Mit ‘Tiffany Bolling’ getaggte Beiträge

Als die minderjährige Myra (Robin Mattson) von ihrem Stiefvater missbraucht wird, greift ihre ältere Schwester Ellie (Tiffany Bolling) zum Gewehr und erschießt den dirty old man. Nun völlig allein, suchen die beiden Mädchen Hilfe bei ihrem reichen Onkel Ben (Scott Brady), der sie prompt bei sich aufnimmt. Schon bald jedoch wird Ellie in eines der krummen Geschäfte ihres Onkels verwickelt: Sie soll an einer Geldübergabe mit dem Privatdetektiv Larry (Steve Sandor) teilnehmen, doch als sich die beiden erst in einander verlieben und ihnen dann auch noch dämmert, dass sie den Schlüssel zu einem neuen Leben in den Händen halten, ist es mit der Vernunft vorbei. Die Killer, die Onkel Ben auf die beiden ansetzt, haben jedenfalls kein Verständnis für das junge Liebesglück …

Von Dark Sky als liebevoll aufgemachte „Special Edition“ auf DVD veröffentlicht, entpuppt sich BONNIE’S KIDS als müder und reichlich umständlich erzählter Seventies-Exploiter vom Blaxploitation-Spezialisten Arthur Marks (u. a. BUCKTOWN, FRIDAY FOSTER, J. D.’s REVENGE, THE MONKEY HU$TLE), der von vornherein nur dann von Interesse ist, wenn man ein besonderes Faible für Siebzigerjahre-Exploitation hat, selbst dann aber nicht eben zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Die Bonnie des Titels ist zu Beginn des Films bereits seit mehreren Jahren tot, soll aber wohl Erinnerungen an Arthur Penns und Warren Beattys New-Hollywood-Initialzündung BONNIE & CLYDE wecken. Noch die cleverste Idee des Films: Mit dieser Bonnie als Mutter, so die vermutete Assoziationskette, bleibt den Töchtern ja gar nichts anderes übrig, als zu echten Hellraisern heranzuwachsen: „Thank God She only had two!“, weiß die Tagline treffend zu kommentieren. Und so ist es dann auch: Die kleine Myra treibt die Männerwelt mit ihrem Lolita-haften Betragen an die Decke und die nicht minder attraktive Ellie ist so heißblütig, dass sie sich an sich selbst verbrennt. Blind in dem Bestreben, ein neues, besseres Leben zu beginnen, läuft sie in ihr Verderben – nicht aber, ohne den braven Larry, der von Anfang an keine Chance gegen diese Frau hatte, mitzunehmen.

Natürlich geht es Marks mit seinem Film eher nicht darum, Eltern zu einer besseren Erziehung zu ermahnen oder die Auswirkungen des Waisendaseins auf die Psyche Heranwachsender zu untersuchen. Darum ist es aber umso erstaunlicher, wie viel Zeit er mit unwichtigem Kram vertrödelt. Ein halbes Dutzend Nebencharaktere wird ausführlich vorgestellt, nur um dann meist sehr unvermittelt wieder in den Hintergrund zu treten, als die Geschichte um den Geldraub Fahrt aufnimmt. „Fahrt aufnehmen“ ist dabei ein Euphemismus, denn BONNIE’S KIDS ist alles andere als schnell, eher eine gemütliche Sonntagsfahrt ohne echtes Ziel. Ein typisches Exploitation-Vehikel, dessen oberster Grundsatz wohl war, irgendwie fertiggestellt zu werden, um dann mit entsprechender Werbung die angefixten Massen ins Kino zu locken. BONNIE’S KIDS war dann tatsächlich recht erfolgreich, mission accomplished also, doch ob die nach Sex, Gewalt und guter Laune lechzenden Besucher wirklich zufrieden waren, als sie das Kino wieder verließen? Ich habe meine Zweifel, auch wenn 105 Minuten mit der ausgesprochen ansehnlichen Tiffany Bolling in verschiedenen Stadien des Halbbekleidetseins per se nicht verschwendet sein können. Trotzdem: Wenn man am Ende eines 105-Minuten-Films keine Ahnung hat, was seine Protagonisten eigentlich im Innersten angetrieben hat, dann ist etwas ziemlich schief gegangen.

Ein ausführliches Interview mit Tiffany Bolling findet sich hier.

Der psychopathische Clement Dunne (Andrew Prine) bedroht die Models, die für die Jahresausgabe des „Bachelor“-Magazins nackt posiert haben, am Telefon damit, sie für ihr unmoralisches Verhalten zu bestrafen. Eine nach der anderen sucht er auf, um sie dann mit seinem Rasiermesser umzubringen …

THE CENTERFOLD GIRLS ist vordergründig ein recht typischer US-Exploiter der Siebzigerjahre und als solcher nicht übermäßig auffällig. Dass die Geschichte um den puritanischen Mordbuben sehr zurückhaltend in seinen Gewaltdarstellungen ist, mag vielleicht etwas verwundern, dass er dafür umso freizügiger die sekundären Geschlechtsmerkmale seiner zahlreichen attraktiven Darstellerinnen ins Bild rückt, gleicht jedwede Enttäuschung über diesen Makel aber mehr als aus. Dennoch kommt Peysers Film erstaunlich geschmackssicher daher: Die Inszenierung ist ruhig und beinahe als gediegen zu bezeichnen, selbstzweckhafte Subplots, ablenkende Musikeinlagen oder sonstige in diesem Genre nicht unüblichen Ablenkungsmanöver und Streckmittel sind gänzlich abwesend und die Darsteller – unter ihnen Veteran Aldo Ray als vergewaltigender Wolf im Schafspelz des braven Ehemanns – agieren allesamt mit einem ungewöhnlichen Maß an Zurückhaltung. Nun macht die bloße Verweigerungs- oder Antihaltung noch keinen eigenen Stil aus, was THE CENTERFOLD GIRLS aber aus der Masse vergleichbarer Ware wirklich herausstechen lässt, ist seine ungewöhnliche und interessante Erzählstruktur. Peyser gliedert seine Story in drei ungefähr gleichlange Episoden, die jeweils um eines der vom Killer ausgewählten Opfer kreisen. In Episode 1 wird Miss January erst von einer aufdringlichen Gruppe von Hippies in ihrem Haus belästigt und gedemütigt, dann vom braven Ehepaar Walker, bei dem sie um Hilfe bittet, abgewiesen und schließlich vom Ehemann Ed (Aldo Ray) vergewaltigt, bevor sich zu guter Letzt der Killer erbarmt und ihrem Leben ein Ende macht. Episode 2 kreist um eine Gruppe von Models, die für ein Fotoshooting zusammen mit ihrer biestigen Auftraggeberin, einem Fotografen und einem verhinderten Zuhälter auf eine kleine Insel fahren und dort schließlich einer nach dem anderen vom Killer erledigt werden. Den Spieß umdrehen darf in der dritten Episode die Stewardess Vera (Tiffany Bolling), der der Killer in ein Urlaubswochenende folgt, in dem sie zunächst von zwei lüsternen Matrosen unter Drogen gesetzt und dann missbraucht wird. Der Killer nähert sich ihr als Freund, wird von ihr aber schließlich enttarnt und seiner gerechten Strafe zugeführt. Das hört sich zugegebenermaßen weder besonders aufregend noch so „zurückhaltend“ an, wie ich ihn oben beschrieben habe, doch THE CENTERFOLD GIRLS ist durchaus sehenswert. Am interessantesten fand ich neben der Einteilung in Episoden die Methode, nach der der Killer seine Opfer auswählt: Er blättert durch den Kalender, wählt die jeweils vorne liegende Seite mit dem entsprechenden Model aus und schneidet nach vollbrachter Tat ihr Gesicht heraus. Das führt nun durch die Anordnung der Seiten logischerweise dazu, dass er nur das Playmate jedes zweiten Monats umbringen kann, weil die Seiten beidseitig bedruckt sind, das Model auf der Rückseite nach dem Herausschneiden des Gesichts auf der Vorderseite ja bereits „entfernt“ ist. Das wirft einige interessante Fragen über die Art der Störung des Killers und die Methode seiner Triebabfuhr auf: Tötet er durch das Herausschneiden der Gesichter mit jedem begangenen Mord gleich zwei Opfer auf einen Streich? Oder wird seine Psychose zusätzlich als „unheilbar“, sein Tun als sinnlos deklariert, weil mit jedem gelungenen Mord zwangsläufig ein potenzielles Opfer ungeschoren davonkommt? Frage, die der Film nicht explizit stellt, die ihm aber letztlich den Kick geben, dem er an anderer Stelle ausgewichen ist. Nice.