Mit ‘Zach Galifianakis’ getaggte Beiträge

Im 14. Wahlbezirk North Carolians schickt sich der konservative Politiker Cam Brady (Will Ferrell) mangels Konkurrenz an, zum vierten Mal wiedergewählt zu werden. Doch dann bekommt er unerwartete Konkurrenz: Weil die Gebrüder Motch (Dan Aykroyd & John Lithgow), zwei reiche Unternehmer, für ihre Geschäftspläne einen gefügigen Politiker in Nort Carolina brauchen, investieren sie ihr Geld in Marty Huggins (Zach Galifianakis). Der brave, geistig etwas minderbemittelte Sohn eines Geschäftspartners (Brian Cox) wird vom Imageberater Tim Wattler (Dylan McDermott) aufgepeppelt und macht Brady bald arge Probleme. Der Konkurrenzkampf der beiden Kandidaten nimmt bald schon bizarre Züge an. Brady und Huggins beginnen umzudenken – sehr zum Missfallen der Motch-Brüder …

Die Freude über eine neue Komödie mit Will Ferrell nach längerer Abwesenheit (die er mit einem Ein-Personen-Theaterstück zu füllen wusste, in dem er in die Rolle George W. Bushs schlüpfte) wird dadurch geschmälert, dass THE CAMPAIGN als politische Satire und liberale Kritik am kapitalistischen Wahlkampfzirkus reichlich naiv und pauschal daherkommt. Seine Kritik lässt sich am Ende auf das diffuse Gefühl reduzieren, dass „die da oben“ alle gekauft sind und ein guter Politiker doch bitte immer die Wahrheit sagen soll. Das ist ungefähr so differenziert, wie der Schmonzes, der Sido (!) in Stefan Raabs Polittalkshow triumphieren ließ, und eigentlich kaum besser als die Scheinheiligkeit, die man dem Feindbild vorwirft. So muss man den wahrscheinlich ernst gemeinten Background des Films immer ein wenig ausblenden, um gepflegt ablachen zu können – dass Roach eigentlich ausschließlich Standards des Ferrell’schen Humorschaffens bemüht, macht es nicht einfacher. Die Grundidee ist ja nicht verkehrt und wer sich bei Landis‘ TRADING PLACES bedient (der Plan der Motch-Brüder), hat zumindest schonmal Geschmack bewiesen, aber angesichts der Möglichkeiten, muss die Auflösung, bei der alle ihrer Fehler einsehen und der geläuterte korrupte Politiker dem Idealisten freiwillig das Feld überlässt, weil er von dessen moralischer Integrität beeindruckt ist, enttäuschen. Ein Moralist wie Capra (den mein Mitgucker Frank als Vergleich heranzog) kam mit seiner Botschaft unter anderem deshalb weg, weil er seine Geschichten in einem stilisierten Märchen-Amerika ansiedelte: In THE CAMPAIGN stehen der bekannte linksliberale Zynismus und der unheilbare Glaube an eine Welt, in der es nur eines Mannes bedarf, der sich nicht verbiegen lässt, auffallend unvereinbar nebeneinander.

Die Einfalt des Films tritt in einem metergroßen Plothole zutage: Warum die Motches zur Verwirklichung ihrer schmutzigen Pläne überhaupt einen neuen Kandidaten ins Rennen werfen, anstatt ihr Geld gleich auf Brady zu setzen, der doch von Anfang an als Prototyp des käuflichen, karriere- und geldgeilen Politikers gezeichnet wird, kann Roach natürlich nicht erklären. Wäre THE CAMPAIGN „nur“ eine Komödie, wäre das ja alles kein Problem, aber in einem Film, der ein politisches Gewissen vorgibt, sind solche Versäumnisse schlicht peinlich. Die argumentfreie Gesinnungshuberei lasse ich mir dann auch nur gefallen, weil niemand das vernunftunbegabte Kind im erwachsenen, notgeilen Manne so gut drauf hat wie Will Ferrell. ANCHORMAN 2 kann kommen, dann bitte wieder ohne Gesellschaftskritik.