Mit ‘Lek Kitaparaporn’ getaggte Beiträge

Der amerikanische Journalist Andrew Cameron (Robert Walker) muss seine Geliebte Mieng in den Händen der Roten Khmer in Kambodscha zurücklassen, als er des Landes verwiesen wird. Er schwört zurückzukehren, um sie zu befreien und nach Amerika zu bringen. Doch der Weg über die Grenze ist beschwerlich und allein nicht zu meistern: Cameron schließt sich der Söldnerarmee des irren MacArthur (Christopher George) an, um an sein Ziel zu gelangen …

In der schönen, diesen Artikel zierenden VHS-Ausführung von Skyline habe ich diesen Film schon einmal besessen, es muss so ca. 18 bis 20 Jahre her sein. Ich hatte keine richtigen Erinnerungen an den Film mehr, weiß nur noch, dass ich ihn damals sehr, sehr merkwürdig fand. Ich kann heute eigentlich nur noch spekulieren, dass dieser Eindruck von etwaigen Kürzungen (das deutsche Tape ist geschnitten), der Synchro oder aber der Beschneidung des Scope-Formats auf das schmucklose 4:3-Fernsehbild begünstigt wurde, denn ANGKOR: CAMBODIA EXPRESS erwies sich in der Sichtung der hervorragenden GB-DVD als ein ganz und gar nicht merkwürdiger, hier und da zwar etwas unrunder, insgesamt aber erstaunlich sauberer, und ja, zeitweise sogar richtig groß anmutender Film. Im ersten Drittel, das den Leidensweg des Protagonisten bis zu seiner Ausweisung sowie seine ersten Versuche, die Befreiung seiner Geliebten zu organisieren, zeigt, hat es gar noch den Anschein, als handle es sich bei ANGKOR: CAMBODIA EXPRESS um einen Gesinnungsgenossen solcher Werke wie etwa THE KILLING FIELDS oder THE HANOI HILTON. Mit einigem Geschick fängt Kitaparaporn das Gefühl der Hilflosigkeit des Fremden in einer ihm weitestgehend unbekannten Welt ein und wenn plötzlich Richard Attenborough, Ben Kingsley oder Michael Caine ins Bild spazieren würde, es würde einen auch nicht besonders überraschen.

Spätestens wenn Cameron auf die Armee MacArthurs trifft, erhält der Film dann aber doch eine entschiedene Exploitationschlagseite. Im weiteren Verlauf schlingert er  etwas unentschieden zwischen diesen beiden Ansätzen hin und her und erinnert so vor allem an jene Kriegsfilme der Sechziger- und Siebzigerjahre, die die realen Konflikte dieser Welt als Abenteuer kerniger Männer vor exotischer Kulisse interpretierten. Man muss nicht wirklich darüber streiten, ob reales Leid für diese Sorte Entertainment herhalten sollte: Ganz geschmackssicher ist ANGKOR: CAMBODIA EXPRESS mit Sicherheit nicht, wenn da am Schluss unschuldige Frauen und Kinder von Granateinschlägen lustig durch den Wald geschleudert werden. Aber diese Diskussion an dieser Stelle nun ausgerechnet aufgrund dieses Filmes zu führen, erscheint mir dann auch wieder ungerecht.

ANGKOR: CAMBODIA EXPRESS ist keineswegs ein unterschlagenes Masterpiece, aber doch ein Film der einen überraschen dürfte. Einer, der zwar auf halber Strecke den ganz großen Triumph verfehlt, aber in diesem Scheitern vielleicht beeindruckender und nachhaltiger ist, als so mancher langweilig runde Qualitätsschinken. Ganz nah dran am epischen Kino der großen Gefühlswallungen ist er nicht zuletzt auch dank des fantastischen Scores von Stelvio Cipriani. Und die Auftritte von Christopher George (hier richtig fies mit Augenklappe, Zigarre, Barett und Lederhandschuh) und Woody Strode nimmt man als Italophiler sowieso gern mit. Dicke Kaufempfehlung für die GB-DVD unter dem Titel KAMPUCHEA EXPRESS, wenn sie einem denn günstig in die Hände fallen sollte.