Mit ‘Kate Hudson’ getaggte Beiträge

Fool’s-Gold-2008-Hollywood-Movie-Watch-OnlineFun, Fun, Fun und gute Laune! Dass die Erwartungen nach den ersten drei Filmen meines RomCom-Selbstversuchs ziemlich gedrosselt waren, hat FOOL’S GOLD mit Sicherheit nicht geschadet, seine Leistungen aber so zu relativieren, wäre auch nicht fair. Wer ein Herz für locker-flockig daherkommende Trivialunterhaltung hat, wie sie Hollywood vor allem in den Fünfziger- und Sechzigerjahren in großer Zahl und handwerklicher Meisterschaft auf die Leinwände brachte, sich huete aber leider nicht mehr zu machen traut, der wird sich über diese hoffnungslos altmodische Abenteuerromanze in traumhafter Urlaubskulisse ein Loch ins Knie freuen. Hochglanzoptik und diverse Handlungsdetails verorten FOOL’S GOLD zwar ganz eindeutig in der Gegenwart, aber der Schwung, den der Film durch das gut aufgelegte Spiel und die Chemie seiner Akteure gewinnt, der Witz, der kunstvoll auf dem schmalen Grat zwischen Stil und Zote wandelt, ohne jemals ins Terrain der letzteren abzugleiten, und schließlich diese ansteckende Leichtigkeit erinnern durchaus an die großen Vorbilder längst vergangener Tage.

Finn (Matthew McConaughey) ist ein passionierter Schatzsucher und in der Karibik auf der Suche nach einem gesunkenen Schatz, für deren Finanzierung er sich mit dem Gangster/Rapper Bigg Bunny (Kevin Hart) eingelassen und einen Berg Schulden angehäuft hat. Zur Scheidung von seiner Gattin Tess (Kate Hudson), die seine Leidenschaft eigentlich teilt, aber Finns Verantwortungslosigkeit satt hat, kommt er zu spät und kann ihr nur noch gestehen, dass er das Boot, das ihr als letztes Kapital noch geblieben ist, aus Versehen versenkt hat. Eine Verkettung von Zufällen führt ihn wenig später auf die Luxusyacht des Millionärs Nigel Honeycutt (Donald Sutherland), auf der Tess als Steward arbeitet und sogleich einen Tobsuchtsanfall bekommt, als sie ihren Ex-Mann dort vorfindet. Doch als der mit seiner Geschichte des versunkenen Schatzes das Interesse Honeycutts weckt, wird auch ihr Enthusiasmus neu entfacht. Bei der folgenden Schatzsuche finden die beiden wieder zusammen, müssen sich aber gegen die Männer von Bigg Bunny und Finns alten Mentor Fitch (Ray Winstone) wehren, die die Reichtümer ebenfalls einstreichen wollen …

Jeder Versuch, die Vorzüge von FOOL’S GOLD hier wortreich zu preisen und meine Leser davon zu überzeugen, ihm eine Chance zu geben, muss fast zwangsläufig in die Hose gehen. Das, was Tennants Film auszeichnet, lässt sich nur unzureichend in Worte fassen: Es ist einer jeder Filme, die für die Dauer ihrer Laufzeit ein gutes Gefühl vermitteln, ohne einen dabei mit ihrer Brillanz schier umzuhauen oder echte Spuren zu hinterlassen. Nichts an FOOL’S GOLD ist nachhaltig, nichts herausragend oder gar originell. Der Film ist witzig, ohne den Betrachter von einem Lachkrampf in den nächsten zu stürzen, er ist spannend, ohne an den Nerven zu zerren, romantisch, ohne wirklich zu Tränen zu rühren. Aber gerade das zeichnet ihn eben auch aus, dieses Bekenntnis zur flüchtigen Unterhaltung und das unbestreitbare Geschick, diese Flüchtigkeit mit einem gewissen Stilbewusstsein zu vereinen. FOOL’S GOLD sieht absolut fantastisch aus, wie ein in Bewegung geratener Hochglanz-Reiseprospekt, in den man am liebsten gleich reinspringen würde. Es ist kein Wunder, dass die Schauspieler gut gelaunt aufspielen, und diese gute Laune ist durchaus ansteckend. McConaughey und Kate Hudson hatte schon HOW TO LOSE A GUY IN 10 DAYS mit ihrer Chemie gerettet und auch hier sind sie wieder das lebendige Zentrum eines stets in Bewegung bleibenden Abenteuerfilms. Matthew McConaughey interpretiert seinen Finn als liebenswerten Einfaltspinsel und Hallodri, der im Stile einer Cartoonfigur auch die heftigsten Attacken auf seine Gesundheit noch übersteht, und beweist sein immenses komödiantisches Talent. Und Kate Hudson ist die ideale Folie für ihn, die Wand, an der er gewissermaßen abprallen kann. Das Drehbuch verlegt sich zum Glück nicht nur auf grellen Slapstick, sondern hat auch einigen Wortwitz zu bieten, der sich eher an alten Screwball Comedies orientiert als an niveaulosen One-Liner- und Pimmelwitz-Orgien, auf die sich moderne Komödien verlegt haben meidet. Das einzige, was ich FOOL’S GOLD wirklich ankreiden möchte ist seine Länge: Die etwas aufgedunsenen 110 Minuten passen einfach nicht zur flatterhaften Leichtigkeit des Films. Die Überraschung des Monats.

how-to-lose-a-guy-in-10-days-movie-poster-2003-1020201634Die Prämisse: Andie Anderson (Kate Hudson) ist das How-to-Girl eines erfolgreichen Frauenmagazins. Zwar würde sie gern über Politik und das Weltgeschehen schreiben, doch vorerst ist sie auf fluffige Ratgebertexte zu Mode, Sex, Liebe und Beauty festgelegt. Das desolate Liebesleben ihrer Freundin dient ihr als Inspiration für den nächsten Coup: ein Artikel darüber, was man in einer sich anbahnenden Liebesbeziehung alles falsch machen kann, also: „How to lose a Guy in 10 Days“. Der Typ den sie sich dafür aussucht, ist Ben Barry (Matthew McConaughey), ein Werbemann, der ebenfalls einen Auftrag hat: Um den Werbeetat eines großen Diamantenhändlers zu bekommen, soll der auf Sport- und Getränkewerbung abonnierte Womanizer beweisen, dass er die Frauen versteht, in dem er eine innerhalb von 10 Tagen dazu bringt, ihn zu lieben. Die beiden Aufträge beißen sich natürlich: Andie benimmt sich mehr und mehr wie eine Verrückte, um ihn loszuwerden, er lässt alle Demütigungen mit einer Engelsgeduld über sich ergehen, obwohl er sie eigentlich am liebsten zum Teufel jagen würde. Am wegweisenden zehnten Tag findet eine große, von Bens Boss organisierte Gala statt, bei der sich die Werbeagentur als Dienstleister empfehlen möchte und über Bens Erfolg oder Misserfolg entschieden wird. Andie ist auch dabei und hat ebenfalls einen Auftrag zu Ende zu bringen.

Auch wenn die Grundkonstellation hoffnungslos überkonstruiert ist – es ist nicht gerade so, dass Frauenmagazine für investigativen Enthüllungsjournalismus und lückenlos recherchierte Geschichten stehen, warum also kann Andie ihren banalen Artikel nicht ohne echte First-Hand-Erfahrung schreiben? –, erinnert sie in ihren besten Momenten durchaus positiv an die Konflikte, die die Protagonisten der Screwball-Komödien miteinander durchlitten. Klar, dass ist hier alles sehr viel platter, materialistischer und weniger elegant, ohne die komplexen Betrachtungen zu Klasse und Geschlecht (und am Ende unnötig in die Länge gezogen), entwickelt aber dank der Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern einigen Schwung und Charme. Kate Hudson, um die es seit damals auch eher still geworden ist, verleiht ihrer ambitionierten Journalistin Quirligkeit, Witz und den Sexappeal des Girl next Door, mit dem man beim Basketballspiel Bier trinken kann, McConaughey ist idealbesetzt, weil er in seiner Wette gewissermaßen auch gegen seine eigene Filmpersona anspielen muss. Möglicherweise legte er mit diesem Film den Grundstein für sein Image als strahlender Traumtyp: Wenn es nach ihm gegangen wäre, könnte Petries Film wahrscheinlich auch „How to lose your shirt in 10 minutes“ heißen, denn das Drehbuch bietet ihm früh die Gelegenheit, seinen modellierten Oberkörper zu entblößen, die ihm in THE WEDDING PLANNER verwehrt geblieben war. (Seine Kolleginnen verwandeln sich sofort in gierige Spanner.)

Seinen Witz bezieht der Film natürlich nicht nur daraus, dass der einer der wahrscheinlich begehrenswertesten Männer der Welt hier mit purer Absicht und sadistischer Freude wie Dreck behandelt wird und das auch noch mit sich machen lässt, sondern darin, dass man einige dieser Beziehungskiller selbst kennt bzw. sich vorstellen kann, wie es in dem armen Kerl brodeln muss. Andie zwingt ihn während der letzten Sekunden eines Basketballspiels dazu, ihm ein Getränk zu holen, sie gibt ihm (und seinem besten Stück) furchtbare Kosenamen, besucht ihn auf der Arbeit, dekoriert seine Wohnung um, zwingt ihn zu vegetarischem Essen (nachdem sie ihn ein fantastisches Fleischgericht hat kochen lassen), schleppt einen hässlichen Köter an, zerrt ihn in die Chick-Flick-Night und das Celine Dion-Konzert und stört seinen Männerabend. Wie es die Gesetze des Genres wollen, entwickelt sie natürlich trotz ihrer Mission einen unheilbaren Crush für ihn, bis sie von seiner Wette erfährt und sich die beiden nach einem heftigen Streit trennen. HOW TO LOSE A GUY IN 10 DAYS strickt eifrig an dem Bild der selbstbewussten Frau, das auch SEX AND THE CITY vermittelte: Frauen sind karriereorientiert, erfolgreich und sexuell aktiv – aber dann doch nur so lange, bis der Mr. Right aus dem Märchen vor der Tür steht. Die Sympathieverteilung kippt im Laufe des Films immer weiter zugunsten Bens, auch weil Andies Dilemma, wie oben geschildert, einfach nicht glaubwürdig ist. Das Drehbuch knüpft den von ihr angepeilten Karrierefortschritt hin zur ernsten Journalistin an den Erfolg ihrer How-to-Story, doch es scheint von Anfang an naiv von ihr anzunehmen, für ein seichtes Frauenmagazin irgendwann anspruchsvolle Politstories schreiben zu dürfen. Und genau das eröffnet ihr ja dann auch die Chefin, die nie vorhatte, Andie den journalistischen Freifahrtschein auszustellen. So hat sie alles verloren und es bleibt ihr nur, die Zelte in New York abzubrechen und es woanders zu versuchen. In einer Last-Minute-Aktion macht Ben ihr klar, dass die Karriere nichts ist gegen das Liebesglück, das sie mit ihm erlebt hat. Und sie landet dann doch noch in seinen Armen. Was 99 % aller anderen RomComs üblicherweise den ideologischen Todesstoß verpasst, verzeiht man hier vor allem, weil Kate und Matthew einfach gut zusammen passen. So wenig Freiraum das Konzept ihnen auch zur Entfaltung lässt, die beiden wirken echt zusammen, wenn sie die Knicks anfeuern, miteinander flirten oder sich zu Besuch bei Bens Eltern beim Kartenspiel bescheißen. Das rettet den Film in der zweiten Hälfte, wenn Andies Verhalten zunehmend überzogener wird und der anfängliche Witz sich abgenutzt hat. Ein Film, der Kate Hudson und Matthew McConaughey einfach nur bei der Gestaltung eines netten Wochenendes verfolgt, hätte gar das Potenzial, es mit Linklaters BEFORE SUNRISE aufzunehmen.

Westeuropäern dient HOW TO LOSE A GUY IN 10 DAYS außerdem mal wieder als Anschauungsmaterial dafür, wie seltsam ritualisiert das Datingverhalten in den USA ist. Beim ersten Date darf auf gar keinen Fall was laufen, akribisch wird über die Anzahl der Dates Buch geführt, nach der sich bemisst, wie weit man gehen darf und wie ernst die Lage ist. Andies allererster Versuch, Ben zu verprellen, ist dann auch die Ermutigung zum Sex am ersten Abend. Irgendwie freudlos. Das ganze Beziehungsspiel ist voller Codes und Regeln, denen HOW TO LOSE A GUY IN 10 DAYS seine Prämisse verdankt. Wie hochgradig gestört ist das eigentlich, einem Mann nicht einfach direkt zu sagen, dass man kein Interesse (mehr) an ihm hat, sondern sich stattdessen wie ein kompletter Soziopath zu benehmen, um ihn zu verscheuchen? Selbstbewusstsein sieht definitiv anders aus. Ich frage mich, ob sich diese Idee in eine deutsche Beziehungskomödie übertragen ließe. Ich glaube nicht. Aber das hat hierzulande ja noch niemanden abgehalten.