Mit ‘Pete Docter’ getaggte Beiträge

up (pete docter/bob peterson, usa 2009)

Veröffentlicht: Januar 27, 2010 in Film
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Frage: Was hat dieser aktuelle Pixar-Animationsfilm mit einem Russ-Meyer-Film von 1976 gemeinsam?

Antwort: Den Titel. Und in beiden spielen Ballons eine wichtige Rolle.

Wieder einmal ist es Pixar nicht gelungen, einen schlechten Film zu machen. Die Exposition fasst in wenigen prägnanten Minuten das ganze Leben des mürrischen Carl und seiner geliebten Ehefrau Ellie vom ersten Treffen im Kindesalter bis zu ihrem Tod wunderbar zusammen und enthält darin schon mehr Herz und Klugheit als so mancher ganze Film und die Idee mit dem fliegenden Haus ist kaum weniger schön. Die Qualität der Animationen hat noch einmal einen kaum noch für möglich gehaltenen Satz nach vorn gemacht: Die Darstellung von verschiedenen Oberflächen (besonders Fell, Haare und Wasser) wird immer authentischer, hinzu kommt, dass nun auch der räumliche Eindruck von Entfernung annähernd perfekt simuliert wird (man beachte etwa den Blick in die Schlucht auf die in einem Fluss schwimmenden Hunde). Kurzum: UP bietet insgesamt gute, witzige, leichtfüßige und abwechslungsreiche Unterhaltung.

Jetzt kommt das Aber: Denn bei mir wollte sich zum ersten Mal keine echte Begeisterung einstellen. Warum? Die Faulheit, die sich im unkreativen Beharren auf Disney-typischen Erzählkonventionen äußert, steht in krassem Missverhältnis zu dem Aufwand, der auf der technischen Seite betrieben wird. Warum muss es in einem solchen Film immer einen Schurken geben? Warum muss sich am Ende jeder Konflikt in Luft auflösen? Und warum mündet ein doch eigentlich so herzlicher Film in einen actionlastigen Showdown, bei dem dann auf einmal sogar Menschen sterben? Die Botschaft schließlich – nicht jedem Menschen ist es gegeben, große Abenteuer zu erleben, trotzdem kann man ein erfülltes und glückliches Leben führen – hinterließ bei mir einen mehr als bitteren Nachgeschmack. Möchte man sich so etwas denn wirklich von Menschen sagen lassen, die das Glück haben, in Hollywood Millionenbeträge für die Fertigung von Animationsfilmen ausgeben zu dürfen? Ich weiß es nicht.

Wie gesagt: Eigentlich gibt es an UP nicht viel auszusetzen. Die Geschichte ist durchaus kunstfertig erzählt, der Film sieht toll aus, die Zeit vergeht wie im Flug. Aber so langsam stellt sich bei mir doch das Gefühl ein, dass das Herz, das Pixar-Filme zum Leben erweckt, eine Maschine ist.