Mit ‘John Agar’ getaggte Beiträge

Die Fortsetzung von FORT APACHE – bzw. richtiger der zweite Teil von Fords Kavallerie-Trilogie – ist zunächst mal ein „einfacherer“ Film als der Vorgänger: Er ist gut 30 Minuten kürzer, hat weniger handelnde Personen und weniger „Episoden“. Im Wesentlichen handelt er von der letzten Mission des kurz vor seiner Verabschiedung aus der Armee stehenden Captain Nathan Brittles (John Wayne): Kurz nachdem die Armee eine verheerende Niederlage am Little Big Horn erfahren hat, soll er bei seiner nächsten Patrouille durch das von kriegerischen Indianerstämmen durchzogene Land zwei Frauen mitnehmen: Es handelt sich um Abby Allshard (Mildred Natwick) und Olivia Dandridge (Joanne Dru), die Ehefrau und die Nichte seines Vorgesetzten Mac Allshard (George O’Brien), der die beiden in Sicherheit und aus dem Krisengebiet bringen möchte. Doch Brittles‘ Vorhaben scheitert an den Bewegungen der Indianer: Er verpasst die Postkutsche, muss zurück ins Fort und die Bewältigung der Krise seinen Nachfolgern Lieutenant Flint Cohill (John Agar) und Lieutenant Ross Pennell (Harry Carey jr.) überlassen. Das setzt den alten Haudegen, der sich ein Leben außerhalb der Armee kaum vorstellen kann, ziemlich zu, weil er befürchtet, dass den jungen Soldaten die Erfahrung fehlt, um die Situation zu meistern. Also geht er in die Verlängerung und führt mit ihnen gemeinsam einen Plan aus, um den unabwendbar scheinenden Kampf doch noch zu verhindern.

SHE WORE A YELLOW RIBBON ist ein ziemlich ungewöhnlich strukturierter Film – vor allem, weil er, wie oben erwähnt, eigentlich sehr klar beginnt. Er hat zunächst eine handelsübliche Exposition, in der die historische Situation, der Ort des Geschehens und die verschiedenen Charaktere mit ihren kleinen Subplots vorgestellt werden. Da gibt es im Zentrum eben Brittles, der seiner Pensionierung eher mit Angst denn mit Freude entgegensieht, sowie seinen Vertrauten, den trinkfesten Iren Quincannon (Victor McLaglen), der ihm in drei Wochen nachfolgen wird. Die hübsche Olivia ist das Objekt eines Hahnenkampfs zwischen den beiden jungen Lieutenants, den sie mit ihrer Verweigerung, sich offen zu einem zu bekennen, noch befeuert (der Titel spielt auf das gelbe Band an, mit dem Frauen einem Kavalleriesoldaten signalisieren, dass sie ihn lieben, und das auch sie trägt). Die eigentliche Mission spielt sich dann aber ganz anders ab, als man das erwartet, nämlich keineswegs geradlinig, sondern als eine Aneinanderreihung von Sackgassen, Rückzügen, Umwegen und Kompromissen, die aber auch nicht zum ZIel führen. Über die Hälfte der Laufzeit verbringt Ford damit, Probleme anzuhäufen, anstatt sie aus dem Weg zu räumen und er dreht sich dabei absichtlich im Kreis. Ich weiß nicht, ob das Absicht war, aber die Entscheidung, den ganzen Film im Monument Valley zu drehen, dessen ikonischen Felsformationen immer und immer wieder im Hintergrund auftauchen, unterstreicht diesen Aspekt noch: Man hat nicht nur das Gefühl, dass die Soldaten keinen Meter vorwärts kommen, egal, wie viele Meilen sie auch zurücklegen, man sieht es auch. Das ist eine sehr spannende, sicherlich auch realistischere Sicht auf Kriegshandlungen – darum geht es ja letztlich – als die heroischen Geschichten von raffinierten Plänen und ihrer makellosen Ausführung durch vorausschauende Strategen und tapfere Kämpfer, aber sie unterläuft krass die bis dahin geschürte Erwartung (und ganz subjektiv muss ich hinzufügen, dass ich die immergleichen Bilder der eigentlich imposanten Kulisse irgendwann nicht mehr sehen konnte). Die zweite Hälfte des Films ist interessanter, weil abwechslungsreicher und er endet dann mit einer Überraschung, die das zyklische Element aus der ersten Hälfte wieder aufgreift: Auf der Stelle zu treten, zurück zum Anfang zu müssen, ein Kapitel nicht abzuschließen, sondern fortzuführen, muss nicht negativ behaftet sein. Menchmal ist es gut und richtig, die Dinge festzuhalten, die man kennt und liebt, mit denen man sich wohl und zu Hause fühlt, oder auch einfach nur zu warten, eine Entscheidung hinauszuzögern, sich die Dinge setzen zu lassen, anstatt eine übereilte Entscheidung zu treffen.

Ich bin nicht richtig warm geworden mit dem Film, aber wie immer bei Ford überwiegt auch hier am Ende das Gefühl, dass der Film zu voll ist, unter seiner klassisch anmutenden Oberfläche zu komplex, um das alles nach nur einer Sichtung alles einordnen zu können. Allein der ornamental anmutende Subplot um die Liebesgeschichte zwischen Olivia und ihren Verehrern, bei der Brittles ja auch eine nicht unwichtige Rolle spielt, scheint mir viel bedeutender, als es seine Stellung im Film vermuten lässt: Schließlich ist er nach genau dieser Geschichte benannt und nicht nach den militaristischen Leistungen seines Protagonisten. Für seinen Deutschlandstart verpasste man SHE WORE A YELLOW RIBBON den ultragenerischen und nebenbei völlig irreführenden Titel DER TEUFELSHAUPTMANN, was nicht nur darlegt, dass auch der damalige Verleih nicht so recht wusste, was er mit dem Werk anfangen sollte, sondern die Aussage des Films nahezu auf den Kopf stellt. Brittles ist mitnichten ein todesmutiger Teufelskerl, der seine Männer in Todesverachtung ins Gemetzel führt, sondern das komplette Gegenteil. Wayne, der SHE WORE A YELLOW RIBBON als seinen Lieblingsfilm bezeichnete und in einer Rolle brillierte, für die Ford ihn eigentlich ungeeignet fand – Brittles ist rund 20 Jahre älter als Wayne es damals war -, legt seinen Veteranen als väterlich-weisen Diplomaten, als Hirten einer Herde an, der unnötige Tode um jeden Preis vermeiden will und eine friedliche EInigung mit den Indianern anstrebt, deren Respekt er genießt, weil er ihre Kultur achtet. „Alte Männer sollten keine Kriege führen, sie sollten sie verhindern“, sagt er in einem Gespräch mit einem alten Indianerhäuptling und diese Überzeugung bestimmt auch sein Handeln. Er weicht sinnlosen Scharmützeln lieber aus, anstatt sich in leeren Kraftdemonstrationen aufzureiben, er fordert seine Männer auf, über die Köpfe der anstürmenden Feinde zu schießen, anstatt sie zu töten, weil er weiß, dass das auch seinen Zweck erfüllt, und sein „Gegenschlag“ ist kein bewaffneter Anstrum, sondern eher ein cleverer Sabotageakt, der keine Toten hinterlässt und die brisante Situation elegant auflöst, anstatt sie kriegerisch zu zerschlagen. Auch hier: Manchmal ist es die beste Lösung, eine Entscheidung zu vertagen, darauf zu hoffen, dass sich die Gemüter beruhigen und sich die Vorzeichen verändern, unter denen sich Konfliktparteien begegnen. Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus.

Filmwissenschaftler, -historiker und -rezensenten wiesen darauf hin, dass SHE WORE A YELLOW RIBBON mit seiner zentralen Melancholie ein Vorläufer des Spätwesterns ist, wie er 15 bis 20 Jahre später vor allem von Sam Peckinpah wesentlich geprägt wurde. Brittles steht vor dem Abschied, seine Zeit läuft ab und er registriert, wie sich die Welt um ihn herum verändert. Aber im Unterschied zum Wild Bunch reagiert er darauf nicht mit einem Akt der Selbstzerstörung: Er sieht seine Aufgabe darin, noch möglichst viel von seinem Wissen weiterzugeben, den Keim der Vernunft und Besonnenheit in seinen Nachfolgern zu pflanzen, dafür zu sorgen, dass sie auch in hitzigen Situationen die Ruhe bewahren und den Menschen im Blick behalten. Der Schluss ist ein Signal der Hoffnung: Es ist zu früh, auf Männer wie ihn zu verzichten, solange sie noch etwas zu geben haben. SHE WORE A YELLOW RIBBON mag mit seinem Lob auf die Kameradschaft der Armee und die Weisheit des Alters in unserer heutigen Zeit, in der Todesschüsse per Drohne abgegeben werden und gerade die alten, weisen Männer sich eher durch Kurzsichtig- und Engstirnigkeit denn durch Besonnenheit hervortun, etwas altmodisch und vielleicht auch zu optimistisch anmuten, aber das ändert nichts daran, dass die humanistische Botschaft von Fords Film zeitlos und universell ist.

 

 

Wenn ich hier über Fords Filme schreibe – mit meiner umfassenden Retrospektive habe ich vor über vier Jahren angefangen, eigentlich mit dem ehrgeizigen Ziel, sie innerhalb eines Jahres abzuschließen -, steht mir immer wieder die Filmgeschichte im Weg wie ein Achttausender. Viele von Fords Filmen, FORT APACHE eingeschlossen, sind ja viel mehr als nur das: Sie gehören zum Kanon, sind Meilensteine des US-amerikanischen Kinos, Generationen von Cinephilen, Historikern, Filmwissenschaftlern, Filmkritikern oder einfach nur ganz normalen Kinogängern und Fernsehzuschauern haben sie gesehen, sich eine Meinung über sie gebildet, eine Beziehungen zu ihnen aufgebaut und zum Teil über sie geschrieben. Das, was ich hier auf begrenztem Raum zum Besten gebe, ist demgegenüber immer ein Kompromiss, der Gefahr läuft, hoffnungslos subjektiv und uninformiert zu sein, ein weiteres belangloses Tröpfchen in einem Meer von Texten, die die fraglichen Titel seit ihrer Uraufführung inspiriert haben. Das ist manchmal entmutigend, aber ich habe beschlossen, mich davon nicht weiter beeinträchtigen zu lassen. Fords Werk wird meine von gefährlichem Halbwissen geprägten, keinen Anspruch auf wissenschaftliche Fundiertheit erhebenden Ergüsse ganz gewiss unbeschadet überstehen – umso mehr, als ich sowieso fast ausschließlich lobende Worte für sie übrig habe. Hoffentlich sind sie ein Beleg dafür, dass seine besten Filme auch heute noch faszinierendes Kino darstellen, das seit damals nur wenig von seiner Kraft verloren hat. Vielleicht fühlt sich der ein oder andere inspiriert, sie sich selbst anzuschauen, sich seine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu teilen. Letzten Endes geht es nur darum, die Geschichte der Filme weiterzuschreiben. Auch wenn man nur eine Fußnote zum großen Text beiträgt.

Die Filmgeschichte also: FORT APACHE markiert den ersten Teil der sogenannten Kavallerie-Trilogie, dessen weitere Teile SHE WORE A YELLOW RIBBON und RIO GRANDE sind, beide mit John Wayne in der Hauptrolle. Nach dem finanziellen Misserfolg von THE FUGITIVE brauchte der Filmemacher dringend einen Hit, weshalb er sich dem kommerziell verlässlichen Westerngenre zuwendete und erneut das Monument Valley bereiste, wo er zuvor bereits STAGECOACH und MY DARLING CLEMENTINE gedreht hatte. (Unvorstellbar, dass er damals keineswegs eine bereits allseits beliebte Touristenattraktion ablichtete, sondern diese für Millionen von Touristen überhaupt erst entdeckte.) Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig: Ford gelang der benötigte Erfolg, der ihn auch als Produzent etablierte, und darüber hinaus ein echter Klassiker, der zudem als einer der ersten pro-indianischen Western in die Geschichtsbücher einging.

FORT APACHE erzählt die Geschichte der im titelgebenden Stützpunkt im äußersten Südwesten der USA stationierten Soldaten, die die Aufgabe haben, die dort beheimateten Apachen zu befrieden. Kopf des Regiments ist der besonnene Captain York (John Wayne), der die Indianer gut kennt und aufgrund seiner Besonnenheit den Respekt ihres Häuptlings Cochise (Miguel Inclán) gewinnen konnte. Doch mit der Ankunft von Lieutenant Colonel Owen Thursday (Henry Fonda) wendet sich das Blatt: Der Mann wurde trotz seiner Leistungen im Sezessionskrieg degradiert und in den verhassten Westen abkommandiert, wo er sich nun mit militärischen Erfolgen einen neuen Namen zu machen erhofft. Doch mit seinem unmenschlichen, auf Disziplin und Autorität fußenden Stil macht er sich keine Freunde, und auch im Umgang mit den Indianern schlägt er jeden Rat des erfahrenen York aus. Sein Weg führt in die offene Auseinandersetzung und die Katastrophe. Aber zumindest in einer Hinsicht erreicht er sein Ziel: Er wird durch seinen Tod zum gefeierten Militärhelden.

„When the legend becomes fact, print the legend!” Der berühmte Satz fällt zwar erst im 15 Jahre später entstandenen THE MAN WHO SHOT LIBERTY VALANCE, aber die darin zum Ausdruck kommende Haltung oder Überzeugung Fords ist auch der Kern von FORT APACHE: Als Reporter am Ende mit leuchtenden Augen Auskunft über Thursdays Heldentaten und seine inspirierende Tugendhaftigkeit von York haben wollen, gibt der ihnen, was sie brauchen (der Zuschauer, der Thursday erlebt hat, hört Yorks Kritik zwischen den Zeilen heraus). Nicht nur liegt es ihm fern, den Namen eines Toten in den Schmutz zu ziehen, er weiß auch genau um die identitätsstiftende Kraft, die von Heldengeschichten ausgeht – und er hat verstanden, dass die Fortschreibung der Legende keinen negativen Einfluss auf seine Truppen haben wird: Ihr Spirit wird letztlich nicht von den Befehlshabern bestimmt, sondern von den einfachen Männern, die Tag für Tag ihr Leben riskieren oder es sogar opfern. Dass der New York Herald Tribune den Film anlässlich der Kritik zur Uraufführung als Kriegsverherrlichung beschrieb, ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar: Nicht nur aus heutiger Sicht ist Fords Zeichnung des Militärs als verschworener, gut gelaunter Haufen echter Patrioten (die allerdings aus den unterschiedlichsten Nationen stammen – ein Standard des Ford’schen Schaffens und ein Grund, warum seine Filme so reich sind) gnadenlos romantisch und sentimental. Aber Ford ist alles andere als ein Kriegstreiber, das zeigt auch FORT APACHE, der keinen Zweifel an der Schuld lässt, die die USA im Umgang mit den Indianern auf sich geladen haben (mit seinen häufigen Dreharbeiten im Monument Valley wurde Ford nebenbei zu einem der größten wirtschaftlichen Förderer der dort verbliebenen Navajo-Indianer), und deutliche Kritik an militärischer Betonköpfigkeit, falschem Stolz und Ehrgefühl übt, die im Wesentlichen ursächlich sind für Kriege und sinnlose Tode.

Das Faszinierende an FORT APACHE ist aber, dass er noch so viel mehr erzählt. Ford liefert eine immens detaillierte Zeichnung des militärischen Lebens an einem der äußersten Vorposten der Zivilisation, einen scharfen Blick auf längst vergangene Rituale, Traditionen und Gepflogenheiten und deckt dabei die ganze emotionale Palette ab. In zwei Stunden taucht man tief ein in diese fremde Welt, die von zahlreichen Figuren bevölkert wird, die trotz ihrer Typenhaftigkeit glaubwürdig und echt wirken. Das Spannungsverhältnis zwischen ihnen ist für die dramaturgische Entwicklung dabei fast genauso wichtig wie der rote Faden des Plots. Ein Beispiel: Der degradierte Owen Thursday wird gespiegelt in dem alternden Veteranen O’Rourke (Ward Bond), der nach dem Sezessionskrieg ebenfalls zurückgestuft wurde, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Sein Sohn Michael (John Agar) verliebt sich in Thursdays Tochter Philadelphia (Shirley Temple), doch als er bei ihrem Vater um ihre Hand anhält, lehnt dieser brüsk ab: Es geziemt sich für eine Offizierstochter nicht, mit einem niederen Soldaten anzubändeln. Der Eklat findet später bei einer Tanzveranstaltung seine für Thursday peinliche Fortführung, als er erfährt, dass die Tradition in Fort Apache es verlangt, dass er den Eröffnungstanz mit O’Rourkes Gattin absolviert. Es ziehen sich zahlreiche solcher kleiner Subplots durch den Film, viele davon entfalten sich kaum sichtbar unter der Oberfläche: Einer der ungeübten Freiwilligen, die von dem groben, aber gutmütigen Sergeant Festus Mulcahy (Victor McLaglen) ausgebildet werden, ist am Schluss etwa als First Sergeant unter Befehlshaber York zu sehen. Da werden weitere Geschichten und ganze Biografien quasi im Vorbeigehen angedeutet. Es gibt nur wenige Filmemacher, die das so gut können, wie Ford und dahinter steckt das große Herz für den einfachen Arbeiter, der mit seinem Pflichtbewusstsein und seiner Opferbereitschaft das Rückgrat der Nation bildet. Als Philadelphia angesichts der staubigen Behelfsmäßigkeit ihrer Behausung – für deren Pflege und Einrichtung der ganz auf seine Karriere bedachte Vater natürlich keine Zeit hat – in Verzweiflung gerät, sucht sie die patente Miss Collingwood (Anna Lee) auf, die in Windeseile eine Einrichtung aus gefundenen und geliehenen Möbelstücken zusammenstellt. Für den Film als Ganzes hat diese Episode nur periphäre Bedeutung und der direkte Nutzen, den Ford daraus zieht, ist ein kleiner Gag auf Kosten des hüftsteifen Thursday (der Sessel, in den er sich niederlässt, bricht unter ihm zusammen und er muss sich von den Frauen wieder auf die Füße helfen lassen), aber sie spiegelt eben jene Improvisationsgabe und Findigkeit, die es bei der Gründung der USA bedurfte.

Natürlich kann man über den Film nicht sprechen, ohne auf die ikonischen Bilder einzugehen, die Ford aus dem Monument Valley mitbrachte. Die bizarren, unverwechselbaren Felsformationen künden von der tiefen Bedeutung der menschlichen Handlungen, die sich vor ihnen entfalten, setzen diese aber gleichzeitig auch in Perspektive: Der Einzelne, so dramatisch sein Schicksal auch sein mag, ist letztlich nur ein Staubkörnchen im Angesicht dieser steinernen Giganten, die die Jahrtausende ungerührt überdauert haben (das Monument Valley war in grauer Vorzeit mal von Meer bedeckt). Ford filmte die Szenen um die große Schlacht mit speziellem Infrarot-Material, das die Kontraste besonders hervorhob, Menschen in lebende Statuen verwandelte und dramatische Wolkenformationen zeichnete. Historie ist bei Ford die Geschichte, die wir uns erzählen, das Bild, das wir uns davon machen, der Traum, dem wir nacheifern. Er beteiligt sich an dieser künstlerischen Aufbereitung: Aber er fällt auf die Illusion nicht herein.