Mit ‘Olivia Pascal’ getaggte Beiträge

Meiner Erfahrung nach kann Jess Franco eines nicht: Formelkino. Das hatte sich zuletzt bei meiner Sichtung von MONDO CANNIBALE gezeigt, der das Desinteresse seines Regisseurs an den blutigen Schweinereien, die die unique selling proposition des Kannibalenfilms sind, nicht verhehlen konnte, und das zeigt sich auch in DIE SÄGE DES TODES, Francos Ausflug in das 1981 noch in voller Blüte stehenden Slasherkino. Zwar meidet der Film die Niederungen des vorgenannten Rohrkrepierers, darf durchaus als „sauber inszeniert“ bezeichnet werden, doch echter Thrill will auch hier nicht aufkommen. Man muss zu Francos Eherenttung sagen, dass sich europäische Filmemacher mit der US-amerikanischen Erfindung des Slasherfilms generell etwas schwertaten (jedenfalls kann ich mich spontan an keinen einzigen wirklich gelungenen Euroslasher erinnern): Die seinen Vertretern inhaltlich zugrundeliegenden gesellschaftlichen Eigenheiten ließen sich nur schlecht oder gar nicht auf europäische Verhältnisse übertragen und auch das dem Horrorfilm zugeneigte Publikum scheint mir in unseren Breiten ein anderes. Die jugendliche Begeisterung für Scare Flicks, in denen man seine Angebtete in den Arm nimmt (oder sich von seinem Angebeteten in den Arm nehmen lässt) ist in meinen Augen jedenfalls eine US-amerikanische Institution. Das ist zugegeben nur eine Theorie von mir, die ich nicht wirklich mit belastbarem empirischem Datenmaterial untermauern kann, aber sie könnte erklären,warum FRIDAY THE 13TH in Deutschland gerade mal eine knappe halbe Million Zuschauer ins Kino lockte, während ihn sich in den USA fast 15 Millionen Menschen reinpfiffen (die Zahl habe ich aus dem Box Office Gross und dem durchschnittlichen Ticketpreis des Jahres 1980 errechnet). Übertragen auf DIE SÄGE DES TODES bedeutet das, dass man es hier mit einem der Struktur nach auf ein jugendliches Publikum zugeschnittenen Film zu tun hat, der aber nie ein echtes Gespür dafür entwickelt, was dieses Publikum eigentlich ausmacht. Zumindest in der englisch synchronisierten Fassung ist die Diskrepanz frappierend.

Die austauschbare Story handelt von der Mordserie an einer Mädchenschule in Spanien, auf die auch die schöne Angela (Olivia Pascal) besucht. Als Hauptverdächtiger kommt der unter einem besonders hartnäckigen Fall von halbseitiger Kuhfladen-Akne leidende Bruder der Schulleiterin in Frage, der bereits vor Jahren einmal ein Mädchen in einem fehlgeleiteten Versuch des Liebesspiels erdolchte und mich irgendwie an den jungen Michel Houllebecq erinnerte. Er wird unter Vorbehalt des Arztes (Jess Franco) wieder auf die Menschheit losgelassen und taucht im Folgenden immer dann auf, wenn sich etwas zusammenbraut, schaut mit Vorliebe durchs Fenster der feschen Angie, und – der Kenner weiß es sofort – scheidet allein aufgrund dieser Offensichtlichkeit schon als möglicher Täter aus. Otto W. Retzer, der als geistig minderbemittelter Hausmeister ebenfalls den Mädel hinterhergeiert ebenso, weil er einfach zu unbedeutend ist. Aber da gibt es ja noch einen Erbschaftsstreit zwischen der Schulleiterin und ihrer alten, im Rollstuhl sitzenden Tante, der das ausladende Haus und Grundstück gehört …

Wie seine US-Vorbilder wird auch DIE SÄGE DES TODES durch allerhand banales Zeug auf Länge gebracht, bevor immer dann, wenn man wegzupennen droht, ein fieser Mord an einer der nur zu diesem Zweck ins Drehbuch geschriebenen Nebenfiguren eingestreut wird. Dem piece de resistance in dieser Hinsicht verdankt der Film dann auch seinen Titel, aber was vor 35 Jahren bei Zartbesaiteten vielleicht noch für Entsetzen und spontanes Erbrechen gesorgt haben mag, sieht für den Splatterfilmerprobten von heute einfach nur reichlich unbeholfen und fadenscheinig aus. So schlafwandelt DIE SÄGE DES TODES überaus hölzern auf sein erwartbares Ende zu, mit seiner öligen Grundschmierigkeit in erster Linie die Fans des Eurosleaze ansprechend, die sich an der schmissigen Discomusik von Gerhard Heinz und Frank Duval, den Klamotten oder der liebgewonnenen Franco-Gewohnheit, auf alles ein paar Sekunden zu lang drauzuhalten, erfreuen. Es gibt durchaus ein paar gelungene Spannungsmomente, denen man ansieht, dass Franco eher zum klassischen Suspense-Thriller oder Mystery-Grusler tendierte und da mehr Erfolg gehabt hätte, aber sie werden durch das typische Teenie-Einerlei um Tanzparties, Liebesspiel und Herzschmerz vollkommen neutralisiert. Das größte Manko des Films ist sicherlich, dass man mit den Figuren rein gar nichts verbindet. Der Slasherfilm ist gewiss nicht mit einem Übermaß an unverwechselbaren Charakterköpfen gesegnet, aber in den USA versteht man sich einfach sehr gut darauf, eindimensionalen Pappcharakteren mit wenigen Pinselstrichen wenigstens Zweidimensionalität zu verleihen. Das bleibt hier völlig aus: Alle diese Mädels gleichen sich wie ein Ei dem anderen, sind oberflächlich, leer und leblos. So verflüchtigt sich dann auch jedes Interesse am eh vorhersehbaren Ausgang des Ganzen. Schade, denn es gibt wie gesagt ein paar hübsche Szenen: die Morddrohung auf einem Sprachtonband ragt als bizarrer Einfall heraus.

„Vanessa fängt da an, wo Emmanuelle aufhörte“ versprach die deutsche Tagline des Films. Hubert Franks Softerotik-Film, der Olivia Pascal zum Traum schlafloser Nächte zahlreicher junger bundesrepublikanischer Männer machte, orientiert sich ohne Frage stark an Just Jaeckins Klassiker, vor allem an dessen von Weichzeichner, Weitwinkel, luxuriöser Ausstattung und Exotik geprägter BIldwelt, lässt aber – das war durchaus zu erwarten – dessen intellektuell-philosophisch-emanzipatorischen Überbau vermissen. VANESSA ist ein seltsamer Film, in dem die erwartbar dünne Handlung und die in ihr verhandelten Konflikte nach und nach vor den Augen des Zuschauers zerfallen, bis nur noch diese hitzige Atmosphäre des sexuellen Verlangens, der Lust und der Entsagung bleibt.

Vanessa (Olivia Pascal), eine Klosterschülerin, deren Kontakt mit Sex sich im unschuldigen Blättern in einem Bildband namens „Eros in Pompeii“ und im hilflosen Kichern über die abgebildeten Steinphalli erschöpft, wird nach Hongkong gerufen, um dort die Erbschaft eines reichen Onkels, ihres letzten noch lebenden Verwandten, anzutreten. Vor Ort begegnen ihr Dekadenz, Gier und Niedertracht und grenzenlose Fleischeslust. Jede Szene endet in der ein oder anderen Weise mit Sex oder nackten Körpern, alle Dialoge kreisen fast zwanghaft um ein und dasselbe Thema und selbst Gewalt ist immer sexuell konnotiert. Erzählt EMMANUELLE eine Geschichte weiblicher Befreiung und Emanzipation, verharrt Vanessa den ganzen Film über einer Art Schockstarre, die sie am Ende nur durch Flucht auflösen kann. Olivia Pascal läuft als passive Zuschauerin durch die Szenerie, mit großen Augen die verschiedenen „Sehenswürdigkeiten“ aufnehmend. Die junge, freizügige Jackie (Uschi Zech) nimmt sich ihrer an, versucht sanft, das Eis zu brechen, scheitert aber wie alle anderen an den tief verankerten Hemmungen Vanessas. „Vanessa/You are the girl of my dreams/Vanessa/you’re haunting all my reveries“ singt Hannes Tesar im verträumt-sehnsüchtigen Titelsong, womit der „Witz“ des Films treffend in Worte gekleidet wird: Vanessa ist das Glück und sexuelle Erfüllung verheißende Mädchen, das die, die sie begehren, fast in den Wahnsinn treibt, das man aber niemals „haben“ kann. Nicht, weil sie, wie so oft im erotischen Kino, ein sadistischer cocktease wäre, der Spaß daran hat, die Männer zu quälen, sondern weil sie einfach kein sexueller Mensch ist, trotz der schönen, makellosen Verpackung.

VANESSA ist deshalb seltsam, weil der Inhalt bis zum Schluss gegen die Form ankämpft, die sich jedoch genauso wenig unterwerfen lässt wie die Protagonistin des Films. Da will Adrian (Günter Clemens), erboster unehelicher Sohn des Verstorbenen sein Recht auf das Erbe erkämpfen, doch alles löst sich zwischen zwei Szenen in Wohlgefallen auf, genauso wie der böse Zauber, mit dem Adrians eifersüchtige Geliebte Vanessa belegt. Und auch das bisschen Auspeitschen, das Vanessa in einem Foltergestell von Cooper (Anton Diffring) über sich ergehen lassen muss, wirkt wie ein Nachgedanke, ein bloß visuelles Gimmick, keiner regt sich wirklich darüber auf. Was bleibt, ist diese unbeschreiblich lurige Atmosphäre, eine Mischung aus klebriger Schwüle, verschlafener Tagträumerei und autistischer Entrücktheit. Die Fotografie von Franz X. Lederle ist unglaublich, wenn auch reichlich effekthascherisch, und zielt auf sinnliche Verführung ab, aber letzten Endes streift den Zuschauer nur ein sanfter Hauch der Erregung, bevor er wieder in dieser mild interessierten Lethargie versinkt. Faszinierend und, wie ich es gern bezeichne, „geil langweilig“. Ein echtes Unikat. Vanessa wird künftig auch meine Tagträume heimsuchen.

Vivi (Olivia Pascal) arbeitet für ein Möbelhaus und hat den Auftrag, die Tageseinnahmen von 17.000 DM zur Bank zu bringen. Unterwegs wird sie von ihrer Freundin Bea (Gesa Thoma) aufgehalten, die ihr das Geld abnimmt, ihrerseits jedoch von ihrem Macker Bob (Karl Heinz Maslo) davon abgehalten wird, es einzuzahlen. Bob ist seinerseits Lagerarbeiter bei Vivis Arbeitgeber, gibt sich vor Bea aber als Sohn des Chefs aus. Als die beiden bei ihrem Schäferstündchen im Möbellager gestört werden – die Betten, auf denen sie sich verlustieren, müssen dringend ins Hotel Zavattini am Wörthersee gebracht werden –, verliert Bea den Umschlag mit dem Geld, den der echte Chefsohn Bobby (Benny) nun mitsamt der Betten nach Velden fährt. Als Vivi erfährt, was passiert ist, bricht sie mit Bea ebenfalls nach Österreich auf, um das Geld zurückzubekommen. Unterwegs treffen sie auf den dicken Jonny (Zachi Noy), der im Hotel Zavattini eine Stelle als DJ antreten soll …

POPCORN UND HIMBEEREIS ist so etwas wie ein Best-of-Lisa-Film, beinhaltet er doch alle Elemente, die die Sexkomödchen der umtriebigen Produktionsgesellschaft zu jener Zeit auszeichneten – und das zudem auf einem vergleichsweise, ähem, hohen Niveau: Der Zuschauer bekommt eine hinreichend turbulente Geschichte serviert, die wiederum den willkommenen Rahmen für zahlreiche Verwechslungen, Tanz- und Partyszenen, unterleibszentrierte Zoten, nackte Tatsachen, grellen Slapstick, einen Hauch Action und etwas Romantik liefert. Elemente, die sich hier wohldosiert abwechseln, sodass einem nicht langweilig wird, sofern man mit dieser Form der Lowest-common-denominator-Unterhaltung denn etwas anfangen kann. POPCORN UND HIMBEEREIS hat einigen Schwung, profitiert von seiner bekannten Urlaubskulisse (überhaupt: die besten LISA-Filme wirken immer, als wären sie nebenbei, während einer Urlaubsreise entstanden) und den Darstellern, die wenn schon keine brillanten Mimen, so doch immerhin brauchbare und hier sogar recht sympathische Projektionsflächen sind. Olivia Pascal raubte Halbwüchsigen damals als erreichbar scheinendes, nicht zu loses Mädchen von nebenan den Verstand, Zachi Noy verkörpert frisch nach dem Erfolg des ersten ESKIMO LIMON den Typus des vom Pech verfolgten Losers in Perfektion und Schlagerbarde Benny bietet den jungen Zuschauerinnen etwas zum Anhimmeln, ohne das männliche Publikum dabei allzu sehr zu nerven. Neben diesen agiert das gewohnte LISA-Ensemble: Otto W. Retzer gibt den Halbstarken, Herbert Fux einen Priester, Alexander Grill den trotteligen Hotelchef und Walter Kraus den unfreundlichen Berliner Gast. Für das regelmäßige Herzeigen der Brüste engagierte man die allgegenwärtige Bea Fiedler (als Politesse, die die Tanzfläche nach Dienstschluss im Leoparden-Bodysuit unsicher macht), Ursula Buchfellner und Christine Zierl, ein Volksfest nutzte man frech, um Niki Lauda als prominentem Stargast ungefragt die Kamera ins Gesicht halten zu können. So machte man damals Filme!

Ich kann nicht anders, als für diese Art von Exploitation große Sympathien zu hegen, auch wenn POPCORN UND HIMBEEREIS ungefähr so zwingend ist wie die 25. Sorte Magnum auf der Langnese-Eistafel. Der Plot ist mit ganz heißer Nadel und ohne Rücksicht auf Logik gestrickt: Da transportiert Vivi 17 große Scheine in einer Plastiktüte auf dem Fahrrad durch München und keinen der Geschäftsführung scheint das auch nur im Mindesten zu bekümmern. Da macht das Riesenmöbelhaus tatsächlich „Betriebsferien“ und schließt für zwei Wochen seine Pforten. Und da gerät die Hatz auf das Geld zwischendurch mal ganz aus dem Blick, weil ja auch was für die Libido getan werden muss. Überhaupt: Könnte man die Situation nicht ganz einfach erklären und freundlich um Erlaubnis bitten, in die Betten schauen zu dürfen? Nein, stattdessen müssen die Protagonisten unter den fadenscheingsten Vorwänden in die Zimmer schleichen, um sie dort zu zerwühlen – und dabei natürlich regelmäßig in die Bredouille zu geraten. Der arme Jonny stört die dicke Frau des Hotelchefs beim Schäferstündchen mit dem Berliner Bronzky, beide werden wiederum vom Hotelchef ertappt, der nun die Möglichkeit sieht, den Weg für seine Beziehung zu der nymphomanen Yvonne (Ursula Buchfellner) zu ebnen. Herrje. Am Ende findet sich das Geld im Bett eines Totkranken im Krankenhaus, doch stattdessen greift man dessen geliebte Mettwurst, die durch Zufall ebenfalls in einer gelben Plastiktüte steckt. Nach 90 Minuten wildestem Hedonismus – einer der Songs, die den Film antreiben, heißt „Zufrieden mit mir“ – kommt Schwippschwager Humanismus auf einen Kurzbesuch vorbei und überlässt besagtem Totkranken die 17.000 DM, der sich davon die lebensrettende Operation leisten kann. Diesen Bogen muss man auch erst einmal spannen, ohne sich dabei ins Auge zu schießen.

Sylvia (Corinne Brodbeck) kommt ins Grübeln: Was sie da in ihrem Aufklärungsbuch über Sex, Lust und Orgasmen liest, steht in hartem Widerspruch zu ihrem tristen Zusammenleben mit Kurt (Michel Jacot), der nur Fußball und seinen Beruf im Kopf hat und ihr beim gemeinsamen Liebesspiel keinerlei Freude verschaffen kann. Als sie dem erfolgreichen Geschäftsmann Joerg Bronner (Gianni Garko) begegnet, buchstäblich der Mann ihrer geheimen Fantasien, wird alles anders. Doch Joerg ist erstens kein Kind von Traurigkeit und macht bei einem geschäftlichen Termin zudem Bekanntschaft mit der frechen Klosterschülerin Maria (Olivia Pascal), die es am liebsten an öffentlichen Ort treibt und nahezu unersättlich ist …

Strukturell ist Gottliebs Film von lupenreinem Porno nicht mehr allzu weit entfernt. Die Handlung dient vor allem dazu, möglichst viele verschiedene Paarungen zusammenzubekommen und nackte Damen zu zeigen. In den Dialogen dreht es sich nur um das eine, Psychologie ist reine Nebensache. Und wenn es zur Sache geht, ist das etwas konkreter als in den sonstigen Softerotik-Filmchen aus München. Das muss alles nicht zwingend so öd und langweilig sein, wie es sich hier darstellt. Gottlieb entwickelt keinerlei Haltung zum Geschehen, selbst das sehr vordergründig eingewebte Emanzipationsgedöns bleibt leer und ist natürlich nur Vorwand um Altherrenfantasien zu bedienen. Auch der in den Lisa-Filmen sonst so gern grassierende Brachialhumor ist hier abwesend. So bleibt nur wenig, das wirklich hängenbleibt. Olivia Pascals freches Früchtchen ist so ein Hauch Frischluft, dem man dann aber gleich viel zu lang ausgesetzt bleibt. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin eingepennt. Den verschlafenen Rest werde ich wohl eher nicht nachholen. Was übrig bleibt ist der supertriste Spruch von Sylvias Kurt. Auf ihre Frage, ob er mit ihr einen Wochenendtrip machen wolle (bei dem natürlich Sex in Aussicht steht), antwortet er ganz sebstverständlich: „Du weißt doch, dass ich nie Zeit habe“. Was für ein Leben in den deutschen Siebzigern.

GriechischeFeigenA1Für die attraktive Patricia (Betty Vergés) sind die Ferien bei ihren reichen Eltern in Griechenland zu Ende. Das heißt: Zurück nach München an die Uni und weiterlernen fürs Erwachsensein und die berufliche Karriere. Doch Patricia steht der Sinn nach etwas anderem. Kurzerhand verschenkt sie ihr Flugticket und macht sich mit ihrem Gepäck auf die Reise: sich ohne Ziel treiben lassen durch Griechenland, dabei etwas über die Männer lernen und dem Geheimnis der eigenen Identität auf die Spur kommen. Herausfinden, was sie will, was sie braucht, wer sie ist. Sie hüpft von Abenteuer zu Abenteuer, bis sie bei Tom (Claus Richt) landet. An Bord seines Segelboots verbringt sie ein paar traumhafte Tage. Doch dann mischt sich die Eifersucht ein und zerstört das junge Glück – zumindest vorerst …

„Ein Mädchen, das (sich) auszog, das Lieben zu lernen“ – bei dieser Tagline wusste der Genießer im Trenchcoat gleich, was er zu erwarten hatte und konnte beruhigt die Eintrittskarte lösen. Er wird nach Verlassen des Kinos nicht enttäuscht gewesen sein, gibt das Drehbuch seiner ansehnlichen Protagonistin doch ausgiebig Gelegenheit, die Hüllen fallen zu lassen und sich in amouröse Abenteuer zu stürzen. Dem weniger eindeutig interessegeleiteten Zuschauer indes können sich die Abgründe, die sich in der Geschichte um die willensstark, aber letztlich orientierungslos umherstolpernde Patricia auftun, nicht verborgen bleiben. Das „unbeschwerte Sommermärchen“ ist unangenehm bleich, und je greller und heißer die Sonne scheint, umso schärfer und dunkler werden auch die Schatten, die sie wirft. In Maßen genossen, spendet sie Wärme und Geborgenheit, wer sich jedoch zu lang in ihr aufhält, riskiert, sich zu verbrennen und auszutrocknen. Für die Menschen, die GRIECHISCHE FEIGEN bevölkern, scheint die Empfehlung, Sonnenschutz aufzutragen und ein kühles Plätzchen aufzusuchen, bereits zu spät zu kommen. Sie alle sind Getriebene,  Verlorene, nicht mehr in der Lage, rationale Entscheidungen für sich und andere zu treffen, hoffnungslos ihren Launen, Trieben und Lüsten ausgeliefert, ohne diese noch hinterfragen zu können. Der Film ist im Kern verdammt traurig und ernüchternd.

„Manchmal frage ich mich, ob du noch ganz dicht bist.“, sagt Tom einmal zu Patricia und die kann seine Ratlosigkeit auch nicht auflösen, weil sie selbst nicht genau weiß, ob sie wirklich normal ist. Ihre Reise durch Griechenland, auf der sie sich in beinahe aggressiver Art und Weise und völlig ohne Bewusstsein für die Gefahr, in die sie sich ja auch begibt, verschiedenen Männern als Lustobjekt anbietet, soll sie zu einem wahrhaftigen Bild von sich selbst führen, doch der völlige Selbstverlust ist wahrscheinlicher. Und die Männer, denen sie begegnet, sind auch nur mit sich beschäftigt, vollkommen uninteressiert daran, jemand anderem etwas zu geben. Der erste, gleich am Flughafen, hat eben noch seine Gattin abgesetzt, jetzt hat er schon die junge Studentin im Auto. Zwei junge Deutsche, die sie mitnehmen, wollen gar nicht erst ihr Einverständnis abwarten, sondern gehen direkt zur Vergewaltigung über, der Patricia ohne jede Traumatisierung oder Erkenntnis für die Zukunft entfliehen kann. (Später versuchen die beiden Jungs ein geeignetes Opfer unter älteren deutschen Touristinnen zu finden, frei nach dem Leitspruch: „Die Neckermann-Weiber sind besser, als in die hohle Hand zu wichsen.“) Das Hippiepärchen, in deren Zelt Patricia Unterschlupf findet, während die sich neben ihr vergnügen, behauptet, sich zu lieben, obwohl sie sich erst drei Tage kennen. Am Ende begegnet sie ihm wieder, die kurze Liebschaft ist schon wieder vorbei. Tom ist der einzige, der Interesse an ihr als Person zeigt. Doch an ihrem aufreizenden, herausfordernden Gehabe, mit dem sie jeden Mann um sich herum auf die Probe stellt, entzündet sich ein Streit, der vorerst das hässliche Ende ihrer bis dahin harmonischen Beziehung herbeiführt. Auch Tom offenbart dabei nicht gerade seine beste Seite, legt stattdessen die typisch männlichen Besitzansprüche an den Tag. Dass Patricia am Ende zu ihm zurückkehrt, weil sie glaubt, ihn zu lieben, ist eher der dramaturgischen Notwendigkeit, den Film zu einem runden Ende und seine Protagonistin zum Ziel ihrer Reise zu bringen, geschuldet, als dass es psychologisch folgerichtig schiene. Als sie Tom in seiner Wohnung aufsucht, liegt der schon mit der nächsten im Bett, sie, nicht bereit, schon aufzugeben, steigt prompt zu seinem Mitbewohner in die Badewanne. Die Frau, die im Nebenzimmer von ihrer vermeintlich großen Liebe beglückt wird, bezeichnet sie überaus grob und abwertend als „Ficke“, obwohl sie doch selbst kaum mehr gewesen ist in den vergangenen Tagen, kaum mehr überhaupt sein wollte. Wenn Tom Patricia am Ende in die Arme schließt, sie sich ihre Liebe gestehen, so ist man fast froh, dass der Vorhang fällt, scheint eine glückliche Beziehung zwischen den beiden doch kaum möglich, sieht man bereits den nächsten Konflikt drohend heraufziehen.

GRIECHISCHE FEIGEN ähnelt nicht wenig dem vor kurzem hier besprochenen SPRING BREAKERS: In beiden Filmen brechen junge Mädchen aus der Umklammerung der Gesellschaft aus, stürzen sich in ein wildes Abenteuer, aus dem es kein Zurück mehr gibt, das sie hoffnungslos verschlingt und sie verwandelt. Die auf der Hand liegenden Differenzen zwischen beiden Filmen ergeben sich vor allem aus der Zeit, in der sie jeweils entstanden, und ihrem Produktionshintergrund. Während Harmony Korine mit SPRING BREAKERS einen zwar doppeldeutig mit der Verführung spielenden, aber doch unverkennbar konsumkritischen Film drehte, dient GRIECHISCHE FEIGEN-Regisseur Rothemund der aufklärerische Gestus – sein Thema der sexuellen Identitätssuche und Selbstbestimmung der Frau ist typisches Produkt der in den Siebzigerjahren blühenden Emanzipationsbewegung – vor allem als willkommener Deckmantel, um in bestem Lisa-Film-Stil erotische Männerbedürfnisse zu befriedigen. Aber es ist eben genau diese Widersprüchlichkeit, die GRIECHISCHE FEIGEN so spannend macht und in seiner Verhandlung jugendlicher Orientierungslosigkeit so erbarmungslos. Tatsächlich ist er kaum weniger niederschmetternd als SPRING BREAKERS, gerade weil er eigentlich genau das Gegenteil von dem anstrebt, was er letztlich vermittelt.  Man kann Patricia nur bemitleiden: Sie rennt einem Bild von Aufgeklärtheit und Autonomie hinterher, das nur wenige Jahre später nicht mehr aufrechtzuhalten war. Wie sie da ganz arglos jedem sofort ihre Titten ins Gesicht hält, lässt eher auf tiefsitzende Neurosen schließen, denn auf gesundes Selbstbewusstsein und Unangepasstheit. Überhaupt dieses ganze Theater um eine sexuelle Sinnsuche: Als erschöpfte sich ihr Charakter schon in der Frage, was sie von einem Mann erwarte. Wie sie da ihre spätpubertären Gedanken mit einem Aufnahmegerät festhält, stellt sich die Frage, woher dieses Mädchen eigentlich kommt. Zu Beginn sieht man kurz ihre Eltern: der Vater schon weit jenseits der 60, ein grauhaariger Geschäftsmann im Anzug, der im Zweiten Weltkrieg möglicherweise nicht auf der richtigen Seite stand. Schon da muss sie provozieren, tritt nackt ins Haus, um einen Gast der Eltern zu begrüßen. Sie ist natürlich Produkt ihrer Zeit, aber man wünscht ihr, dass es ihr gelingen möge, sich davon irgendwann zu lösen. Die Idee, die sie hat, ist die richtige, doch ihre Mittel sind denkbar ungeeignet. 1977 war es einfach schon zu spät für ihren abgeschauten Hippie-Idealismus.

Der ehemalige Tennisprofi Michael (Philippe Garnier) hat exorbitante Spielschulden beim schurkischen Howard (Arthur Brauss) angehäuft, der sein Vermögen mit Mädchenhandel macht. Weil sich Michaels Tante, die wohlhabende Lady Henriette (Lili Muráti), weigert ihrem Neffen zu helfen, wiegelt ihn die nymphomane Sylvia (Elisa Servier) auf: Sowohl gegen seine Ehefrau Julia (Bea Fiedler) als auch gegen die Tante. Michael soll Lady Henriette umbringen, um ihnen als Erbe eine goldene Zukunft zu bescheren. Die hübsche Peggy (Olivia Pascal) schaltet sich ein und versucht Michael vor einem Unglück zu bewahren …

Ein ganz merkwürdiges Teil verbirgt sich hinter der typischen Lisa-Film-Oberfläche aus nackten Schönheiten, schwofigem Disco-Schlager, schmierigen Sexszenen und der sonnigen Urlaubskulisse von Mauritius. Im Grunde genommen ist DIE INSEL DER TAUSEND FREUDEN nämlich ein lupenreiner Film Noir: Es gibt den schwachen Protagonisten, die intrigante Femme Fatale und einen niederträchtigen Plan, der natürlich nach hinten losgeht. Softsexfilmer Hubert ignoriert jedoch – kaum verwunderlich – die den Noir sonst bestimmende Atmosphäre von Tod und Ausweglosigkeit, versieht seine Geschichte stattdessen mit dem zähflüssigen Schmelz des Groschenheft-Melodrams oder des öffentlich-rechtlichen Dallas-Rip-offs und präsentiert sie als lustige Nummernrevue hedonistischer Attraktionen. Mädchenhandel ist hier kaum mehr als ein Stichwort und willkommener Anlass, ein paar nackerte Mädels durchs Bild zu treiben sowie den unermüdlichen Otto W. Retzer als Folterknecht lüstern in die Kamera stieren (und Olivia Pascal ein paar Schamhaare ausreißen) zu lassen. Der Schurke Howard (der große Arthur Brauss in einer angemessen schmierigen Rolle) ist zwar ein echtes Schwein, aber den Luxus, mit dem er sich umgibt, soll man doch auch ein wenig beneiden. Der Film bedient wirklich sämtliche eskapistischen Klischees, bemüht dabei jedoch einen seltsam tagträumerischen Ton und zerfällt am Ende, wenn die einzelnen Handlungsfäden eigentlich zusammengeführt werden sollte, sehr zu dieser Stimmung passend in seine fragmentarischen Bestandteile. DIE INSEL DER TAUSEND FREUNDE macht seinem Titel alle Ehre, denn er ist das, was man all over the place nennt, und die meisten seiner begonnenen Handlungsstränge werden am Schluss sehr übereilt oder gar nicht abgeschlossen, wichtige Charaktere mit kurzen Szenen pflichtschuldig verabschiedet, der Rhythmus aufgrund der Vielzahl solcher Schnipsel immer holpriger. Der Film wirft in dieser Form die Frage auf, ob er für die DVD-Veröffentlichung möglicherweise gestutzt wurde: Einige Szenen, die den Rahmen dessen, was unter dem Begriff „Softsex“ eben noch so geht, sprengen, lassen den Glauben an eine härtere Fassung nicht ganz abwegig erscheinen und rücken DIE INSEL DER TAUSEND FREUDEN in die Nähe dessen, was Jess Franco und Joe D’Amato zu jener Zeit ablieferten.

Andere Ungereimtheiten scheinen einfach auf ein nur rudimentär existierendes Drehbuch zurückführbar: Wer diese Peggy eigentlich ist, die sich da Undercover-style in die kriminellen Machenschaften einmischt und trotz ihres jungen Alters alle zu kennen scheint, wird nie befriedigend geklärt. Howard verschwindet irgendwann, als habe man vergessen, sich ein Ende für ihn auszudenken, und die Bestrafung der beiden intriganten Frauen Sylvia und Julia wird sehr überhastet und nur wenig nachhaltig eingeworfen. Nachdem die doch nicht ermordete Henriette sie der Trauminsel verwiesen hat, sitzen die beiden oben ohne auf einer Yacht und freuen sich auf kommende Schandtaten. Ihr Mordplan ist plötzlich kaum mehr als eine Dummheit zweier vorwitziger Lesben. Peggy und der von ihr eroberte Michael, die sich wie weiland Burt Lancaster und Deborah Kerr in der Brandung wälzen, sehen ebenfalls einer glücklichen Zukunft entgegen. Sie sind wohl die eigentlichen Hauptfiguren des Films, auch wenn sie das eigentlich nicht hergeben: Michael ist, wie erwähnt, ein fürchterlich rückgratloser Schlappschwanz, der seine Gattin beim Pokerspielen an Howard verhökert und sich dann auch noch dazu anstiften lässt, seine Tante umzubringen, weil er der geilen Sylvia hörig ist. Und Peggy gibt wie gesagt Rätsel auf, scheint den ganzen Film über mehr zu wissen als alle anderen, ohne dass sie dieses Wissen aber jemals preisgäbe. Dann gibt es da auch noch das einheimische Pärchen, das sich auf dem Plakat räkelt, und den Fummelreigen während des unermüdlich durchgeorgelten Titelsongs eröffnet. Sie ist das treue Hausmädchen Henriettes, er der Gärtner, und natürlich muss auch sie früher oder später in Howards Hände fallen. In der ekligsten Szene des Film wird sie von Folterknecht Retzer gezwungen, mit einer Kerze zu masturbieren, was aber keinen bleibenden Schaden bei ihr hinterlässt. Sie wird von ihrem Lover gerettet und alles ist gut. Genau das ist es, was den Film auszeichnet: Am Ende war das alles nur ein Spiel, nichts wirkt nach, und man kann weitermachen mit dem Alltag. Anstatt die vorangegangenen Vorgänge so jedoch gnadenlos zu unterminieren, macht genau diese Flüchtigkeit die Stärke von DIE INSEL DER TAUSEND FREUDEN aus. Er wirkt wie das Rollenspiel von Kindern. Man merkt, das alle Beteiligten die Zeit auf Mauritius genossen haben. Und nebenbei ist dann auch noch ein Film entstanden.

summernightDer 19-jährige Frauenschwarm Peter (Stéphane Hillel) will mit seinem bebrillten Freund Freddy (Claus Obalski) mit dessen VW Käfer in den Sommerurlaub nach Ibiza, um dort „zu bumsen“. Beim Plan, es so richtig krachen zu lassen, steht jedoch Freddys kleine Schwester Victoria (Olivia Pascal) im Weg, die die beiden sehr zum Ärger Peters auf ihrer Reise begleitet. Auf dem Weh nach Süden verschlechtert sich Peters Laune zusehends, da er Victoria als Hindernis bei seinen Ambitionen betrachtet, während der schüchterne Freddy zu ganz großer Form aufläuft und sich vor amourösen Verwicklungen kaum noch retten kann. Hinter Peters Miesepetrigkeit verbirgt sich natürlich etwas ganz anderes: Der Weiberheld hat sich in die hübsche Victoria verliebt, will sich das aber nicht so recht eingestehen. Weil die zarten Gefühle außerdem auf Gegenseitigkeit beruhen, kommt es zum Streit, als die beiden Jungs sich mit dem attraktiven Call-Girl Ines (Betty Vergés) anfreunden …

Nach dem zuletzt gesehenen, kalauerig-blöden COLA, CANDY, CHOCOLATE war  SUMMER NIGHT FEVER sehr zu meiner Überraschung doch ein anderes Kaliber. Einen lustigen Schimpansen, einen dicken Schwulen, eine inkompetente Feuerwehr und „Gags“ um untalentierte Sängerinnen und Abführmittel sucht man hier vergebens, stattdessen bietet Rothemund (erneut unter seinem nome de guerre „Sigi Götz“ arbeitend) tatsächlich identifikationswürdige Charaktere, eine griffige Plotline und einen nachvollziehbaren Konflikt. Der „Tausch“ der beiden Hauptfiguren fußt auf einer Einsicht, die ich sogar als „klug“ bezeichnen würde: Gerade weil Peter so überaus krampfhaft danach strebt, alles flachzulegen, bleiben ihm die Erfolge versagt, während Freddy, der sich einfach treiben lässt und nichts erwartet, das Interesse gleich mehrerer schöner Frauen auf sich zieht. Rothemund entwickelt das sehr natürlich und nie zu forciert – und er bleibt dabei nicht stehen: Scheint der anhaltende Misserfolg Peters zuerst noch als seine gerechte Strafe, Freddys Glückssträne als Belohnung, so stellt sich beides als Teil einer Entwicklung dar, bei der Peter lediglich eine Stufe weiter ist. Für ihn beinhaltet das wilde Rumgevögel keinen Reiz mehr, er ist bereit für die Beziehung mit Victoria. Und Freddy hat endlich das Selbstbewusstsein aufgebracht, um nun seinerseits sexuelle Erfahrungen zu sammeln, muss dabei aber aufpassen, das Menschliche nicht aus den Augen zu verlieren. Diese Personenkonstellation hält den Film interessant, auch weil sich die Beziehung des Zuschauers zu den Protagonisten ständig wandelt. Und dass sich das Ganze vor dem Hintergrund eines leichten Sommer-Road-Movies entfaltet, ist der Kurzweil auch nicht gerade abträglich.

Hin und wieder, nicht allzu oft, begibt sich der Film gar in gefährliche Untiefen, etwa in der Sequenz, in der die Drei auf einer Party des reichen, mittelalten Yachtbesitzers landen, der sich dann irgendwann an der schwer angetrunkenen, minderjährigen Victoria vergehen will. Hier erreicht der Film eine Sensibilität, die ich Rothemund nach COLA, CANDY, CHOCOLATE eigentlich eher nicht zugetraut hatte. Die debilen Flachheiten, die man mit Lisa-Film oft assoziiert, sind weitestgehend abwesend, auch wenn SUMMER NIGHT FEVER seine Herkunft natürlich zu keiner Sekunde verleugnen kann oder will (oder muss, for that matter). In ihrer Zeit verhaftete Disco-Schlager liefern den Soundtrack und die Credits verkünden zu Beginn gleich vollmundig „Disco-Hits aus den internationalen Hitparaden“ (womit dann etwa „One for you“ von La Bionda gemeint ist oder auch Gerry Raffertys Evergreen „Baker Street“). Die Schauplätze entlang der sonnigen Mittelmeerküsten dürften anno 1978 die Reiselust in jedem Teenager angesprochen haben und jener Hauch von billigem Luxus durchweht den Film, der so charakteristisch ist für die bürgerliche Lisa-Film, die immer die Träume der einfachen Leute bebilderte. In einer sehr typischen Sequenz landet erst Freddy unter dem Bett eines sich liebenden Pärchens und dann leistet ihm dort auch noch der Liebhaber (Gianni Garko) Gesellschaft, als der Ehemann unverhofft eintrifft. Und die Affäre mit der geilen Lehrerin, die da rein zufällig oben ohne am Strand liegt, darf natürlich auch nicht fehlen. Überhaupt die Frauen: Alle sind sie schön, verführerisch, erfahren, immer bereit, einem jungen Mann eine Lehrstunde zu erteilen. Bea Fiedler tanzt am nächtlichen Strand enthemmt um das Lagerfeuer, Betty Vergés (GRAF DRACULA IN OBERBAYERN) braucht es gleich viermal in einer Nacht, Claudine Bird ist die frivole Lehrerin und Edwige Pierre besorgt es nacheinander ihrem Lover und dann dem greisen Ehemann. Und dann ist da natürlich noch Olivia Pascal, die damals wohl so manchem Jungen schlaflose Nächte beschert hat. Auch hier versteht sie es wieder, mit ihrer Mischung aus zärtlicher Kumpelhaftigkeit und Sex Appeal den Kopf zu verdrehen. Es gehört wohl auch zum Erfolgsrezept, dass es mit ihr nie zum Äußersten kommt. Sie ist eindeutig für die jugendlichen Fantasien da, zum Ausleben gibt es die Bea Fiedlers dieser Welt. Kein Wunder, dass das Maßband, von dem die Jungs nach jeder Nummer einen Zentimeter abreißen, da schnell gehörig schrumpft. Schön.