musik, bzw. die toupierten Poser, die sie zum Besten geben, und die Deppen, die sich zu ihr bewegen („tanzen“ wäre zu viel gesagt), für einen Lacher gut. Ich bin ja wirklich ein Fan des übel beleumundeten Eighties-Hardrocks, aber der generische Schwanzrock, den es in HALLOWEEN NIGHT zu hören gibt, rollt einem sämtliche Zehennägel hoch. Was gibt’s sonst noch? Jede Menge dusseliger Fake Scares, die aber niemals scary sind (einmal kommt eine bemitleidenswert unecht aussehende Gummispinne zum Einsatz), zwei kurze Splatterszenen, Sex auf einem Grab, ein DEAD END DRIVE-IN-Plakat, dämliche Charaktere, eine umständliche Handlung, die nirgendwo hin führt, einen plattgesessenen Spannungsbogen und ein mäßig überraschendes Ende. Selbst der Killer sieht beknackt aus.

Als Horrorfilm funktioniert HALLOWEEN NIGHT also kein Stück, auch wenn ich definitiv die Empfehlung aussprechen wprde, sich das Teil besser nicht allein anzuschauen. Im Verbund mit mehreren Leidensgenossen und eher als Zeitzeugnis betrachtet, könnte sich seine ultraschäbige Tristesse aber vielleicht sogar als bewusstseinserweiternd erweisen. Man spricht ja gemeinhin von der „Magie“ des Kinos, die selbst banale Vorgänger zu etwas Größerem macht. Insofern ist HALLOWEEN NIGHT wirklich ein schwarzmagischer Film, denn alles, was er versucht, sieht scheiße und traurig aus.