Mit ‘Mark Osborne’ getaggte Beiträge

Im echten Leben arbeitet der Panda Po (Jack Black) im Nudelhaus seines Vaters, doch in seinen Träumen ist er ein gefürchteter Kung-Fu-Kämpfer, der mit den „Furious Five“ – Tigress (Angelina Jolie), Monkey (Jackie Chan), Viper (Lucy Lu), Crane (David Cross) und Mantis (Seth Rogen) – historische Schlachten schlägt. Als Kung-Fu-Meister Oogway (Randall Duk Kim) im örtlichen Kung-Fu-Tempel den „Dragon Warrior“ ernennen will, fällt seine Wahl ausgerechnet auf den verfressenen, trägen und tolpatschigen Po, der sich im Verlauf seiner Ausbildung durch Meister Shifu (Dustin Hoffman) als hoffnungsloser Fall entpuppt. Umso schlimmer, weil der gefährliche Tai Lung (Ian McShane) unterwegs ist, um sich an Shifu zu rächen und nur der Dragon Warrior ihn bezwingen kann. Für Po beginnt ein hartes Training …

Wem das alles jetzt schon bekannt vorkommt, der wird während der Sichtung des neuen DreamWorks-Aniamtionsfilms noch einige weitere Dèjá Vus erleben. Nicht nur, dass hier natürlich zum xten Mal die alte Leier von Selbsterkenntnis und Selbstachtung und vom American Dream, nach dem man alles erreichen kann, wenn man nur daran glaubt, abgespult wird, die ganze Prämisse erinnert außerdem fatal an Chris Farleys Abschiedsgeschenk BEVERLY HILLS NINJA, das auf deutsch mit dem tollen Untertitel DIE KAMPFWURST geadelt wurde. Aber um Inhalte geht es ja eigentlich eh nicht: KUNG FU PANDA lebt in erster Linie von seinen Animationen und den wunderschönen Bildern, an denen man sich nicht sattsehen kann. Schon die Eröffnungssequenz, deren abstarkter Stil an künstlerische Graphic Novels denken lässt, ist das Eintrittsgeld wert, und dieser Eindruck setzt sich über zahlreiche Set-Pieces hindurch fort. Das farbenfrohe Fest zur Ernennung des Dragon Warriors, der Panoramablick vom Jadepalast auf das ihm zu Fuße liegende Tal, die Flucht Tai Lungs aus seinem unbezwingbaren Kerkerverlies inmitten eines unwirklichen Gebirges, sein Kampf gegen die „Furious Five“ auf einer über einen nebligen Abgrund gespannten Hängebrücke: Jede Sequenz, jede Einstellung bietet spektakuläre Perspektiven und ist mit viel Liebe zum Detail gefertigt worden. Leider kann die Story da nicht mithalten. Sie ist ein recht einfallsloser Aufguss bereits Dagewesenen , der zudem erkennbar macht, dass Matial Arts und Fernost für Hollywood nicht mehr als Verpackung sind. Mehr als die Shaw Bros., Hongkong-New-Wave á la Tsui Hark oder Ching Siu-Tung oder auch neuere Vertreter des Martial-Arts-Kinos wie Ang Lees CROUCHING TIGER, HIDDEN DRAGON oder Zhang Yimous HERO standen wieder einmal (und vor allem) STAR WARS, LORD OF THE RINGS oder eben Aufsteiger- und Sportlerdramen wie ROCKY Pate. Das ist nicht weiter verwunderlich, aber eben doch schade, weil es dem Film eine zusätzliche Referenzebene raubt, die ihn über seinen Unterhaltungsfaktor hinaus interessant gemacht hätte. Wollte man böse sein, müsste man gar von Assimilation oder Kulturimperialismus sprechen. Letzlich hat mir KUNG FU PANDA dann aber doch zu viel Spaß und Freude bereitet. Entlarvend allerdings, dass nach 90-minütiger Fernost-Mimikry während der Endcredits ausgerechnet „Kung Fu Fighting“ laufen musste …