Mit ‘Irvin S. Yeaworth jr.’ getaggte Beiträge

Nach THE MAGNIFICENT SEVEN noch einmal ein kurzer Sprung zurück ins Jahr 1958 und in eine Zeit, in der der 28-jährige Steve McQueen händeringend und meist erfolglos versuchte, als Schauspieler Fuß zu fassen. THE BLOB gilt heute als seine Leiche im Keller und er akzeptierte die Hauptrolle nur, weil er die 3.000 Dollar Gage gut gebrauchen konnte (er lebte damals weitestgehend auf Kosten seiner ersten Ehefrau Neile Adams, einer erfolgreichen Sängerin und Tänzerin, was dem Macho gar nicht gefiel) und glaubte, dass den kruden Exploiter um einen gefräßigen Wackelpudding aus dem All eh niemand sehen würde. Das Angebot einer Umsatzbeteiligung schlug er demzufolge aus: Welchen Gewinn sollte der Film schon machen?  THE BLOB mauserte sich dann wider Erwarten zum Überraschungshit, spielte sage und schreibe 4 Millionen Dollar ein und hätte McQueen auf Jahre hinaus saniert. Eine Lektion, deren Folgerung er später beherzigen würde: Das wirklich große Geld liegt stets in der Prozentbeteiligung.

Zum Film selbst habe ich nicht irrsinnig viel zu sagen. Er ist unterdurchschnittlich inszeniert und vor allem gespielt, rettet sich  letztlich über die Zeit, weil seine Titelkreatur so einprägsam und die entsprechenden Set Pieces gelungen sind. So gut immerhin, das Chuck Russell für sein wunderbares 1988er-Remake kaum etwas veränderte: Vom Auftakt mit dem alten Zausel und der Glibberhand über die Fortsetzung beim Arzt bis hin zur Kinobelagerung sowie der Suspense steigernden Maßnahme, den jugendlichen Protagonisten gegen erwachsene Vorurteile und den Unglauben der Autoritäten ankämpfen zu müssen hält, sich Russell sehr eng an Yeaworths Original, legt lediglich bei den Effekten ein Schippe drauf. Die sind tatsächlich aber auch schon in der alten Version ganz ansehnlich, wenn auch erwartungsgemäß längst nicht so spektakulär und einfallsreich wie 30 Jahre später.

Von den in den Fünfzigerjahren immens populären Monster- und Invasionsfilmen hebt sich THE BLOB zum einen durch den Einsatz von Farbe ab, zum anderen durch den Verzicht auf jedes pseudowissenschaftliche Gewäsch und den vorgeschobenen Bezug auf reale Ängste. Der Blob ist keine Vorhut einer intelligenten Alienrasse, die die Menschheit bestrafen will, auch nicht das Ergebnis menschlicher Hybris oder dem risikoreichen Spiel mit den Atomen, sondern einfach der in der deutschen Fassung beschworene „Schrecken ohne Namen“. THE BLOB wirkt daher angenehm entspannt, was sich auch daran zeigt, dass Yeaworth zwischendurch, wenn er sich dem Miteinander der jugendlichen Helden widmet, beinahe zu vergessen scheint, was eigentlich auf dem Spiel steht. Ein putziges Filmchen, das trotz seiner offenkundigen Schwächen besser ist, als ich es erwartet hatte, aber heute natürlich trotzdem niemanden mehr um den Schlaf bringt. Und McQueen hat THE BLOB dann ja auch nicht geschadet.