Mit ‘Russell Mulcahy’ getaggte Beiträge

Ein Scharfschütze (Dolph Lundgren) und sein „Spotter“ (Gina Bellman) treffen sich zur Ausführung eines Auftrags im obersten Stockwerk eines noch im Bau befindlichen Hochhauses. Zahlreiche Einsätze haben die beiden bereits gemeinsam erfolgreich absolviert, bis sich beim Schützen eines Tages das Gewissen meldete und er den Finger vom Abzug nahm. Seitdem stehen er und seine Partnerin selbst auf der Abschussliste. Auch diesmal?

Fünf lange Jahre musste Russell Mulcahy nach HIGHLANDER warten, bis er den nächsten Spielfilm inszenieren durfte: Das Epos um die unsterblichen Schwertkämpfer war nämlich zunächst herbe gefloppt, trat seinen Siegeszug erst mit Beginn der Neunzigerjahre an und ließ die Studiobosse dann umso schneller tätig werden. 1991 feierte Mulcahy sein Comeback mit dem umstrittenen Sequel, drehte in den Folgejahren weitere prestigeträchtige Filme mit zunehmend geringerem Erfolg: auf den starken RICOCHET (muss ich auch mal wieder gucken) folgten THE REAL MCCOY und THE SHADOW, die an der Kasse massiv enttäuschten. Die zwangsläufige Folge dieses kommerziellen Versagens war SILENT TRIGGER, eine ungleich kleinere Produktion als die Vorgänger, die in Deutschland gleich auf Video erschien.

Man sieht dem Film den kleineren Rahmen an: Dolph Lundgren – wenn auch ein bekannter Name – war weit weg vom Glamour, den Kim Basinger, Alec Baldwin, Penelope Ann Miller oder Denzel Washington in den vorangegangenen Filmen verkörperten, die Handlung des Films ist auf wenige, meist abgeschlossene Settings beschränkt, die Musik klingt ausgesprochen billig und die wenigen visuellen Effekte lassen erkennen, dass hier mit ganz heißer Nadel und äußerst minderwertiger Wolle gestrickt wurde. Doch man sieht auch, dass mit dem kleineren Budget größere Freiheiten für Mulcahy einhergingen: SILENT TRIGGER ist genau in jenem Maße seltsam und eigenartig, in dem THE SHADOW oder auch RICOCHET stromlinienförmig und „charakterlos“ waren. Vieles erinnert den Betrachter unweigerlich an Mulcahys Debüt RAZORBACK: die herausstechende, mit dem expressiven Einsatz von Beleuchtung an Videoclips erinnernde visuelle Gestaltung, eine mysteriöse und – wie meine Gattin Leena richtig sagte – ominöse Atmosphäre, ungewöhnliche Charaktere und eine gewisse Brüchigkeit der Bilder und der Handlung, die sich nie so ganz entschlüsseln lassen.

Wenn der Scharfschütze und sein Spotter in einer Rückblende zu Beginn von einem verlassenen Kirchturm hinab auf eine Politikerin schießen sollen, etabliert keine einzige Totale die geografische Verbindung von Straße und Kirche. Die beiden Killer agieren in einem Raum, der den konkreten Ereignissen völlig enthoben scheint. Ist das ein Bild für das professionelle Detachment des Killers, das dieser später erwähnt, oder rein logistischen Gründen geschuldet? Wahrscheinlich hat Mulcahy aus der Not eine Tugend gemacht, denn der Schluss des Films korrespondiert mit diesem Kontrast aus Ortlosigkeit und Konkretion: Das Hochhaus, in dem sich die Protagonisten verschanzen, erinnert mit seiner monolithischen Form nicht wenig an einen Schauplatz aus Burtons BATMAN, scheint eher Bild denn tatsächlich existierender Ort. Doch dann tritt der Spotter am Ende auf die Straße und der erste Kamerablick des Films, der vom Haus wegführt, zeigt ganz normales, bewegtes städtisches Leben. Es ist, als habe sie ein Vakuum verlassen, eine Zeitschleife, und erst jetzt gehe das Leben weiter. Und dazu passt dann auch der ganze Film, der im Wesentlichen von der endgültigen Wieder-Mensch-Werdung des Scharfschützen erzählt. Der Turm ist der Ort der letzten Entscheidung, er ist seine Bastion, könnte aber auch sein Mausoleum werden.

Das ist nicht die originellste Prämisse eines Actionfilms, aber SILENT TRIGGER gleicht das durch seine höchst eigenwilligen Regieentscheidungen aus, miit denen Mulcahy selbst ästhetische Mängel noch als formale Kniffe erscheinen lässt: Die grausam unpassende Musik, mit der die bebilderte Title-Sequenz unterlegt ist, entpuppt sich etwa als Musik aus dem Walkman des Protagonisten, die in seinen Traum eingedrungen ist. Und das Finale ist so kitschig, dass es einen fast ebenso zerreißt wie die Kugeln des Killers die Körper seiner Feinde.

 

Der Amerikaner Lamont Cranston (Alec Baldwin) hat sich nach dem Krieg eine Zweitexistenz als verbrecherischer, Opium produzierender Warlord Ying Po in Tibet zugelegt. Für seine Morde wird er  jedoch mit einem Fluch belegt: Mit der Gabe ausgestattet, die Sinne anderer Menschen zu manipulieren, wird er als „The Shadow“ dazu verdonnert, in New York einen Kampf gegen das Unrecht zu führen. Als Shiwan Khan (John Lone), ein Nachfahre Dschinghis Khans, in der Metropole auftaucht, um mithilfe einer Bombe die Weltherrschaft an sich zu reißen, ist The Shadow gefordert: Gemeinsam mit der hübschen Margo Lane (Penelope Ann Miller), der Tochter des Wissenschaftlers (Ian McKellen), der die Bombe gebaut hat, nimmt Cranston den Kampf auf …

Mit dem Flop von THE SHADOW, einer Figur, die in den 1930er-Jahren in etlichen popkulturellen Medien – Radiohörspiele, Pulpmagazine, Comics – zu Popularität gelangt war, war Mulcahys Hollywood-Karriere erst einmal beendet, nachdem er in den Jahren zuvor zahlreiche prestigeträchtige Filme realisiert hatte. Auch THE SHADOW ist im besten Wortsinne großes Kino: Unter den Klängen von Jerry Goldsmiths typisch schwelgerischem Score geht es zunächst nach Tibet, bevor Mulcahy den Fokus dann auf ein mithilfe von Matte Paintings, visuellen Effekten, prächtigen Bauten, Settings und Kostümen realisiertes New York der Dreißigerjahre verlegt. THE SHADOW ist ein echter Augenschmaus (fotografiert vom DePalma-Stammkameramann Stephen H. Burum) und vielleicht einer der letzten Filme, die noch ganz dem (leider schon verflogenen) Geist des Eventkinos der Achtzigerjahre, mit seinen megalomanischen Set Pieces, aufwändigen Massenszenen und „griffigen“ Effekten, verpflichtet waren. Man fühlt sich an pulpiges, fantastisches und spektakuläres Entertainment im Stile der INDIANA JONES-Filme, Richies THE GOLDEN CHILD oder auch Carpenters BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA erinnert und da macht es auch nichts, dass der eigentliche Plot des Films nur wenig zwingend wirkt und der Titelheld eigentlich zur Randfigur verkommt.

Auch Mulcahys Regie scheint etwas gehemmt zu sein, so als habe ihn bei dem Bemühen, der Arbeit der Setbauer, Kostümbilnder und Effekttechniker zu ihrem Recht zu verhelfen,  die Inspiration verlassen. Die Expressivität des Ausdrucks, die etwa HIGHLANDER, RAZORBACK oder zuletzt RESIDENT EVIL: EXTINCTION auszeichnete, sucht man hier vergebens. Vielleicht hätte solcher Überschwang aber auch nicht gepasst zu der doch eher behäbigen, aus heutiger Sicht sympathisch-naiven Geschichte, die eben noch aus einer anderen Zeit stammt. So ist THE SHADOW trotz des betriebenen Aufwands angenehm unaufgeregt, ruhig und entspannt. Das Erregungslevel steigt nie zu hoch, trotzdem gibt es immer was zu gucken und das leise Gefühl, dass der Film nicht ganz das geboten hat, was man sich von ihm erhofft hat, ist eigentlich gar nicht so unsympathisch. Besser jedenfalls als das ununterbrochene Bombardement der Sinne, nach dem man sich förmlich betäubt fühlt, das heute die Blaupause für „Entertainment“ darstellt. Was mich dann endgültig für den Film einnimmt, ist seine Besetzung: Alec Baldwin ist hier noch im Romantic-Lover-Modus zu sehen, der ihm aufgrund schnell zunehmender Körperfülle bald verwehrt bleiben sollte, und Penelope Ann Miller ist entzückend als stilvolles, intelligentes und selbstbewusstes Glamour Girl (sie verschwand leider viel zu schnell von der Bildfläche). In Nebenrollen agieren Veteranen wie Peter Boyle, Joseph Maher, Ian McKelllen und Tim Curry, es gibt ein Wiedersehen mit Max Wright, ALFs Willy Tanner, und Hollywoods Go-to-Man für väterliche Asiaten, James Hong. Einziger Minuspunkt ist vielleicht John Lone, der mit angeklebtem Vollbart nie das diabolische Potenzial entfesselt, dass ein guter Superschurke braucht. Letztlich kann ich schon verstehen, warum THE SHADOW sein Publikum im Jahr eins nach JURASSIC PARK nicht finden wollte und konnte. Aber für eine Wiederentdeckung auf DVD, bei der man darüber nachsinnen kann, wie cool es gewesen wäre, den auf großer Leinwand zu sehen, ist er perfekt.

Der agggressiv wütende T-Virus hat sich rasend schnell ausgebreitet und die Erde in eine postapokalytische Wüste verwandelt. Die wenigen Überlebenden, die wie Nomaden in gepanzerten Konvois durchs Land ziehen, reiben sich in Scharmützeln mit den umherstreunenden Zombies auf, während die Wissenschaftler der Umbrella Corporation fieberhaft nach einem Antivirus suchen. Der Schlüssel zum Erfolg scheint das Blut von Alice (Milla Jovovich): Doch weil die sich dem Zugriff des Konzerns entziehen konnte und seitdem als Loner unterwegs ist, muss mit Klonen Vorlieb genommen werden, die sich jedoch immer wieder als fehlerhaft erweisen. Als Alice indessen auf Claire Redfield (Ali Larter) und Carlos (Oded Fehr) trifft, ihre ehemaligen Weggefährten, bahnt sich eine Auseinandersetzung zwischen ihr und der Umbrella Corpration an …

Wie ich in meinem Text zu RESIDENT EVIL: APOCALYPSE richtig spekuliert hatte, gelingt es Mulcahy mit dem dritten Teil die Reihe vom Einfluss der Videospiele zu befreien. Wurde noch der Vorgänger von diesem Einfluss sprichwörtlich am Boden gehalten, war er in Look und Inhalt stark an die Vorlage gebunden und damit nie in der Lage, den Ruch der Infantilität abzulegen, findet Mulcahy für den dritten Teil nun endlich einen eigenen Stil. In ausgewaschenen Gelb- und Erdtönen schließt Mulcahy den Zombie- und Science-Fiction-Stoff mit dem Endzeitfilm und dem Western kurz, verleiht dem zuvor – sowohl inhaltlich wie strukturell –  klaustrophobisch-engen Treiben plötzlich epische Breite und eine konzeptionelle Offenheit, die plötzlich alles möglich macht. Milla Jovovich steht noch mehr im Zentrum als zuvor und ihre Alice – ein mit telepathischen Kräften und außergewöhnlich artistischen Martial-Arts-Fähigkeiten ausgestattetes Kunstwesen – nimmt so etwas wie eine paradigmatische Funktion an. Nicht nur ist sie das Fetischobjekt, an dem sich der lüsterne Blick sowohl des Kameraobjektivs als auch des Zuschauers immer wieder orientiert; als unergründliches Enigma, das immer neue Seiten offenbart, verankert sie auch den visuellen Erfindungsreichtum Mulcahys innerhalb der Handlung, führt den Zuschauer wie ein umsichtiger, verlässlicher Tour Guide durch die rasante Abfolge aufregender Set Pieces, die liebgewonnene Genrestandards durch die Brille der Popkultur brechen. RESIDENT EVIL: EXTINCTION ist ein expressiver Bilderreigen und Milla Jovovich ist das größte dieser starken Bilder.

Zu Beginn stirbt sie. In einem roten Kleid sinkt sie mit einem Bauchschuss zu Boden und ihr Leichnam wird mitleidlos von den Umbrella-Angestellten entsorgt. Eine Kamerafahrt zeigt dann, dass nur ein weiterer Alice-Klon gestorben ist: Dutzende rotgewandeter Milla Jovovichs türmen sich in einem Massengrab. Die Kamera zieht weiter auf, bis man den Umbrella-Stützpunkt aus der Luft sieht: Er liegt mitten in der Wüste und an seinen Zäunen sammeln sich die Zombies, die wie Geister von überall her kommen. Was Romero in DAWN und DAY OF THE DEAD noch diskursiv verhandelte – die Sehnsucht der Untoten nach ihrem früheren Leben –, dafür braucht Mulcahy nur eine Einstellung, die jedes weitere Wort überflüssig macht. Später wird Alice als Endzeit-Biker zu den Überlebenden um Claire und Carlos stoßen, als die sich gerade gegen einen Schwarm von zombifizierten Krähen zur Wehr setzen: Eine Einstellung, die die sich langsam um ihre künftigen Opfer in Stellung bringenden Vögel zeigt, beschwört natürlich die Nähe zu Hitchcocks THE BIRDS, die gegen diese Biester aber harmlose Piepmätze waren. Mit ihren telekinetischen Kräften leitet Alice schließlich einen Flammenstrahl um und setzt den Himmel förmlich in Brand. Staunend betrachtet sie ihr Werk, völlig berauscht von ihren sie selbst immer wieder überraschenden Kräften. Sie ist die Apokalyspe in der Apokalypse. Die Reise führt Alice und die Überlebenden dann nach Las Vegas, das von gewaltigen Dünen halb verschüttet ist und dessen kitschigen Prunkbauten nun Relikte einer vergangenen Zivilisation sind: Die Freiheitsstaue blickt wie einst in Schaffners PLANET OF THE APES traurig ins Nichts, der Eiffelturm dient als Aussichtspunkt für einen Scharfschützen, der seinen Leuten im Kampf gegen die Zombiehorden Rückendeckung gibt. Alice‘ Weg endet, wo er begonnen hat: im Bunker der Umbrella Corporation, wo sie sich mit ihren Klonen verbündet. Spätestens hier merkt man, dass die RESIDENT EVIL-Filme eine einzige Huldigung für Milla Jovovich sind, Kunstwerke für ein Kunstwesen. Wobei nie so ganz klar ist, wo das eine endet und das andere beginnt.

highlander_1986_posterDie Unsterblichkeit bedeutet für Connor MacLeod (Christopher Lambert) eine ewige Gegenwart aller Erinnerungen. Sie werden von bestimmten Eindrücken und Wahrnehmungen ausgelöst und überlagern das Jetzt, das dadurch mehr und mehr den Charakter einer Collage bekommt, keine eigene Bedeutung besitzt, sondern nur als Referenzraum funktioniert. Zeit ist für den Highlander ins Unermessliche gedehnt: Nicht nur, weil er die Ewigkeit besitzt, sondern auch, weil unter dieser Last noch der kleinste Sekundenbruchteil mit der Fülle der Jahrhunderte aufgeladen wird. Alle Empfindung wird gesteigert: Das Gefühl, dass sich bei der Erkenntnis der Unsterblichkeit einstellt, bezeichnet MacLeods Lehrer Ramirez (Sean Connery) als „the quickening“ – ein unbeschreiblicher Rausch. Das bedeutet aber auch, dass der Schmerz des Verlustes unvergänglich ist: Den mehrere Jahrhunderte zurückliegenden Tod seiner Frau betrauert MacLeod noch immer. Da ist auch das Gefühl der Schuld gegenüber denen, die er zurücklassen muss, ohne dass ihr Verlust sichtbare Spuren bei ihm hinterlassen würde. MacLeod ist äußerlich immer derselbe: Doch an seiner Seele nagt der Schmerz vieler Leben. Aus dieser Erfahrung hat er die Konsequenzen gezogen: Zwischenmenschliche Kontakte sucht er nicht mehr, er meidet sie, um nicht verletzt zu werden. Seine gegenwärtige Inkarnation Russell Edwin Nash beschäftigt sich daher auch lieber mit toten Gegenständen, mit Antiquitäten, anstatt mit Menschen. Doch welchen Sinn hat sein Leben dann noch?

Seinerzeit war HIGHLANDER kein allzu großer Erfolg beschieden, erst über die Verwertung im Fernsehen wurde Mulcahys Film rückwirkend als ein sein Jahrzehnt definierender Film erkannt. Diese Einschätzung gründete sich vor allem auf der visuellen Gestaltung des Films, der sich einer kunstvollen Kamerarbeit, ebensolchen Set Designs, nichts dem Zufall überlassender Bildkompositionen und eines sehr augenfälligen und trickreichen Schnitts bedient, um die Verschmelzung der Zeitebenen und die ständige Präsenz der Vergangenheit für den Zuschauer erfahrbar zu machen. Gegenüber diesem Gestaltungswillen fällt das erzählerische Element jedoch zurück: Die Handlung wird nur rudimentär entwickelt und mit zunehmender Laufzeit fällt diese Diskrepanz immer stärker ins Gewicht. Plotholes, Ungereimtheiten und Unzulänglichkeiten säumen den Weg des Films, der immer dann in seinem Element ist, wenn er mit ausschweifendem Pinselstrich seine großformatigen Bilder malt.  Dies hat auch dazu geführt, dass HIGHLANDER in den vergangenen Jahren wieder verstärkt kritisiert, ja ihm sein einst zugestandener Klassikerstatus aberkannt wurde. Von einem sehr klassischen Rezeptionsstandpunkt aus betrachtet, ist diese Kritik nachvollziehbar und berechtigt. Andererseits ist diese Perspektive nicht besonders gut dazu geeignet, HIGHLANDER zu erfassen. Mulcahys Film lässt sich am ehesten emotional begreifen, als eine Art Stimmungsbild. Als solches spiegelt es unverkennbar seine Zeit wieder, bietet Bilder und Perspektiven, die ein Verständnis der conditio humana im vorletzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ermöglichen.

MacLeod ist nämlich – aller mittelalterlichen Wurzeln zum Trotz – ein typischer Mensch der Achtzigerjahre: Die mit wertvollen Antiquitäten vollgestellte Designerwohnung ist ein Mausoleum; zwischenmenschliche Beziehungen sind ganz dem Zweck unterworfen, Langeweile, eine Enthobenheit von den Dingen hat MacLeod ereilt. „The gathering“ steht bevor, der Tag, an dem sich das Schicksal der Unsterblichen entscheiden soll, der Tag, an dem nur einer von ihnen übrig bleibt und mit einer unvorstellbaren Macht ausgestattet wird: Aber auch diese Aussicht reißt den Highlander kaum aus der Lethargie und Melancholie, die ihn gefangen hält und im berühmten Silberblick Lamberts auch für den Zuschauer sichtbar ist. Auch Mulcahys Film selbst erstarrt fast in seinen Tableaus, Bildern und Effekten. HIGHLANDER ist ein minutiös geplantes Spektakel, aus dem alles Leben herausgesaugt und durch bloße Bewegung ersetzt wurde. Ein faszinierendes ästhetisches Erlebnis und von einer nur schwer greifbaren Traurigkeit erfüllt.