Mit ‘John Peyser’ getaggte Beiträge

Der psychopathische Clement Dunne (Andrew Prine) bedroht die Models, die für die Jahresausgabe des „Bachelor“-Magazins nackt posiert haben, am Telefon damit, sie für ihr unmoralisches Verhalten zu bestrafen. Eine nach der anderen sucht er auf, um sie dann mit seinem Rasiermesser umzubringen …

THE CENTERFOLD GIRLS ist vordergründig ein recht typischer US-Exploiter der Siebzigerjahre und als solcher nicht übermäßig auffällig. Dass die Geschichte um den puritanischen Mordbuben sehr zurückhaltend in seinen Gewaltdarstellungen ist, mag vielleicht etwas verwundern, dass er dafür umso freizügiger die sekundären Geschlechtsmerkmale seiner zahlreichen attraktiven Darstellerinnen ins Bild rückt, gleicht jedwede Enttäuschung über diesen Makel aber mehr als aus. Dennoch kommt Peysers Film erstaunlich geschmackssicher daher: Die Inszenierung ist ruhig und beinahe als gediegen zu bezeichnen, selbstzweckhafte Subplots, ablenkende Musikeinlagen oder sonstige in diesem Genre nicht unüblichen Ablenkungsmanöver und Streckmittel sind gänzlich abwesend und die Darsteller – unter ihnen Veteran Aldo Ray als vergewaltigender Wolf im Schafspelz des braven Ehemanns – agieren allesamt mit einem ungewöhnlichen Maß an Zurückhaltung. Nun macht die bloße Verweigerungs- oder Antihaltung noch keinen eigenen Stil aus, was THE CENTERFOLD GIRLS aber aus der Masse vergleichbarer Ware wirklich herausstechen lässt, ist seine ungewöhnliche und interessante Erzählstruktur. Peyser gliedert seine Story in drei ungefähr gleichlange Episoden, die jeweils um eines der vom Killer ausgewählten Opfer kreisen. In Episode 1 wird Miss January erst von einer aufdringlichen Gruppe von Hippies in ihrem Haus belästigt und gedemütigt, dann vom braven Ehepaar Walker, bei dem sie um Hilfe bittet, abgewiesen und schließlich vom Ehemann Ed (Aldo Ray) vergewaltigt, bevor sich zu guter Letzt der Killer erbarmt und ihrem Leben ein Ende macht. Episode 2 kreist um eine Gruppe von Models, die für ein Fotoshooting zusammen mit ihrer biestigen Auftraggeberin, einem Fotografen und einem verhinderten Zuhälter auf eine kleine Insel fahren und dort schließlich einer nach dem anderen vom Killer erledigt werden. Den Spieß umdrehen darf in der dritten Episode die Stewardess Vera (Tiffany Bolling), der der Killer in ein Urlaubswochenende folgt, in dem sie zunächst von zwei lüsternen Matrosen unter Drogen gesetzt und dann missbraucht wird. Der Killer nähert sich ihr als Freund, wird von ihr aber schließlich enttarnt und seiner gerechten Strafe zugeführt. Das hört sich zugegebenermaßen weder besonders aufregend noch so „zurückhaltend“ an, wie ich ihn oben beschrieben habe, doch THE CENTERFOLD GIRLS ist durchaus sehenswert. Am interessantesten fand ich neben der Einteilung in Episoden die Methode, nach der der Killer seine Opfer auswählt: Er blättert durch den Kalender, wählt die jeweils vorne liegende Seite mit dem entsprechenden Model aus und schneidet nach vollbrachter Tat ihr Gesicht heraus. Das führt nun durch die Anordnung der Seiten logischerweise dazu, dass er nur das Playmate jedes zweiten Monats umbringen kann, weil die Seiten beidseitig bedruckt sind, das Model auf der Rückseite nach dem Herausschneiden des Gesichts auf der Vorderseite ja bereits „entfernt“ ist. Das wirft einige interessante Fragen über die Art der Störung des Killers und die Methode seiner Triebabfuhr auf: Tötet er durch das Herausschneiden der Gesichter mit jedem begangenen Mord gleich zwei Opfer auf einen Streich? Oder wird seine Psychose zusätzlich als „unheilbar“, sein Tun als sinnlos deklariert, weil mit jedem gelungenen Mord zwangsläufig ein potenzielles Opfer ungeschoren davonkommt? Frage, die der Film nicht explizit stellt, die ihm aber letztlich den Kick geben, dem er an anderer Stelle ausgewichen ist. Nice.