Mit ‘Thom Eberhardt’ getaggte Beiträge

Die Ankündigung eines zum ersten Mal seit Millionen Jahren an der Erde vorüberziehenden Kometen treibt weltweit Tausende Schaulustiger auf die Straßen. Nur die Teeniemädels Regina (Catherine Mary Stewart) und ihre Schwester Samantha (Kelli Maroney) sind verhindert. Sie entgehen damit, ohne es zu wissen, der Apokalypse, denn die Strahlung des Kometen verwandelt alle Menschen in ein Häuflein Asche – oder in hungrige Zombies. Im menschenleeren Los Angeles treffen sie auf den LKW-Fahrer Hector (Robert Beltran) und ziehen bald die Aufmerksamkeit einiger Wissenschaftler auf sich, die sich, um die Bedrohung wissend, rechtzeitig in einem Bunker verschanzt, diesen aber nicht richtig isoliert haben. Von den drei Survivors erhoffen sie sich Erkenntnisse für die Heilung ihrer Strahlenschäden …

Nach dem ausgezeichneten SOLE SURVIVOR, dem missing link zwischen CARNIVAL OF SOULS und FINAL DESTINATION, inszenierte Eberhardt diesen Versuch eines poppigen Endzeitfilms, dessen Ergebnis zwar nicht vollständig begeistert, aber für seine Originalität dennoch Aufmerksamkeit verdient. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es Eberhardt wirklich gelungen ist, die gegensätzlichen Aspekte befriedigend zu vereinen: Die durchaus ernsten Untertöne schienen mir durch die vor allem optische Verortung im Teenie-Horror etwas unterwandert zu werden, für unschuldigen Fun ist NIGHT OF THE COMET ist wiederum zu ernst, gleichmäßig und ruhig. Doch viellleicht ist es gerade das, was Eberhardt wollte: Anstatt einen weiteren Popcornfilm zu inszenieren, der die etablierten Klischees bedient, lädt er diese stattdessen wieder mit Bedeutung auf. Dazu passt auch, dass sich auch die Zitatenfreude des Films nicht in öden Spot-the-Reference-Spielchen erschöpft, sondern vielmehr zeigt, wie hellsichtig gutes Genrekino sein kann: THE OMEGA MAN stand ebenso offensichtlich Pate wie Romeros DAWN OF THE DEAD bei einer Shopping-nach-der-Apokalypse-Sequenz referenziert wird. Dem Pessimismus des letzteren setzt Eberhardt aber ein Finale entgegen, das eher Romeros DAY OF THE DEAD vorwegnimmt: Die letzten Überlebenden gründen in der ausgestorbenen Metropole eine neue Zivilisation. Es muss ja irgendwie weitergehen.

Ich hatte ein bisschen was anderes erwartet, als ich NIGHT OF THE COMET einlegte, denn auch das DVD-Cover präsentiert den Film ziemlich irreführend als überdrehte Komödie, die er einfach nicht ist. Ich schätze, dass Eberhardts Film deshalb bei einer weiteren Sichtung, bei der ich dann weiß, was auf mich zukommt, deutlich zulegen wird. Ein schöner und eben wie gesagt origineller Film ist NIGHT OF THE COMET so oder so.

sole survivor (thom eberhardt, usa 1982)

Veröffentlicht: August 4, 2010 in Film
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Die Werberegisseurin Denise Watson (Anita Skinner) überlebt als Einzige einen Flugzeugabsturz. Der behandelnde Arzt Dr. Richardson (Kurt Johnson) warnt sie noch vor ihrer Entlassung vor dem „Survivor Syndrome“: der Depression, die sich bei Überlebenden infolge eines schlechten Gewissens einstellt und nicht selten zum Freitod führt. Denise winkt noch ab, doch ihre Haltung ändert sich wenig später, als sie Geistererscheinungen hat, die ganz materielle Folgen nach sich ziehen …

Die DVD von Code Red bewirbt den Film nicht unclever mit der Tagline: „Before FINAL DESTINATION There Was …“ Tatsächlich nimmt SOLE SURVIVOR die Grundidee der mittlerweile vier Teile umfassenden Serie vorweg: Der Tod tritt als zwar immaterielle, aber doch handelnde Entität auf, um sich die zu holen, die ihm zuvor durch Zufall von der Schippe gesprungen sind. In Eberhardts Film wird diese Idee jedoch ohne Creative Killings, elaborierte Kausalkettenreaktionen, Splattereffekte und CGI-Tamtam visualisiert, sondern eher subtil und schleichend im Stile eines Geisterfilms. SOLE SURVIVOR entwickelt seine Geschichte langsam, lässt die Erkenntnis nur allmählich herabsinken und begnügt sich mit Andeutungen, die immer auch die Interpretation zulassen, dass es sich bei alldem tatsächlich nur um das Survivor Syndrome handeln könne. Und so drängt sich m. E. eine andere Parallele stärker auf: die zu Herk Harveys Geisterfilm-Meisterwerk CARNIVAL OF SOULS nämlich, der seine Heldin so lange mit gespenstischen Gestalten konfrontiert, bis ihr schließlich dämmert, dass sie längst schon tot ist.

Was ich über C.H.U.D. schrieb, kann ich hier wiederholen: Innerhalb seines Jahrzehnts steht SOLE SURVIVOR als Ausnahmenerscheinung dar, scheint stilistisch wie atmosphärisch eher in den Siebziger- als in den Achtzigerjahren beheimatet. Das steht ihm überaus gut zu Gesicht: Er schlachtet seine Idee nicht für Geisterbahngrusel aus, sondern schwingt sich tatsächlich zu dem auf, wofür der Begriff „Horrorfilm“ eigentlich steht. Dafür nämlich, das Entsetzen und die Angst, die den Menschen ereilt, wenn er sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst wird, in passende, furchteinflößende Bilder zu kleiden. Und auch da hat die Code-Red-DVD Recht, wenn sie einen Fangoria-Artikel zitiert: „A shadowy, shuddery meditation on death that seeps under the skin and stays there.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.