Mit ‘Jonathan Liebesman’ getaggte Beiträge

the-killing-room-poster[1]Vier Personen, eine Frau (Clea DuVall) und drei Männer (Timothy Hutton, Nick Cannon, Shea Whigham), haben sich für ein Experiment gemeldet, über dessen Hintergründe sie jedoch noch nichts wissen. Sie sitzen in einem kargen, weiß gekachelten Raum mit einigen Stühlen und Tischen und warten auf die Instruktionen des Leiters Dr. Phillips (Peter Stormare), als die erste Person mit einem Kopfschuss zu Boden fällt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein Kampf ums Überleben zwischen den verbleibenden Personen: Denn nur einer von ihnen wird den „Killing Room“ lebend verlassen. Aber wozu?

Wenn der Regisseur von DARKNESS FALLS und TEXAS CHAINSAW MASSACRE: THE BEGINNING einen politisch motivierten Film dreht, sollte man sich auf eine Lektion in Sachen billiger Polemik und Einfalt einstellen: Der „Killing Room“ dient dazu, amerikanische Staatsbürger zu finden, die sich aufgrund ihrer Bereitschaft, sich einem größeren Ganzen zu opfern, zu Selbstmordattentätern eignen. Die Annahme, dass unter Aufsicht der Regierung solche Experimente mit einem solchen Zweck verfolgt werden, halte ich schonmal für reichlich paranoid: THE KILLING ROOM ist genau die Art „kritischen“ Kinos, das wir der Bush-Administration zu verdanken haben, in deren Gefolge jeder Dämlack, der „Bush ist doof“ buchstabieren konnte und BOWLING FOR COLUMBINE gesehen hatte, sein politisches Coming-out erleben durfte. Verantwortungsbewusstsein wird ersetzt durch grenzenloses Misstrauen, Argumente durch Zynismus und eben Polemik, der Humanismus, in dessen Geiste jede politische Kritik eigentlich stehen sollte, durch den stumpfen, undifferenzierten, aber dafür grenzenlosen Hass auf die Mächtigen und Reichen. Natürlich sind die demokratisch gewählten Regierungen keinen Deut besser als terroristische Vereinigungen und Fundamentalisten, das zumindest scheint uns Liebesman mit seinem Film weismachen zu wollen, den als Hetzwerk zu bezeichnen mich nur dessen Mangel an agitatorischer Potenz abhält. Das größte Verbrechen dieses Films, der gern ein CUBE wäre, aber der noch nichtmal ein SAW ist, ist nämlich,  dass er sich mit seiner auf hintergründig-authentisch getrimmten Kameraführung und Bildkomposition und seinen endlosen geflüsterten Dialogen unerträglich wichtig macht, dabei aber nicht mehr als aufgeblasene Langeweile produziert, die sich dann wie zur Entschuldigung mit einem kleinen Twist anbiedert, der ebenso zynisch ist wie jene gewissnelosen Wissenschaftler, die er aufs Korn nimmt. Zum Vergessen.