Mit ‘Richard Thomas’ getaggte Beiträge

Der intergalaktische Tyrann Sador (John Saxon) hat es auf den Planeten Ak’ir abgesehen, der von einem kleinen Völkchen pazifistischer Naivilinge bewohnt wird. Sieben Tage Zeit gibt er ihnen für die Kapitulation (warum eigentlich?), bevor er sie vernichten wird. Der Jüngling Shad (Richard Thomas) wird von seinen Landsleuten auf die Reise geschickt, um eine Armee zu rekrutieren, die ihnen im Kampf gegen Sador beistehen soll. Mit sechs tapferen Kriegern kehrt er zurück: der Waffenexpertin Nanelia (Darlanne Fluegel), dem alten Haudegen Cowboy (George Peppard), dem eiskalten Söldner Gelt (Robert Vaughn), dem Echsenmenschen Cayman (Morgan Woodward) und seinen beiden Aliens, der Amazone Saint-Exmin (Sybil Danning) und schließlich Nestor, eine sechsköpfige Gruppe telepathisch begabter Klone, die sich ein Bewusstsein teilen …

John Sayles schrieb das Drehbuch zu Roger Cormans Low-Budget-Space-Oper und verlegte John Sturges Western-Klassiker THE MAGNIFICENT SEVEN (bzw. Kurosawas THE SEVEN SAMURAI) in ein buntes, natürlich von STAR WARS inspiriertes Universum, dem James Cameron dann mit seinen visuellen Effekten und Bauten preisgünstige, aber effektive und ansehnliche Gestalt verlieh. Auch zu diesem Film liest und hört man die obligatorischen Geschichten von Eierkartons und anderem Verpackungsmüll, die Eingang in die Kulissen gefunden haben sollen: Ich frage mich aber mittlerweile, ob das nicht eine im Stille-Post-Verfahren aufgeblähte Urban Legend ist – erstens, weil sie schon von Mitwirkenden von FORBIDDEN WORLD und GALAXY OF TERROR erzählt wurde, zweitens weil man als Zuschauer vergeblich nach Belegen für diese Behauptung Ausschau hält. Auch BATTLE sieht so erstaunlich gut aus, wie ein Film mit einem Budget von knapp 2,5 Millionen Dollar (mehr hatte Corman zu diesem Zeitpunkt nie ausgegeben) gerade noch aussehen darf, ohne dass man Schwindelei vermuten muss. Sayles augenzwinkerndes Script und die im vollen Bewusstseins der Campiness des Films agierenden Schauspieler garantieren, dass der Film auch dann seine Würde nicht verliert, wenn er an seine Grenzen stößt. Vor allem Sybil Danning, deren beeindruckende Oberweite den Kampf gegen ihre Kostüme nur ganz knapp verliert (Richard Thomas erzählt im Bonusmaterial sichtlich belustigt von den diversen helfenden Händen am Set, die immer damit beschäftigt waren, die in die Freiheit strebenden Nippel der Danning wieder an den für sie vorgesehenen Platz zu schieben), leistet Großes, absolviert ihre Rolle als Kriegeramazone Saint-Exmin mit genau dem Ernst, der großen Camp ausmacht. Hauptdarsteller Richard Thomas und sein Love Interest Darlanne Fluegel versehen ihr romantisches Liebespärchen mit kulleräugiger Ergriffenheit, John Saxon frisst seine Szenen als ginge es um sein Leben, George Peppard gibt den knuffigen Onkel und einzig Robert Vaughn scheint darüber zu sinnieren, was mit seiner Karriere schief gegangen ist – was aber wiederum perfekt für seine Rolle ist.

Leider kann Murakami die einzelnen tollen Bestandteile nicht zu einem reibungslos funktionierenden großen Ganzen zusammenfügen. BATTLE bleibt irgendwie steif und episodisch, entwickelt nie den Sog, mit dem solche Stoffe den Zuschauer im Idealfall für sich einnehmen. Die einzelnen Episoden stehen so nebeneinander, echte Spannung will sich einfach nicht einstellen, stattdessen wirkt der Film – komisch bei so viel buntem Schabernack – immer etwas gedrosselt, vernünftig und diszipliniert. Das mag auch an den geistigen Vorbildern liegen, die ja auch ganz klar strukturiert waren: Aber die hatten wenigstens ausgearbeitete Charaktere, während für Murakamis Pappenheimer meist eine Eigenschaft ausreichen muss. Ich fand BATTLE gestern leider vor allem ermüdend, aber das mag auch an mir gelegen haben. Bis auf Weiteres kann Cozzis STARCRASH den Platz auf dem Thron Corman’scher STAR WARS-Rip-offs weiter für sich beanspruchen. Dessen Wahnsinn lässt ihn die Grenze zur Avantgarde überschreiten, BATTLE bleibt leider immer im Rahmen. Sofern man es noch nicht als elementaren Konventionsverstoß erachtet, dass der Held in einem weiblichen Raumschiff rumfliegt, dass laut Eccentric Cinema aussieht wie ein „plucked turkey – sportin a woman’s bosom“.

EDIT: Computerfachmann und -historiker Stefan Höltgen klärte mich eben darüber auf, dass die Kamera, die für die Spezialeffektsequenzen  eingesetzt wurde, die erste war, die vollständig von einem Computer gesteuert wurde. Wer sich für solche technischen Details interessiert, findet in Stefans Blog „Simulationsraum“ einen Ausgangspunkt für weitere Recherchen, und zwar hier.