the outing (tom daley, usa 1987)

Veröffentlicht: April 17, 2017 in Film
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Ein halbwegs origineller, wenn auch nicht herausragend guter Beitrag meines geliebten Achtzigerhorrors: THE OUTING, auch bekannt als THE LAMP und hierzulande stark gekürzt als KLAUEN DES TODES veröffentlicht, bemüht statt der damals üblichen maskierten Killer einen Flaschengeist, der sich – hier ist es dann aber auch schon wieder vorbei mit der Originalität – über ein paar Teens hermacht, die auf die grandiose Idee kommen, sich für eine Nacht im Museum einschließen zu lassen, um dort Bier zu trinken und zu fummeln.

Der Film beginnt zunächst mit dem Überfall ein paar überdurchschnittlich widerwärtiger juvenile delinquents – zwei Typen, ein bimbo – auf eine alte Hexe, die angeblich viele Reichtümer gehortet hat. Anstatt sie einfach nur zu beklauen, wird sie aus bloßem Spaß an der Freude auch noch überfallen und getötet, wonach die Täter dann allerdings nicht Reißaus nehmen, sondern sich stattdessen im Pool (?) der alten Dame vergnügen. Es kommt, wie es kommen muss: Sie werden von einem Djinn hinweggerafft, der in einer Wunderlampe der Alten wohnt und von einem der Einbrecher freigesetzt wird. Danach landet die Lampe im Besitz eines Museums und in den Händen von Dr. Wallace (James Huston), der Ärger mit seiner Tochter Alex (Andra St. Ivanyi) hat, weil er zu wenig Zeit für sie aufbringt (worüber sich Töchter in jenem Alter eigentlich freuen sollten). Bei einem Ausflug in das Museum setzen sich Alex und ihre Clique ab, lassen sich einschließen und werden schließlich vom erneut befreiten Djinn heimgesucht. Außer ihnen befinden sich noch zwei weitere Schüler im Museum, zwei Vollasis, die sich an Alex und ihrem Freund dafür rächen wollen, weil sie ihretwegen Ärger mit der Schulleitung bekommen haben. Es folgen die ganz putzigen creative killings – u. a. Aufspießung, wiederbelebte Kobras, Zweiteilung, Quetschmaske und Mumienbiss -, bevor es zum „spannenden“ Showdown kommt.

Vor 20 Jahren fand ich THE OUTING zwar noch deutlich besser – wahrscheinlich spielte damals auch die Freude darüber mit rein, den Film ungeschnitten aus Holland geborgen zu haben -, aber mögen tue ich ihn immer noch. Zu dem Bemühen, etwas halbwegs Eigenständiges abzuliefern, kommt diese einfach herzallerliebste Plumpheit: Nicht so sympathische Charaktere benehmen sich wie total entfesselte Psychopathen, nach einer Bierkleckerei lachen sich alle Schrott und es muss sofort ein Bad genommen werden (im Museum wohlgemerkt!) und im Geschichtsunterricht wird bevorzugt Vlad, der Pfähler besprochen. Dazu noch die passablen Effekte, fertig ist der Film zum Dosenbier. Ich bin zudem erstaunt, wie kurzweilig dieser Quatsch tatsächlich ist: Und das, obwohl THE OUTING eigentlich schon fast vorbei ist, wenn der Spaß so richtig anfängt. Die spanische Blu-ray ist qualitativ streitbar, aber derzeit wohl die beste Option, und gehört demnach ins Regal des gewissenhaften Archivars des Eighties Cheese.

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Kommentare
  1. Faniel Dranz sagt:

    Hast du wohl direkt an der Grenze gelebt, oder wie funktioniert es das man sich Filme aus Holland borgen konnte? 😀

    • Oliver sagt:

      Exakt. Über diese güldene Zeit Mitte der Neunziger habe ich hier im Blog auch schon ca. 1oo-mal geschwärmt. Musst mal nach „Venlo“ suchen. 🙂

  2. Josselin Beaumont sagt:

    Den Film habe ich gerade am Wochenende gesehen. Welch Zufall!

    Mir hat der Film sogar sehr gefallen.

    Insbesondere haben es mir die Brüche angetan:
    Auf der einen Seite Szenen, die ich wirklich als unglaublich lustig wahrgenommen habe. So beispielsweise der Vater, der ob seiner Zerstreutheit morgens kaum die Zubereitung eines Toasts gewuppt bekommt, der Figaro-trällernde Museumswächter sowie der merkwürdige Black-Power-Diaolog zwischen dem schwarzen Lehrer und den beiden Soziopathen.

    Auf der anderen Seite dann die wirklich unbequemen Härten. So die Rolle der beiden Soziopathen, welche in ihrer Garstigkeit einiges überbietet, was man ansonsten in vergleichbaren Filmen vorgesetzt bekommt, wo jene Rollen oftmals doch eher als unsymphatische Mobber interpretiert werden. Hier sind es allerdings widerliche Rassisten für die eine Vergewaltigung zur üblichen Freizeitgestaltung gehört.

    Als ebenfalls höchst beachtlich empfand ich das Ende des Films, durch welches mehr als deutlich wird, wie ernst Tom Daley sein Sujet doch nimmt und das er sich obendrein um seine Charaktere schert, anstatt sich dem einfachen Zynismus hinzugeben.

    Denn am Ende sind soviele geliebte Personen gestorben, dass der Film einem keinen Wohlfühltrack gönnt, der einem suggerieren soll, dass nun alles gut ist, weil die Hauptprotagonistin es geschafft hat. Stattdessen setzt Daley auf Stille und widmet sich den aufgelösten Überlebenden, die nun schauen müssen, was sie mit ihrem Leben noch anstellen können, nachdem sie diese Hölle durchmachen mussten.

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