Mit ‘Tom DeSimone’ getaggte Beiträge

hell night (tom desimone, usa 1981)

Veröffentlicht: September 3, 2014 in Film
Schlagwörter:, , , ,

Hell-night-1981Vier Bewerber für die Aufnahme in die prestigeträchtige Alpha-Sigma-Rho-Brüder- und -Schwesternschaft – Marti (Linda Blair), Jeff (Peter Barton), Denise (Suki Goodwin) und Seth (Vincent van Patten) – müssen zur „Eignungsprüfung“ eine Nacht im legendenumwobenen Garth Manor verbringen. Angeblich soll der Hausherr dort vor zwölf Jahren seine Ehefrau, drei seiner missgestalteten Kinder und schließlich sich selbst umgebracht haben, seinen jüngsten Filius, den schwachsinnigen Andrew, zur besonderen Strafe allein zurücklassend. Gruselgeschichten berichten natürlich, dass der Unglückliche immer noch durch das Haus wandelt, was selbst die Initiatoren der Aufnahmeprüfung nicht glauben. Doch bei den Streichen, die sie den vier Bewerbern spielen, werden sie plötzlich von einem Killer überrascht. Als Marti und Co. auf die ersten Leichen stoßen, wird ihnen bewusst, dass auch sie in Lebensgefahr schweben …

Der Text schreibt sich nahezu von selbst: HELL NIGHT ist, wie man der obigen Inhaltsangabe unschwer entnehmen kann, ein absolut prototypischer Vertreter des sich zu jener Zeit immenser Popularität erfreuenden Slasher- und Teenies-in-Peril-Subgenres und bietet von Prämisse und Setting über die Protagonisten und ihren Widersacher bis hin zu den Mord- und Suspenseszenen keine einzige wirklich eigene Idee.  Nach recht atmosphärischem Beginn – wenn nach der eindringlichen Schilderung der vergangenen Bluttat zum ersten Mal das drohend auf einem Hügel gelegene Garth Manor ins Bild gerückt wird, kriecht einem tatsächlich die Gänsehaut in den Nacken – schaltet DeSimone leider zwei Gänge zurück, widmet sich der wenig erbaulichen und in Anbetracht des klischeehaften Plots letztlich vor allem überflüssigen Charakterzeichnung. Er ist sichtlich um Spannungsaufbau und die Schaffung einer unheimlichen Atmosphäre bemüht, aber die Tatsache, dass HELL NIGHT zu jeder Sekunde vorhersehbar bleibt, lässt sein Vorhaben schon im Ansatz scheitern: Wo er sich langsam steigernden Schauer anpeilt, erzeugt er – trotz des ihm zur Verfügung stehenden Settings – größtenteils Langeweile. Auch das Anziehen des Tempos im Schlussdrittel vermag daran nichts mehr zu ändern: Der Showdown ist blutleer und das Monster lässt jede Persönlichkeit vermissen, die es aus dem Heer vergleichbarer und ebenfalls schnell wieder vergessener Slasherfiguren herausragen ließe. Das ist eigentlich die größte Enttäuschung, denn die zugrundeliegende „origin story“ verfügt doch durchaus über einiges Potenzial, verspricht mit ihrer inhärenten Tragik eben jene Ambivalenz, die nötig ist, um einen Horrorfilm über den Status eines bloß oberflächlich berührenden Spektakels zu heben und tatsächlich Angst zu verbreiten. Leider macht DeSimone viel zu wenig daraus, begnügt sich damit, einen konturlosen Butzemann in Make-up durch die Settings zu hetzen und gelegentlich mal „Buh“ machen zu lassen. Am Ende weiß man weder, wer da eigentlich Jagd auf die Studenten gemacht hat, noch warum.

Das ist umso bedauerlicher, als HELL NIGHT technisch durchaus über dem weitestgehend bemitleidenswerten Niveau des Slasherfilms anzusiedeln ist und DeSimone hier und da andeutet, dass er zu mehr in der Lage gewesen wäre, hätten seine Produzenten nicht lediglich schnellstmöglich ein Produkt auf den Markt werfen wollen. Besonders eindrucksvoll sind ausgerechnet jene Szenen, in denen der aus dem Haus geflohene Seth durch die Straßen des menschenleeren und nach einer Party in fast postapokalyptischer Verwüstung liegenden Campus streift, um Hilfe für seine zurückgebliebenen Freunde zu suchen. Auch im Polizeirevier stößt er nur auf taube Ohren, sodass er keine andere Möglichkeit sieht, als kurzerhand eine Schusswaffe zu entwenden. Hier bekommt HELL NIGHT plötzlich eine Dramatik, die dem hanebüchenen Ringelpiez innerhalb der Mauern des Spukhauses vollkommen abgeht, wird die Bedrohung für die Protagonisten mit einem Mal wirklich greifbar, erhält man als Zuschauer tatsächlich den Eindruck, dass es um etwas geht. Doch damit ist es leider schnell wieder vorbei, sobald sich der Film der finalen Abwicklung zuwendet, für die er deutlich länger braucht, als es der dünnen Story angemessen ist. 100 Minuten sind eindeutig mehr HELL NIGHT, als es selbst der wohlwollendste Zuschauer verkraftet.

Advertisements

Die mittlerweile als Fotografin arbeitende Molly (Mitz Kapture) begegnet durch Zufall ihrer Mutter Gloria (Anna Navarro), die sie als Teenagerin verlassen hatte. Von ihr erfährt Molly auch, dass sie eine Halbschwester namens Michelle (Tawny Fere) hat. Als ihr die völlig aufgelöste Mutter wenige Stunden später am Telefon unter Tränen gesteht, dass Michelle in Gefahr sei, und kurz darauf einem Mordanschlag zum Opfer fällt, begibt sich Molly auf die Suche nach ihrer Schwester. Dazu nutzt sie erneut ihre Verbindungen ins Rotlichtmilieu und schleicht sich als Pornodarstellerin in das Luxusbordell von Nadine (Maud Adams) ein …

ANGEL 3: THE FINAL CHAPTER ist solide gerfertigtes, aber komplett nichtssagendes Gebrauchskino, das man sich am besten zu Gemüte führt, wenn man nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß und zu faul für einen „richtigen“ Film ist. Der tausendfach heruntergeleierten Story kann man auch unter völligem Ignorieren der Dialoge noch lückenlos folgen, nichts bewegt, fesselt oder berührt auch nur im geringsten Maße, nervt dafür aber eben auch nicht. Das filmgewordene Äquivalent zur Fahrstuhlmusik. Lediglich eine kurze Sequenz, die Molly bei ihrer Undercover-Arbeit im Pornogewerbe zeigt, wo sie einen lustigen Film mit Höhlenmensch-Sujet dreht, entlockte mir ein großzügiges Grinsen, ansonsten ist ANGEL 3: THE FINAL CHAPTER auf eine fast schon spektakulär zu nennende Art und Weise durchschnittlich. Nicht wirklich schlecht, aber auch auf gar keinen Fall richtig gut, zeigt sich hier, was so ein richtig schöner Baddie eigentlich wert ist. Schade, dass es nach dem formidablen ersten Teil so steil bergab ging mit der Reihe und selbst die doch recht ansehnliche Besetzungsliste dieses Films sie nicht mehr vor dem Versumpefen in der Beliebigkeit bewahren konnte. Das Positivste, was ich über ANGEL 3: THE FINAL CHAPTER sagen kann, ist, dass der Vorgänger AVENGING ANGEL, der auch schon nicht gerade das Gelbe vom Ei war, im direkten Vergleich eine deutliche Aufwertung erfährt.