Mit ‘William Zabka’ getaggte Beiträge

Erstaunlich, wie aktuell ausgerechnet diese Teeniekomödie aus den Achtzigern – nicht unbedingt ein Genre, das für fortschrittliche Ideen bekannt ist – über 30 Jahre nach ihrer Entstehung anmutet. Die hübsche Terri (Joyce Hyser) hat alles: einen anbetungswürdigen Freund mit tollem Sportwagen (Leigh INFERNO McCloskey), einen heißen body und jede Menge Verehrer. Doch ihrem echten Traum macht ihr Lehrer einen Strich durch die Rechnung: Ihr Zeitungsartikel, von dem sie sich einen Praktikumsplatz bei der lokalen Zeitung versprochen hat, findet seine Zustimmung nicht, stattdessen wählt er drei Jungs aus. Ihren Ärger versucht er damit abzubügeln, dass sie ja als hübsches Mädchen auch Model werden könne. Terri ist empört und schmiedet einen Plan. Sie wird als Junge Terry erneut an dem Wettbewerb teilnehmen. Im Außenseiter Rick (Clayton Rohner) findet sie einen Freund – in den sie sich dann allerdings verliebt …

JUST ONE OF THE GUYS ist leider nicht in den Kanon der Teeniekomödien eingegangen, die Menschen in meinem Alter heute mit seligen Erinnerungen verbinden. Für den ganz großen Hit fehlte zunächst einmal die Kinoauswertung, denn Gottliebs Film wurde unter dem Titel LASS MICH MAL RAN! – ALS JUNGE IST SIE SPITZE gleich auf Video verwertet. Vermutlich traute man dem Braten hierzulande nicht: keine großen Stars (obwohl die Besetzung sehr charmant ist), kein Hitsoundtrack, keine ikonischen Szenen, Bilder und Momente, in denen der Eighties-Zeitgeist und das Lebensgefühl der damaligen Jugend zu perfekten Momentaufnahmen kristallisierten. Tatsächlich wirkt JUST ONE OF THE GUYS gerade in jenen Szenen, in denen er versucht, den Vorbildern nachzueifern, bemüht und steif. Die beiden geeks, die in Außerirdischensprache quaken (einer davon Arye Gros), der Nerd, der ständig ein neues Reptil mit sich führt: Das ist ganz putzig, aber eben auch etwas gewollt. Der Film hat solche Zoten eigentlich gar nicht nötig, weil er den zentralen Konflikt sehr glaubhaft und mit viel Gefühl inszeniert und sich dabei auf sympathische Figuren verlassen kann. Terri ist keine hübsche, aber stinklangweilige Prinzessin, ihr Rick kein schleimiger Prince Charming und sogar die sonst oft kreuzpeinliche Geschlechterwandlung funktioniert hier sehr gut. Für die meisten Gags sorgt Billy Jayne als Terris notgeiler, pubertierender Bruder, der sich auf der Jagd nach willigen Mädchen für nichts zu schade ist („horny will kick embarassment’s ass every time“) und mit seinen herrlichen One-linern fast schon den Philosophenstatus von Bill Murrays groundskeeper Carl aus CADDYSHACK oder Clint Howards Eaglebauer aus ROCK’N’ROLL HIGH SCHOOL heranreicht. Am schönsten ist sicherlich die Szene, in der er seiner Schwester die verschiedenen Arten beibringt, wie man sich gepflegt am Sack kratzt.

Etwas weniger gut kommt William Zabka weg, der noch einmal seine Arschloch-Rolle aus THE KARATE KID wiederholen darf und vom Drehbuch tatsächlich keine einzige positive Eigenschaft abbekommen hat. Wie am Ende mit ihm abgerechnet wird, ist dann der einzige echte Wermutstropfen: Man hätte ihm eine Läuterung gewünscht oder zumindest eine Erkenntnis, die ihn vor der totalen Demütigung bewahrt, aber dazu konnte man sich dann wohl nicht mehr durchringen. Schade, denn es hätte sehr gut in diesen ansonsten sehr schönen, warmherzigen und lebensnahen Film gepasst, der allzu krasse Schwarzweißmalerei vermeidet und eigentlich allen Figuren eine Chance gibt, sich zu beweisen. Den Mangel an „ikonischen“ Bildern kann man daher durchaus positiv wenden: Alles das, was in anderen Teeniekomödien oft überzogen und plastikhaft daherkommt, wirjt in JUST ONE OF THE GUYS sehr authentisch. Das macht ihn sehenswert. Und wem das nicht reicht: TWIN PEAKS-Star Sherilyn Fenn ist in einer Nebenrolle zu sehen.