Mit ‘Kristine DeBell’ getaggte Beiträge

Die Cheerleader-Teams dreier rivalisierender Schulen fahren gemeinsam mit dem Bus zu einem Cheerleading-Wettbewerb in Sacramento. Unterwegs wird der Bus von den drei ehemaligen Footballspielern Wayne (Jason Williams), George (Anthony Lewis) und Big John (John Albert) entführt – auch die Lehrerin, die die Aufsicht über die Mädchen hat, sowie Waynes Bruder Billy (Robert Houston) gehören zu den Übeltätern. Sich als linke Aktivisten ausgebend, wollen die gar nicht so unsympathischen Ganoven zwei Millionen Dollar für die Befreiung der Mädels, die sie derweil in einer Blockhütte gefangen halten. Den Kontakt zur Außenwelt bauen sie über den Radiomoderator Joyful Jerome (Leon Isaac Kennedy) auf. Doch die Mädchen, die derweil verschiedenen Methoden erproben, sich ihrer Oberteile zu entledigen, denken gar nicht daran, brav auf ihre Befreiung zu hoffen, vielmehr planen sie die Überwältigung ihrer Peiniger.

THE GREAT AMERICAN GIRL ROBBERY, auch CHEERLEADER’S WILD WEEKEND genannt, ist angeblich ein Sequel zu der mit THE CHEERLEADERS begonnenen und mit REVENGE OF THE CHEERLEADERS fortgesetzten Reihe, zumindest behauptet das das Buch „Teen Movie Hell“. (Die IMDB zählt sogar noch Jack Hills THE SWINGIN‘ CHEERLEADERS dazu, den das Buch aus der Aufzählung ausspart.) Doch inwieweit THE AMERICAN GIRL ROBBERY wirklich eine Fortsetzung darstellt, sei mal dahingestellt: Inhaltlich besteht der einzige Zusammenhang (wie schon bei den beiden vorangegangenen Teilen) darin, dass es in allen Filmen um Cheerleader geht, die reichlich Gelegenheit erhalten, blank zu ziehen, und auch die Stabliste gibt keinen Aufschluss über einen gemeinsamen Hintergrund der drei Titel. Wohl aber stößt man auf den Namen von Chuck Russell: Der Mann, der später Filme wie A NIGHTMARE ON ELM STREET 3: THE DREAM WARRIORS, THE BLOB, THE MASK oder ERASER drehen sollte, verdiente sich hier seine ersten Sporen als Produzent.

Der Film verliert nicht viel Zeit, eröffnet mit den verfeindeten Cheerleader-Teams im Bus, die sich gegenseitig aufziehen und necken, dann aber schnell Hand in Hand daran arbeiten, ein hinter ihnen herfahrendes Landei durch abwechselndes Vorführen ihrer körperlichen Reize erst in den libidinösen Wahn und so von der Straße zu drängen: Natürlich steht auch ein kleiner Obststand parat, in den der Unglückliche reinheizen kann. Nach der Entführung entfalten sich die üblichen Psychospielchen, Demütigungen, Flucht- und Annäherungsversuche: Erst veranstalten die Entführer eine kleine Misswahl, dann bändelt die kesse Debbie (Kristine DeBell) sogar mit dem charmanten Anführer Wayne an. Die Situation eskaliert, als Wayne und Billy zur Lösegeldübergabe in die Stadt fahren: Die Mädels stellen den zurückgebliebenen Gangstern eine Falle, können sie schließlich überwältigen und mit dem Bus die Flucht antreten. Dabei begegnen sie wiederum den vor der Polizei fliehenden Brüdern: Sollen sie ihnen den Weg versperren und dafür sorgen, dass sie im Knast landen?

Ich will dieses Finale nicht spoilern, auch wenn wahrscheinlich die wenigsten nach meinem Text hinauseilen, um dieses kleinen, aber liebenswerten Exploiters habhaft zu werden. THE GREAT AMERICAN GIRL ROBBERY ist eher der Film, den man einwirft, wenn er einem zufällig begegnet. Man sollte nicht erwarten, dass er einem den Kopf verdreht oder dass danach alles anders ist als vorher, aber er ist schon recht liebenswert. Zu diesem Urteil komme ich auch, weil die Macher sich offenkundig bemühten, mal einen etwas anderen Sexploiter zu machen: Statt der immergleichen Scherze um die immergleichen Mädchen mit ihren immergleichen Brüsten gibt es hier also eine kleine Crime-Story, die ein wenig an „auf wahren Geschichten“ basierende TV-Dramen erinnert. Es gibt zu Beginn sogar eine Rückblende, die sich mit dem Schicksal der drei Footballer befasst, sie dabei zeigt, wie sie traurig ihre Spinte (Spints?) ausräumen, weil sie aufgrund eines Vergehens gefeuert wurden, während eine Voice-over-Kommentator seinen Senf dazu abgibt. Richtig schön und beinahe spannend ist auch das Ende, bei dem sich der Film fast in die Suspense-Höhen des Heist Movies emporschwingt, toll der Einfall, den Kampf um die Tasche mit dem Geld mit der Soundkulisse eines Footballspieler zu untermalen und so Wayne eine verspätete Genugtuung zu verschaffen. Bis dahin ist THE GREAT AMERICAN GIRL ROBBERY nicht unbedingt zwingend, aber er vertrödelt auch nicht allzu viel Zeit mit sinnlosem Quark und kann zudem auf eine nett anzuschauende Riege von Jungdarstellerinnen zurückgreifen, von denen zwar nur die allerwenigsten später noch in Erscheinung traten, die aber dennoch weniger flach sind als in anderen Filmen. Klarer Fall von sympathischer Timewaster.