Mit ‘WIlliam Wesley’ getaggte Beiträge

scarecrows (william wesley, usa 1988)

Veröffentlicht: April 29, 2011 in Film
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Nach dem Überfall auf eine Militärbasis flieht die fünfköpfige Räuberbande mit der Beute von 3,5 Millionen Dollar und einem entführten Flugzeug. Als einer von ihnen mit dem Geld über einem Feld abspringt, zwingt er die anderen damit ebenfalls zur Landung. Erzürnt machen sie sich auf die Suche nach dem Verräter, doch der muss sich bereits mit einem gefährlicheren Gegner herumschlagen …

Dem hübschen SCARECROWS hat man bei seiner Vermarktung in Deutschland alle nur erdenklichen Knüppel zwischen die Beine geworfen, damit er hier bloß nicht sein Publikum findet: Erst wurde er von jeglicher Gewalt befreit, dann auf den nichtssagenden Titel PARATROOPER getauft und sein Cover schließlich mit einem dazu passenden Söldnermotiv verziert, wahrscheinlich um damit ahnungslose Actionfans zu ködern, die sich nach Ansicht des Films fürchterlich verprellt gefühlt haben müssen. Dabei hätte SCARECROWS durchaus etwas mehr Anerkennung verdient, denn die Geschichte, die Wesley in knapp 75 Minuten erzählt, ist originell und seine Schwächen sind leicht zu verschmerzen, weil solche kompakten kleinen Filme, die ihren Stiefel eiskalt runterspielen, ohne sich zu verzetteln, einfach viel zu selten sind.

Strukturell erinnert SCARECROWS am ehesten an eine Folge der seligen TALES FROM THE CRYPT-Reihe: Der Plot ist denkbar einfach und lässt sich am ehesten als Schuld-und-Sühne-Parabel oder Crime-does-not-pay-Warnfabel lesen und wird angetrieben von einem singulären Bild, der lebendigen Vogelscheuche. Wesley hat einige Schwierigkeiten, seinen Kurzgeschichten-Plot auf 75 Minuten auszudehnen, sodass es zwischendurch mal ein bisschen langweilig wird, ein größeres und grundsätzlicheres Problem besteht darin, dass es keinen echten Protagonisten gibt, mit dem der Zuschauer mitfiebern könnte. Sympathisch ist keiner der fünf Räuber, was den Impact des Films doch erheblich beeinträchtigt. Dafür gibt es aber eben einen atmosphärisch dichten Horrorfilm, der zum einen mit einem Monster aufwarten kann, das man nicht schon tausendmal gesehen hat, zum anderen keinerlei Anstalten macht, alles kaputtzuerklären, wie so viele Horrorfilme in den letzten Jahren. SCARECROWS entlässt einen dann trotz aller Leichtigkeit doch mit einem ziemlich mulmigen Gefühl. Wer weiß denn schon, was da draußen alles lauert …