Mit ‘Marcello Fondato’ getaggte Beiträge

Bei einer Rallye, deren Gewinner einen knallroten Strandbuggy mit gelbem Verdeck erhält, treten Ben (Bud Spencer) und Kid (Terence Hill) gegeneinander an – und gewinnen beide. Beim anschließenden Versuch, den rechtmäßigen Besitzer in einem Esswettbewerb zu ermitteln, kommen den beiden die Schläger des unterambitionierten Mafiabosses (John Sharp) in die Quere und der geliebte Buggy geht im sich anschließenden Chaos in Flammen auf. Die beiden Helden fordern bei dem Verbrecher einen neuen Buggy ein, doch unter dem Einfluss seines manischen Therapeuten (Donald Pleasence) nimmt der lieber den Kampf mit ihnen auf, anstatt ihren Wunsch zu erfüllen …

In meiner im Beitrag zu PORGI L’ALTRA GUANCIA vorgeschlagenen Bud-Spencer-&-Terence-Hill-Zeitrechnung kommt … ALTRIMENTI CI ARRABIAMO! die Startnummer 4 zu. Und nach dem entgegen seines luftigen Themas doch noch dem Boden der Realität verhafteten PIÚ FORTE, RAGAZZI! stellt Fondatos Film einen beherzten Ausbruch in absurde Gefilde dar, der auch von den späteren Filmen des Duos, die allesamt in einem eigenen Universum angesiedelt sind, kaum in den Schatten gestellt wird. Die Story ist haarsträubend infantil, der Buggy, in dem man sich laut Titelsong „like a king“ fühlt, die perfekte Konkretion dieser Infantilität. Die ganze Welt, in der … ALTRIMENTI CI ARRABIAMO! angesiedelt ist, scheint der Fantasie seiner Helden entsprungen: Schon das Hauptsetting – eine riesige Brachlandschaft inmitten einer nicht näher bezeichneten Stadt, auf der sich neben der ruinösen Werkstatt Bens ausgerechnet eine Kirmes befindet – sieht so aus, als habe man die Realität sprichwörtlich beiseite geräumt, um den Protagonisten eine Arena zu bauen, in der sie ihre Wunschträume ausagieren können. In diesen Wunschträumen ist ein roter Buggy mit gelbem Verdeck das Shangri-La, erpresst ein im Blümchenpyjama gekleideter Mafiosi Schutzgeld von Schaustellern, bevor er von seinem karottenfressenden Doktor den Floh ins Ohr gesetzt bekommt, ein Hochhaus zu bauen, landet ein bleichgesichtiger Killer mit einem Gewehr im Geigenkasten am Flughafen, nachdem die Motorradrocker-Bande mit den SS-Insignien an der Lederkluft in die Flucht geschlagen wurde, und findet die große Schlusskeilerei inmitten eines Meers aus bunten Luftballons statt. Der amerikanische Verleihtitel WATCH OUT, WE’RE MAD bringt es auf den Punkt: Spencer und Hill sind zwei entschieden asoziale Kräfte, die sich die Welt nach ihrem Gusto zimmern. Jedes Szenario, in dem sie auftreten, wird von ihnen torpediert und dekonstruiert oder schlicht zu Klump geschlagen. In seiner ungeschliffenen, teilweise fast alogisch holprigen Inszenierung – vor allem der Schnitt wirft einen teilweise fast vom Stuhl – ist … ALTRIMENTI CI ARRABIAMO! vielleicht sogar der Film, der die Energie des Duos am besten bündelt. Oder präziser: Es gibt Filme der beiden, die witziger, unterhaltsamer und aufwändiger sind, aber keinen, der ihnen komplett die Kontrolle überlässt. … ALTRIMENTI CI ARRABIAMO! – ein Hochgeschwindigkeitsbuggy ohne Bremsen und Sicherheitsgurt. Aber dafür mit gelbem Häubchen.

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