Mit ‘Melanie Griffith’ getaggte Beiträge

SOMETHING WILD habe ich zuletzt während meiner Teeniezeit gesehen: Wenn ich mich recht erinnere, steckte die Videokassette in einer dieser schönen Hüllen, die man nicht komplett aufklappte, sondern an der schmalen Seite öffnen musste. Wie dem auch sei, ich mochte den Film damals, war aber davon enttäuscht, wie er sich in der zweiten Hälfte entwickelte. Als Criterion ihm vor ein paar Jahren die Ehre erwies, ihn in ihre ruhmreiche Collection aufzunehmen, war ich zunächst verwundert und dann enorm neugierig, ihn wiederzusehen. Das hat zwar etwas länger gedauert, aber dafür bin ich jetzt total weggeblasen: Mit SOMETHING WILD ist Jonathan Demme ein modernes amerikanisches Meisterwerk gelungen, ein Film, der seine späteren mehrfach ausgezeicheten Klassiker meiner Meinung nach weit übertrifft. Der Film vereint den Esprit, die Lockerheit und die sexuelle Progressivität, die die besten der populären Komödien der Achtzigerjahre sich aus der Screwball Comedy entlehnt hatten, mit einer subtilen Abgründigkeit, die in THE SILENCE OF THE LAMBS dann endgültig an die Oberfläche drang, und einem gleichermaßen liebevollen wie wissenden Blick auf die USA und ihre Kultur. SOMETHING WILD ist ein ungemein reicher Film, der immer wieder überrascht, wenn man meint, ihn“ausgerechnet“ zu haben, und selbst vermeintlich „unwichtige“ Szenen mit schön beobachteten Details zum Leben erweckt. Dem Titel angemessen handelt es sich um einen schnellen, emotionalen Film, der dennoch nie gehetzt wird, sondern sich immer wieder die Zeit nimmt, durchzuatmen, die Dinge wirken zu lassen. Und dann dieses Licht, eingefangen von Demmes Stammkameramann Tak Fujimoto. Ein Gedicht.

Charles Driggs (Jeff Daniels) ist der prototypische Eighties-Yuppie: Gerade zum Vizepräsident seiner Steuerberatungsfirma erkoren, nimmt er im feinen Zwirn seinen Lunch in Manhattan ein, als die schwarzhaarige Lulu (Melanie Griffith) in sein Leben tritt und es binnen Sekunden auf den Kopf stellt. Sie entführt ihn, verabreicht ihm Schnaps aus der Pulle, kettet ihn in einem schäbigen Motel in New Jersey ans Bett und zwingt ihn dann während des ungezügelten Sex dazu, erst seinen Chef und dann seine Frau anzurufen. Er meistert die unangenehme Situation mit Bravour und erntet dafür das Lob der unkonventionellen Verführerin: „You’re a good liar, Charlie.“ Sie ahnt in diesem Moment noch nicht, wie Recht sie wirklich hat. Was wie eine Liebesgeschichte über das „Manic Pixie Dream Girl“ beginnt, die dem langweiligen Spießer das wahre Leben zeigt, nimmt bald einen ganz anderen Verlauf: Erst verwandelt sich Lulu in die blonde, brave Audrey, dann taucht ihr Ex-Mann Ray (Ray Liotta) auf und entpuppt sich als gefährlicher Psychopath, der seine Frau nach absolvierter Haftstrafe verständlicherweise zurückhaben will. Der zögerliche Charles bekommt seine Chance, sich zu behaupten, SOMETHING WILD durchläuft eine weitere Metamorphose von der Liebeskomödie zum harten Thriller.

Die Komplexität der Geschichte wird getragen durch die Darsteller: Melanie Griffith ist als exotische Verführerin genauso überzeugend wie als verzweifelte damsel in distress; noch wichtiger ist es, dass ihr der Übergang gelingt. Dass sie die Verkleidung der selbstbewussten Femme Fatale ablegt, ist kein Zeichen der Schwäche, kein Kotau vor dem auserkorenen Liebhaber: Sie fühlt sich sicher, ihm ihr wahres Gesicht zeigen zu können, weil er sich ihr als vertrauenswürdig erwiesen hat. Jeff Daniels‘ triumphale Leistung liegt darin, das wahre Gesicht seines Charles zu verbergen: Charles spielt nämlich seinerseits ein Spiel mit Audrey, auch wenn er als völlig „offen“ erscheint: Er ist in der komfortablen Lage, sich dem Abenteuer ganz hinzugeben, die Rolle des überwältigten Langweilers auszufüllen und abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Er hat nichts zu verlieren, auch wenn es die ganze Zeit den Anschein macht, als müsste er eine existenzielle Entscheidung treffen. Demme hält diese Differenz sehr lang aufrecht, ohne sie aufzulösen. Wenn Charles kurz vor Schluss die Dinge in die Hand nimmt, seinen Rivalen konfrontiert und aufs Ganze geht, ist das gar kein so großer Schritt für ihn: Er hatte die ganze Zeit über ein gutes Blatt auf der Hand. Jetzt ist lediglich der Moment gekommen, in dem er sich entscheidet nicht länger zu bluffen. Und Ray Liotta ist ganz schmieriger Charme und schwelende Bedrohung, die lediglich durch diesen unendlich traurigen Blick unterwandert wird. Er ist der Schurke, aber man versteht seinen Schmerz.

Es gäbe noch so viel zu sagen über SOMETHING WILD: Über sein Amerika, das aus geschwungenen Highways durch grüne Wälder besteht, gesäumt von Motels, Diners, Tankstellen und Souvenirläden. Das von echten Originalen bevölkert wird (u. a. John Waters als Autoverkäufer und Charles Napier als Koch), von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Klassen. Das jenseits der pulsierenden Metropolen aus kleinen Orten besteht, mit ihren eigenen Geschichten, die sich dann mit den Menschen über das Land verbreiten und mit anderen Geschichten verbinden. Das sich aus Träumen und Ideen speist, die manchmal spontan entstehen, manchmal aber auch durch den reichen Schatz an existierenden Filmen und Erzählungen befruchtet werden. Das schließlich von verschiedensten Klängen erfüllt ist, die sich alle zu einem unverwechselbaren Sound zusammenfügen, ein Sound der sich immer wieder verändert, entwickelt, entfaltet. Das Leben von SOMETHING WILD ist kein langer, ruhiger Fluß, es ist ein unberechenbarer Strom – und ob man kentert und untergeht oder am Ziel ankommt, hängt entscheidend davon ab, ob man bereit ist, sich auf die Herausforderungen, die seine Stromschnellen und Untiefen darstellen, einzulassen. Es lohnt sich.

 

roar-die-loewen-sind-losROAR rangiert als einer der großen Flops der jüngeren Filmgeschichte, einer derjenigen, dessen Scheitern eine weitaus bessere Geschichte abgibt, als anderer Werke Erfolg. Es ist ein Film über menschliche Hybris, über schieren, augenrollenden Wahnsinn, eines jener raren und deshalb umso heißer geliebten Exponate der Kunstform, bei denen man sich fragt, wie Menschen jemals auf die Idee kommen konnten, dafür Geld und in diesem speziellen Fall sogar ihr Leben zur Verfügung zu stellen. ROAR wurde nach nur einer Woche aus den Kinos gezogen, die überwiegend leer blieben (der Film spielte weltweit desaströse 2 Millionen Dollar ein), war danach lange, lange Zeit dem Vergessen anheimgefallen und ist erst im letzten Jahr dank der Bemühungen des Drafthouse in Austin wiederentdeckt und dann in einer restaurierten Version verfügbar gemacht worden, die den gebotenen Irrwitz in bestechender Schärfe sichtbar macht. Ich meine mich daran zu erinnern, den Film damals, als er bei uns auf Video erschien, gesehen zu haben, aber vielleicht waren das auch nur Ausschnitte im Fernsehen gewesen. Jedenfalls war mir als fünf-, sechsjährigem Steppke schon damals klar gewesen, dass ROAR alles andere war als ein „normaler“ Film. Es ist das lebensmüdeste, todessehnsüchtige Home Video, das jemals gedreht wurde.

Es handelt sich bei ROAR um das brain- und heartchild von Noel Marshall, der nicht nur als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller fungierte, sondern auch seine Familie – Gattin Tippi Hedren, deren Tochter, Melanie Griffith, sowie seine eigenen Söhne John und Jerry – mit in das Projekt zog. Tippi Hedren hatte 1972 die „Roar Foundation and Shambala Preserve“ gegründet, ein Wildtier-Reservat nördlich von Los Angeles, in dem Dutzende von Wildkatzen, die Opfer von Miss- oder Fehlbehandlung geworden waren, eine neue Heimat fanden. Was nach sozialem Engagement klingt, war nicht zuletzt aus der Dekadenz geborenes Hobby: Ihr Partner Noel Marshall hatte so viel Vermögen angehäuft, dass er, inspiriert durch einen Aufenthalt in Afrika, anfing Raubkatzen zu „sammeln“ und mit diesen zusammenzuleben. So entstand dann wohl gemeinsam der Wunsch, einen Film zu machen, der nicht nur den ungewöhnlichen Familienalltag dokumentierte, sondern auch das öffentliche Bewusstsein für Natur- und Tierschutz schärfte. Dank der guten Kontakte von Marshall war das Projekt schnell finanziert und ging in Produktion, doch einige Tierattacken und Unfälle später bekamen die Geldgeber kalte Füße und zogen ihr Engagement zurück. Der Erfolg von THE EXORCIST, für den Marshall als Executive Producer fungierte, bescherte ihm jedoch das nötige Privatkapital, um das „Baby“ selbst zu finanzieren. Die Dreharbeiten wurden eine Odyssee, verschlangen am Ende rund 20 Millionen Dollar (zum Vergleich: STAR WARS kostete 11 Millionen) und dauerten insgesamt sage und schreibe elf Jahre, während der es zu insgesamt 70 durch die Tiere verursachten Verletzungen innerhalb der Crew kam, die die Behandlung der Opfer erforderten und die Fertigstellung immer wieder herauszögerten. Kameramann Jan De Bont wurde von einem Löwen „skalpiert“ und musste mit 150 Stichen genäht werden, Melanie Griffith erlitt ebenfalls schwere Verletzungen, die kosmetische Operationen nötig machten. Eine Flut riss das Setting weg und trieb 28 gefährliche Großkatzen in die kalifornische Lanschaft. Dazu kam, dass das Drehbuch im Prinzip wertlos war, weil sich die Tiere nicht an die tollen Ideen der Autoren halten wollten (sie erhalten in der gefühlsduseligen Titlesequenz dafür einen Regie-Credit). Was man in ROAR sieht, ist das totale Chaos, nackte Angst der Akteure, die jederzeit damit rechnen müssen, von den riesigen Raubkatzen, die die totale Kontrolle am Set übernommen hatten, angegriffen zu werden. Einzig Noel Marshall scheint die Zeit seines Lebens zu haben, rennt da brüllend und keifend zwischen den riesigen Tieren herum, die noch nicht einmal böse Absicht verfolgen müssen, um einen Menschen lebensgefährlich zu verletzen, ihn immer wieder anspringen, nach ihm schlagen, ihm spielerisch in den Nacken beißen. Es fließt Blut, echtes Blut und man fragt sich unweigerlich, welche Drogen da im Spiel waren. Wahrscheinlich tatsächlich nur Adrenalin, aber davon eine Menge. ROAR ist der teuerste Snuff-Film, der jemals gedreht wurde.

Eine Dramaturgie hat ROAR nicht, auch keine Handlung, bestenfalls einen Plot: Mutter, Tochter und Söhne (Hedren, Griffith, Marshall & Marshall) besuchen den Vater Hank (Marshall), der in Afrika zusammen mit Raubkatzen in einem Haus lebt, verpassen ihn dort und müssen sich bis zu seiner Rückkehr gegen die Tiere zur Wehr setzen. Außerdem gibt es auch noch ein paar sadistische Großwildjäger, denen es ein Dorn im Auge ist, dass dank des Hobbys von Hank nun auch Tiger frei in Afrika herumlaufen. Der Film, der entgegen seiner ursprünglichen Intention als eindrucksvolles Plädoyer gegen die private Eigentümerschaft von Raubtieren gelesen werden muss, endet dann in völliger Verkennung seiner Wirkung mit einem hippieesken Folksong, der die Harmonie des Menschen mit der Schöpfung besingt, und Bildern der Familie, die vorher um ihr Leben fürchten musste und nun im ausgelassenen Spiel mit den Tieren zu sehen ist. ROAR zeigt, wie weit Omnipotenzwahn gehen kann: Hedren und Marshall setzten nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kinder einem unkalkulierbaren Risiko aus und waren darüber hinaus so geschmackssicher, das ganze in Bild und Ton festzuhalten, zu veröffentlichen und sich dabei noch als Botschafter eine guten Sachen zu fühlen. Es wird oft geschrieben, aber hier passt es wie die Faust aufs Auge: Has to be seen to be believed.

In den Siebzigern überwog in der Auseinandersetzung mit moderner Technologie noch die Skepsis. Filme, die Computer und künstliche Intelligenz thematisierten, hatten meist deutlich dystopischen, mahnenden Charakter. In den Achtzigern war nicht mehr zu leugnen, dass der Personal Computer mehr und mehr in den Alltag Einzug halten würde: Man war sich zwar noch nicht ganz im Klaren darüber, was das für Konsequenzen haben würde, aber die Faszination, die Begeisterung über die neuen, kaum zu überschauenden Möglichkeiten überwog jede übrig gebliebene Skepsis. Die Achtziger lassen sich rückblickend als das Jahrzehnt betrachten, in dem der Mensch die Synthese mit der Maschine versuchte. Roboter mit Menschengesichtern oder Menschen mit Maschinenteilen mischten sich unters Volk (THE TERMINATOR, CYBORG, ROBOCOP), putzige Blechroboter freundeten sich mit Teenies an (SHORT CIRCUIT), Schuljungs programmierten ihre Traumfrau im heimischen Rechner (WEIRD SCIENCE). Die Musik, die dazu lief, kam nicht mehr vom Orchester, sondern aus dem Synthesizer, der bizarrerweise versuchte, organische Klänge nachzuahmen. Mehr als bloße Technikbegeisterung stand hinter all diesen Experimenten die Sehnsucht danach, das Geheimnis menschlichen Seins schlechthin zu ergründen. Es waren Versuche, Seele zu erschaffen und dem lieben Gott das Monopol abzunehmen. Insgeheim wusste man natürlich, dass das niemals gelingen würde. Die Achtzigerjahre waren ein zutiefst trauriges Jahrzehnt, in dem sich das berühmte Paradoxon von Zenon von Elea – in dem der Läufer Achilles den Vorsprung der Schildkröte niemals einholen wird – zu bestätigen schien. Das „Uncanny Valley“ war nicht zu überbrücken.

CHERRY 2000 passt perfekt in diese Tradition. Er spielt in einer nicht näher definierten Zukunft. Die Arbeitslosigkeit beträgt 40 %, der Mensch hat so viel Technikschrott produziert, dass Recycling eine der wichtigsten Beschäftigungen geworden ist. Männer und Frauen gehen keine Liebes-, sondern nur noch Geschäftsbeziehungen ein, die von den Frauen dominiert werden. Männer, die Sex wollen, müssen entweder in demütigenden Verhandlungen ihre Affluenz beweisen oder sich einen Roboter zulegen. So wie Sam Treadwell (David Andrews): Er führt eine glückliche Beziehung mit einem Roboter aus der Cherry-2000-Reihe (Pamela Gidley), der ihm jeden Wunsch von den Lippen abliest. Ein Kurzschluss beim nassfeuchten Liebesspiel in der Küche beendet das gemeinsame Glück. Konsterniert muss Sam feststellen, dass sein Traumroboter nicht mehr gebaut wird. Nur in der berüchtigten Zone 7 soll es noch einige Modelle geben. Mit dem „Tracker“ E. Johnson (Melanie Griffith) begibt sich Sam auf die gefährliche Reise durch die Wüste, in der der psychopathische Lester (Tim Thomerson) mit seiner Privatarmee Jagd auf Tracker macht. Und natürlich springt bald der Funke über zwischen Sam und E. …

CHERRY 2000 ist eines jener knallbunten Film-Wunderwerke irgendwo zwischen Trash, Mainstream, Pop, Anarchie und Avantgarde, von denen es in den Achtzigerjahren so einige gab. Viele von ihnen fielen damals an den Kinokassen leider durch und erwarben sich erst später, nach Video- oder Fernsehauswertung, ihren Kultstatus: THE ADVENTURES OF BUCKAROO BANZAI ACROSS THE EIGHTH DIMENSION, NIGHT OF THE COMET, THE LAST DRAGON oder NEVER TOO YOUNG TO DIE, um nur ein paar zu nennen. CHERRY 2000 traf es besonders hart: 1985 gedreht, wurde er in den USA erst 1988 veröffentlicht, nachdem Melanie Griffith mit WORKING GIRL zu größerer Berühmtheit gelangt war. Warum, erschließt sich aus heutger Sicht überhaupt nicht. Na klar, De Jarnatts Film fehlt vielleicht ein zugkräftiger Name, aber ansonsten hat er alles, was man von 90-minütiger Unterhaltung erwarten darf. Die Handlungsprämisse wird nicht überstrapaziert, der Film behandelt sein zentrales Problem als genau das was es ist: ein Genrestandard, der nicht groß hergeleitet werden muss. Auch die Dystopie, in der CHERRY 2000 angesiedelt ist, wird nur kurz skizziert und so umso reizvoller. Was sich in der Welt genau abgespielt hat, dass sie in der Gegenwart dieses Films münden konnte, bleibt schleierhaft, aber gerade deshalb wirkt der Film so lebendig und auch glaubwürdig. Wenn De Jarnatt zeigt, wie lüsterne Männer sich mit im Juristenjargon parlierenden Zuhältern und Prostituierten herumschlagen, um in den Genuss von Sex mit echten Frauen zu kommen, erweckt er den Eindruck, als wüsste er etwas, was uns verborgen geblieben ist. Auch dass er mit keiner Silbe erklärt, warum sich im buchstäblich ver-wüsteten Las Vegas ein Lager mit unbenutzten Robotern befindet, trägt zur Authentizität dieser Welt entscheidend bei. Die Charaktere wissen ja, was passiert ist, warum sollten sie darüber reden? Der Film bietet Raum für Fantasie, anstatt alles mit Erklärungen zu ersticken.

Das Herz von CHERRY 2000 schlägt aber in seinem wunderbar episodischen Verlauf, der vielen wunderbaren Darstellern eine Plattform bietet: Laurence Fishburne spielt einen der Zuhälter zu Beginn, Robert Z’Dar einen Handlanger des Schurken Lester, den Tim Thomerson als gut gelaunten Öko-Priester mit Weltherrschaftsfantasien interpretiert. Wenn er sich auf der Jagd nach E. und Sam von seiner Frau ein Sandwich auspacken lässt und genüsslich hineinbeißt, geht die Sonne auf. Ben Johnson gibt E.’s Mentor Six Fingered Jake, der in seiner Höhle auf einem riesigen Vorrat von verpackten Toastern sitzt und sich damit mit Vorliebe Klapperschlangen zubereitet. Als weiterer Veteran betreibt Harry Carey jr. als Snappy Tom ein Bordell mitten in de Wüste und Lieblingsschurke Brion James überzeugt in seinem Kurzauftritt als Ganove Stacy mit Buffalo-Bill-Bart. Hauptdarsteller David Andrews überzeugt als Sympathiefigur und Kevin-Costner-Lookalike: Der spätere Superstar war ursprünglich für diese Rolle vorgesehen. Melanie Grffith war damals noch auf dem Gipfel ihrer Sexiness und bewältigt auch die Actionszenen mit Bravour. Besonders hervorzuheben natürlich jene Szene, in der die beiden Protagonisten mit ihrem Auto in schwindelerregender Höhe an einem Kran hängen und von dort aus mit den Schurken aufräumen. Eine großartige, adrenalinpumpende Szene und Höhepunkt eines Films ohne jede Schwäche. Er ist bunt, grell, schnell, witzig, krawallig, aber niemals blöd. So was nenne ich dann: Super!