Mit ‘Parodie’ getaggte Beiträge

Wie bei den meisten Parodien – die ja immer eine spezielle Art der Referenzwerweisung sind – gibt es auch über DEAD MEN DON’T WEAR PLAID nicht wahnsinnig viel zu sagen: Der Stil der alten Noir-Klassiker wird von allen Beteiligten vor und hinter der Kamera perfekt eingefangen. Wohl auch, weil einige der Mitwirkenden bereits den in Wort und Bild zitierten Werken ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hatten. Miklós Rósza steuerte den letzten Score seines bis 1938 zurückreichenden Werkes bei, Kostümbildnerin Edith Head, die den Look zahlreicher klassischer Leinwand-Diven und -Helden geprägt hatte, noch einmal ihre unnachahmlichen Kostüme und Anzüge.

Dass DEAD MEN DON’T WEAR PLAID näher dran ist am Original als viele andere Filme, die sich am Noir versuchten, liegt aber in erster Linie natürlich daran, dass er in gewisser Hinsicht um eben diese Originale drum herum konstruiert wurde. So interagiert der Protagonist Rigby Reardon (Steve Martin), ein Kollege von Philip Marlowe, Mike Hammer oder Sam Spade, direkt mit den Akteuren von damals. Der geschickte Schnitt lässt ihn auf Veronica Lake, Humphrey Bogart, Bette Davis, Kirk Douglas, Alan Ladd, Ingrid Bergman, Charles Laughton, Lana Turner, James Cagney, Joan Crawford, Ray Milland, Barbara Stanwyck, Ava Gardner, Burt Lancaster, Fred MacMurray oder Cary Grant treffen, setzt Szenen aus den alten Klassikern in neuen, komischen Kontext. Auffallend dabei, dass Reiner gerade nicht die berühmten, ikonischen Szenen verwendet, sondern meist kleine, eher unauffällige Momente. Die viel beschworene „Magie“, die jene Filme aus der Vergangenheit über den heutigen Betrachter ausüben, die Aura des Unantastbaren, Kultischen und Heiligen, wird so wunderbar unterwandert. Am auffälligsten wird diese Strategie im Zusammentreffen Reardons mit der schönen Veronica Lake in einer Szene aus THE GLASS KEY: Nachdem er via typischem Voice-over in bewährt machohafter Art verkündet hat, dass er sie (bzw. ihren Charakter) so schätze, weil die Worte „I can’t“ sich nicht in ihrem Vokabular befänden, antwortet sie ihm auf die kurze Frage, ob sie ihm helfen könne, genau so: „I can’t“. Die bedeutungsschwer aufgebaute Szene endet abrupt, Veronica Lake sieht man nicht mehr wieder und Reardon bleibt nichts anderes übrig, als resigniert festzustellen, dass sie seit ihrem letzten Treffen etwas dazugelernt habe.

Im Kleinen spiegelt sich so die Strategie des Großen wider: Zum Lachen ist weniger der konkrete Witz selbst, sondern der Aufwand, der betrieben wird, ihn aufzubauen. So wird Reardon ein Trauma angedichtet, dass ihn Tobuschtsanfälle erleiden lässt, sobald er das Wort „cleaning woman“ vernimmt, nur um einen Grund dafür zu finden, ihn Bette Davis würgen zu lassen. Es sind auch diese absurden Schleifen und Winkelzüge, die DEAD MEN DON’T WEAR PLAID auszeichnen.

Vor 13 Jahren, kurz vor der Halloween Prom Night, wurde Marys (Julia Duffy) ältere Schwester von einem Rasenmäher-Mörder mit Kürbismaske ermordet. Dieses Verbrechen hat jedoch nicht nur Mary traumatisiert, sondern auch den damaligen Rookie-Cop Harbinger (Joe Don Baker), der seit jener Nacht keine Stunde geschlafen hat. Mit Recht, denn der Killer wurde nie gefasst und treibt nun erneut sein Unwesen …

WACKO ist der grob misslungene Versuch einer Horrorfilm-Parodie nach dem Vorbild der Zucker/Abrahams/Zucker-Filme, der jedoch ziemlich eindrucksvoll deutlich macht, dass es längst nicht ausreicht, in jeder Minute einen Gag auf Kosten berühmter Filme in der Hoffnung abzufeuern, dass irgendeiner davon schon kleben bleiben wird. Eigentlich ist WACKO noch nicht einmal eine Parodie, weil sich sein Witz darauf beschränkt, Horrorfilme wie HALLOWEEN, PROM NIGHT, THE EXORCIST, THE OMEN oder PSYCHO in plumpen Kalauern zu referenzieren, ohne dass diese jedoch auf einem tieferen Verständnis der Originale beruhen würden. Während etwa der ZAZ-Film AIRPLANE! die Struktur des Katastrophenfilms perfekt emuliert, hat WACKO mit den Filmen, die er auf die Schippe nimmt, nichts weiter zu tun, als dass er inhaltliche Versatzstücke aufgreift und ohne Sinn für eine übergeordnete Dramaturgie aneinander reiht. Es gibt durchaus ein paar brauchbare Gags, doch auch diese verpuffen meist, weil sie von Clark ohne Sinn für Timing inszeniert wurden. Ein Witz ist nunmal nicht per se witzig, sein Erfolg hängt davon ab, wie er erzählt wird und hier versagt Clark völlig. Während die ZAZ-Filme von Beginn an einen Ton und eine Logik etablieren, innerhalb derer auch völlig schwachsinnige Ideen zünden, hat man bei WACKO stets das Gefühl, bevormundet zu werden. Jeder Witz wird in einer Art und Weise eingefangen, die dem Zuschauer ganz unmissverständlich klarmacht, dass er jetzt gefälligst zu lachen hat. Und das funktioniert einfach nicht.

Wenn man dann doch mal schmunzelt, dann ist das den Schauspielveteranen George Kennedy – der sein komisches Talent ja später im ZAZ-Film THE NAKED GUN unter Beweis stellen durfte – und Joe Don Baker zu verdanken, die ihre Rollen mit einer Verve angehen, die der Film eigentlich nicht verdient hat. Allein wie Baker hier aussieht ist schon aller Ehren wert, und wenn der beim Bespannen seiner minderjährigen Töchter erwischte Doctor Graves (Kennedy) die Standardausrede, er mähe den Rasen, auch dann noch bringt, wenn er auf einer Leiter stehend durch ein Fenster im ersten Stock glotzt, ist das ein Beispiel für eben jene Absurdität, die die ZAZ-Filme so brillant zu etablieren wussten. Leider beackert Clark – es verwundert nicht wirklich – eher das Terrain des tumben Herrenwitzes, bleibt dabei aber auf einem solch jämmerlichen Niveau, dass noch nicht einmal Andrew Dice Clay als – festhalten – Tony Schlongini damit etwas anfangen kann. Mein „Lieblingsgag“ ist die Antwort von Doctor Graves auf die Frage seiner Ehefrau (Stella Stevens), wie er denn eigentlich mit Vornamen heiße. „Doctor“ sagt er. Das sei tatsächlich nur ein Vorname, er habe nie ein Medizinstudium abgeschlossen. Und wie war der Name seines Vaters, will die Frau wissen? „Der hieß ,Nurse‘.“ – Ich habe durchaus ein Faible für Zoten und Albernheiten, aber wenn das der größte Lacher ist, den man vorzuweisen hat, sollte man von Komödien vielleicht besser Abstand nehmen.

Auf dem gepflegten Green des Golfklubs Tall Grass stapeln sich die Leichen. Todesursache: unbekannt. Weil aber ein bedeutendes Golfturnier ansteht, ist Osgood, der Besitzer des Clubs, darauf bedacht, die Todesfälle nicht an die große Glocke zu hängen. Er beauftragt Roy Kent (Robert North), seines Zeichens neuer Golftrainer des Klubs und ein ehemaliger Profi, sich der Sache anzunehmen …

Parodien sind so eine Sache: Ein feines Gespür für Humor und die richtige Dosierung der Pointen sind zu ihrem Gelingen genauso nötig wie die lückenlose Kenntnis des Originals und ein Verständnis dafür, was dieses funktionieren ließ. Wie schwierig dieses „Genre“ tatsächlich zu meistern ist, erkennt man daran, dass die meisten so genannten Parodien streng genommen gar keine sind: Anstatt die formalen und inhaltlichen Eigenheiten ihrer Vorbilder herauszuarbeiten, zu verzerren und so das ihnen innewohnende komische Potenzial zu heben, begnügen sie sich damit, berühmte, ikonische Szenen und Bilder zu zitieren und mit von diesen völlig losgelösten Zoten, Kalauern und Popkultur-Referenzen zu verknüpfen. Dass sich eine mysteriöse Gruselgestalt aus Amenabars THE OTHERS in einem der SCARY MOVIE-Sequels als Michael Jackson zu erkennen gibt, mag zwar nicht jeglicher Komik entbehren, mit dem Gothic-Horror-Film des Spaniers hat diese Enthüllung aber rein gar nichts zu tun. Meist merkt man filmischen Parodien an, dass sie letztlich einen eher unkreativen Versuch darstellen, sich an den Erfolg eines größeren Films anzuhängen, oder aber sich damit begnügen, das unstillbare Spot-the-Reference-Bedürfnis von Filmnerds zu befriedigen. Aber selbst, wenn der parodistische Wurf gelingt: Letztlich ist die Parodie immer dazu verdammt, ein eher sekundäres Dasein im Schatten des Vorbilds zu fristen, ohne das sie nicht existieren würde.

BLADES ist eine löbliche Ausnahme, denn er funktioniert sowohl als originell-alberne Parodie auf Spielbergs JAWS als auch als eigenständige kleine Horrorkomödie. Das hat verschiedene Gründe: Zwar perfektionierte Spielberg mit seinem Straßenfeger das zu diesem Zeitpunkt schon gut zwei Jahrzehnte alte Genre des Monsterfilms, schuf die Blaupause für die zahlreichen auf seiner Erfolgswelle mitschwimmenden Nachzieher des Tierhorrorfilms, die in der Folge kaum mehr leisten mussten, als den Hai durch ein anderes hungriges Tier zu ersetzen und sich ansonsten an der von Spielberg so erfolgreich gespannten Plotlinie entlangzuhangeln, doch im Grunde baute er lediglich geschickt auf einem schon lange stabil stehenden Fundament auf. Wenn Rondinella sich in BLADES auch überdeutlich an JAWS abarbeitet, kann der Zuschauer davon in gewisser Weise abstrahieren, weil sich das Tierhorrorgenre eben längst als eigenständiges Subgenre etabliert und ausdifferenziert hat und nicht mehr nur im stetigen Rückgriff auf Spielbergs Film rezipiert werden muss. Der eigentlich ziemlich brachiale Witz von BLADES, der darin besteht, dass er den Hai durch einen übergroßen amoklaufenden Rasenmäher, das offene Meer durch die jeder bedrohlichen Natürlichkeit beraubte Gartenlandschaft eines Golfplatzes und die so diverse und damit dem Kinopublikum so nahe Touristenschar durch die aus saturierten Oberklasserentnern bestehende Mitgliederschaft eines Golfclubs ersetzt, drängt sich erstaunlicherweise und im Gegensatz zu anderen Parodien nur selten auf. Das liegt daran, dass Rondinella das Genre verstanden hat: Er weiß, dass der Zuschauer die Absurdität, in die die Überbietungslogik, der ja jeder Genrebeitrag mit zunehmendem Alter des Genres folgen muss, zwangsläufig führen muss, als integralen Bestandteil des Genres längst akzeptiert hat. BLADES erscheint daher aller Komik zum Trotz zunächst vor allem logisch: Nachdem alle Tiere vermonstert wurden, war es ja nur eine Frage der Zeit, bis irgendwann der todbringende Rasenmäher folgen musste. Wobei das natürlich auch bedeutet, den ersten cleveren Gag des Films zu übersehen: Dass er nämlich eine gefährliche Maschine zum Protagonisten eines Tierhorrorfilms macht.

Diese Konstellation führt dazu, dass man bei BLADES stets hin- und hergerissen ist: Ist das jetzt lediglich ein Monsterfilm mit idiotischer Prämisse oder doch eine liebevolle Parodie auf das übergroße Vorbild? Er ist natürlich beides. Rondinella inszeniert mit angenehmer Zurückhaltung, tongue in cheek, so als meine er es auch in den absurdesten Momenten noch ernst, als verfilme er nicht eine selten blöde Idee. Und so eng er sich in vielen Szenen und Sequenzen auch an Spielbergs Vorlage hält, so strapaziert er diese Nähe doch nie über. Er nutzt das Gerüst von JAWS, um seine Geschichte zu erzählen, nicht umgekehrt. Wo die Parallelführung nicht funktioniert, da weicht er von ihr ab. Und umso spannender ist es, darauf zu warten, wann er danach wieder auf den Weg des Vorbilds einbiegt. Ein Großteil des Vergnügens besteht darin, Szenen zu antizipieren und oft ist das Wiedererkennen nur möglich, wenn man das Original wirklich gut kennt. Andere Zitate sind wiederum so übersteuert, dass es einfach nur eine Pracht ist: Wenn Osgood die Klubmitglieder zur Jagd auf das unbekannte Monstrum antreibt und das gepflegte Green plötzlich von grölenden Rednecks gestürmt und von Helikoptern überflogen wird, ist das ja auch ein schöner Kommentar zur Austauschbarkeit unserer gesellschaftlichen Masken: Auch hinter der distinguierten Golferschar verbirgt sich eben nur ein Lynchmob, wenn man ihr zu nah auf die Pelle rückt. Wenn man BLADES etwas vorwerfen möchte, dann wohl, dass er den Bogen zum Ende hin etwas überspannt. Das der berühmten Jagd nachempfundene Finale – statt eines Bootes ist es hier ein Kleinbus, statt an Harpunen befestigter Luftfässer an Heuballen gebundene Luftballons – ist zwar hübsch, aber eben überhaupt nicht spannend, auch wenn es sich bemüht, genau das vorzugeben.  Aber auch das scheint irgendwie in der Natur der Sache zu liegen, ist ja wieder ein typisches Problem der Parodie: Sie kann das Genre nur bedingt halten. BLADES ist trotzdem ein feiner Film, umso mehr, als er angesichts seiner Prämisse jedes Recht dazu hätte, ein solcher nicht zu sein. Ich hoffe, ihr konntet mir folgen.

18994228[1]Der französische Superagent OSS 117 ist ein Chauvinist, ein Sexist, ein Rassist und dazu noch ziemlich dümmlich. Dass er sich aber für das charmanteste, aufgeschlossenste und intelligenteste Exemplar der Gattung Mann hält, ist das deutlich größere Problem, das ihn immer wieder in peinliche Situationen führt und gehörig ins Fettnäpfchen treten lässt. Gab es im Vorgänger vor zwei Jahren noch den cultural clash zwischen dem Franzosen und den islamischen Nebenfiguren, darf sich OSS 117 im Sequel nun auch in der Konversation mit Juden, Japanern, Nazis und Hippies im Ton vergreifen. Das ist wie im ersten Teil sehr vergnüglich, zumal Jean Dujardin in der Rolle des Agenten wirklich brilliert, nutzt sich aber über die Dauer eines gesamten Films merklich ab: OSS 117: RIO NE RÉPOND PLUS tritt diesen einen (guten) Witz breiter als nötig und mehr als einmal habe ich mir gewünscht, dass Hazanavicius noch etwas Neues einfällt, was er mit seiner Hauptfigur anstellen kann. Stattdessen macht er sich im Stile bekannter ZAZ-Ripoffs über die Unzulänglichkeiten der Bond-Nachahmer der Sechzigerjahre lustig, was ich ihm nur verzeihe, weil er auch ihrer visuellen Pracht in Form elaborierter Splitscreen-Montagen huldigt und damit erkennen lässt, dass er sein Herz doch auf dem rechten Fleck trägt. Ich will OSS 117: RIO NE RÉPOND PLUS nicht verreißen, weil ich mich im Kino durchaus amüsiert  und dann und wann sogar herzlich gelacht habe (soweit das mit den beiden unerträglichen, fetten Schwachmaten im Nacken, die noch über jeden Scheißdreck lauthals losgewiehert haben, möglich war). Am Ende hat dann aber das Gefühl überwogen, dass erstens Teil 1 um Längen besser, weil sparsamer im Umgang mit seinen Pointen war, und man zweitens versäumt hat, die Figur des Agenten über den etablierten Rahmen hinaus weiterzuentwickeln, um so neues Potenzial für kommende Filme zu schaffen. Ein dritter Teil ist nämlich bereits in Planung und ich befürchte, dass sich dann endgültig die Ernüchterung breitmachen wird. Und das wäre einfach zu schade …

Ashtray (Shawn Williams) wird von seiner Mutter zu seinem Vater nach South Central geschickt, weil sein dort lebender Vater ihm beibringen soll, ein Mann zu werden. Das Leben in der „Hood“ bietet aber viele Sackgassen und falsche Abzweigungen auf diesem Weg, vor allem, weil Ashtrays bester Freund Loc Dog (Marlon Wayans) ein Gangbanger ist, wie er im Buche steht …

Die Wayans-Brüder liefern mit DON’T BE A MENACE eine Parodie im Stile der ZAZ-Komödien ab, die sich inhaltlich vor allem an BOYZ N THE HOOD und MENACE II SOCIETY orientiert. Wie auch in den ähnlich gelagerten Wayans-Werken – die Blaxploitation-Verarsche I’M GONNA GET YOU SUCKA! und die SCARY-MOVIE-Filme sind zu nennen – schwankt die Qualität der Pointen erheblich zwischen geschickter, cleverer Parodie und plumpem Klamauk. Die surreale Qualität eines AIRPLANE! erreichen die Wayans-Brüder eigentlich nie, ihre Filme bleiben stets den engen Grenzen des Debilhumors verpflichtet. Im vorliegenden Fall stellt sich zudem das Problem, dass das parodierte Genre schon vorher durch Klischees und Überzeichnungen geprägt war, dem durch die Hebung auf eine Metaebene nur wenig Neues hinzugefügt wird. Dennoch stellt DON’T BE A MENACE wie m. E. der zu Unrecht verpönte SCARY MOVIE einen der gelungeneren Vertreter eines eh problematischen Subgenres dar. Viele der Gags zünden einfach: Die an BOYZ N THE HOOD angelehnte einleitende Erklärung, dass jeder zehnte schwarze Jugendliche in seinem Leben mindestens einen „Growing-up-in-the-Hood“-Film durchsitzen müsse und jeder fünfte davon noch im Kino erschossen würde, legt die Messlatte für Späteres schon recht hoch, weitere Volltreffer beinhalten den Vater, der jünger ist als sein Sohn, die Erklärung des love interests Dashiki, ihr Name sei „suaheli for ‚doggystyle'“, oder der frisch aus der Haft entlassene Toothpick, der seine Knastgewohnheiten nicht ablegen kann und weiterhin alles mit Zigaretten bezahlen will. Leider gibt es auch allzu vordergründige Zoten (die breakdancende Oma) und vor allem das krasse Overacting von Marlon Wayans benötigt mehrere Sichtungen, bis man es witzig finden kann. Viele neue Erkenntnisse ringen die Wayans-Brüder dem Hood-Film nicht ab. Die wichtigste – das Ghetto ist nicht (nur) der Ort als der er im Film gezeichnet wird – hatte man vielleicht schon vorher, die andere – man solle den Klischees ruhig mit dem ihnen zukommenden Humor begegnen – ist aber auch schon nicht verkehrt in der Rezeption eines Filmgenres (und eines gesellschaftlichen Problems), die zwischen den Paradigmen „rassistische Ressentiments“ und „übertriebene Political Correctness“ neutralisiert zu sein scheint.