Mit ‘Sandahl Bergman’ getaggte Beiträge

POLICE ACADEMY aus dem Jahr 1984 war ein überwältigender Überraschungshit: Mit einem Mini-Budget von 4 Millionen Dollar ausgestattet, avancierte die Komödie in den USA zum sechsterfolgreichen Film des Jahres, spielte dabei ungefähr das Zwanzigfache seiner Kosten ein und zog bis 1994 sechs Sequels nach sich. Dass sich in den folgenden Jahren außerdem zahlreiche Produzenten mit ihren „Akademien“ an den Erfolg anhängten, liegt in der Natur der Sache, aber außer Ramsch für die Grabbelkisten der Videotheken kam nichts dabei herum. Einer dieser Nachzieher ist STEWARDESS SCHOOL (der hierzulande dann auch DIE STEWARDESSEN ACADEMY hieß) und eigentlich ist damit auch schon alles gesagt. Um meiner märtyrerhaft eingehaltenen Chronistenpflicht gerecht zu werden, werde ich aber dennoch etwas mehr in die „Tiefe“ gehen.

Hauptfigur des Films ist der gutaussehende Philo Henderson (Brett Cullen), dessen Traum, Pilot zu werden, an seiner krassen Sehschwäche scheitert, denn seine Colabrillengläser täuschen niemanden über seine Behinderung hinweg. Beim Pilotentraining im Simulator, zu dem er mit Kontaktlinsen antritt, verursacht er leider einen 9/11-mäßigen Crash, weil sein trotteliger Kumpel George (Don Most) mit einem Rempler dafür sorgt, dass ihm die Sehhilfen rausfallen. Diese Beschreibung vermittelt schon einen ganz guten Eindruck von der intellektuellen Tiefe, die den Zuschauer von STEWARDESS SCHOOL erwartet. Aber das ist natürlich nur der Anfang. Um ihren gemeinsamen Traum von der Luftfahrt nicht ganz aufgeben zu müssen, schreiben sich Philo und George in der titelgebenden Schule ein – zusammen mit dem aus dem geistigen Vorbild bekannten Panoptikum greller Klischeefiguren: Es gibt die Punkette Cindy (Corinne Bohrer, u. a. JOYSTICKS), die tollpatschige Kelly (Mary Cadorette), das Busenwunder Sugar Dubois (Judy Landers), die „Dicke“ (Wendy Jo Sperber, Martys Schwester aus BACK TO THE FUTURE), die Schönheitskönigin Pimmy (Julia Montgomery), die rustikale Ringerin Wanda (Sandahl Bergman), den Quotenschwulen Larry (Rob Paulsen) und natürlich die gemeine Ausbilderin Miss Grummet (Vicki Frederick), die sich nichts sehnlicher wünscht, als dass diese Versager durchfallen. Hintergrund ihrer Missgunst: Sie hält nichts von der Verramschungstaktik ihres Chefs Weidermeyer (William Bogert), die dafür gesorgt hat, dass die Akademie von Trotteln und Sozialfällen überrannt wird. Aber wie es immer so ist in diesen Filmen, rafft sich der Haufen von Halbgebildeten zusammen und schafft es nicht trotz, sondern gerade wegen seiner Defizite zu triumphieren.

Man mag von POLICE ACADEMY halten, was man will: STEWARDESS SCHOOL jedenfalls zeigt sehr anschaulich, dass es noch deutlich schlechter geht und die Macher des Erfolgsfilmes durchaus das ein oder andere Mal richtig lagen. Hier funktioniert nur wenig, auch wenn das erprobte Rezept sklavisch reproduziert wird. Es fehlen die Details in der Charakterzeichnung, der Drive, das sommerliche Flair und die Gags, obwohl die Messlatte gerade in dieser Hinsicht wirklich nicht allzu hoch lag. Für Blancato ist der humoristische Gipfel offensichtlich erreicht, wenn Männer Frauen in den Hintern kneifen. Und für solche genialen Pointen leistet das Drehbuch mitunter unfassbare Aufbauarbeit: In einer Szene beklagt sich eine alte Dame bei dem Schwulen, dass sie ihren Anschnallgurt nicht anlegen könne. Er prüft die Situation, stellt fest, dass der Gurt verhakt ist und kriecht dann unter ihren Rock, um ihn zu lösen. Just in diesem Moment stolpert seine Kollegin und verliert den Servierwagen, der ihm daraufhin gegen das Hinterteil fährt: Natürlich wird das Resultat mit einem lustigen „Plopp“-Geräusch und dem Close-up auf das enthusiasmierte Gesicht der Oma quittiert. Jesus. Man muss aber einfach feststellen, dass das ganze Flugzeug-Sujet einfach nichts hergibt. Der Witz von POLICE ACADEMY besteht darin, dass Idioten das Gesetz und die öffentliche Ordnung aufrechterhalten sollen. Welche Aufgabe haben Flugbegleiter, an der man scheitern könnte? Und warum sollte dieses Scheiter witzig sein? Weil jemand Tomatensaft aufs Hemd bekommt? Es ist anzunehmen, dass man sich vor allem deshalb für Stewardessen entschied, weil sich damit die Gelegenheit bot, viele gutaussehende Frauen zu casten und in eindeutig zweideutigen Posen abzulichten, was ich begrüßenswert finde, der Film liefert einfach nicht. Die eine Duschraumszene, die er bietet, hätte ein findiger Exploitation-Mann auch in einem Biopic über Heinrich Böll untergebracht. Aber das Flugzeugsetting bietet nicht nur keinerlei erzählerisches Potenzial, es sieht noch dazu auch noch scheiße aus.

Drei Szenen fand ich einigermaßen witzig: Cindys fetter Bikerfreund Snake (Dennis Burkley) benimmt sich vor ihren reichen Eltern wie die Axt im Wald, rülpst und flucht und schnäuzt beherzt in eine Seidenserviette, begutachtet dann sein Werk und kommentiert es aus dem Off mit „Hm, big chunks.“ Witz Nummer zwei ist die Reaktion der dicken Jolean, als ihr ihre Fluggesellschaft zugeteilt wird: „Stromboli Airlines?“ Die dritte Szene ist weniger ein Gag als vielmehr eine radikale Geschmacksentgleisung, die aus der Tristesse der müden Flachwitze meilenweit heraussticht: Als einer der Passagiere einen durch unfreiwillige Drogeneinnahme induzierten Panikschub bekommt, den die Prüflinge auch mit vereinten Kräften nicht besänftigen können, opfert sich die scharfe Sugar, indem sie sich kurzerhand hinkniet, eine Decke über den Kopf zieht und dem in Spasmen kreischenden Mann einen Blowjob verabreicht. Ich weiß nicht, ob ich dem Film für diesen Einfall dankbar sein soll.

Die Schwertmeisterin Red Sonja (Brigitte Nielsen) begibt sich auf den Weg zur Festung der schurkischen Königin Gedren (Sandahl Bergman): Die hatte einst nicht nur Sonjas Familie ermordet, sie ist auch im Besitz eines Steins, mit dessen Hilfe sie die Welt unterjochen will. Der Kämpfer Kalidor (Arnold Schwarzenegger) sowie der kindliche Prinz Tarn (Ernie Reyes jr.) und dessen treuer Diener Falcon (Paul L. Smith) schließen sich ihr an …

Ein Jahr nach CONAN THE DESTROYER drehte Richard Fleischer – wieder für seinen alten Freund Dino De Laurentiis – diesen Barbarenfilm, ebenfalls basierend auf einer allerdings weniger populären Comicserie. Der zum damaligen Zeitpunkt 69 Jahre alte Regisseur wird das später wahrscheinlich bereut haben: Der Film floppte an der Kinokasse, wurde einhellig verrissen, Brigitte Nielsen verlacht und auch heute noch ist man sich weit gehend einig darüber, dass der Film eine einzige Lachnummer ist. So ganz nachvollziehen kann ich das ehrlich gesagt nicht. Klar, RED SONJA ist nicht mehr als harmloses Fantasykino ohne jeden Tiefgang für eher schlichte Gemüter und gehört zudem einem Subgenre an, dessen Höhepunkt CONAN, THE BARBARIAN danach eigentlich nichts mehr hinzuzufügen war, aber das weiß man ja schon, bevor man sich diesen Film anschaut. Man kann ihm Einiges vorwerfen – Nielsens und Schwarzeneggers Schauspielkunst, das mäßig originelle Drehbuch –, aber definitiv nicht, dass er handwerklich schlecht gemacht wäre. Mir hat RED SONJA gestern jedenfalls überraschend gut gefallen: Es gibt ein paar wirklich tolle Bauten und Kulissen zu bewundern, die Kostümbildner haben sich ebenfalls nicht lumpen lassen, prachtvolle Matte Paintings sorgen für Nostalgieschübe, Morricones Score für das Pathos und die große Gefühle, die die Story vermissen lässt, und wenn der Film auch eine durchgehende Dramaturgie und etwas Gewicht vermissen lässt, so sind seine Episoden doch immerhin kurzweilig.

RED SONJA als Fleischer-Film zu betrachten, macht natürlich überhaupt keinen Sinn und man fragt sich schon, ob der zun diesem späten Zeitpunkt seiner Karriere nicht besser beraten gewesen wäre, sich in den Lehnstuhl zurückzuziehen und andere die Arbeit machen zu lassen. Seine beeindruckende Laufbahn hätte sicherlich ein ruhmreicheres Ende verdient gehabt. Lässt man das außen vor, dann kann man mit RED SONJA aber durchaus glücklich werden. Ich finde ihn nicht wesentlich schlechter als Fleischers CONAN-Film.