Mit ‘Lorenzo Lamas’ getaggte Beiträge

body_rock_poster_01Ich habe ja schon im vergangenen Jahr eine kleine Liebeserklärung an Lorenzo Lamas verfasst. Anlass war damals FINAL IMPACT, einer seiner Kickboxfilme aus den Neunzigerjahren, als der FALCON CREST-Star auf harten Loner machte. BODY ROCK präsentiert einen ganz anderen Lamas und das ist nicht allein seinem jüngeren Alter geschuldet. Als Chilly, Anführer der Breakdance- und Grafitti-Posse „Body Rock Crew“, spielt er entgegen seines sonstigen Profils als cooler Macho einen jungen, etwas naiven Träumer, der sich von gerissenen Geschäftemachern umgarnen und einspannen lässt und darüber fast seine Freunde – und seine große Liebe – verliert. Und es ist tatsächlich seine schauspielerische Leistung, die den Film zusammenhält.

Wie die Cannon-Filme BREAKIN‘ und BREAKIN‘ 2: ELECTRIC BOOGALOO oder andere Werke der frühen bis mittleren Achtzigerjahre, die sich diesem rätselhaften neuen Phänomen namens „Rap“ oder „Breakdance“ widmeten (etwa RAPPIN‘, BEAT STREET oder KRUSH GROOVE), zeigt auch BODY ROCK zuallererst, dass Studio-Executives von dem, was die Jugend so bewegt, für gewöhnlich wenig bis gar keine Ahnung haben. Auch wenn Epsteins Film sich in seinem Narrativ relativ stark an WILD STYLE orientiert, einem der wenigen wirklich respektablen Hip-Hop-Filme jener Epoche, scheitert er kläglich an der so wichtigen Authentizität. Ironischerweise ist Lamas, der den Film mit seinem Spiel rettet, auch derjenige, der ihm hinsichtlich seiner Street Credibility am meisten im Wege steht. Sein Chilly kann als einziger aus der „Body Rock Crew“ überhaupt nicht breaken, reißt auch als Rapper nicht gerade Bäume aus und wird doch als einziger von dem schleimigen Manager Terrence (Ray Sharkey) als Bühnenstar für dessen neuen Club engagiert. Nun gut, das ist streng genommen ja nur folgerichtig, schließlich hielten die Produzenten des Films den FALCON CREST-Schönling ja auch für die geeignete Besetzung eines B-Boys, obwohl er keinerlei Befähigung dazu hat. Doch damit noch nicht genug: In dem ausschließlich reichen Wall-Street- und Künstler-Snobs frequentierten Schuppen tritt Chilly nicht etwa, wie es naheligend wäre, als Rapper oder Breakdancer auf: Nein, er agiert dort als leicht bekleideter Sänger grotesker Synthie-Popsongs in supertheatralischen Bühnenchoreografien, für die er vom Publikum bejubelt wird wie der wiedergeborene Heiland. Breakdance und Musical-Tanznummern scheinen in der Welt von BODY ROCK irgendwie dasselbe zu sein, jedenfalls wird Chilly von den alten Kumpels nie ein Stilbruch vorgeworfen, nur, dass er vergessen hat, wo er eigentlich herkommt. Gut, dass er mit einer reichen Künstlerschlampe ins Bett steigt, obwohl er eigentlich was mit der süßen Darlene (Michelle Nicastro) laufen hat, könnte man ihm auch negativ ankreiden, aber der Film und die Hintergangene gehen mit diesem Fehltritt sehr nachsichtig um.

Wie ich oben schon schrieb, tut das dem Spaß keinerlei Abbruch. BODY ROCK hat ein paar schöne Breakdance-Performances zu bieten und auch die anderen Tanznummern – ich denke da vor allem an jene, in der die Tänzer mit phosphoreszierender Farbe bemalt sind – sind sehenswert, darüber hinaus gibt es ein paar tolle Impressionen aus dem New York der Achtzigerjahre und eine geile Montagesequenz, in der Chilly mit geilem Ledermantel durch Brooklyn flaniert und bald schon einen ganzen Tross von neidischen Kids hinter sich herzieht wie einst Rocky Balboa. Und Lamas‘ Spiel macht tatsächlich Spaß: Sein Chilly erinnert ein wenig an Travoltas Tony Manero in SATURDAY NIGHT FEVER. Wie der ist auch Chilly ein Naivling, voller Träume von Ruhm und Erfolg, aber ohne Vorstellung von den Schattenseiten oder überhaupt den Mechanismen des Geschäfts. Er rennt mit ungebremstem Enthusiasmus ins Verderben, kann von Glück sagen, dass er nicht der Protagonist eines realistischen Dramas, sondern einer etwas einfältigen Zeitgeist-Schmonzette ist, die am Ende ein unglaubwürdiges Happy End für ihn und seine Kumpels herbeizaubert. Gut so, schließlich ist das Kino ein Ort, an dem man ungehemmt träumen soll.

Langsam, aber sicher nähern wir uns mit C.I.A. – CODE NAME: ALEXA den All-out-Actionvehikeln, die PM Entertainment zur Mitte der Neunzigerjahre perfektionierte. Merhis 21. Regiearbeit in gerade einmal sechs Jahren zeigt zwar noch alle Merkmale der preisgünstigen DTV-Ästhetik, die er mit seinem Partner Richard Pepin etabliert hatte – stahlblaue Ausleuchtung, viele Szenen in halbdunklen Heizungskellern und Lagerhallen, hämmernde Synthiescores, viel zerbrechendes Glas, brennende Menschen, Explosionen und die Kombination der drei –, aber dafür wird jeder erzählerische Ballast konsequent über Bord geworfen. In der ersten halben Stunde geht es eigentlich ohne größere Unterbrechungen zur Sache, erst dann gönnt sich C.I.A. – CODE NAME: ALEXA eine kleine Ruhepause.

Worum geht’s? Der CIA-Agent Mark Graver (Lorenzo Lamas) kann mit einem Alleingang einen Geiselnehmer stoppen, der sich Zugang zu einem Regierungsgebäude verschafft hatte. Bei der Beerdigung des Übeltäters dringen einige maskierte Terroristen, darunter Alexa (Kathleen Kinmont), in die Kirche ein und entwenden die Leiche. Sie arbeiten im Auftrag des schurkischen Mahler (Alex Cord), der es auf einen Mikrochip abgesehen hat, welcher sich im Inneren des Leichnams verbirgt. Detective Nick Murphy (O. J. Simspson) gelingt es, Alexa festzunehmen, doch dann schaltet sich Graver ein und nimmt ihm die Terroristin ab. In einem CIA-Bunker zieht er sie mit ihrer Tochter als Druckmittel auf seine Seite, um Mahler das Handwerk zu legen …

C.I.A. – CODE NAME: ALEXA (der Titel ist furchtbar zu tippen) liefert einen bunten Strauß wilder Schießereien, Keilereien sowie selbstzweckhafter Auto- und Feuerstunts und gehört damit per se schon einmal zu den besten Filmen der Welt. Dass er außerdem eine CIA-Zentrale aufbietet, in der Karateka und Schwertkämpfer zwischen dampfenden Heizungsrohren ausgebildet werden, Parabolantennen herumstehen und alle in putzigen Miniautos herumfahren, wenn sie nicht gerade in dem eigens für Geschäftsessen eingerichteten Luxusrestaurant dinieren, ist darüber hinaus Zeichen für seine Kreativität und seinen Humor. Wie alle Filme von PM Entertainment ist auch dieser Vertreter aber nicht etwa mit ironischem Augenzwinkern inszeniert, sondern todernst gemeint. Das ist auch das Tolle daran, wie da nämlich Jungsfantasien umgesetzt werden, ohne sie gleichzeitig der Lächerlichkeit preiszugeben. In dieser Welt ist es völlig normal, dass ein CIA-Agent aussieht wie Lorenzo Lamas – mit Viertagbart, zurückgeschleimtem Haar, Minipferdeschwanz und Lederblouson – und die weitgereiste 24-jährige Superterroristin mit dem Modelkörper und der zuckersüßen Tochter von diesem erst einmal in das kleine Schwarze mit den Nuttenpumps gesteckt wird. Vielleicht soll das alles ein bisschen an Bessons LA FEMME NIKITA erinnern (dessen Remake, Badhams POINT OF NO RETURN, wenig später erschien), aber was hier völlig fehlt, ist dieser existenzialistisch-humanistische Überbau, der das Treiben der Geheimdienste als pervers, das Schicksal der unfreiwilligen Agentin als tragisch begreift. In Merhis Film ist das alles einfach nur geil, denn was könnte es Schöneres geben, als vom Staat dafür bezahlt zu werden, Bad Guys umzunieten? Dass Graver, Alexa und Töchterchen dem CIA am Ende eine Absage erteilen, um eine gutaussehende Familie zu gründen, wirkt daher arg aufgesetzt, aber irgendwie auch schön. Zumal dieHelden nur ein Jahr später in C.I.A. II – TARGET: ALEXA zurückkehrten. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

1317873755Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, ein Loblied auf Lorenzo Lamas zu singen, einen Schauspieler, den zu verlachen leicht fällt, den man noch nie wirklich Ernst geommen hat, dessen Karriereverlauf ihn aber für mich zu einem echten Sympathen macht – mal ganz davon abgesehen, dass er als (Action-)Schauspieler viel besser ist, als man es ihm für gewöhnlich zugesteht.

Wer wie ich in den Achtzigerjahren aufgewachsen ist (oder wer sich sonst an dieses Jahrzehnt erinnert), der hat Lamas wahrscheinlich als „Lance Cumson“ in der Serie FALCON CREST kennen gelernt. Als Leser der Jugendpostille „Bravo“, die dem dunkelhaarigen Beau mit dem permanenten Dreitagebart seitenweise erlegen war, musste ich mich damals schon mit dem ernüchternden Gedanken arrangieren, den vorherrschenden weiblichen Männergeschmack mit meinem Aussehen meilenweit zu verfehlen. Lamas war, so schien es mir, zu Großem berufen, ein geborener Star. Doch seine Versuche, auf der großen Leinwand Fuß zu fassen, schlugen fehl (für seine Leistung im Breakdance-Film BODY ROCK wurde er für die berüchtigte Goldene Himbeere nominiert), und mit dem Ende der Achtzigerjahre, von FALCON CREST und des in diesem Jahrzehnt von der Gillettwerbung geprägten Männlichkeitsideals ging es auch für Lamas bergab. An die Stelle der beliebten Seifenoper traten die ersten Auftritte in kleineren Actionfilmen wie SNAKE EATER und dann schließlich das Engagement für die Serie RENEGADE, in der er einen zu Unrecht verdächtigten Polizisten auf der Flucht spielte und in den postmodernen Neunzigern mit langen Haaren, Motorrad, Jeans, Cowboystiefeln und Totenkopfringen an den Händen wie ein aus der Zeit gefallenes Relikt wirkte. Ein solches verkörpert Lamas auch in den Dutzenden von DTV-Actionern, die er im weiteren Verlauf des Jahrzehnts drehte. Er repräsentiert längst überkommene Rollenbilder und eine untergegangene Ära, in der sich der Grad der Virilität noch an der Ausgeprägtheit von Bart- und Brusthaarwuchs, an der Zahl sexuell höriger Verehrerinnen und überstandener Kneipenschlägereien, dem Pensum an Whiskey, das man wegkippen und trotzdem noch gerade auf der Harley sitzen konnte, und an der zur Schau gestellten Scheißegal-Haltung sowie der Beharrlichkeit der Weigerung, Haushaltstätigkeiten zu verrichten, messen ließ. In allen diesen „Disziplinen“ erreichte Lamas mit Leichtigkeit Spitzenresultate, was ihn auch zum Actionhelden prädestinierte. Wie es aber genau dazu kam, dass er plötzlich als Kickboxer reüssierte, weiß ich nicht: Sein immenser Bekanntheitsgrad machte ihn für die Produzenten der damals populären Filme interessant, mangelnde Filmreferenzen gleichzeitig erschwinglich, aber er verfügte über keinerlei Martial-Arts-Ausbildung. (EDIT: Das ist so nicht ganz richtig, Lamas betrieb wohl Kickboxen.)

Das erklärt auch, warum er als ehemaliger Kickboxchampion Nick Taylor in FINAL IMPACT kaum selbst aktiv wird. Stattdessen hat er sich nach einer schweren, körperlich wie seelisch traumatischen Niederlage gegen den eklen Jake Gerrard (Jeff Langton), der ihm auch noch die Frau ausspannte, hinter den Schreibtisch eines fragwürdigen Clubs zurückgezogen, der ölige Frauenringkämpfe und Kickboxfights veranstaltet. Seinen Frust über die vergeigte Karriere und die erfahrene Schmach ertränkt er Tag für Tag im Schnaps, außerdem laboriert er an einer äußerst hartnäckigen Oberbekleidungs-Allergie, die ihn dazu zwingt, ständig mit freiem Oberkörper unter Weste oder Jeansjacke herumzulaufen. Als ihn aber der junge Kämpfer Danny (Michael Worth) aufsucht, ein absoluter Bewunderer von Nicks einstiger Kampfkunst, und sich als Supertalent erweist, das unter anderem den bepferdeschwanzten Gary Daniels wegboxt, sieht Nick seine Chance auf eine verspätete Revanche. Er erklärt sich bereit, Danny auf die in Kürze in Las Vegas ausgetragenen Meisterschaften vorzubereiten, bei denen Jake der erklärte Favorit ist. Nicks Freundin Maggie (Kathleen Kinmont) beäugt Nicks Enthusiasmus hingegen mit Argwohn: Sie ist besorgt darüber, dass ihr Partner seine einstige Niederlage immer noch nicht überwunden hat, und fürchtet, dass er seinen Schützling ins Unglück treibt.

Ich habe mich gestern irgendwann gefragt, warum ich FINAL IMPACT eigentlich so verflucht unterhaltsam finde. Nämlich just in dem Moment, in dem mir auffiel, dass dieser vermeintliche Kickboxfilm als Kickboxfilm nicht besonders viel hermacht. Die Fight sind alle sehr ordentlich, wenn auch nicht übermäßig spektakulär in Szene gesetzt, und mit Leuten besetzt, die Hand- und Fußwerk offensichtlich verstehen, aber sie laden nicht gerade zum Mitfiebern ein, wie das bei Turnierfilmen – man denke an BLOODSPORT und Konsorten – idealerweise der Fall ist. Das ganze Turnier läuft so im Hintergrund ab und außer dem Schurken Jake lernt man keinen der Teilnehmer kennen, es dient eher als Auflockerung für die dramatische Geschichte Nicks, der an seiner Vergangenheit zu zerbrechen droht. Irgendwann kommt es natürlich zur Begegnung mit Jake, Nick nennt seine gehässige Ex eine „Hure“ und wird von dem Rivalen zu einer Schlägerei herausgefordert. Maggie ist verzweifelt, es kommt zum Streit, bei dem das leidige Thema „Alkohol“ zur Sprache kommt und Nick landet aus Trotz mit einer anderen Frau im Bett. Maggie zieht die Konsequenzen und verlässt ihn, er hat nun nichts mehr und naürlich auch keine Chance gegen Jake. Yaddayaddayadda, man kennt das aus Dutzenden Filmen, nichts davon ist neu. Es ist Lorenzo Lamas, der FINAL IMPACT trägt und ihn für mich gestern zum Quell der Freude machte.
Schon der Auftakt, wie er da mit dem Whiskey-Tumbler in den totenkopfberingten Fingern, der Weste über dem gutgeölten, üppig behaarten Körper, den zurückgeschmierten Haaren und dem Dreitagebart in seinem Schreibtischstuhl hängt, er die Avancen seines Bewunderers mit aufreizender Arroganz an sich abprallen lässt, ist göttlich. Der Weg ist geebnet und Lamas beschreitet ihn im Folgenden mit einer beeindrucken Sammlung redneckiger Rockeroutfits, cooler Sprüche im Mundwinkel und nie versiegenden Schnapsreserven. Er hat etwas entschieden Aufmüpfiges, Emporkömmlerisches an sich, er ist der Asi, dessen Sieg man anerkennen muss, weil er so gut ist. Das Tolle an ihm ist, dass man ihm seine Arroganz und Selbstverliebheit zugesteht, auch wenn sie eigentlich durch nichts untermauert wird. Allein, weil er diese leere Autorität zu verkaufen weiß. Besser jedenfalls, als seine Kickboxbemühungen, die immer etwas auswendig gelernt anmuten. Lamas ist so etwas wie der negative Seagal: Man verzeiht ihm, dass er sich mit Dingen brüstet, die er nicht kann, weil er so verflucht charmant in seiner Attitüde ist. Seagal hingegen kann Vieles von dem, was er behauptet, aber man vermutet Hochstaplerei, weil er damit stets so unsympathisch hausieren geht. Wie Seagal spielt auch Lamas immer nur eine Variation desselben Typen, eines großmäuligen Proleten mit dem Herzen aus Gold. Man will, dass er gewinnt, allein deshalb, damit der Nachschub an Wet-Gel, Cowboystiefeln und protzigem Herren-Modeschmuck nie versiegen mag und er sich seine arrogante Selbstverliebtheit bewahrt.

snakeeater-dvdcoverartJack „Soldier“ Kelly (Lorenzo Lamas) gehörte im Vietnamkrieg einer Spezialeinheit namens „Snake Eaters“ an. Seine dort erworbene Hartgesottenheit und Lebensmüdigkeit hat er zurück in den USA in den Dienst der Polizei gestellt, die ihn bei besonders harten Undercover-Aufträgen einsetzt. Gerade in dem Moment, in dem er nach erneuter Disziplinlosigkeit entlassen wird, wird seine Familie bei einem Bootsausflug von mordlüsternen Rednecks gemeuchelt. Natürlich begibt sich „Soldier“ sofort zum Unglücksort, um die Schuldigen zu bestrafen und seine Schwester, die den Schurken in die Hände gefallen ist, zu retten …

So lässt man sich Blödsinn gefallen: SNAKE EATER ist billig runtergekurbelte Videothekenware, deren einziger und fragwürdiger Glanzpunkt der einstige FALCON CREST-Schönling Lorenzo Lamas ist. Der spielt seine Rolle dann auch mit viel Verve, überzeichnet seinen Supersoldaten zum kernigen, stets bedreitagebarteten Proleten, dem alles scheißegal und kein Sprcuh zu blöd ist. Die deutsche Synchro leistet Überstunden in dem Bemühen, den Film besser zu machen als er ist, was ihr meist gelingt (allerdings betont sie dabei schmerzhaft die miesen Performances der Darsteller). Am besten gefiel mir die Erwiderung „Soldiers“ auf seine Entlassung: „Darf ich jetzt nicht mehr in dem Auto mit den roten Lichtern fahren?“ – herrlich! Aber man darf mutmaßen, dass SNAKE EATER auch im Original eher komisch gemeint ist, denn trotz einiger saftiger Brutalitäten ist die ganze Story einfach zu bescheuert, werden alle Zutaten so dermaßen übertrieben, dass es unmöglich ist, ihn Ernst zu nehmen. Leider steht Erschbamers bestenfalls als unbeholfen zu bezeichnende Regie, dem durchschlagenden „Erfolg“ des Films manchesmal im Weg. Die Inszenierungsklischees des Actionfilms werden samt und sonders aufgegriffen, ohne dass sie die Funktion, die sie ursprünglich einmal innehatten, auch nur annähernd erfüllen würden: Erschbamer imitiert mit seinen limitierten Mitteln, ohne wirklich verstanden zu haben. Das verleiht seinem Film aber einen infantilen Charme, der irgendwie Spaß macht. Das ist genau der Unterschied zu I, THE JURY: Dessen Blödheit bestand darin, keine Linie zu verfolgen. Die Linie von SNAKE EATER ist die Blödheit.