Mit ‘Will Ferrell’ getaggte Beiträge

Der namhafte Dr. Rick Marshall (Will Ferrell) wurde für seine Behauptung, Zeit- und Dimensionsreisen möglich machen zu können, einst zur nationalen Lachnummer. Zu Unrecht: Denn seine Maschine funktioniert wirklich, wie er, seine Assistentin Holly (Anna Friel) und Will (Danny McBride), der gammlige Leiter einer miesen Touristenfalle, bald schon feststellen müssen, als sie sich in eine Dimension versetzt sehen, in der Zukunft und Vergangenheit aufeinanderprallen. Doch wie kommen sie zurück?

LAND OF THE LOST ist die Verfilmung einer alten Science-Fiction-Serie, die mir leider (?) unbekannt ist. Inwieweit Silberling mit seinem Film den Spirit der Serie trifft, kann ich demzufolge nicht beurteilen, vermute aber, dass die Schwächen des Films genau darauf zurückgehen; dass man sich nicht recht entscheiden konnte, ob man nun ein zeitgemäßes Update, eine Parodie oder eine den Trashappeal der Serie hofierende Hommage produzieren wollte. So ist der Film zwar durchweg unterhaltsam und kurzweilig, aber auch irgendwie seltsam unentschlossen: Da stehen moderne CGI-Effekte neben absichtlich billigen Gummikostümen und jugendfreies Entertainment neben anstößigem Frat-Boy-Humor, der ganze Spuk ist überaus schnell vorbei und hinterlässt nur wenig bleibende Eindrücke. Will Ferrells zwei, drei wirklich gute Szenen hieven den Film knapp über den Status der Belanglosigkeit, Danny McBride gibt einen guten Sidekick ab, es gibt insgesamt nicht wirklich etwas zu meckern. Aber ich vermute, dass mit einem anderen Regisseur als Brad CASPER Silberling etwas mehr drin gewesen wäre. Richtig erstklassig sind eigentlich nur die abschließenden, wunderschön animierten Credits, für die die ganze Mühe draufgegangen zu sein scheint, die man für den Film selbst nicht mehr aufbringen wollte.

step brothers (adam mckay, usa 2008)

Veröffentlicht: September 29, 2009 in Film
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Zweitsichtung. Auch über diesen Film habe ich bereits etwas geschrieben, kann meinen Eindruck von damals hier im Gegensatz zum vorigen Text jedoch vollends bekräftigen, sogar mehr als das, denn das, was ich damals noch kritisiert hatte, hat mich diesmal überhaupt nicht mehr gestört. Die Prämisse – zwei verwöhnte 40-jährige Söhne, die nie die Teenagerzeit hinter sich gelassen haben, nach der Heirat ihrer alleinstehenden Eltern plötzlich Stiefbrüder sind und darüber in einen erbitterten Zickenkrieg geraten – ist so herrlich bescheuert und von den beiden idealbesetzten Hauptdarstellern John C. Reilly und Will Ferrell so brillant umgesetzt, dass man den Film einfach lieben muss. Die beknackten Ideen nehmen kein Ende und berücksichtigt man die Deleted Scenes, die das hohe Niveau des Films in zwei Szenen sogar noch toppen, so kommt man nicht umhin, hier ganz fest die Daumen für ein Sequel zu drücken.

semi-pro (kent alterman, usa 2008)

Veröffentlicht: September 1, 2008 in Film
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Der alternde Basketballspieler Jackie Moon (Will Ferrell) war einmal ein großer Star, der mit dem Song „Love me sexy“ sogar den Sprung in die Charts schaffte. In der Arbeiterstadt Flint, Michigan, ist er immer noch ein Held, auch wenn sich für seine Manschaft, die Flint Tropics, für die er als Besitzer, Manager, promoter, Trainer und Spieler tätig ist, kaum noch jemand interessiert. Und nun steht sein Lebenswerk vor einem unrühmlichen Ende: Die Liga soll aufgelöst, die vier besten Teams in die größere NBA verschoben werden. Für die Tropics beginnt damit ein erbitterter Kampf um die Punkte …

SEMI-PRO krankt an einer Tatsache: Nämlich der, dass er unverkennbar als Vehikel für seinen Hauptdarsteller konzipiert wurde. Will Ferrell ist wohl einer der beliebtesten wie auch erfolgreichsten amerikanischen Komödianten, doch auch einem ausgewiesenen Fan wie mir entgeht kaum, dass seine Masche in SEMI-PRO (und auch schon in BLADES OF GLORY) mittlerweile ziemliche Abnutzungserscheinungen aufweist. Dies ist wohl auch den Machern nicht entgangen, denn mehr als in anderen Ferrell-Komödien bemühte man sich gleichzeitig um glaubwürdige Nebencharaktere und einen ebensolchen Plot. Die Story um die Gurkentruppe aus Flint erinnert natürlich an zahllose Sportfilme, besonders aber an George Roy Hills sozialkritischen SLAPSHOT. Es ist vor allem eine sich rapide verändernde Geschäftswelt, die das Ende der Tropics herbeiführt.  Das Engagement auf dem Platz reicht nicht mehr aus, Sport soll auch Show sein. Moon hat dies verinnerlicht, lockt die Gäste mit Showeinlagen, Stunts und Bärenkämpfen in die Sporthalle, bleibt dabei aber stets der unbeholfene Provinzclown. Bitterkeit und Zynismus wie im großen Vorbild bleiben zwar aus, trotzdem ist Alterman eine schöne Underdog-Geschichte gelungen, die trotz ihrer Situierung im Jahr 1976 kaum Zweifel an ihrer Aktualität lässt, aber ohne ihren eigentlichen Star vielleicht sogar noch besser geworden wäre. Woody Harrelson gibt als Ex-Champion Ed Monix eine echte Glanzvorstellung ab, die belegt, dass er in Hollywood absolut unterbeschäftigt wird, und auch Andre Benjamin (Andre 3000 von OutCast) weiß zu gefallen. Damit mich niemand falsch versteht: Will Ferrell ist nach wie vor lustig, seine Kapriolen gefallen mir immer noch und SEMI-PR ist wahrlich kein schlechter Film. Nur ist seine Rezeptur nicht ganz gelungen: Ferrells groteske Humoreinlagen und das Drama um den vom Pleitegeier verfolgen Club passen einfach nicht zusammen, hebeln sich gegenseitig aus.