Mit ‘Terry Farrell’ getaggte Beiträge

Als der schmierige Macho und Kunstsammler JP (Kevin Bernhard) die Säule erwirbt, in der der teuflische Cenobit Pinhead (Doug Bradley) im Vorgänger gebannt wurde, leitet er damit dessen Rückkehr ein. Die Fernsehreporterin Joey (Terry Farrell) wird in die Geschichte hineingezogen und scheint die einzige, die die Invasion der Höllenkreaturen aufhalten kann. In den Straßenschluchten Manhattans kommt es zur Auseinandersetzung …

HELLRAISER III stammt aus einer problematischen Phase des US-amerikanischen Horrorkinos: Er bildet einen der letzten Ausläufer des seriellen Achtzigerhorrors, dessen meist (halb)menschlichen Monster – Freddy Krueger, Michael Myers, Leatherface, Jason Voorhees – zu den eigentlichen Stars avanciert waren, die Vorzeichen des Horrorfilms auf den Kopf gestellt, ihn letztlich gar kastriert und seiner Existenzgrundlage beraubt hatten. Auch Pinhead, HELLRAISERs Hauptattraktion, war zu einer Ikone jener Tage geworden: „Merkwürdigerweise“ muss man hinzufügen, denn nicht nur war er in Clive Barkers Film und auch Tony Randels Fortsetzung HELLBOUND für echtes Stardom eigentlich viel zu selten im Bild (andererseits: rar macht sich beliebt), beide Filme stellten mit ihrer düsteren Thematik und ihrem Verzicht auf grellen Humor auch eine ausgesprochene Ausnahmeerscheinung im Horrorkino der späten Achtzigerjahre dar, waren alles andere als Date Movies, in die man die Angebetete zerrte, in der Hoffnung, sie würde einem ängstlich in die starken Arme sinken. Wahrscheinlich war es das kongeniale Design Pinheads, dass ihn für eine breitere Vermarktung prädestinierte: So wurde auch er also dem Mainstream einverleibt, fand sich als Spielzeugfigur im Regal gleich neben den Kollegen Freddy, Jason, Michael und Leatherface wieder, mit denen er doch eigentlich denkbar wenig gemein hatte. Die geschilderte Kluft zwischen dem Franchise-Anspruch der Produzenten und dem finsteren, beunruhigenden Kern der ersten beiden Filme war mit HELLRAISER III endgültig zugeschüttet worden. Pinhead war in genau jenem Horror-Mainstream angekommen, dem er zuvor nur nominell angehört hatte und der 1992 schon kurz vor dem Exitus stand: Sprücheklopfend zieht er als Lack-und-Leder-Freddy durch den Film, seine ursprünglich einmal sehr eindrucksvolle, mystische Erscheinung untergrabend. Spätestens, wenn er in einer Metaldisco etwas von „turn up the volume“ faselt, weiß man, woran man ist. (Man beachte auch, wie Metal- und Hardrocksongs den großartigen orchestralen Score von Christopher Young ersetzen.)

Vergessen sind Barkers beunruhigenden Exkurse in den Sadomasochismus, die an den deutschen Expressionismus erinnernden Bilder einer areligiösen Hölle. In HELLRAISER III regiert der vordergründige, schmerzlose Splatter, werden die Cenobiten – einst ebenso tragische wie furchteinflößende Gestalten – zu skurrilen Actionfiguren degradiert. Dem konfusen Plot zu folgen, macht wenig Sinn, geht es doch hier lediglich noch darum, ein paar saftige Effekte – die immerhin noch hübsch handgemacht sind – aneinanderzureihen. Während der deutlich kleiner budgetierte HELLBOUND durch geschickte Kameraarbeit und Lichtsetzung Bilder von geradezu wagnerianischer Epik zauberte, da verpufft das vollmundige Versprechen des Plakatmotivs, die Hölle auf Erden in Manhattan zu entfachen, angesichts steriler Studiosets und menschenleerer Seitenstraßen im Nichts (der Film wurde tatsäclich in North Carolina gedreht). Weil mit Anthony Hickox jemand hinter der Kamera stand, der wenn schon nicht visionär, so doch zumindest routiniert war, funktioniert HELLRAISER III als Popcorn-Horror immerhin noch ganz gut. Es gibt ein paar schöne Bilder, die ein oder andere Dialogzeile Pinheads will man sich immer noch auf ein T-Shirt drucken („Down the dark decades of your pain, this will seem like a memory of Heaven.“), die blasphemische Jesus-Interpretation Pinheads ist zwar vorhersehbar, aber trotzdem ein Höhepunkt. Es sollten noch deutlich ärgerlichere Horrorfilme in den folgenden Jahren kommen – einer davon ist HELLRAISER IV: BLOODLINES –, aber das ändert nichts daran, dass das Attribut, das am besten auf Hickox‘ Film passt, eigentlich den Genickbruch für jeden ambitionierten Horrorfilm bedeutet: HELLRAISER III: HELL ON EARTH ist nett.