Mit ‘Sex’ getaggte Beiträge

Da THE CHEERLEADERS drei Jahre zuvor ein überaus ertragreiches Geschäft darstellte, war das Sequel nur eine Frage der Zeit, die dann 1976 abgelaufen war. Dabei könnte REVENGE OF THE CHEERLEADERS gut und gern auch ein eigenständiger Film sein: Sieht man mal davon, ab, dass es erneut um die meist sexuellen Abenteuer der titelgebenden Motivierdamen geht, bestehen zwischen beiden Filmen keinerlei inhaltliche Gemeinsamkeiten.

Ein handfester Skandal erschüttert die heruntergekommene kalifornische Aloha High School in ihren Grundfesten: Heather (Rainbeaux Smith), eine der Cheerleaderinnen, ist schwanger und diese Entgleisung sieht der fiese Unternehmer Hartlander (William Bramley) als Chance, die Schule zugunsten einer Shopping Mall dem Erdboden gleichzumachen. Vorher wird jedoch ein neuer Rektor installiert, um dem unmoralischen Treiben ein Ende zu machen. Dem begegnen die Cheerleaderinnen mit vereinten Kräften, Hinterlist und gespreizten Beinen, bevor sie sich des Kapitalisten annehmen.

Der Plot bietet erneut den Hintergrund für all jene Exzesse, die schon den ersten Teil zum Hit in einschlägigen Kinos machten zuzüglich einiger Tanznummern, die erheblich dazu beitragen, REVENGE OF THE CHEERLEADERS auf Spielfilmlänge zu bringen: Schon die Titlesequenz zeigt die sechs ethnisch diversen Heldinnen, wie sie auf ihrer Fahrt durch die Vororte von L.A. am Steuer des Wagens lachend und gut gelaunt blank ziehen, ganz eins mit sich und ihrer weiblichen Natur. David Hasselhoff spielt einen der männlichen Tänzer, die die Cheerleader begleiten, und wird nur wenig später in einer öffentlichen Toilette von der feixenden Blondine Sesame (Patrice Rohmer) durchgezogen, seinem Namen „Boner“ offensichtlich alle Ehre machend. (Dem langen Lulatsch, der später mit seiner Musik die Berliner Mauer zum Einsturz brachte und Deutschland quasi im Alleingang wiedervereinigte, beim Tanzen zuzusehen, ist eine der Freuden, die dieser Film spendet.) Später gibt Tishi (Susie Elene), die Asiatin der Truppe, dem glucksenden Angestellten der örtlichen Eisdiele einen Blowjob hinter dem Tresen, während er einer nichts ahnenden Dame einen Banana Split zubereitet. Seinen frühzeitigen Höhepunkt findet REVENGE OF THE CHEERLEADERS, als die Mädels anlässlich des Besuchs des Schulamts die Mensa-Bolognese mit Marihuana und LSD versetzen und daraufhin eine zügellose Schaumparty samt Rudelbums auslöse.

Im Finale schrammt REVENGE OF THE CHEERLEADERS gar den (preiswerten) Actionfilm und sucht die Nähe zu Werken wie Ted V. Mikels THE DOLL SQUAD, als nämlich der Kampf mit den Schergen Hartlanders aufgenommen und sogar dessen unterirdisch gelegenes, an einen Bondfiesling gemahnendes Schurken-Hauptquartier geentert wird. Das alles ist ohne Sinn für visuelle Gestaltung in ultrabillig aussehenden Settings, dafür aber mit jeder Menge Verve, Freude am Chaos und Sinn für das „Wesentliche“ inszeniert. Absurder Gipfel des Ganzen ist aber eindeutig die Anwesenheit des schwangeren Softsex-Stars Rainbeaux Smith, der seinen Neun-Monats-Bauch beim besten Willen nicht mehr verbergen konnte: Flugs wurde ihre Schwangerschaft im Drehbuch aufgenommen. Man hat ein bisschen Mitleid mit ihr, wie sie da in den „erotischen“ Animierszenen immer an den Rand des Bildes gedrängt wird, damit ihre speziellen Rundungen nicht zu sehr von den anderen ihrer Kolleginnen ablenken: Zur Wiedergutmachung darf sie am Ende mit ihrem echten Kind voll erfülltem Mutterglück in die Kamera lächeln. Ein denkwürdiges Ende für dieses Werk.

BACHELOR PARTY startete die Kinokarriere des Komikers Tom Hanks mit einem veritablen Hit. Aus heutiger Sicht ist das bemerkenswert: Man darf sich zu Recht fragen, ob ein Film, in dem ein Esel an einer Überdosis Koks und Pillen verreckt, bevor eine menschliche Prostituierte zur Belustigung einer Horde amoklaufender Hedonisten ihr orales Werk an ihm verrichtet, heute irgendwas starten würde, außer einem gesalzenen Shitstorm. Sicher, es ist erst ein paar Jahre her, dass Apatow und Konsorten ihre Form von Gross-out-Humor auf die Leinwände brachten, aber der Gestus dahinter war ein anderer: Neal Israel (der gemeinsam mit Drehbuchautor Pat Proft auch am Erfolg des artverwandten POLICE ACADEMY beteiligt war) webt seine Tabubrüche und Entgleisungen viel organischer in das Gesamtkonzept seines Filmes ein, inszeniert sie nicht als krasse Showstopper und „Nummern“, sondern als logische Eckpunkte des Plots.

BACHELOR PARTY ist wild und zügellos, folgt einer Eskalationlogik, die ihn am Ende fast aus der Bahn treibt, aber dabei bleibt er stets einer traditionellen Form des Storytellings verpflichtet. Dass das funktioniert, ist schon einigermaßen erstaunlich: Protagonist Rick Gassko (Tom Hanks) ist ziemlich genau das, was sein Schwiegervater in spe (George Grizzard) über ihn sagt: ein Arschloch, verantwortungslos, chaotisch, ohne jede Selbstdisziplin und noch dazu respektlos (gleich in der ersten Szene beleidigt er eine alte Nonne und bietet ihr an, mit ihm ins Bett zu hüpfen). Die deutsche Synchro lässt ihn in der ersten Hälfte des Films kaum mal einen vernünftigen Satz sagen, legt ihm dafür eine unflätige Bemerkung und Zote nach der anderen in den Mund, so wie es damals Brauch war. (Überhaupt die Synchro: Aus einer Phoebe macht sie konsequent eine „Föbe“.) Wie dieser Vogel an die schnuckelige, noch dazu mit reichem Elternhaus ausgestattete Debbie (Tawny Kitaen) geraten ist, ist einigermaßen rätselhaft, dass sie ihn tatsächlich heiraten will, lässt auf eine handfeste Neurose oder Geschmacksverirrung schließen. Beim Treffen mit den Schwiegereltern, die ihre Tochter lieber mit dem öligen Angeber Cole (Robert Prescott) liiert sähen, benimmt sich Rick abwechselnd wie ein Kleinkind, ein Idiot ohne Anstand oder ein Prolet – und seine Debbie giggelt dazu enthemmt wie ein bis über beide Ohren verknalltes Teeniemädchen.

BACHELOR PARTY gehört zu jener Gattung Film, die dem damals in den Eighties grassierenden Materialismus eine Art märchenhafter Enthaltsamkeit entgegenhalten: Rick ist der einfache Typ, dem materieller Reichtum nichts bedeutet, der den Mangel an Luxus mit Kreativität, Humor und Fantasie wettmacht, und so das Herz der Schönen erobert, während seinem Rivalen nichts Besseres einfällt, als sie ihm abzukaufen. So weit, so gut, aber warum lässt er seinen Junggesellenabschied in den Händen seiner mit „eindimensional“ noch freundlich umschriebenen Kumpels dann zur babylonischen Orgie verkommen, bei der die Nutten und die Drogen sich bis zur Decke stapeln? Das Drehbuch betrachtet die Verlockungen des Junggesellenabschieds dramaturgisch etwas scheinheilig als Prüfung, die man ohne Entgleisung bestehen muss, um sich als würdiger Ehepartner zu erweisen – während die Zuschauer die weniger gebundenen Sidekicks anfeuern. Es ist ja auch auffällig, dass Rick in der zweiten Hälfte des Films deutlich an den Rand der Geschichte gedrängt wird, während der sich die Kamera seinen johlenden Kumpels zuwendet.

Die Story sieht ungefähr so aus: Ricks Freunde, wie erwähnt ein Haufen von Kerlen, die nur das eine im Kopf haben, organisieren die Riesensause mit allem drum und dran in einer Hotelsuite, um Rick gebührend ins Eheleben zu verabschieden. Er verspricht ihr, sie auch zu diesem Anlass nicht zu betrügen, aber ihre Freundinnen setzen ihr einen Floh ins Ohr, was schließlich dazu führt, dass sie sich auf den Weg zu ihm macht, um sie (und sich) vom Gegenteil zu überzeugen. Durch die amüsanten Wendungen des Drehbuchs kommt sie mit ihren Freundinnen zum Ziel, doch mittlerweile durften die entrüsteten Damen selbst von der süßen Sünde kosten und landen aufgebrezelt wie billige Nutten in seiner Hotelsuite, wo es zur Konfrontation kommt. Der schmierige Cole ist auch mit von der Partie, erhofft er sich doch immer noch, Debbie Rick ausspannen zu können. Die erzählerische Strategie hinter BACHELOR PARTY, seine „Botschaft“, ist nicht ganz so leicht zu erfassen: Männer sind Schweine, können aber auch ganz nett sein? Macht euch locker, Mädels, vertraut euren Kerlen und habt selbst mal Spaß? Es scheint so, aber in Anbetracht der Tatsache, dass sich außer Rick wirklich alle wie die Wildsäue benehmen, scheint der Film selbst nicht so recht an Konzepte wie Treue oder gar Ehe zu glauben. Was aber eigentlich auch ganz gut so ist, denn es ist der erwähnte Exzess, in dem BACHELOR PARTY zu sich kommt. Es will schon was heißen, dass eine Szene des Films im Beastie-Boys-Clip zum Evergreen „Fight for your right to party“ zitiert wurde: Von einem Junggesellenabschied wie diesem dürften ziemlich viele Männer insgeheim träumen, ganz gleich, welche Rolle sie dabei einzunehmen gedenken, und Neal Israel bringt den Wahnsinn wunderschön auf die Leinwand, dehnt den Rahmen seines Ratings dabei gewaltig aus. Die Darsteller hatten offensichtlich genauso viel Spaß daran wie der Zuschauer: Michael Dudikoff spielt den etwas beschränkten Ryko, einen Kellner, der „Parmesan“ nicht aussprechen kann und stattdessen „ein Steak mit ordentlich Käse“ empfiehlt. Barry Diamond reißt den Hahn als gorillahafter Automechaniker Rudy bis zum Anschlag auf, sodass man sich zwischenzeitlich Sorge um seine Gesundheit und die aller, die mit ihm agieren müssen, macht. William Tepper ist super als Dr. Stan Gassko, Ricks Bruder, der ebenfalls alle moralischen Zwänge fahren lässt und dafür am Ende von seiner Gattin Tina (Wendie Jo Sperber, Martys Schwester aus BACK TO THE FUTURE) die Ohren langgezogen bekommt. Tawny Kitaen muss nicht viel mehr tun als entzückend aussehen: Ihre Filmkarriere versandete in den folgenden Jahren, aber dafür avancierte sie zu Mrs. David Coverdale und zum Hair-Metal-Poster, -Cover- und -Video-Girl. In meiner Lieblingsszene des Films stellt sich Rick gemeinsam mit Debbie den Schwiegereltern zum Tennis-Doppel und demonstriert sein Desinteresse ostentativ, indem er jeden auf ihn gespielten Ball mit Baseball-Bewegung über den Zaun drischt. Ein Film ganz nach meinem Geschmack,

Im Zuge meiner Recherchen zum Teenie-Sexfilm bzw. zur zotigen Teenie-Komödie bin ich – das ist ja das Schöne daran, wenn man versucht, sich ein Genre zu erschließen – auf viele interessante Titel gestoßen, die mir vorher völlig fremd waren. THE CHEERLEADERS ist einer dieser Titel, und wieder einmal muss ich erkennen, wie wenig zuverlässig die traditionelle Filmgeschichtsschreibung ist. Zwar kann ich nicht so weit gehen, Glicklers Film als „vergessen“ zu bezeichnen, schließlich wurde er in den USA auf Blu-ray wiederveröffentlicht und ist sogar im Streamingangebot diverser deutscher Anbieter zu finden (in Deutschland erschien der Film mit einiger Verspätung unter dem pittoresken Titel FANS – FANS – FANS – RUNTER MIT DEN PANTS), aber ich wage doch einmal zu behaupten, dass sein heutiger Bekanntheitsgrad in keinem Verhältnis zu dem Erfolg steht, der ihm bei seinem initialen Kinoeinsatz zuteil wurde. Paul Glickler, dessen vorletzter von nur vier Filmen dies war und der sich 1980 mit dem sehr passablen Actiondrama RUNNING SCARED verabschiedete, schuf mit einem Budget von nur knapp 150.000 Dollar ein kleines Phänomen: THE CHEERLEADERS erwirtschaftete mit seiner munteren Mischung aus Humor und (gar nicht mal so) softem Sex satte 2,5 Millionen – und diese Zahl stammt aus dem Jahr 1974, stellt also nur die Spitze des Eisberges dar: In seinem Buch „Teen Movie Hell“ schreibt Autor McPadden, THE CHEERLEADER habe mittlerweile die 150-Millionen-Marke geknackt, was ich aber leider nicht verifizieren kann. Denkbar ist es jedenfalls. Bei den IMDb-User-Reviews, die ich sonst meide wie der Teufel das Weihwasser, findet sich auch ein schöner Eintrag eines ehemaligen Kinobetreibers aus dem mittleren Westen, in dessen Laden THE CHEERLEADER zu Beginn des Jahres 1974 einen Kassenrekord aufstellte, der dann später von Friedkins THE EXORCIST eingestellt wurde. Der Film traf ganz offensichtlich einen Nerv und fungierte gerade in ländlicheren und konservativeren Gegenden als Publikumsmagnet, das den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zauberte, wie der Schreiber des Reviews glaubhaft vermittelt.

Einen nicht unbeträchtlichen Anteil an der Freude dürften die nackten Tatsachen gehabt haben, mit denen THE CHEERLEADERS nicht gerade geizig umgeht. Glicklers Film ist den Sexfilmchen, die in den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren auch deutsche Kinogänger beglückten, nicht unähnlich, strukturell und auch in seiner Zeigefreude nicht allzu weit weg vom noch handfesteren Porno, ohne jedoch ganz explizit zu werden. Zwar erinnert sich der oben zitierte Kinobesitzer aus dem schönen Ohio an ein X-Rating (im Widerspruch zum nebenstehenden Poster), aber das hinderte offensichtlich niemanden, sein Ticket zu lösen, im Gegenteil. THE CHEERLEADERS bot Kinogängern im Jahr 1973/74 aber nicht nur schlüpfriges, gänzlich oberflächliches Entertainment, er hinterließ Spuren: Er darf heute, zusammen mit den Strandparty-Filmen der Sechzigerjahre, die Samuel Z. Arkoffs AIP mit großem Erfolg produzierte, als einer der wesentlichen Vorläufer der Teenie-Sexkomödie angesehen werden, die dann zur nächsten Dekade mit Titeln wie ESKIMO LIMON oder PORKY’S zum Massenphänomen avancierte. Diese Filme machten Heranwachsende zu Protagonisten und ihre größte Sorge zum Hauptantrieb: Alles drehte sich darum, die eigene Jungfräulichkeit zu verlieren, sich möglichst wenig Gedanken um den vermeintlichen Ernst des Lebens zu machen und aus jeder Sekunde des Lebens das Maximum an sinnlosem Spaß herauszupressen. Rückblickend kann man die Teeniefilme aus jener Zeit als letztes Aufbäumen vor der totalen Vereinnahmung durch den Neoliberalismus beschreiben: Es bedarf dazu einiger Verklärung, schließlich handelte es sich ebenfalls um kommerzielle Produkte, die nach einfacher Formel gefertigt waren, aber hier wurde Jugendlichen noch gestattet, einseitig, verblödet und vergnügungssüchtig zu sein, ohne sie im letzten Akt mit einer Moral von der Geschichte „vernünftig“ werden zu lassen. Das endete dann ironischerweise ausgerechnet mit John Hughes, dem wahrscheinlich berühmtesten Teeniefilmer.

Aber zurück zu THE CHEERLEADERS, der das amouröse Treiben seiner sechsköpfigen Protagonistinnenschar mit nie versiegender Begeisterung verfolgt und sich dafür nicht lang mit einer Geschichte aufhält. Warum auch? Das Leben junger, schöner Mädchen ist auch ohne narrativen roten Faden aufregend genug. Wollte man so etwas wie einen Plot herauskristallisieren, so ginge es wohl am ehesten um die Bemühungen der kleinen Jeannie (Stephanie Fondue), als jüngstes Mitglied der Cheerleaderinnen endlich flachgelegt zu werden – und darum, dem eigenen Football-Team im Spiel gegen den Rivalen zum Sieg zu verhelfen, nachdem man seinen Mitgliedern in akuter Gedankenlosigkeit in der Nacht vor dem großen Match das Hirn herausgevögelt hat. Wie es in diesen Filmen immer so ist, gibt es da nämlich den Buchmacher, der sich zum großen Reichtum manipulieren will und die arglosen, aber immergeilen Mädels für seine Zwecke einspannt. Als diesen ihr Fehler auffällt, ist die Lösung zum Glück nicht weit entfernt: Denn was bei den eigenen Männern funktioniert, klappt natürlich auch beim Gegner …

Ob man THE CHEERLEADERS aufregend findet, hängt ziemlich entscheidend davon ab, wie viel Spaß man daran hat, barely legals beim Entkleiden sowie beim Rein-Raus zu beobachten. Ich fühlte mich durchaus etwas unwohl dabei: Die Titelheldinnen könnten theoretisch meine Töchter sein und natürlich greift der Film diese Altherrengeilheit selbst auch auf. Wie es die Konvention will, verdrehen die Mädels nicht nur dem Vater Jeanines den Kopf, sondern auch dem verschwitzten Hausmeister der Highschool. Man spürt noch die Nachwehen von Flower Power, Hippiezeit und freier Liebe: In der Promiskuität schwingt das Versprechen von Freiheit mit und die Mädels halten mit ihren begehrten Körpern ein potentes Machtinstrument in den Fingern, das sie gern und häufig einsetzen. Trotzdem hat Glicklers Film intellektuell oder künstlerisch nicht wahnsinnig viel zu bieten, aber er macht das durch seine Gutgelauntheit wieder wett. Ein Sequenz, die auch einem deutschen Lustspiel gut zu Gesicht stünde, umfasst das lustige Verwechslungsspiel um ein dunkles Zimmer mit zwei Türen, eine Frau und zwei Männer, von denen einer ein Bärenkostüm trägt. Am Ende des in Zeitraffer laufenden Georgels wird die junge Frau von einer wahren Woge aus Sperma zur Tür herausgespült. Sehr schön fand ich auch den Liliputaner, der in einem der Aufbauten auf einem Minigolfplatz wohnt. Und natürlich den Anblick der komplett in Fetzen gefickten Footballmannschaft, die sich beim wichtigsten Spiel der Saison kaum noch auf der Bank halten kann. Selbst eine eher unangenehme Szene wie die, in der Jeannie im Duschraum der Jungs eingesperrt wird und dort mit ihrer Anwesenheit eine regelrechte Kaninchenjagd verursacht, wird durch die allgemeine Herzlichkeit des Films noch gerettet. Mehr als solche vereinzelten Episoden haben sich mir aber vereinzelte Impressionen eingebrannt: Der Blick Jeannies, mit dem sie am Anfang den Cheerleaderinnen nachschaut, sich in ihre Riege hineinträumend. Oder natürlich das Knallrot der Cheerleader-Kostüme, das vor diesem tiefen Blau des kalifornischen Himmels ebenso heftig poppt wie die Mädels im Verlaufe des Films. Es ist nachvollziehbar, dass das in den frühen Siebzigern, als Vietnam und Watergate für Verdruss sorgten, wie Balsam für die Seele wirkte. Und natürlich folgten mehrere unvermeidbare Fortsetzungen: THE SWINGIN‘ CHEERLEADERS von Jack Hill, REVENGE OF THE CHEERLEADERS mit einem jungen David Hasselhoff und CHEERLEADERS WILD WEEKEND aka THE GREAT AMERICAN GIRL ROBBERY. Mindestens zwei davon werden uns hier bald begegnen. Stay tuned!

Kein Filmfestival ohne Pannen: Unser Screening von Masaru Konumas Verfilmung eines Romans des Avantgarde-Schriftstellers Yumeno Kyûsaku musste leider ohne die eigentlich vorhandenen Untertitel auskommen. Irgendwie wollte der Beamer diese einfach nicht einblenden. Dieser Text fällt mir demnach etwas schwerer als die Sichtung selbst: Dass YUMENO KYÛSAKU NO SHÔJO JIGOKU ein wunderschöner Film ist, war unschwer erkennbar, und die visuelle Pracht und die Wildheit des Gebotenen versöhnte mich mit der Tatsache, dass ich keine Ahnung hatte, was da genau passiert. Aber nachgehend einen Text darüber schreiben, ist dann schon undankbar. Zumal auch das Netz sich über den Inhalt des Films, mit Ausnahme einer sehr kurzen, nur wenig hilfreichen Synopsis, bedeckt hält. Ich versuche es nun einfach, um meiner Chronistenpflicht nachzukommen und verspreche, Substanzielleres nachzureichen, sobald ich den Film mit Untertiteln gesehen habe. Denn ich habe auf jeden Fall Lust, Maseru Konumas Film noch einmal „richtig“ nachzuholen.

Zunächst: Der Pinku, den ich eigentlich erwartete, ist YUMENO KYÛSAKU NO SHÔJO JIGOKU nicht. Typische Merkmale des klassischen Pinku sind zum einen die genormte Länge von ca. 70 Minuten und die zu bestimmten, festgelegten Zeitpunkten platzierten Sex- bzw. Vergewaltigungsszenen. YUMENO KYÛSAKU NO SHÔJO JIGOKU hingegen schlägt mit über 90 Minuten zu Buche und ihn als „Pornografie“ zu etikettieren, würde ihm nicht wirklich gerecht. Der Film inkorporiert Elemente des Pinku – beispielsweise Schulmädchen- und Lesbensex, Sadomasochismus und Vergewaltigungsfantasien – in eine deutlich breiter gespannte Coming-of-Age-Dramaturgie und man kann ihm kaum vorwerfen, bloß auf die viel zitierten „niederen Instinkte“ seines Publikums abzuzielen. Die emotionale Palette des Films ist breit, reicht von romantischen über tragische bis hin zu komischen oder unheimlichen Passagen. Ein bisschen erinnerte er mich an Peter Jacksons HEAVENLY CREATURES, wenn dieser denn ein Sexfilm wäre – alles ohne Gewähr natürlich. Im Mittelpunkt stehen zwei junge Mädchen, die während der Pubertät in Liebe zueinander entflammen, während sie gleichzeitig den Perversionen ihres Lehrers (?) unterworfen sind (der, wenn ich das richtig verstanden habe, mit einer der beiden verwandt ist). Irgendwann rächen sie sich an ihm für die erlittenen Grausamkeiten: YUMENO KYÛSAKU NO SHÔJO JIGOKU wird dann kurz zum Geisterfilm ohne Geister, in dem die beiden Mädchen sich diverse bizarre Streiche ausdenken, die den Peiniger und seine willigen Helfer in den Wahnsinn treiben sollen. Doch am Ende kann auch dieses kurzfristige Umdrehen des Spießes die Katastrophe nicht verhindern: Die beiden Liebenden wählen den Freitod.

Wie oben gesagt: Formal ist Masaru Konumas Film eine Pracht, voller wunderschön komponierter Bilder und angetrieben von einem progrockigen Soundtrack, der den seelischen Tumult seiner Protagonistinnen ebenso spiegelt wie die Expressivität der Inszenierung selbst. Der Vergleich mit einem Film wie Teruo Ishiis HORRORS OF MALFORMED MEN liegt nicht fern, auch wenn Konuma nicht ganz so frei dreht – was auch an der literarischen Vorlage liegen mag. Hängen geblieben ist bei mir vor allem ein sehr drastisches Bild: Eines der beiden Mädchen rammt sich vor sexueller Verzweiflung die Ecke eines Klaviers in den Unterleib, immer und immer wieder, bis das Blut ihr die Schenkel hinunterläuft, während ihre Geliebte angesichts dieses Anblicks weinend hinter ihr kniet.

Mir hat YUMENO KYÛSAKU NO SHÔJO JIGOKU sehr gut gefallen – trotz der geschilderten Schwierigkeiten – und ich habe mir die Zweitsichtung mit eingeblendeten Untertiteln fest vorgenommen. Wenn es soweit ist, werde ich diesen Eintrag hier sinnvoll ergänzen.

Der Begriff „Wimp“ gehört in den aktiven Wortschatz eines jeden Metallers: „Wimps and Powers leave the Hall“, sangen die belendenschurzten Hünen von Manowar einst und forderten damit all jene auf, sich zu verkrümeln, die in albernen Barbarenkostümen und Metal mit absurden Fantasy- und Chauvietexten nicht den höchsten Ausweis männlicher Allmacht sahen. In Chuck Vincents WIMPS ist der Begriff allgemeiner gefasst, was auch die größte Schwäche des Films ist – vor allem im Vergleich zu Vincents eigenem, wunderbarem PREPPIES, der als hinreichende Definition und Illustration der titelgebenden Spezies diente und damit – da bin ich mir ziemlich sicher – Inspirationsquelle für WIMPS war.

Nun liegt die Schuld für das Versäumnis nicht allein beim Regisseur, denn der „Wimp“, zu Deutsch: „Weichei“, „Waschlappen“ oder auch „Warmduscher“, ist schon rein optisch viel weniger festgelegt als der „Preppy“, den man zuerst mit einem bestimmten Outfit assoziiert. Während PREPPIES seinen Charme vor allem daraus bezog, seine Protagonisten in all ihrer preppiness liebevoll zu überzeichnen, widmet sich WIMPS einer Figurenkonstellation, die eigentlich ein Standard des Collegefilms ist und die spezifische wimpiness weitergehend vermissen lässt. Protagonist ist Francis (Louis Bonanno), eines der besagten Weicheier, der um Aufnahme in jener Fraternity sucht, in der sein Vater zur lebenden College-Legende wurde. Leider gehen dem blässlichen Spargeltarzan Männlichkeit, Kernigkeit und Sportlichkeit völlig ab und die ritualisierten Demütigungen, die mit seinem Aufnahmegesuch einhergehen, treffen ihn demnach mit voller Härte. Der Gipfel wird erreicht, als vor versammelter Mannschaft ein Video vorgeführt wird, dass die Bewerber beim Onanieren auf dem Wohnheimsklo zeigt: Das bricht dem armen Francis fast das Herz. Doch natürlich wird er Gelegenheit erhalten, sich in seiner vermeintlichen Lappigkeit doch noch als nützliches Mitglied der Wohngemeinschaft zu erweisen: Als die College-Leitung den Beschluss fasst, dass auch Football-Talente über ein Mindestmaß an Bildung verfügen sollten, um einen Abschluss zu erhalten, packt die hohlbirnigen Jocks, mit denen Francis zusammenwohnt, die nackte Angst. Und er soll sie für die Prüfung auf Vordermann bringen. Weil ihm das mit Bravour gelingt, bittet ihn sein Zimmergenosse Charles (Jim Abele), ihm bei der Eroberung der intellektuellen Roxanne (Tracey Adam) zu helfen, die auf Jocks allergisch reagiert …

Spätestens der letzte Satz sollte klar gemacht haben, wo lang der Hase läuft: WIMPS ist eine Neuinterpretation von Edmond Rostands „Cyrano de Bergerac“ mit den Mittel des Teeniefilms. Francis verfasst im Namen von Charles schwelgerische Briefe für die Schöne, souffliert ihm bei Dates und schafft es so, dass sie sich in den gnadenlos eindimensionalen Womanizer verliebt. Die versprochene Gegenleistung für Francis bleibt indes aus: Die heiße Braut, die Charles seinem Helfer in Aussicht gestellt hatte, entpuppt sich als prostituierte Schnapsdrossel, die in der mit Abstand besten Szene des Films Froot Loops mit Dosenbier bestellt – beim Double Date in einem französischen Nobelrestaurant wohlgemerkt -, anschließend in aller Öffentlichkeit blank zieht und dann unter den Tisch kriecht, um ihren „Freier“ zu fellationieren, wobei sie dann besoffen einschläft. Der Rest von WIMPS ist nicht richtig schlecht, aber leider weitestgehend frei von Witz, Tempo oder sonstigen Reizen. Und der Titel ist eigentlich völlig unpassend: Es gibt genau ein Weichei im ganzen Film und dieser Francis ist eigentlich relativ normal. Am Ende stellte ich mir die Frage, ob Chuck Vincent sich bei der Wahl des Titels wirklich nur an seinem eigenen PREPPIES orientierte und sich gnadenlos vergriff oder ob die Titelwahl nicht gar eine latente Kritik enthält: Sind nicht vielleicht die Jocks, die nicht in der Lage sind, ihre Gefühle zu offenbaren und zu diesen auch zu stehen, die wahren Wimps? Ich denke, man kann das so sehen, ohne dem Film allzu viel der Ehre machen zu wollen.

Bliebe nur noch eine Frage: Warum sieht Hauptdarsteller Bonanno auf dem Plakat aus wie 12?

 

 

 

„The film is ranked Number 45 in GamesRadar’s 50 Best Sex Comedies, a list including ANNIE HALL and THE GRADUATE, and in 2013 Complex magazine rated it Number 42 in their 50 Best Raunchy Teen Comedies, above several better known major studio films,“ schreibt die allwissende Wikipedia und enttarnt damit die Einschätzung, ich bespräche hier nur niederen Schund, als böse Unterstellung. Nun ja. Fakt ist zugegebenermaßen auch, dass der hauptberuflich als Pornoregisseur tätige Chuck Vincent PREPPIES ursprünglich für den Playboy-Channel produzierte, der Film dann aber, als solche juvenilen Sexkomödien plötzlich das große Geld an den Kinokassen machten, einen ganz regulären Kinostart erhielt. Seine „wahre“ Bestimmung erkennt man noch daran, dass da zahlreiche Profis in den entsprechend freizügigen Nebenrollen zu sehen sind und sich PREPPIES nicht lang bitten lässt: Der Film ist noch keine fünf Minuten alt, da kommt der geneigte Betrachter in den Genuss einer S&M-Einlage mit diversen barbusigen Schönheiten in Ledergeschirr. Way to Start!

Um kurz den Titel zu erläutern: Als „preppies“ bezeichnet der US-Amerikaner konservative Schnösel aus wohlhabendem Hause, die mit Lacoste-Polohemd in Pastellfarben und um die Schultern geschlungenem Pullover den Country Club oder den Campus des Ivy League Colleges unsicher machen, wobei „unsicher machen“ dem züchtigen Tun des gemeinen Preppies noch deutlich zu viel Ehre macht. Der Preppy hat immer seine Zukunft im Blick, die sich nicht zuletzt auf das Vermögen der Eltern gründet, in deren Fußstapfen er treten und mit denen er es sich deshalb keinesfalls verscherzen will. Es handelt sich beim Begriff um eine Klassenzuschreibung, die sich so nur schwierig ins Deutsche übersetzen lässt: Weder „Popper“ noch „Schickimicki“ trifft es, wenngleich ich meine, in den ekligen BWL- und Jurastudenten, die man bei Wahlveranstaltungen der FDP zu sehen bekommt, deutsche Wesensverwandte des Preppies erkennen zu können. Für die abgebildete Gattung ist PREPPIES ungefähr das, was REVENGE OF THE NERDS für die Nerds war: Wer vorher nicht wusste, was der Begriff bezeichnet, der weiß es danach.

Der Film kreist um die drei Preppies Robert (Dennis Drake), Bayard (Steven Holt) und Marc (Peter Brady Reardon), für die aufgrund schulischer Versäumnisse das letzte Stündlein zu schlagen droht: Wenn sie durch die in wenigen Tagen anstehende Prüfung rasseln, werden sie von dem renommierten College geschmissen, auf dem ihre Väter einst ihre ersten Karriereschritte machten – und das Vermögen, das Robert erben soll, fällt dann seinem fiesen Cousin Blackwell (Leonard Haas) zu. Büffeln ist also angesagt, doch das will Blackwell natürlich verhindern: Er setzt die losen Mädels Roxanne (Nitchie Barrett), Jo (Cindy Manion), Tip (Katie Stelletello) und Suzy (Jo-Ann Marshall) auf die drei Preppies an, damit diese sie von ihren Büchern ablenken …

PREPPIES hat nur wenig echte elaborierte Gags, aber er kann sich ganz auf die wunderbaren Darbietungen seiner Darsteller und ihre grandiosen line readings sowie auf seine pointierten Dialoge und diverse schräge Ideen verlassen. Die drei Streber sind einfach zum Schießen in ihrem Dilemma, die ruhmreiche Anwaltskarriere auf der einen, Sex mit lüsternen Weibern auf der anderen Seite. Sie sind zu bedauern, denn gegen die Raffinesse und die körperlichen Reize der erfahrenen Aufreißerinnen haben sie eigentlich nicht den Hauch einer Chance – wenn da nicht Margot (Katt Shea) wäre, Roberts strenge und humorlose Preppy-Freundin. Gemeinsam mit der dümmlichen Trini (Lynda Wiesmeier), Marcs Perle, nimmt sie den Kampf gegen die losen Schlampen auf, was dann in einer wahnsinnige Sex-Lehrstunde für die völlig unerfahrene Trini kulminiert: In Trockenübungen, mit kreisendem Becken, rudernden Armen und lautem Stöhnen, erläutert Margot der Ahnungslosen, was diese während des Schäferstündchens zu tun hat. Katt Shea ist die eigentliche Entdeckung des Films, absolut perfekt als die hochgeschlossene, verbissene Margot, bei der schon die Wahl ihres Liebhabers eine bedeutende Karriereentscheidung ist. (Sehr vielsagend ist die „Sexszene“, die sie mit ihrem Lover hat und bei der sie ihn hinter der Scheibe einer Terrassentür platziert, durch die er sie dann „anfassen“ darf. Wahnsinn!) Shea sollte später selbst einige Filme inszenieren – STRIPPED TO KILL, STRIPPED TO KILL 2, STREETS und den relativ bekannten POSION IVY mit Drew Barrymore als junger femme fatale – und sogar eine Retrospektive am New Yorker MoMa erhalten, bevor sie sich aus dem Geschäft zurückzog. Toll ist auch Cindy Manion als augenrollende blonde Versuchung Jo: Als die Mädels mit ihren Opfern einen Joint auf dem Herrenklo durchziehen gerät sie angesichts des Pissegeruchs und der Vorstellung, dass sich Männer am Urinal auf die Finger pinkeln, in Wallung. Super ist aber auch die Szene, in der sich Roxanne unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Zugang zu Roberts Elternhaus verschafft – sie behauptet einfach, eine Freundin von „Archibald“ zu sein – und den fassungslosen Jungs dann einen Pornofilm um eine Gurkenfarm vorführt. Mein Favorit unter den Preppies ist Marc, der von Reardon als ständig unter sexuellem Druck stehender Jammerlappen interpretiert wird. Einmal verdingt er sich als Lustspender für seine Freunde: Während er in schwüler Rhetorik vom heißen Sexabenteuer spricht, den er uns seine Kumpels nicht hatten, sieht man, wie da langsam aber sicher drei Zelte unter den Bettdecken errichtet werden. Leider trat Reardon nie mehr in Erscheinung: PREPPIES ist sein einziger Film geblieben.

PREPPIES erschien in Deutschland unter dem Titel PREPPIES – DIE SCHRILLEN 3 VOM COLLEGE bei Toppic auf Video, dürfte hier aber kaum zur Kenntnis genommen worden sein. Ich hatte noch nie von ihm gehört, bevor ich im wunderbaren Schmöker „Teen Movie Hell“ von ihm las. Umso schöner, ihn jetzt unter einem Stein im Wald entdeckt zu haben. Der Film lässt vielleicht die attraktiven Settings, spektakulären Set-Pieces und den Hit-Soundtrack anderer, populärerer Teeniekomödien jener Zeit vermissen, aber er beweist Inspiration, Herz und hier und da gar unerwartete sophistication. Für seine Darsteller war er dennoch eine Sackgasse: Kaum einer von ihnen trat danach noch groß in Erscheinung. Mit Ausnahme der weiter oben erwähnten Profis, für die PREPPIES eine schöne Abwechslung gewesen sein dürfte.

Der coole Brad Lovett (Bryan Genesse, der ein paar Jahre später in dem schicken DTV-Actioner HUMAN TIMEBOMB mitspielen würde), der blonde Popper Steve Hardman (Lance van der Kolk), Nerd Hugh G. Rection (Alan Deveau) und Fettsack Marvin Eatmore (Jason Warren) drohen an der Beaver Academy durchzufallen und müssen demnach im Sommer in der Coxswell Academy, „a college for morons“, büffeln. Hier erregt die junge Französischlehrerin Mona Lott (Cynthia Belliveau) ihre Aufmerksamkeit: Das Ziel, sie ins Bett zu zerren, verfolgen die Jungs mit weitaus größerem Ernst, als ihre schulische Ausbildung.

Dass Zielinski die anarchisch-dadaistische Qualität des Vorgängers SCREWBALLS noch einmal erreichen würde, war nicht unbedingt zu erwarten, umso schöner die Erkenntnis, dass LOOSE SCREWS ihr verdammt nahe kommt. Der Film macht genauso viel Spaß wie sein großer Bruder – vorausgesetzt man ist dieser Art anspruchsloser, triebbefriedigender, direkt unter die Gürtellinie zielender Unterhaltung gegenüber aufgeschlossen und hat Freude an doofen Wortwitzen. Schon die oben aufgeführten Namen lassen erahnen, was den Betrachter hier erwartet: Neben diesen gibt es auch noch eine Nikki Nystroke, eine Hilda van Blow und einen chinesischen Masseur namens Hung Lo. Die sequeltypische Steigerung gegenüber dem zwei Jahre älteren Vorläufer besteht darin, dass es nun nicht mehr nur um die Befriedigung voyeuristischer Bedürfnisse geht, sondern um „echten“ Sex – und um dieses Ziel zu erreichen, werden wieder alle Register gezogen. Der Klassiker unter den Anmachstrategien – sich als Mädchen verkleiden und im mit David-Lee-Roth- und Boy-George-Postern tapezierten Schlafraum Einzug halten – darf in diesem Spektakel natürlich ebensowenig nicht fehlen wie der Besuch im lokalen Stripschuppen, in dem Wet-T-Shirt- und Whipped-Cream-Wettbewerbe abgehalten werden.

Super – und tatsächlich besser als im Vorgänger – ist der Gegenspieler der notgeilen Hauptdarstellerclique, der Schuldirektor Arsenault (Mike MacDonald), der nicht nur in Omnipotenzfantasien schwelgt, sondern auch selbst der jungen Lehrerin nachsteigt, während seine nymphomane Ehefrau sich zu Hause lüstern in den Laken wälzt. Ihm bricht am Schluss ein Video, dass die Jungs von ihm und Mona gedreht haben, das Genick. Ein bisschen fies ist es, dass sie die Karriere der Begehrten, die sich bis zum Schluss beharrlich weigert, sich ihren Verehrern zu öffnen, gleich mit ruinieren. Sie hat ihnen ja gar nichts getan, im Unterschied zu ihrer Vorgängerin Purity Busch aus SCREWALLS, die ja eine sadistische Freude daran entwickelte, die Jungs erst geil zu machen und dann auflaufen zu lassen. Aber diese selbstbezogene Aggression der Pubertät, die auf der Jagd nach Befriedigung auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt, wird so natürlich recht adäquat abgebildet.