Mit ‘Jack Nance’ getaggte Beiträge

eraserhead (david lynch, usa 1977)

Veröffentlicht: April 10, 2012 in Film, Zum Lesen
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Um mich nach einigen Tagen der Enthaltsamkeit langsam wieder ans Film- und Schreiberhandwerk heranzutasten, verlinke ich hier meine fangfrische Rezension von Lynchs Spielfilmdebüt, das dieser Tage von Capelight auf DVD und Blu-ray neuaufgelegt wird. Das Wiedersehen war toll: Ganz unbemerkt hat sich ERASERHEAD über die Jahre von einem Film, den ich zunächst fast ausschließlich aus einem Bedürfnis nach Distinktionsgewinn, dann vor allem als wichtigen Startschuss einer der bedeutendsten zeitgenössischen Regielaufbahnen ganz rational gut fand, in einen verwandelt, den ich ganz ohne argumentatorische Krücke aus dem Herzen heraus wunderbar finde. Ein paar Gründe für diese Liebe nenne ich in meinem Text, besser ist es, ihn sich selbst anzusehen und eigene zu finden. Mein Text findet sich hier. Viel Vergnügen!

Jonathan Graves (Peter Liapis) hat ein altes Haus geerbt, in dem früher finstere satanische Rituale abgehalten wurden. Bald erliegt er dem Drang, diese zu wiederholen: Er beschwört eine Bande kleinwüchsiger Dämonne, die allerdings nur die Vorhut für ein größeres Übel bilden …

Kleine Monsterchen waren nach dem Erfolg von Joe Dantes GREMLINS schwer angesagt: CRITTERS, HOBGOBLINS, TROLL und eben GHOULIES buhlten um die Gunst der Zuschauer und selbst 25 Jahre nach dem Erscheinen des letzteren gibt es immer noch den ein oder anderen leichtgläubigen Blogger, der seinem zweifelhaften Reiz erliegt. GHOULIES ist spannungsarmer Trash, dessen abgegriffene Geschichte sich ohne jeden Verlust auch ohne die dämlichen Titelkreaturen erzählen ließe, einem dann aber wahrscheinlich auch noch die zwei, drei schüchternen Schmunzler schuldig bliebe, die die Mitleid erzeugenden Latexkreationen von John Carl Buechler bei ihren meist folgenlosen Auftritten hervorrufen. Ein bisschen fühlte ich mich bei ihrem Anblick an John Fasanos göttlichen ROCK ‚N‘ ROLL NIGHTMARE erinnert, der aber trotz seiner beschränkten Mittel nach den Sternen greift und deshalb Absurditätssphären erreicht, von denen GHOULIES nicht mal träumen möchte. Ich hatte mich auf albernen Tinnef um ein paar freche Trolle gefreut, die das Plakat mit seiner kalauerigen Tagline verspricht, stattdessen gibt es eine kreuzlangweilige Okkultismusgeschichte mit einem auch noch völlig unsympathischen Helden, der aussieht wie eine Mischung aus Jeff Speakman und Louis Van Gaal. Die ein, zwei wirklich gruseligen Szenen mit einer ekligen Clownpuppe sind in diesem armseligen Quark vollkommen verschenkt und hätten lieber woanders ihren Platz gefunden. Erwähnte ich schon, dass neben Jack Nance auch noch zwei Liliputaner mitspielen? Nein? Dann hole ich das nach, wenn ich über GHOULIES II schreibe, der mit diesem zusammen auf einer Double-Feature-DVD erhältlich ist. Scheiße im Doppelpack. Herzlichen Glückwunsch!