Mit ‘Joe Pantoliano’ getaggte Beiträge

Erstsichtung – und was für eine! Keine Ahnung, warum ich erst jetzt auf RISKY BUSINESS aufmerksam geworden bin. Ich wusste von seiner Existenz, kannte natürlich die ikonische Tanzszene mit Tom Cruise in Unterhose, aber hatte darüber hinaus wirklich keine Ahnung, worum es geht und wie großartig böse dieser Film ist. Der Eintrag im Buch „Teen Movie Hell“ (sorry, das spielt derzeit einfach eine ziemlich große Rolle in meinem Leben) machte mir klar, dass ich RISKY BUSINESS dringend nachholen muss und die Sichtung hat mich dann auch kein Stück enttäuscht. Paul Brickman hat hier eine pechschwarze Abrechnung mit Yuppietum und Kapitalismus vorgelegt und das zu einem Zeitpunkt, als die Achtzigerjahre eigentlich noch in den Kinderschuhen steckten. Anscheinend ahnte er, dass er diese Leistung nicht mehr würde tappen können: Erst sieben Jahre später, nämlich 1990, erschien sein Zweitlingswerk MEN DON’T LEAVE, der bis heute sein letzter Spielfilm bleiben sollte.

RISKY BUSINESS beginnt zunächst einmal wie deine typische Teeniekomödie, mit einem an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehenden Jungmann, der keine größere Sorge hat, als endlich seine Jungfräulichkeit zu verlieren. Der Verlauf ist prototypisch: Seine Kumpels (u. a. Curtis Armstrong und Bronson Pinchot) sticheln und stacheln ihn an, endlich Nägel mit Köpfen zu machen, verkuppeln ihn dann, als seine strengen reichen Eltern für ein paar Tage weg sind, mit einer Prostituierten, die sich als Mann in Frauenkleidern entpuppt, ihm aber immerhin den Kontakt zu der heißen Lana (Rebecca de Mornay) zusteckt. Bei der stößt sich Joel dann zwar die Hörner ab, doch damit beginnt erst der Ärger. Und für den Zuschauer eine ziemliche Achterbahnfahrt voller unerwarteter Wendungen. Am Ende ist Joel tatsächlich erwachsen geworden: Er hat alle sich vor ihm auftürmenden Herausforderungen gemeistert, er ist nicht von den Eltern erwischt, dafür aber vom Prestige-College Princeton aufgenommen worden, für seine „Unternehmertalente“, die er sich mit welcher Tätigkeit erworben hat? Richtig, als Zuhälter.

Ich schätze mal, dass RISKY BUSINESS von seinem Publikum damals weitestgehend unkritisch rezipiert wurde, gewissermaßen als filmische Erfüllung der eigenen unerfüllten Jugend- bzw. Jungs-Fantasien: Protagonist Joel steigt vom Waschlappen zum Entrepreneur mit superscharfer Freundin auf, darf unwiderstehlich cool über den Rand der Ray-Ban grinsen und die Geldscheine zählen, vor allem aber den erwachsenen Spießern den virtuellen Stinkefinger zeigen und wird dafür dann sogar noch gefeiert. Kein Zweifel: Dieser Joel hat es voll drauf und wird von Tom Cruise zu Beginn seiner Jahrhundertkarriere geradezu perfekt verkörpert. Hätte es Cruise nicht gegeben, man hätte ihn für RISKY BUSINESS erfinden müssen, denn er geht mit seinem Filmcharakter eine untrennbare Symbiose ein. Den Wandel vom Kind, das nicht viel hat, außer diesem Gewinnerlächeln, und in Socken und Unterhosen zu Bob Segers Republikanerrock über Parkett rutscht, zum selbstbewussten Schnösel ohne Skrupel bewältigt Cruise jedenfalls mit genau jener eiskalten Professionalität, die ihn seit über 30 Jahren zum alterslosen Kassenmagneten macht. RISKY BUSINESS erzählt auch von einer Art faustischem Pakt, nur dass es hier keines Mephistopheles mehr bedarf: Sex und Geld regieren, letzteres hilft erheblich dabei, ersteres zu bekommen, und ersteres kann dazu eingesetzt werden, letzteres zu vermehren, ein ewiger Kreislauf, der sich immer schneller dreht und immer geiler macht. Die Welt in Brickmans Film ist geradezu beängstigend einseitig, kalt und oberflächlich, aber niemand ist in der Lage oder auch nur bereit, sich in Distanz zu ihr zu positionieren. Alle machen sie mit, sogar der Hüter der vermeintlich intellektuellen Sphäre: Man meint, Princeton knallt die Pforten zu, als der Abgesandte Joel in seinem zum Luxusbordell umfunktionierten Elternhaus besucht, aber der nutzt die sich bietende Gelegenheit und dankt Joel die Dienstleistung auf exakt jene Weise, mit der auch Politiker an ihre Pöstchen kommen. Eine Hand wäscht die andere, scheiß was auf die Moral. Geld stinkt nicht und die Nutten sind auch alle frisch gewaschen, aus dem oberen Regalbrett sozusagen.

Die Achtziger sind lange her, die Mode hat sich weiter- und dann wieder zurückentwickelt, die Kokainpreise sind gestiegen und haben den Siegeszug anderer Designerdrogen begünstigt. Die Börsenkurse haben den ein oder anderen Crash hingelegt und sich wieder erholt. Nur Bob Sieger hört hoffentlich kein Schwein mehr. Trotzdem ist es ziemlich gruselig, wenn man sieht, dass sich an der in RISKY BUSINESS bloßgelegten neoliberal-kapitalistischen Denke eigentlich nichts geändert hat. Letzten Endes wollen wir alle ein geiles Leben, ein geiles Leben kostet Geld und mit „ehrlicher“ Arbeit und Prinzipientreue ist das halt nicht zu bekommen. Oder es ist zu anstrengend und dauert zu lang. Also schmeißt man alles über Bord und freut sich, wenn die Rechnung aufgeht. Mit dem Stapel Geldscheine in der Tasche ist man plötzlich wer, auch wenn die Nutten die ganze Arbeit gemacht haben. Man weiß genau, wohin Joels Weg führen wird: In ein topmodernes Büro in der oberen Etage eines Wolkenkratzers, wo er den ganzen Tag am Telefon hängt, virtuelle Geldbeträge von A nach B verschiebt, sich von der Sekretärin unter dem Schreibtisch einen blasen lässt und auf der Marmorplatte des Manager-WCs eine Line zieht, nachdem er das in der Mittagspause mit den Großkotzkollegen eingenommene Angeberessen ausgeschissen hat. Das eigentlich Schlimme: Genau wie seine Kumpels weiß er natürlich, dass das alles eigentlich nicht funktionieren dürfte und sollte, er hasst diese Oberflächlichkeit und die Tatsache, dass er alles aufgegeben hat, aber er fügt sich. „What the fuck?“ eben. Nicht zu viele Gedanken machen.

RISKY BUSINESS ist ein richtig geiler Film, nicht nur für Eighties-Fetischisten, aber für die natürlich ganz besonders. Nächtliche Autofahrten, Tangerine Dream, dieses kaum wahrnehmbare Augenblinzeln hinter dem Glas der Sonnenbrille. Heißkalt, wie Fieber im Hochsommer.

 

 

Diskussionen über THE GOONIES drehen sich üblicherweise um die zentralen Punkte „Nostalgie“ und „Kindheitserinnerung“. Jedenfalls habe ich das jetzt mehrfach erlebt. Auch für mich ist die Spielberg-Produktion mit sehr konkreten Bildern verbunden und das, obwohl ich den Film erst einige Jahre nach seinem Kinostart zu Gesicht bekam. Aber THE GOONIES war damals ein großes Thema, etwa in der Bravo, die, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, einen ihrer „Film-Foto-Romane“ dazu brachten und das Plakatmotiv als Poster veröffentlichten. Dieses – siehe nebenan – war für mich eine Quelle der Faszination: Wie sollten diese Kinder, mit denen ich mich ja unweigerlich identifizierte, aus der dargestellten misslichen Lage entkommen? Das ging ja gar nicht! Höhlenverliese, Wasserfälle und -rutschen, ebenso raffinierte wie archaische Fallen und die Tatsache, dass mit dem Charakter des Sloth auch noch ein waschechtes Monster mitwirkte, machten THE GOONIES für mich zu einem Lieblingsfilm, obwohl er sich vorerst nur in meiner Fantasie abspielte.

Seltsamerweise hielt THE GOONIES bei der späteren Sichtung Stand und beschert mir auch heute noch großes Vergnügen. Nostalgie ist sicherlich ein Faktor und natürlich kann ich nicht beurteilen, wie mir Donners Film gefiele, wenn ich nicht diese Erinnerungen mit ihm verbände. Trotzdem mag ich ihn nicht darauf reduzieren, denn für mich verkörpert er eine bestimmte Art von großem Entertainment, wie es in den Achtzigerjahren (von Spielberg) perfektioniert wurde und auch heute noch ein Ideal darstellt. THE GOONIES ist, das zu verleugnen wäre töricht, ein INDIANA JONES-Rip-off für Kinder, voller Abenteuer, Schätze, comichaft überzeichneter Schurken, Höhlen und Gefahren in fantasievollen Settings, die den Eindruck machen, man habe bei der Konzeption gleich die Adaption als Theme-Park-Ride im Kopf gehabt. Das Drehbuch von Columbus hält sich nicht lang mit Erklärungen auf, stürzt den Zuschauer gemeinsam mit den Protagonisten in die Jagd nach einem legendären Piratenschatz, der den Erhalt des Wohnorts und damit auch der Freundschaft der Jungs und Mädels sichern soll. In die Quere kommen ihnen dabei die schurkischen Fratellis, verkörpert von den herrlich überdreht agierenden Robert Davi und Joe Pantoliano, die von der gewöhnt furztrockenen Anne Ramsey an die Kandarre genommen werden. Die Erkundung der unterirdischen Höhlensysteme ist wie aus einem Guss und kulminiert in einem Kampf auf einem Piratenschiff. Wie soll man das nicht mögen, wenn man sich einen Funken kindlichen Gemüts bewahrt hat? Keine Ahnung, aber es geht offensichtlich.

Was Menschen, die partout nicht verstehen wollen, was an THE GOONIES dran ist, vielleicht helfen mag: So perfekt, glatt und kommerziell der Film auf den ersten Blick wirken mag, er ist das Werk damals noch recht junger Filmemacher, die machten, was sie auch selbst cool und witzig fanden. Wie Sean Astin in diesem Video erklärt, waren Spielberg, Donner und Columbus vermutlich dauerbekifft, als sie den Film erdachten und umsetzten und ließen sich von dem Erfolgsdruck, der mit der Großproduktion ohne Frage verbunden war, nicht den Spaß verderben. Wie auch der mit Anschlussfehlern gespickte TEMPLE OF DOOM zeigt THE GOONIES eine gewisse Laisser-faire, die darin zum Ausdruck kommt, das kleinere Fehler einfach dringelassen wurden. Das Wohnmobil, in dem sich Donner während der Drehpausen aufzuhalten pflegte, steht zu Beginn mehrfach prominent im Bild rum, hörbare Lacher und Versprecher wurden genauso dringelassen wie Hinweise auf Szenen, die am Schneidetisch der Schere zum Opfer gefallen waren. An blöden Ideen, wie den unablässig wackelnden Ohren Sloths, und fehlgeleiteten Gags hielt man fest, als hinge das Leben davon ab. Was man vielleicht als Ausdruck von Gleichgültigkeit, Zynismus oder mangelnden Stil begreifen könnte, verleiht dem Film aber genau die Seele, die andere, nicht weniger am Reißbrett entworfene Eventkino-Blockbuster vermissen lassen und die THE GOONIES auch 30 Jahre später noch zu einem Liebling macht, mit dem warme Erinnerungen verbunden werden. Spielberg und Donner haben einen Film gedreht, der genauso improvisiert, unperfekt, geschmacksverwirrt und ungezogen ist wie seine Protagonsiten und ihr Wohnort. Es ist ein Film, der einem damals sagte, dass man weder ein schickes Haus in einem schnieken Vorort braucht noch teuere Markenspielsachen, besonders intelligente oder wohlerzogene Freunde oder wohlhabende Eltern, um jemand zu sein. Dafür würde ich ihn auch heute noch vehement gegen jede Kritik verteidigen.

 

 

Ein geruhsamer Feierabend gerät für einen Mann (Arsenio Hall) dank unzuverlässiger elektronischer Geräte zu einer Verkettung absurder Pannen, die mit seinem Tod enden. Ein Arzt (Griffin Dunne) versucht ein Ehepaar (Michelle Pfeiffer & Peter Horton), dessen Neugeborenes dummerweise „verlegt“ wurde, mit nur mäßig gelungenen Täuschungsversuchen von dieser Panne abzulenken. Ein Junge will eigentlich nur diskret ein paar Kondome kaufen, um sein erstes Mal zu erleben, gerät als millionster Kunde jedoch in eine riesige Werbezeremonie. Der nichts Böses ahnende Jerry (Steve Guttenberg) wird beim ersten Date mit Karen (Rosanna Arquette) mittels neuester Technik als unzuverlässiger Filou enttarnt. Der brave Harvey Pitnik (Archie Hahn) erleidet einen Herzinfarkt, als sein Leben in einer Literatursendung einen herben Verriss erntet, und seine Beerdigung gerät zu einer Comedyveranstaltung bei der er auch nach seinem Tod noch verspottet wird – auch von seiner Gattin!

Dazwischen laufen der Fünfzigerjahre-Science-Fiction-Film „Amazon Women on the Moon“, Henry Silvas Sensationsshow „Bullshit or Not?“ (Waren Jack the Ripper und das Ungeheuer von Loch Ness ein und dieselbe Person?) und der Universal-Schwarzweißgrusler „Son of Invisible Man“, dessen Unsichtbarer (Ed Begley jr.) nicht bemerkt, dass er mitnichten unsichtbar ist. B. B. King macht Werbung für die Initiative „Blacks without Soul“, die sich u. a. Pimps mit Vorliebe für den zuverlässigen Volvo Kombi oder aber dem Sänger Don Simmons (David Alan Grier) widmet, der mit Vorliebe kitschige Schlager singt. Andere Werbespots preisen „Silly Paté“, Kunsthaar aus Teppichfaser, erotische Literatur, das „Pethouse Girl of the Month“, das überall unbekleidet herumläuft, und Firesales im Kunstmuseum. Der arme Rentner Murray (Lou Jacob) schaut nur in Unterwäsche bekleidet überall mal rein, weil seine neue Fernsehbedienung ihn geradewegs ins Programm gebeamt hat.

Die Quasi-Fortsetzung von KENTUCKY FRIED MOVIE vereint auf engstem Raum – der Film dauert gerade mal 75 Minuten – liebevolle Spoofs, albernen Klamauk und absurde Non-sequiturs, die durch die clevere Besetzung geadelt werden. Der Film ist zwar so ziemlich das Gegenteil von „nachhaltig“, aber gerade dadurch erstaunlich zeitlos. Noch mehr als beim Vorgänger hat man hier das Gefühl, der ganze Film sei das Ergebnis eines gemeinsamen Besäufnisses und eines kurzentschlossen anberaumten Drehs mit guten Freunden, die nur zu gern bereit waren, bei dem Spaß mitzumachen. Die Qualität und der Kultstatus des ersten Zucker/Abrahams/Zucker-Films wird nicht ganz erreicht, aber darüber sieht man nur zu gern hinweg, weil AMAZON WOMEN ON THE MOON auf durch und durch sympathische Art und Weise unambitioniert ist. Ich habe mich bei dieser ersten Sichtung nach etlichen Jahren nicht gerade kaputtgelacht, aber das Grinsen hat mein Gesicht eigentlich nie verlassen. „Nett“ heißt hier tatsächlich genau das und ist keineswegs als boshafter Euphemismus zu verstehen.

Eine Gruppe jugendlicher Waldarbeiter vom Youth Corps fährt zu Aufräumarbeiten in den dunklen Tann, in dessen Nähe auch eine malerische Nervenheilanstalt liegt. Am Zielort angekommen, legen sich die vergnügungssüchtigen Kids mit ihrem etwas überspannten Busfahrer Eggar (Joe Pantoliano) an, der sich daraufhin wutentbrannt vom Acker macht. Wenig später ist der erste Tote zu beklagen. Ist es Eggar, der sich für die erlittenen Neckereien rächen will, oder doch die irre Vettel, die laut einer örtlichen Gruselgeschichte die Wälder unsicher macht?

FINAL TERROR (die Titeleinblendung fügt noch ein schickes „The“ hinzu), das klingt wie aus dem Wortbaukasten für Genrefilme zusammengeklaubt, in dem sich auch solche zwar nichtssagenden, aber immerhin schön protzig klingenden Wortkombinationen wie meinetwegen LETHAL MISSION, FORCE KILL oder TERMINAL ACTION finden lassen. Der Titel legt nicht wenig den Verdacht nahe, dass man keine allzu großen künstlerischen Ambitionen mit dem Film verfolgte: Weder ist er so originell, dass man ihn sich sofort merken würde, noch verrät er irgendetwas über den Inhalt des Films. Ein bisschen programmatisch ist diese Abwesenheit von Kreativität schon: Davis‘ Film klebt inhaltlich sklavisch an der damals schon nicht mehr ganz taufrischen Slasherfilm-Formel und gewinnt dem mörderischen Treiben nur wenig Neues ab. Ein paar Jugendliche treiben Schabernack, bevor sie dann von einem messerschwingenden Maniac mit drastischen Mitteln auf den Ernst des Lebens vorbereitet werden. Das hatte man auch 1983 schon etliche Male gesehen.

Was FINAL TERROR trotzdem über den Durchschnitt hebt, ist die handwerklich saubere und routinierte Regie, mit der sich Davis für spätere Großtaten empfahl (CODE OF SILENCE, ABOVE THE LAW, THE FUGITIVE, UNDER SIEGE), sowie das beträchtliche Geschick bei der Schaffung einer unheimlichen, außerweltlichen Atmosphäre, die den Film dann durchaus in die Nähe des großen Vorbilds DELIVERANCE rückt und in seinen beinahe psychedelischen Anwandlungen sogar Assoziationen zu Weirs PICNIC AT HANGING ROCK oder Herzogs AGUIRRE zulässt. Verantwortlich für dieses Gelingen ist zuerst die hervorragende Fotografie, die den Wald unter Einsatz effektiver und toll anzuschauender Gegenlichtaufnahmen und Schattenspiele als mystischen, jenseitigen und metaphysischen Ort zeichnet, an dem über Leben und Tod entschieden wird. Auf der Tonspur plätschert, zirpt, zwitschert und weht es, dass es nur so eine Pracht ist und je länger der Film andauert, umso mehr verlässt er auch die ausgetretenen Slasherpfade und verwandelt sich in ein surreales Mensch-vs.-Natur-Szenario. Die Schlusssequenz ist mit ihrem abrupten, heftigen Ende der ideale Schlusspunkt unter einem Film, der letztlich das Maximale aus seinen Möglichkeiten herausholt. Kaum auszudenken, was aus FINAL TERROR hätte werden können, wenn man sich beim Drehbuch ähnlich viel Mühe gegeben hätte wie bei Kameraarbeit, Musik und Schnitt. So muss man sich etwas durch die erste Hälfte des Films durcharbeiten, um dann aber für seine Mühe unerwartet reich belohnt zu werden.

Wer den Film sehen möchte, sollte aber unbedingt Abstand von der sackbeschissenen RC-1-DVD von Trinity Entertainment nehmen, auf die man offenbar eine schlechte Videokopie gezogen hat: Das Bild ist unscharf, in dunklen Passagen sieht man gar nix und dazu kommen hässliche Flecken, Streifen und Bewegungsunschärfen, die zu simulieren man sonst einen Kasten Bier braucht. Ach so, der Ton steht dem natürlich in nichts nach. Eine wahrhaft runde Sache. Die erhältlichen deutschen Fassungen stellen aber leider mit ihren Vollbildpräsentationen auch keine echte Alternative dar …