Mit ‘Troy Donahue’ getaggte Beiträge

shock-em-dead-poster-1Definitiv einer der witzigsten Filme, die ich in diesem Jahr gesehen habe: Als eine Hardrock-Band verzweifelt einen Gitarristen sucht, meldet sich der im Pizzaladen von Tony (Aldo Ray) arbeitende Martin (Stephen Quadros). Der hat leider überhaupt kein Talent, wird von den Musikern ausgelacht und vom Hof gejagt. Wieder zu Hause in seinem Trailerpark sucht er eine Voodoomama auf, die verspricht, ihn mithilfe ihrer Magie zum Superstar zu machen. Und siehe da: Am nächsten Morgen erwacht Martin nicht nur mit einer riesigen, hochtoupierten Hardrockmähne, er besitzt auch ein herrschaftliches Haus mit Jacuzzi und drei geilen Schlampen – und kann Gitarre spielen wie Yngwie Malmsteen. Als „Angel“ angelt (hihi) er sich den Job in der Band, schmeißt den heroinsüchtigen, tuntigen Sänger raus und verschafft ihnen einen hochdotierten Plattenvertrag beim Plattenfirmenboss (Troy Donahue), der in seinem Büro den schlechtesten Rap der Welt hört und dafür berechtigterweise beleidigt wird. Das neue Leben hat aber auch seine Nachteile: Um zu überleben, muss er regelmäßig töten und die Seelen seiner Opfer aufsaugen. Bassist Greg (Tim Moffett), dem Angel die Managerfreundin Lindsay (Traci Lords) ausspannen will, wittert die Gefahr …

SHOCK ‚EM DEAD ist eine schäbige Low-Budget-Produktion, die mit Traci Lords, Troy Donahue und Aldo Ray in seiner letzten Rolle verzweifelt um Aufmerksamkeit buhlt. Der Sound der Band sowie ihr Outfit waren 1991, dem Jahr von Nirvana, eigentlich schon gnadenlos überkommen, aber Freed inszeniert das alles mit Pokerface, nicht ohne Humor, aber ohne jedes Anzeichen von wissender Selbstironie. Und das ist ja auch das Tolle daran. Der Gnadenhammer ist natürlich das große Konzert, bei dem Angel zum kommenden Superstar avanciert: Erst eiert da der für alle außer ihn selbst offensichtlich granatenschwule Sänger im pinkfarbenen Jumpsuit und mit Ballettschrittchen über die Bühne, dann stellt Angel ihm ein Bein, schmeißt ihn unter dem Gejohle der Fans von der Bühne und reißt die Performance an sich, ohne dass die Band großen Anstoß daran nehmen würde. Angel spielt im Trockeneisnebel auf einer lachhaften zweihälsigen Gitarre, vollführt peinliche Griffbretttricks für kommende Axtgötter und kotzt zum großen Finale einem begeisterten Groupie beherzt auf die Auslage. Aber auch abseits dieser denkwürdigen Sequenz gibt es eine Menge zu lachen und zu staunen: Der Film ist einfach ein kleines Wunder, dass das Jahr 1991 ganz weit weg erscheinen lässt. Großen Anteil am Gelingen hat Hauptdarsteller Stephen Quadros, der sowohl den bemitleidenswert dämlichen Nerd als auch den teuflisch-größenwahnsinnigen Rockstar überzeugend interpretiert. Quadros ist keine uninteressante Person, wie ich feststellen durfte: Er war tatsächlich Drummer und spielte angeblich sogar einmal für Kiss vor, bevor ihn eine Verletzung zum Aufhören zwang. Er orientierte sich um, wurde Schauspieler und Martial-Arts-Experte: Unter anderem wirkte er als Ratgeber an Filmen wie CRADLE 2 THE GRAVE mit. Das ist vielleicht das einzige, was SHOCK ‚EM DEAD noch fehlt: ein paar harte Fights und Flying Kicks, aber man kann bekanntlich nicht alles haben. Und Freeds Film hat sonst Reize im Überfluss. Wo sonst bringt man das Monster um, indem man ihm etwas zu Essen gibt? Eben.

the-chilling-poster-202x300Oh Gott, was für ein unansehnlicher Käse. Erwartet hatte ich popcornigen, effektlastigen Plastikhorrror wie er in den Achtzigern populär war, bekommen habe ich kreuzlangweiligen Billigschlock, bei dem eigentlich gar nichts funktioniert.

Dabei geht es mit der ellenlangen Laufschrift zu Beginn, die den Zuschauer auf den neuesten Stand bringt hinsichtlich der Möglichkeit, sich einfrieren zu lassen, und dann die zwingende Frage stellt, ob diese Errungenschaft der Wissenschaft ein Segen oder nicht doch eher ein Werk des Teufels sei, immerhin noch putzig los. Man ahnt schon: Von jemandem, der in diesen Kategorien denkt, sollte man nicht allzu viel erwarten. Und so kommt es dann auch.

THE CHILLING ist streng genommen nichts anderes als ein Zombiefilm und eine freche Kopie von Dan O’Bannons THE RETURN OF THE LIVING DEAD noch dazu. Dr. Miller (Troy Donahue) ist der Kopf hinter Universal Cryogenics, einer Firma, die Menschen auf Wunsch hin einfriert. In Wahrheit ist die ganze Unternehmung aber nur Tarnung für einen florierenden Organhandel. Eines Nachts schlägt der Blitz in das Lagerhaus mit den Cryo-Tanks ein, woraufhin  die Eingefrorenen wieder auferstehen. Metzelmurks und Ende.

Man merkt von Anfang an, dass THE CHILLING eiligst runtergekurbelt wurde und der Aufhänger nur zur Vortäuschung einer gewissen Tagesaktualität diente. Dass Promis sich einfrieren lassen wollen oder dies schon getan haben, ging damals durch die Presse und der Film macht dann auch mit den Namen Disney, Roosevelt und Michael Jackson auf. Danach regiert jedoch die totale Beliebigkeit: Das Drehbuch hat es noch nicht einmal hinbekommen, eine echte Hauptfigur zu entwerfen. Linda Blair tritt auf als Assistentin von Dr. Miller, die sich der Wünsche des Klienten Davenport (Jack De Rieux) annimmt, der kurz hintereinander seine Frau und dann seinen verbrecherischen Sohn auf Eis legen lässt. Zwischen beiden entspinnt sich eine sehr halbherzige, sehr unglaubwürdige und vor allem sehr überflüssige Liebesgeschichte und der Film wendet sich der Arbeit zweier Nachtwächter zu, von denen einer von Dan Haggerty gespielt wird. Die beiden langweilen sich, müssen dann mit einem Stromausfall klarkommen und sich schließlich der Tiefkühlzombies annehmen, die aussehen wie grüne Gummimenschen. Das läuft dann so ab, dass da ewig lang im Dunkeln rumgekraucht und Spannung vorgegaukelt wird, wo einfach nur völlige Inkompetenz vorherrscht. Am Ende latscht dann noch ein Zombie mit Rauschebart durchs Bild, im Hintergrund sieht man einen Cryo-Tank mit der Aufschrift „A. Khomeini“. Und ein Sequel wird natürlich auch angeteasert, das dann aber glücklicherweise nicht mehr realisiert wurde.

Nee, hier geht gar nix, bei allem Wohlwollen. Auf die Geschichte wurden wohl maximal fünf Minuten verwendet, THE CHILLING ist dazu noch grausam unansehnlich, die Effekte beschissen, Spannung oder gar Schauder sucht mag ganz vergeblich. Dieser ganze Cryo-Kram hätte ja durchaus Stoff für einen Horrorfilm hergegeben, aber der Schrecken, aus dem Tiefkühlschlaf aufzuwachen und festzstellen, dass nichts mehr so ist wie vorher, hätte definitiv intelligentere Menschen gebraucht als die beiden Filmemacher, deren Regiekarriere nach diesem Rohrkrepierer wenig überraschend schon wieder vorbei war.