Mit ‘Will Ferrell’ getaggte Beiträge

Es gibt gute und schlechte Ideen. Und manche vermeintlich gute Idee entpuppt sich im Nachhinein doch als ziemlich schlecht. CASA DE MI PADRE ist genau so ein Fall:  ein Films, dessen Prämisse auf dem Papier sehr verlockend klingt, der sich dann aber eben wegen dieser Prämisse als ziemlicher Reinfall entpuppt. Will Ferrell zum Spanisch sprechenden Star eines ganz auf Spanisch gedrehten Films zu machen, der vorgibt aus Mexiko zu stammen, in Wahrheit aber nur die theatralische Art des mexikanischen Kinos persifliert, ist sicherlich einer der originelleren Einfälle, die in den vergangenen Jahren aus Hollywood kamen. Leider wird die Idee nicht nur schlecht umgesetzt, CASA DE MI PADRE zeigt auch deutlich, dass einem so ein Konzept auch ziemlich im Weg stehen kann.

Armando Alvarez (Will Ferrell) ist ein einfacher Ranchero und als solcher die personifizierte Enttäuschung für seinen Vater (Pedro Armendariz, jr.). Ganz anders als Armandos Bruder, Raul (Diego Luna), der mit dickem Auto und wunderschöner Verlobter Sonia (Genesis Rodriguez) nach Hause kommt, um die Nachricht zu verkünden, dass er heiraten wird. Aber er hat seinen Erfolg mit Drogengeschäften erreicht, weshalb es zu einer blutigen Auseinandersetzung mit dem Drogenbaron La Onza (Gael Garcia Bernal) kommt, bei der der Papa das Leben lässt. Nun ist es an Armando zu beweisen, dass er ein echter Mann ist …

Piedmonts Film hat zwei ganz große Probleme: 30 Jahre, nachdem Zucker/Abrahams/Zucker mit ihren Spoofs Filmgeschichte schrieben, haftet diesem Genre heute immer etwas Herablassendes an. Vor allem, wenn es sich, wie hier, den vermeintlich urkomischen Charakteristika fremdländischer Filme annimmt – die zudem eher unterstellt als real existierend sind. Da kann man sich noch so sehr darauf rausreden, eine „liebevolle Hommage“ im Sinn zu haben, oder am Ende gar suggerieren, man wolle eigentlich für Toleranz und den Abbau von Vorurteilen werben: Wenn man 90 Minuten lang jedes dieser Vorurteile genüsslich breitgetreten hat – Mexikaner sind dumm, kriminell und schmierig, außerdem hoffnungslose Muttersöhnchen im Gewand des Machos –, ist die Kehrtwende am Ende, so ernst sie auch gemeint sein mag, einfach unglaubwürdig und billig. Die „Unique selling proposition“ von CASA DE MI PADRE, seine komplett spanischen Dialoge, erweisen sich als weiterer Stolperstein, weil sie Ferrell seiner Stärke berauben, absurde Zeilen zu improvisieren. Wenn der initiale Überraschungseffekt weg ist, bleibt eben ein Film auf Spanisch, der auf Englisch genauso gut funktioniert hätte, aber wahrscheinlich witziger gewesen wäre. Wie fehlgeleitet CASA DE MI PADRE tatsächlich ist, zeigt sich daran, dass ich mit zunehmender Laufzeit immer mehr Lust auf einen jener mexikanischen Exploiter bekam, die her vorgeblich verarscht werden. Da hat Piedmonts Film ziemlich viel mit dem fürchterlichen MACHETE gemeinsam, dessen Macher ja auch nicht aufgefallen ist, dass die Filme, die er da angeblich referenziert, alle ganz anders aussehen und zudem viel liebevoller und aufrichtiger sind.

Es bleiben ein paar gelungene Gags, viele schlechte und etliche, die man schon aus besseren Parodien kennt. Als einsame Höhepunkte bleiben die atemberaubend hübsche Genesis Rodriguez und die saftig-blutigen Einschüsse, die an bessere Zeiten erinnern. Umso mehr wünscht man sich, CASA DE MI PADRE sei the real deal, statt fürchterlich sicherer, letztlich kreuzbiederer Spoof.

 

Im 14. Wahlbezirk North Carolians schickt sich der konservative Politiker Cam Brady (Will Ferrell) mangels Konkurrenz an, zum vierten Mal wiedergewählt zu werden. Doch dann bekommt er unerwartete Konkurrenz: Weil die Gebrüder Motch (Dan Aykroyd & John Lithgow), zwei reiche Unternehmer, für ihre Geschäftspläne einen gefügigen Politiker in Nort Carolina brauchen, investieren sie ihr Geld in Marty Huggins (Zach Galifianakis). Der brave, geistig etwas minderbemittelte Sohn eines Geschäftspartners (Brian Cox) wird vom Imageberater Tim Wattler (Dylan McDermott) aufgepeppelt und macht Brady bald arge Probleme. Der Konkurrenzkampf der beiden Kandidaten nimmt bald schon bizarre Züge an. Brady und Huggins beginnen umzudenken – sehr zum Missfallen der Motch-Brüder …

Die Freude über eine neue Komödie mit Will Ferrell nach längerer Abwesenheit (die er mit einem Ein-Personen-Theaterstück zu füllen wusste, in dem er in die Rolle George W. Bushs schlüpfte) wird dadurch geschmälert, dass THE CAMPAIGN als politische Satire und liberale Kritik am kapitalistischen Wahlkampfzirkus reichlich naiv und pauschal daherkommt. Seine Kritik lässt sich am Ende auf das diffuse Gefühl reduzieren, dass „die da oben“ alle gekauft sind und ein guter Politiker doch bitte immer die Wahrheit sagen soll. Das ist ungefähr so differenziert, wie der Schmonzes, der Sido (!) in Stefan Raabs Polittalkshow triumphieren ließ, und eigentlich kaum besser als die Scheinheiligkeit, die man dem Feindbild vorwirft. So muss man den wahrscheinlich ernst gemeinten Background des Films immer ein wenig ausblenden, um gepflegt ablachen zu können – dass Roach eigentlich ausschließlich Standards des Ferrell’schen Humorschaffens bemüht, macht es nicht einfacher. Die Grundidee ist ja nicht verkehrt und wer sich bei Landis‘ TRADING PLACES bedient (der Plan der Motch-Brüder), hat zumindest schonmal Geschmack bewiesen, aber angesichts der Möglichkeiten, muss die Auflösung, bei der alle ihrer Fehler einsehen und der geläuterte korrupte Politiker dem Idealisten freiwillig das Feld überlässt, weil er von dessen moralischer Integrität beeindruckt ist, enttäuschen. Ein Moralist wie Capra (den mein Mitgucker Frank als Vergleich heranzog) kam mit seiner Botschaft unter anderem deshalb weg, weil er seine Geschichten in einem stilisierten Märchen-Amerika ansiedelte: In THE CAMPAIGN stehen der bekannte linksliberale Zynismus und der unheilbare Glaube an eine Welt, in der es nur eines Mannes bedarf, der sich nicht verbiegen lässt, auffallend unvereinbar nebeneinander.

Die Einfalt des Films tritt in einem metergroßen Plothole zutage: Warum die Motches zur Verwirklichung ihrer schmutzigen Pläne überhaupt einen neuen Kandidaten ins Rennen werfen, anstatt ihr Geld gleich auf Brady zu setzen, der doch von Anfang an als Prototyp des käuflichen, karriere- und geldgeilen Politikers gezeichnet wird, kann Roach natürlich nicht erklären. Wäre THE CAMPAIGN „nur“ eine Komödie, wäre das ja alles kein Problem, aber in einem Film, der ein politisches Gewissen vorgibt, sind solche Versäumnisse schlicht peinlich. Die argumentfreie Gesinnungshuberei lasse ich mir dann auch nur gefallen, weil niemand das vernunftunbegabte Kind im erwachsenen, notgeilen Manne so gut drauf hat wie Will Ferrell. ANCHORMAN 2 kann kommen, dann bitte wieder ohne Gesellschaftskritik.

eastbound & down (usa 2008)

Veröffentlicht: August 23, 2010 in Film
Schlagwörter:, , , , , ,

Mit 19 Jahren wird Kenny Powers (Danny McBride) zum Superstar: Völlig unerfahren wird er im Endspiel der World Series im Baseball als Pitcher eingesetzt und wirft das Strikeout, das seinem Team die Meisterschaft einbringt. Doch mit dem kommenden Ruhm kann Powers nicht umgehen: Eh ein streitbarer Charakter, verprellt er sowohl Fans als auch Medien mit seinen Verunglimpfungen, seinem Größenwahn und seiner Söldnermentalität, während seine Leistungen kontinuierlich schlechter werden. Als ihm dann auch noch ein Steroid-Skandal in die Quere kommt, ist seine Laufbahn beendet: Mit Mitte 30, Drogenproblemen und völlig außer Form findet sich Powers mittellos als Untermieter im Haus seines Bruders Dustin (John Hawkes) und dessen Familie wieder. Sein Geld verdient er als Sportlehrer an der Schule, an der auch seine ehemalige Highschool-Flamme April (Katy Mixon) arbeitet. Doch Kenny denkt nicht daran, sich mit dem Durchschnitt abzugeben: Er will mittelfristig nicht nur April zurückerobern, sondern auch zurück in die Major League … 

Unter anderem produziert von Komödienstar Will Ferrell (der auch die Rolle des schleimigen BMW-Händlers Ashley Schaeffer spielt) und Adam McKay, Regisseur der Ferrell-Hits ANCHORMAN, TALLADEGA NIGHTS und STEP BROTHERS, gliedert sich EASTBOUND & DOWN auf den ersten Blick fast nahtlos in deren bisheriges Oeuvre ein. Wie die genannten Filme widmet sich EASTBOUND & DOWN einer skurrilen Figur, die von Mitautor Danny McBride mit grässlicher Vokuhila-Figur, Südstaatenakzent und Bierwampe zum Leben erweckt wird. Weil das Ganze eine Produktion des Bezahlkanals HBO ist, darf man sich auf nackte Tatsachen, mit Vulgaritäten gepfefferte Dialoge und anderen „explicit content“ freuen, die jedoch längst nicht nur den Status oberflächlicher Kosmetik innehaben: Sie markieren vielmehr eine Verschiebung vom zwar in der Realität gründenden, aber dennoch eher harmlosen Quatsch der oben genannten Filme hin zur erwachsenen Tragikomödie. Die Sichtung der sechs 25-minütigen Folgen der ersten Staffel ist dann auch mit der ein oder anderen Irritation verbunden. Denn auch wenn die Komödienhistorie reich an eigentlich unsympathischen Hauptfiguren ist, die dem Zuschauer gegen jede Vernunft aufgezwungen werden und diesem seine Identifikation förmlich abringen müssen, so stellt Kenny Powers sicherlich einen Extremfall dieses Typus dar: Er ist dumm, arrogant, eingebildet, selbstverliebt, vulgär, rassistisch, verantwortungslos, selbstmitleidig, unverschämt, undankbar, unbeherrscht und schlicht und ergreifend peinlich mit seiner Frisur, seinem auf Rebell getrimmten Outfit und seinem ganzen unflätigen Benehmen. Die Entwicklung, die er durchmachen muss, um die Geschichte einem (guten?) Ende zuzuführen, ist jedoch nicht wie sonst üblich mit Selbsterkenntnis und einer anschließenden persönlichen Wandlung verbunden: EASTBOUND & DOWN widmet sich vielmehr einem Mann, der in der Lage ist, jede Situation so zu deuten, dass die anderen Schuld sind und er so bleiben kann wie er ist. Das erinnert jedoch nur selten an die Übungen in Sachen Fremdscham, die in den letzten Jahren so in Mode gekommen sind, stattdessen stellt sich bald Mitleid mit diesem Narren ein, der als ungebildeter Klotz ja auch Opfer einer Maschinerie geworden ist, die er mit seinen begrenzten Mitteln gar nicht verstehen kann. Baseball ist hier sicherlich nicht willkürlich als Powers‘ Sportart gewählt worden: Anders als in den anderen populären US-Sportarten kann sich der Ruhm im Baseball mit einem einzigen Wurf einstellen und das Vorurteil, dass Baseball der Sport ungebildeter Weißer sei, hält sich ebenfalls so hartnäckig, dass man es nicht als vollkommen aus der Luft gegriffen bezeichnen möchte. Insofern widmet sich EASTBOUND & DOWN fast schon einem gesellschaftlichen Problem: Was passiert mit diesen Leuten, wenn sie sich als nicht geeignet für das nach streng wirtschaftlichen Kriterien operierende System „Profisport“ erweisen? Wie ergeht es einem, der plötzlich eine Persona non Grata ist, nachdem ihm zuvor Abertausende zugejubelt haben? Wenn man für alle Mitmenschen als Versager gilt, als einer, der zu deumm war? Kann man ein Leben als Popstar einfach ad acta legen und in einem 9-to-5-Job neu anfangen als wäre nichts gewesen? Wenn man doch gleichzeitig von allen anderen nicht als normale Person, sondern eben als Ex-Superstar betrachtet wird?

Diese Aspekte hieven EASTBOUND & DOWN eindeutig über den Status einer normalen Komödie, auch wenn die Serie über weite Strecken so tut als sei sie nicht mehr als das. Dies macht die Einordnung manchmal schwer, denn einige Plotlines strapazieren den Goodwill des Zuschauers etwas über: die Liebegeschichte zwischen Kenny und April etwa. Dass eine attraktive und gebildete Frau etwas an diesem selbstbesessenen Arschloch findet, will sich nicht unmittelbar erschließen. Ein Urteil fällt nach sechs Episoden auch deshalb ziemlich schwer, weil noch nicht eindeutig abzusehen ist, welchen Weg die Serie und mit ihr Kenny Powers nehmen werden. Wird er sich mit der Realität abfinden müssen, nachdem alle Versuche zur Rückkehr in den Profisport gescheitert sind? Wird er wider jede Vernunft das Wunder schaffen und an seine früheren Erfolge anknüpfen können? Es ist nicht wenig erstaunlich, dass sich diese Fragen überhaupt stellen, wenn man bedenkt, wie formelhaft das Gerne der Komödie doch für gewöhnlich abläuft. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die zweite Staffel, die hoffentlich Antwort auf die Frage geben wird, ob man EASTBOUND & DOWN als konzeptionellen Geniestreich oder doch nur als harmlose Komödie mit unangenehm zynischen Untertönen im Gedächtnis behalten wird. Bis jetzt bin ich bereit, sie als gelungenen Spaß einzuordnen.

Der namhafte Dr. Rick Marshall (Will Ferrell) wurde für seine Behauptung, Zeit- und Dimensionsreisen möglich machen zu können, einst zur nationalen Lachnummer. Zu Unrecht: Denn seine Maschine funktioniert wirklich, wie er, seine Assistentin Holly (Anna Friel) und Will (Danny McBride), der gammlige Leiter einer miesen Touristenfalle, bald schon feststellen müssen, als sie sich in eine Dimension versetzt sehen, in der Zukunft und Vergangenheit aufeinanderprallen. Doch wie kommen sie zurück?

LAND OF THE LOST ist die Verfilmung einer alten Science-Fiction-Serie, die mir leider (?) unbekannt ist. Inwieweit Silberling mit seinem Film den Spirit der Serie trifft, kann ich demzufolge nicht beurteilen, vermute aber, dass die Schwächen des Films genau darauf zurückgehen; dass man sich nicht recht entscheiden konnte, ob man nun ein zeitgemäßes Update, eine Parodie oder eine den Trashappeal der Serie hofierende Hommage produzieren wollte. So ist der Film zwar durchweg unterhaltsam und kurzweilig, aber auch irgendwie seltsam unentschlossen: Da stehen moderne CGI-Effekte neben absichtlich billigen Gummikostümen und jugendfreies Entertainment neben anstößigem Frat-Boy-Humor, der ganze Spuk ist überaus schnell vorbei und hinterlässt nur wenig bleibende Eindrücke. Will Ferrells zwei, drei wirklich gute Szenen hieven den Film knapp über den Status der Belanglosigkeit, Danny McBride gibt einen guten Sidekick ab, es gibt insgesamt nicht wirklich etwas zu meckern. Aber ich vermute, dass mit einem anderen Regisseur als Brad CASPER Silberling etwas mehr drin gewesen wäre. Richtig erstklassig sind eigentlich nur die abschließenden, wunderschön animierten Credits, für die die ganze Mühe draufgegangen zu sein scheint, die man für den Film selbst nicht mehr aufbringen wollte.

step brothers (adam mckay, usa 2008)

Veröffentlicht: September 29, 2009 in Film
Schlagwörter:, , ,

Zweitsichtung. Auch über diesen Film habe ich bereits etwas geschrieben, kann meinen Eindruck von damals hier im Gegensatz zum vorigen Text jedoch vollends bekräftigen, sogar mehr als das, denn das, was ich damals noch kritisiert hatte, hat mich diesmal überhaupt nicht mehr gestört. Die Prämisse – zwei verwöhnte 40-jährige Söhne, die nie die Teenagerzeit hinter sich gelassen haben, nach der Heirat ihrer alleinstehenden Eltern plötzlich Stiefbrüder sind und darüber in einen erbitterten Zickenkrieg geraten – ist so herrlich bescheuert und von den beiden idealbesetzten Hauptdarstellern John C. Reilly und Will Ferrell so brillant umgesetzt, dass man den Film einfach lieben muss. Die beknackten Ideen nehmen kein Ende und berücksichtigt man die Deleted Scenes, die das hohe Niveau des Films in zwei Szenen sogar noch toppen, so kommt man nicht umhin, hier ganz fest die Daumen für ein Sequel zu drücken.

semi-pro (kent alterman, usa 2008)

Veröffentlicht: September 1, 2008 in Film
Schlagwörter:, , , ,

Der alternde Basketballspieler Jackie Moon (Will Ferrell) war einmal ein großer Star, der mit dem Song „Love me sexy“ sogar den Sprung in die Charts schaffte. In der Arbeiterstadt Flint, Michigan, ist er immer noch ein Held, auch wenn sich für seine Manschaft, die Flint Tropics, für die er als Besitzer, Manager, promoter, Trainer und Spieler tätig ist, kaum noch jemand interessiert. Und nun steht sein Lebenswerk vor einem unrühmlichen Ende: Die Liga soll aufgelöst, die vier besten Teams in die größere NBA verschoben werden. Für die Tropics beginnt damit ein erbitterter Kampf um die Punkte …

SEMI-PRO krankt an einer Tatsache: Nämlich der, dass er unverkennbar als Vehikel für seinen Hauptdarsteller konzipiert wurde. Will Ferrell ist wohl einer der beliebtesten wie auch erfolgreichsten amerikanischen Komödianten, doch auch einem ausgewiesenen Fan wie mir entgeht kaum, dass seine Masche in SEMI-PRO (und auch schon in BLADES OF GLORY) mittlerweile ziemliche Abnutzungserscheinungen aufweist. Dies ist wohl auch den Machern nicht entgangen, denn mehr als in anderen Ferrell-Komödien bemühte man sich gleichzeitig um glaubwürdige Nebencharaktere und einen ebensolchen Plot. Die Story um die Gurkentruppe aus Flint erinnert natürlich an zahllose Sportfilme, besonders aber an George Roy Hills sozialkritischen SLAPSHOT. Es ist vor allem eine sich rapide verändernde Geschäftswelt, die das Ende der Tropics herbeiführt.  Das Engagement auf dem Platz reicht nicht mehr aus, Sport soll auch Show sein. Moon hat dies verinnerlicht, lockt die Gäste mit Showeinlagen, Stunts und Bärenkämpfen in die Sporthalle, bleibt dabei aber stets der unbeholfene Provinzclown. Bitterkeit und Zynismus wie im großen Vorbild bleiben zwar aus, trotzdem ist Alterman eine schöne Underdog-Geschichte gelungen, die trotz ihrer Situierung im Jahr 1976 kaum Zweifel an ihrer Aktualität lässt, aber ohne ihren eigentlichen Star vielleicht sogar noch besser geworden wäre. Woody Harrelson gibt als Ex-Champion Ed Monix eine echte Glanzvorstellung ab, die belegt, dass er in Hollywood absolut unterbeschäftigt wird, und auch Andre Benjamin (Andre 3000 von OutCast) weiß zu gefallen. Damit mich niemand falsch versteht: Will Ferrell ist nach wie vor lustig, seine Kapriolen gefallen mir immer noch und SEMI-PR ist wahrlich kein schlechter Film. Nur ist seine Rezeptur nicht ganz gelungen: Ferrells groteske Humoreinlagen und das Drama um den vom Pleitegeier verfolgen Club passen einfach nicht zusammen, hebeln sich gegenseitig aus.