Mit ‘Will Ferrell’ getaggte Beiträge

eastbound & down (usa 2008)

Veröffentlicht: August 23, 2010 in Film
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Mit 19 Jahren wird Kenny Powers (Danny McBride) zum Superstar: Völlig unerfahren wird er im Endspiel der World Series im Baseball als Pitcher eingesetzt und wirft das Strikeout, das seinem Team die Meisterschaft einbringt. Doch mit dem kommenden Ruhm kann Powers nicht umgehen: Eh ein streitbarer Charakter, verprellt er sowohl Fans als auch Medien mit seinen Verunglimpfungen, seinem Größenwahn und seiner Söldnermentalität, während seine Leistungen kontinuierlich schlechter werden. Als ihm dann auch noch ein Steroid-Skandal in die Quere kommt, ist seine Laufbahn beendet: Mit Mitte 30, Drogenproblemen und völlig außer Form findet sich Powers mittellos als Untermieter im Haus seines Bruders Dustin (John Hawkes) und dessen Familie wieder. Sein Geld verdient er als Sportlehrer an der Schule, an der auch seine ehemalige Highschool-Flamme April (Katy Mixon) arbeitet. Doch Kenny denkt nicht daran, sich mit dem Durchschnitt abzugeben: Er will mittelfristig nicht nur April zurückerobern, sondern auch zurück in die Major League … 

Unter anderem produziert von Komödienstar Will Ferrell (der auch die Rolle des schleimigen BMW-Händlers Ashley Schaeffer spielt) und Adam McKay, Regisseur der Ferrell-Hits ANCHORMAN, TALLADEGA NIGHTS und STEP BROTHERS, gliedert sich EASTBOUND & DOWN auf den ersten Blick fast nahtlos in deren bisheriges Oeuvre ein. Wie die genannten Filme widmet sich EASTBOUND & DOWN einer skurrilen Figur, die von Mitautor Danny McBride mit grässlicher Vokuhila-Figur, Südstaatenakzent und Bierwampe zum Leben erweckt wird. Weil das Ganze eine Produktion des Bezahlkanals HBO ist, darf man sich auf nackte Tatsachen, mit Vulgaritäten gepfefferte Dialoge und anderen „explicit content“ freuen, die jedoch längst nicht nur den Status oberflächlicher Kosmetik innehaben: Sie markieren vielmehr eine Verschiebung vom zwar in der Realität gründenden, aber dennoch eher harmlosen Quatsch der oben genannten Filme hin zur erwachsenen Tragikomödie. Die Sichtung der sechs 25-minütigen Folgen der ersten Staffel ist dann auch mit der ein oder anderen Irritation verbunden. Denn auch wenn die Komödienhistorie reich an eigentlich unsympathischen Hauptfiguren ist, die dem Zuschauer gegen jede Vernunft aufgezwungen werden und diesem seine Identifikation förmlich abringen müssen, so stellt Kenny Powers sicherlich einen Extremfall dieses Typus dar: Er ist dumm, arrogant, eingebildet, selbstverliebt, vulgär, rassistisch, verantwortungslos, selbstmitleidig, unverschämt, undankbar, unbeherrscht und schlicht und ergreifend peinlich mit seiner Frisur, seinem auf Rebell getrimmten Outfit und seinem ganzen unflätigen Benehmen. Die Entwicklung, die er durchmachen muss, um die Geschichte einem (guten?) Ende zuzuführen, ist jedoch nicht wie sonst üblich mit Selbsterkenntnis und einer anschließenden persönlichen Wandlung verbunden: EASTBOUND & DOWN widmet sich vielmehr einem Mann, der in der Lage ist, jede Situation so zu deuten, dass die anderen Schuld sind und er so bleiben kann wie er ist. Das erinnert jedoch nur selten an die Übungen in Sachen Fremdscham, die in den letzten Jahren so in Mode gekommen sind, stattdessen stellt sich bald Mitleid mit diesem Narren ein, der als ungebildeter Klotz ja auch Opfer einer Maschinerie geworden ist, die er mit seinen begrenzten Mitteln gar nicht verstehen kann. Baseball ist hier sicherlich nicht willkürlich als Powers‘ Sportart gewählt worden: Anders als in den anderen populären US-Sportarten kann sich der Ruhm im Baseball mit einem einzigen Wurf einstellen und das Vorurteil, dass Baseball der Sport ungebildeter Weißer sei, hält sich ebenfalls so hartnäckig, dass man es nicht als vollkommen aus der Luft gegriffen bezeichnen möchte. Insofern widmet sich EASTBOUND & DOWN fast schon einem gesellschaftlichen Problem: Was passiert mit diesen Leuten, wenn sie sich als nicht geeignet für das nach streng wirtschaftlichen Kriterien operierende System „Profisport“ erweisen? Wie ergeht es einem, der plötzlich eine Persona non Grata ist, nachdem ihm zuvor Abertausende zugejubelt haben? Wenn man für alle Mitmenschen als Versager gilt, als einer, der zu deumm war? Kann man ein Leben als Popstar einfach ad acta legen und in einem 9-to-5-Job neu anfangen als wäre nichts gewesen? Wenn man doch gleichzeitig von allen anderen nicht als normale Person, sondern eben als Ex-Superstar betrachtet wird?

Diese Aspekte hieven EASTBOUND & DOWN eindeutig über den Status einer normalen Komödie, auch wenn die Serie über weite Strecken so tut als sei sie nicht mehr als das. Dies macht die Einordnung manchmal schwer, denn einige Plotlines strapazieren den Goodwill des Zuschauers etwas über: die Liebegeschichte zwischen Kenny und April etwa. Dass eine attraktive und gebildete Frau etwas an diesem selbstbesessenen Arschloch findet, will sich nicht unmittelbar erschließen. Ein Urteil fällt nach sechs Episoden auch deshalb ziemlich schwer, weil noch nicht eindeutig abzusehen ist, welchen Weg die Serie und mit ihr Kenny Powers nehmen werden. Wird er sich mit der Realität abfinden müssen, nachdem alle Versuche zur Rückkehr in den Profisport gescheitert sind? Wird er wider jede Vernunft das Wunder schaffen und an seine früheren Erfolge anknüpfen können? Es ist nicht wenig erstaunlich, dass sich diese Fragen überhaupt stellen, wenn man bedenkt, wie formelhaft das Gerne der Komödie doch für gewöhnlich abläuft. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die zweite Staffel, die hoffentlich Antwort auf die Frage geben wird, ob man EASTBOUND & DOWN als konzeptionellen Geniestreich oder doch nur als harmlose Komödie mit unangenehm zynischen Untertönen im Gedächtnis behalten wird. Bis jetzt bin ich bereit, sie als gelungenen Spaß einzuordnen.

Der namhafte Dr. Rick Marshall (Will Ferrell) wurde für seine Behauptung, Zeit- und Dimensionsreisen möglich machen zu können, einst zur nationalen Lachnummer. Zu Unrecht: Denn seine Maschine funktioniert wirklich, wie er, seine Assistentin Holly (Anna Friel) und Will (Danny McBride), der gammlige Leiter einer miesen Touristenfalle, bald schon feststellen müssen, als sie sich in eine Dimension versetzt sehen, in der Zukunft und Vergangenheit aufeinanderprallen. Doch wie kommen sie zurück?

LAND OF THE LOST ist die Verfilmung einer alten Science-Fiction-Serie, die mir leider (?) unbekannt ist. Inwieweit Silberling mit seinem Film den Spirit der Serie trifft, kann ich demzufolge nicht beurteilen, vermute aber, dass die Schwächen des Films genau darauf zurückgehen; dass man sich nicht recht entscheiden konnte, ob man nun ein zeitgemäßes Update, eine Parodie oder eine den Trashappeal der Serie hofierende Hommage produzieren wollte. So ist der Film zwar durchweg unterhaltsam und kurzweilig, aber auch irgendwie seltsam unentschlossen: Da stehen moderne CGI-Effekte neben absichtlich billigen Gummikostümen und jugendfreies Entertainment neben anstößigem Frat-Boy-Humor, der ganze Spuk ist überaus schnell vorbei und hinterlässt nur wenig bleibende Eindrücke. Will Ferrells zwei, drei wirklich gute Szenen hieven den Film knapp über den Status der Belanglosigkeit, Danny McBride gibt einen guten Sidekick ab, es gibt insgesamt nicht wirklich etwas zu meckern. Aber ich vermute, dass mit einem anderen Regisseur als Brad CASPER Silberling etwas mehr drin gewesen wäre. Richtig erstklassig sind eigentlich nur die abschließenden, wunderschön animierten Credits, für die die ganze Mühe draufgegangen zu sein scheint, die man für den Film selbst nicht mehr aufbringen wollte.

step brothers (adam mckay, usa 2008)

Veröffentlicht: September 29, 2009 in Film
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Zweitsichtung. Auch über diesen Film habe ich bereits etwas geschrieben, kann meinen Eindruck von damals hier im Gegensatz zum vorigen Text jedoch vollends bekräftigen, sogar mehr als das, denn das, was ich damals noch kritisiert hatte, hat mich diesmal überhaupt nicht mehr gestört. Die Prämisse – zwei verwöhnte 40-jährige Söhne, die nie die Teenagerzeit hinter sich gelassen haben, nach der Heirat ihrer alleinstehenden Eltern plötzlich Stiefbrüder sind und darüber in einen erbitterten Zickenkrieg geraten – ist so herrlich bescheuert und von den beiden idealbesetzten Hauptdarstellern John C. Reilly und Will Ferrell so brillant umgesetzt, dass man den Film einfach lieben muss. Die beknackten Ideen nehmen kein Ende und berücksichtigt man die Deleted Scenes, die das hohe Niveau des Films in zwei Szenen sogar noch toppen, so kommt man nicht umhin, hier ganz fest die Daumen für ein Sequel zu drücken.

semi-pro (kent alterman, usa 2008)

Veröffentlicht: September 1, 2008 in Film
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Der alternde Basketballspieler Jackie Moon (Will Ferrell) war einmal ein großer Star, der mit dem Song „Love me sexy“ sogar den Sprung in die Charts schaffte. In der Arbeiterstadt Flint, Michigan, ist er immer noch ein Held, auch wenn sich für seine Manschaft, die Flint Tropics, für die er als Besitzer, Manager, promoter, Trainer und Spieler tätig ist, kaum noch jemand interessiert. Und nun steht sein Lebenswerk vor einem unrühmlichen Ende: Die Liga soll aufgelöst, die vier besten Teams in die größere NBA verschoben werden. Für die Tropics beginnt damit ein erbitterter Kampf um die Punkte …

SEMI-PRO krankt an einer Tatsache: Nämlich der, dass er unverkennbar als Vehikel für seinen Hauptdarsteller konzipiert wurde. Will Ferrell ist wohl einer der beliebtesten wie auch erfolgreichsten amerikanischen Komödianten, doch auch einem ausgewiesenen Fan wie mir entgeht kaum, dass seine Masche in SEMI-PRO (und auch schon in BLADES OF GLORY) mittlerweile ziemliche Abnutzungserscheinungen aufweist. Dies ist wohl auch den Machern nicht entgangen, denn mehr als in anderen Ferrell-Komödien bemühte man sich gleichzeitig um glaubwürdige Nebencharaktere und einen ebensolchen Plot. Die Story um die Gurkentruppe aus Flint erinnert natürlich an zahllose Sportfilme, besonders aber an George Roy Hills sozialkritischen SLAPSHOT. Es ist vor allem eine sich rapide verändernde Geschäftswelt, die das Ende der Tropics herbeiführt.  Das Engagement auf dem Platz reicht nicht mehr aus, Sport soll auch Show sein. Moon hat dies verinnerlicht, lockt die Gäste mit Showeinlagen, Stunts und Bärenkämpfen in die Sporthalle, bleibt dabei aber stets der unbeholfene Provinzclown. Bitterkeit und Zynismus wie im großen Vorbild bleiben zwar aus, trotzdem ist Alterman eine schöne Underdog-Geschichte gelungen, die trotz ihrer Situierung im Jahr 1976 kaum Zweifel an ihrer Aktualität lässt, aber ohne ihren eigentlichen Star vielleicht sogar noch besser geworden wäre. Woody Harrelson gibt als Ex-Champion Ed Monix eine echte Glanzvorstellung ab, die belegt, dass er in Hollywood absolut unterbeschäftigt wird, und auch Andre Benjamin (Andre 3000 von OutCast) weiß zu gefallen. Damit mich niemand falsch versteht: Will Ferrell ist nach wie vor lustig, seine Kapriolen gefallen mir immer noch und SEMI-PR ist wahrlich kein schlechter Film. Nur ist seine Rezeptur nicht ganz gelungen: Ferrells groteske Humoreinlagen und das Drama um den vom Pleitegeier verfolgen Club passen einfach nicht zusammen, hebeln sich gegenseitig aus.